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Reviews: Nintendo DS

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Rooms: The Main Building

Puzzle

09.06.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Schieb’ dich in die Freiheit zurück!

 

Das Leben kann manchmal schon ziemlich gemein sein. Eines schönen Tages findet sich unser Held Mr. X in einer Art Parallelwelt wieder und trifft dort auf ein sprechendes Buch. Dieses eröffnet ihm, dass er gefangen ist und ein Tor zurück zu seiner Welt nur dann öffnen kann, wenn er ein bestimmtes Puzzle fertig zusammensetzt. Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn es fehlen vier Teile, die der Spieler nun zunächst finden muss. Versteckt sind sie an vier mysteriösen Orten, um sie dort jedoch zu finden benötigt man erst einige Gegenstände. Und diese sind wiederum in Schatztruhen versteckt, die sich nur auf eine Art öffnen lassen: Man muss Verschieberätsel lösen.

 

Jeder von uns wird wohl als Kind (oder später) mal in Kontakt mit so etwas gekommen sein. Man kennt sie als eine Art Puzzle, bei denen ein Teil fehlt und man alle anderen, die fest in einem Rahmen verbaut sind, bewegen kann. Ziel des Spiels ist es, die einzelnen Teile so zu verschieben, dass sie am Ende ein Gesamtbild ergeben. Im Spiel von Hudson wurde dieses Prinzip etwas erweitert. Man selbst schlüpft in die Rätsel, muss den Ausgang finden und dabei allerhand Hilfsmittel nutzen. Doch dazu später mehr.

 

In fünf Bereichen befinden sich jeweils 20 Villen, die man nach und nach lösen muss. Knackt man ganz bestimmte Rätsel, dann öffnen sich Schatztruhen und man erhält Gegenstande. Hat man alle Gegenstände in einem Bereich gefunden – dazu braucht man nicht alle Puzzle zu beenden – dann muss man diese nur noch geschickt kombinieren, um ein fehlendes Puzzleteil zu bekommen. Damit schaltet man dann automatisch den nächsten Bereich mit 20 weiteren Villen frei und kann weiter spielen. Aber das ist ja nur die Rahmenhandlung, viel wichtiger sind natürlich die Verschieberätsel an sich.

 

 

Ein Puzzle mit Matrix-Touch!

 

Müsste man einfach nur Bilder zurecht schieben, dann wäre das Spiel vermutlich recht schnell langweilig, daher haben sich die Entwickler eine ganze Menge einfallen lassen. Man selbst startet mit seiner Spielfigur an einer bestimmten Stelle und muss den Ausgang der jeweiligen Villa erreichen. Verschieben – und später auch drehen – kann man nur den Raum (= Puzzleteil), in dem man sich gerade selbst befindet. Erschwerend kommt hinzu, dass es neben allerhand Hilfsmitteln auch Hindernisse gibt, die man überwinden muss. Wie genau man zum Ziel kommt ist dem Spieler überlassen, man bekommt jedoch nur dann eine goldene Bewertung, wenn man es so macht, dass die einzelnen Räume am Ende ein Gesamtbild ergeben.

 

Als Hilfsmittel dienen dem Spieler zum Beispiel Telefone, zwischen denen man sich im besten Matrix-Stil hin und her beamen kann. Später findet man auch Handys, die den einmaligen Transport zu einem Festnetztelefon von überall her möglich machen. Dazu kommen zum Beispiel noch Hydranten, mit denen sich das Wasser aus einem überfluteten Raum in einen anderen pumpen lässt, große Pendeluhren, die Räume drehbar machen, Sprengstoff, der Holzwände zerstören kann und Kleiderschränke, mit denen sich zwei Räume tauschen lassen, ohne dass man sich selbst bewegt. Darüber hinaus gibt es auch noch U-Bahn Stationen, die, auf gleicher Höhe, dort als Transportmittel dienen. Ein eher einfaches Hilfsmittel sind Leitern, die jedoch daher auch am häufigsten zum Einsatz kommen.

 

Diese Gegenstände gilt es zu nutzen, um das Ziel zu erreichen. Dabei sind manche Räume wie schon erwähnt unter Wasser, so dass man sie nur betreten kann, wenn man vorher ein Goldfischglas gefunden und es sich über den Kopf gestülpt hat. Andere Räume lassen sich nicht von allen Seiten betreten, weil sie von Wänden umringt sind. Die Puzzles werden im Laufe des Spiels natürlich immer komplexer und größer, so dass es zum einen immer mehr mögliche Lösungswege gibt, es zum anderen aber auch immer schwerer wird, den einen richtigen Weg zu finden. Genau das macht den Reiz des Titels aus.

 

Man benötigt also vor allem Geduld und Kombinationsvermögen, will man alle Aufgaben lösen. Um das Spiel zu schaffen muss man jedoch nicht alle lösen, nervig kann es jedoch werden, wenn man an einer Stelle nicht weiter kommt, da man fast immer nur ein Puzzle nach dem anderen löst. Wenn man hängt, dann gibt es nur selten eine Alternative, mit der man erstmal weitermachen kann.

 

Aber nicht verzagen, solltet jemand irgendwo hängen, dann fragt mich ruhig im Forum per PN, ich habe mich nämlich durch alle Aufgaben gepuzzelt und helfe gerne!

 

 

Abseits der Geschichte!

 

Wenn einem die 100 Aufgaben im Spiel nicht reichen oder sie nicht genug fordern, dann betätigt man sich am besten selbst kreativ. Dazu gibt es einen Editor, der recht intuitiv zu bedienen ist. Jedoch erfordert es etwas mehr, um interessante Aufgaben zu erstellen. Im ersten Schritt legt man die Größe des Raumes (von 1 x 1 bis 7 x5 Feldern) fest, danach geht es los.

 

Man kann sämtliche Details festlegen, angefangen beim Hintergrund, über die Position von Spielfigur und Ausgang bis hin zur Platzierung der einzelnen Hilfsmittel und Hindernisse. Der Kreativität sind echt keine Grenzen gesetzt und auch die Bedienung per Touchscreen funktioniert gut. Ich empfehle jedoch die Lektüre des Handbuchs vorab, da man nicht alle Möglichkeiten auf Anhieb erkennt. Am Schluss darf man sich noch für eines der fünf Musikstücke entscheiden und festlegen, ob es ein Zeitlimit gibt oder nicht.

 

Die so erstellten Aufgaben lassen sich per drahtloser DS-Verbindung mit Freunden tauschen. Diese brauchen dafür aber logischerweise auch das Spiel. Die Wi-Fi Connection wird leider nicht unterstützt, was wirklich schade ist, da man so natürlich am einfachsten an neue Aufgaben gekommen wäre.

 

Als Extra sammelt man im Laufe des Spiels Trophäen, wenn man bestimmte Ziele erreicht, also zum Beispiel alle Villen eines Bereiches löst oder sämtliche Gegenstände im Spiel findet. Einen weiteren Nutzen haben sie jedoch nicht, sie sollen wohl nur dazu motivieren, alle Aufgaben komplett zu lösen.

 

 

Technik, Steuerung und Umfang!

 

Grafisch macht das Spiel einen recht ordentlichen Eindruck. Die Räume sind nett gestaltet und relativ abwechslungsreich. Störend ist nur, dass manche Details selbst auf dem großen Bildschirm des DSi XL etwas untergehen, da die Farbwahl nicht immer clever ist. So übersieht man schon mal eine Sprengstoffbox und wundert sich, warum man das Ziel einfach nicht erreichen kann. Die Bewegungen der Spielfigur sind zwar echt cool animiert, aber leider ist der Charakter so pixelig, dass man das kaum richtig wahrnehmen kann. Zusätzlich gibt es nur wenige Effekte, die dann aber gut um- und eingesetzt sind. Insgesamt kommt die Optik leider nicht über Mittelmaß hinaus.

 

Die Musik ist dagegen jedoch ein echter Witz. Zwar befindet sich der Spieler in einer alternativen Welt, aber lustige Zirkusmusik hätte es bei diesem an sich eher düsteren Setting echt nicht sein müssen. Abgesehen von ein paar guten Soundeffekten ist das akustische Erlebnis also eher nicht gelungen, was auch daran liegt, dass es zu wenig Abwechslungs für die Ohren gibt.

 

Die Steuerung per Touchscreen funktioniert dagegen einwandfrei. Alles geht wunderbar sowie komplett ohne Tasten und ist intuitiv und benutzerfreundlich umgesetzt. Einziges Manko ist, dass man bei Bildschirmtexten immer nur genau einen Punkt auf dem Bildschirm berühren muss, um weiterzuklicken. Gerade bei Hinweisen direkt im Spiel nervt das immens. Insgesamt bleibt aber ein positives Gesamtbild bestehen.

 

Zuletzt noch ein paar Worte zum Umfang. Zwar hören sich 100 Aufgaben im ersten Moment recht viel an, da man jedoch gerade am Anfang pro Aufgabe selten mehr als zwei Minuten braucht, ist das Ende schnell erreicht. Bis zum Abspann hat es bei mir keine drei Stunden gedauert und sämtliche Aufgaben auf dem optimalen Weg zu lösen dauerte etwa acht Stunden. Zwar kann man auch eigene Räume bauen und diese mit Freunden tauschen, jedoch wäre mehr Inhalt auf jeden Fall wünschenswert gewesen. Auch der Challenge-Modus hilft nicht wirklich, da man dort einfach nur die bekannten Rätsel unter erschwerten Bedingungen – mit Zeit- oder Bewegungslimit – lösen muss.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Rooms ist ein innovatives Spiel, das den Touchscreen clever nutzt und einen bekannten und beliebten Zeitvertreib gut in ein Videospiel überträgt. Mängel zeigen sich lediglich bei der Technik und auch der Umfang ist eher suboptimal. Der Editor ist dagegen gut gelungen, nur leider kann man nichts per Wi-Fi Connection tauschen. Ein bisschen bessere Grafik, passende Musik und mehr Aufgaben hätten den Titel zu einem Hit machen können, so ist es nur ein Puzzlespiel unter vielen, das aber sicher seine Fans finden wird. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, auch wenn es viel zu schnell vorbei war.

Grafik

ok

Sound

sch...

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

65%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

04.06.2010

Developer

Handmade Games

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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