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Reviews: Nintendo DS

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Für immer Shrek

Jump 'n Run

25.06.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Die Tücken des Alltags!

 

Unglaublich, aber es ist bereits neun Jahre her, dass Shrek das erste Mal in den Kinos für Lacher sorgte und nun wird seine Geschichte mit dem vierten Film zu Ende erzählt. Ich erinnere mich noch sehr gut an den ersten Teil, er wird für mich immer einer der besten animierten Filme bleiben. Die beiden Nachfolger kamen leider nicht ganz an ihn Teil heran und dasselbe erwarte ich vom Abschluss leider auch. Nichtsdestotrotz habe ich mir die DS-Version des begleitenden Videospiels ganz genau angesehen und war teilweise überrascht, teilweise aber auch geschockt. Aber dazu später mehr.

 

Wer die Filme kennt, der weiß auch um Shrek und seine rüpelhafte Art. Klar, er ist ja auch ein Oger, unvergessen bleibt die erste Szene im ersten Film, in der wir Shrek für meinen Geschmack viel zu genau kennen lernen. ;-) Zu diesem Image passt natürlich kein Heim mit Ehefrau und Kindern sowie einem geregelten Tagesablauf. Wäre doch nur einen Tag alles wieder so wie früher... Und wie es in Märchen so kommt, bietet sich gleich einer an, der diesen Wunsch erfüllen kann. Rumpelstilzchen bietet Shrek an, dass er sein altes Leben für einen Tag zurück haben kann, muss dafür im Tausch aber einen Tag seines neuen Lebens abgeben, egal welchen.

 

Shrek nimmt den Vertrag an und landet in einem ganz anderen „Weit weit weg“, die Welt ist heruntergekommen, Chaos herrscht und nichts ist so wie früher. Klar, der Vertrag hat natürlich einen Haken, der kleine Zauberer hat nicht irgendeinen Tag genommen, sondern den wichtigsten für Shrek: seinen Geburtstag. In dieser Welt wurde Shrek nie geboren, er hat Fiona nie befreit und so ist alles aus den Fugen geraten. Und wenn der Tag vorbei ist, wird Shrek aufhören zu existieren. Gibt es da wohl noch einen Ausweg? Der Vertrag scheint wasserdicht, aber eine Lücke gibt es immer...

 

 

Jump ’n Shrek für unterwegs!

 

Kurz nach der Einleitung schlüpfe ich in die Haut des Ogers. Zu diesem Zeitpunkt weiß er noch nichts von seinem Pech, daher hört er auf die Ratschläge von Rumpelstilzchen, der ihm das Spiel erklärt. Das alles passiert erstaunlicherweise mit Sprachausgabe, jedoch handelt es sich nicht um die Originalstimmen von zum Beispiel Sascha Hehn (Shrek) und Esther Schweins (Fiona) sondern um zumindest ansatzweise ähnliche klingende Alternativen.

 

Jedenfalls lernt der Spieler, dass man Shrek per Steuerkreuz durch die dreidimensionalen Umgebungen bewegt, ihn mit B springen und mit Y angreifen lässt. Die X-Taste benötigt man für besondere Aktionen, zum Beispiel um Gegenstände hochzuheben oder Blöcke zum Verschieben zu greifen. Drückt man in der Luft ein weiteres Mal auf B, dann führt der Oger einen Doppelsprung aus und drückt man die Angriffstaste im Sprung, dann führt er eine Bauchlandung durch, die den Boden erschüttert und Gegner umhaut. Hält man beim Gehen die rechte Schultertaste gedrückt, dann sprintet er los und haut alle Gegner, die er trifft, aus den Socken. Das geht jedoch nicht ewig, denn nach einer Weile ist die Ausdauer weg und es geht nur noch langsam voran. Dieselbe Ausdauer braucht er auch zum Brüllen, der Kampfschrei wird entweder per Mikrofon oder durch gleichzeitiges Drücken von linker und rechter Schultertaste ausgeführt.

 

Mit diesen Moves ausgestattet kämpfen wir uns durch die 18 Levels des Spiels, sind aber ziemlich schnell gelangweilt. Das liegt nicht nur am strikt linearen Aufbau der Umgebungen, sondern vor allem an den ständigen Wiederholungen und echt langweiligen Rätseln. Wenn man nicht gerade einfach nur von einer Plattform zur nächsten springt oder Gegner vermöbelt, dann wartet ein Rätsel auf den Oger. So muss man zum Beispiel einen Schalter drücken, bunte Kisten auf gleichfarbige Schalter stellen oder zur Abwechslung auch mal mehrere Schalter umlegen. Brutal gefordert wird man dann, wenn man mehrfarbige Kippschalter nutzen muss, um bestimmte Plattformen erscheinen oder verschwinden zu lassen.

 

Schon im ersten Level bekommt man beinahe alles zu sehen und später wird es einfach nur etwas komplizierter, ohne jedoch jemals wirklich den Namen „Rätsel“ zu verdienen. Die Lösung ist stets total offensichtlich, meistens jedoch nur etwas umständlich zu erreichen. Wenn man zum Beispiel sechs farbige Kisten sortieren muss, dazu aber nur acht Felder Platz hat, dann benötigt man eben etwas Geduld. Dumm nur, wenn man direkt danach kurz vor dem folgenden Rücksetzpunkt stirbt und den ganzen Kram noch mal neu verschieben muss.

 

Abwechslungsreiche Gegner sucht man auch vergeblich, sie sehen zwar teilweise immer wieder anders aus – mal Bauer, mal Ent, äh Baum, mal Hexe – sind aber immer nach Schema F (draufhauen) zu besiegen. Taktik braucht man zu keiner Zeit, schon gar nicht bei den nicht vorhandenen Endgegnern. ;-) Okay, später werfen bestimmte Hexen auch Bomben auf den Oger, diese muss man dann an zwei Stellen dazu einsetzen, Hindernisse zu sprengen, das war es dann aber auch schon mit der Abwechslung.

 

Zwischendurch trifft man immer mal wieder auf den Esel, den gestiefelten Kater oder Fiona (die man eigentlich sucht!!!) und darf dann eine kurze Sonderaufgabe lösen. Mit dem Esel muss man Kisten zertreten, die Katze klettert an der Wand entlang und Fiona hackt auf Holzpflöcken rum. Und all das hat sogar einen Sinn.

 

 

Extras und Charakter-Veränderungen!

 

In diesen Sonderaufgaben sammelt man nämlich das eine oder andere Extra ein, die es übrigens auch im normalen Spielverlauf zu finden gibt. Neben den Sanduhren, die überall herumliegen und die neue Kostüme für den Helden freischalten, gibt es auch noch verschiedene Andenken, die sogar clever eingesetzt werden.

 

Im Menü auf einem fünf mal fünf Felder großen Spielbrett lassen sich die gefunden Andenken einsortieren. Schafft man es, eine ganze Reihe zu füllen, dann verbessert sich Shrek auf eine bestimmte Art: seine Energie nimmt zu, das Brüllen wird lauter, er schlägt stärker zu etc. Da die Andenken teilweise komisch geformt sind, ist es eine nette Idee, den Charakter weiterzuentwickeln. Natürlich kann man die Teile jederzeit neu sortieren und so andere Eigenschaften verbessern.

 

Im Abenteuer findet man dazu noch Minispiele und Kulissen. Während die vier Minispiele für ein bisschen Abwechslung sorgen und durchaus Spaß machen, sind die Kulissen für den Modus „Oger-Künstler“ gedacht. Hier kann der Shrek-Fan selbst Bilder erstellen und dabei auf bereits gefundene Hintergründe und Charaktere zurückgreifen. Das hat mich jedoch so gar nicht begeistert.

 

 

Technik – oder nicht?

 

Grafisch sieht Shrek sogar ganz ordentlich aus, es krankt nur an Lippenbewegungen, Weitsicht und Vielfalt. Die Umgebungen wiederholen sich viel zu häufig und auch die Gegner sind immer wieder dieselben. Am meisten haben mich aber die laufenden Popups und die fehlenden Effekte weiter weg genervt. Insgesamt bleibt der positive erste Eindruck nicht lange bestehen, es sieht eben aus wie ein 0815-Lizenzspiel zu einem Film.

 

Die Musik ist dagegen ganz okay, was aber auch daran liegt, dass sie direkt aus dem Film kommt und gerade die des ersten Teils ist nahezu legendär. Qualitativ ist es aber nicht ganz so optimal, alles klingt recht blechern. Während Sprachausgabe an sich ja gut und vor allem auf dem DS etwas besonders ist, enttäuscht an dieser Stelle leider, dass es sich nicht um die Originalstimmen handelt und es daher einfach komisch klingt.

 

 

Meckerecke!

 

Ich habe zwar schon viel gemeckert, aber es folgt doch noch einiges. So nervt zum Beispiel, dass man die Kamera nicht steuern kann, was zum einen oder anderen Sprung ins Leere führt, da man einfach nicht sieht, wo die nächste Plattform genau steht. Außerdem hat mich als Im-Zug-Spieler gestört, dass man die Erkennung des Brüllens per Mikrofon zwar runterregeln aber nicht ausschalten kann, im Regionalexpress führt das dazu, dass Shrek laufend brüllt. Auch stört mich, dass man, wenn man das Spiel nach einer Pause wieder aufnimmt, immer ganz am Anfang der Levelkarte steht und nur zu Fuß zurück zu seinem aktuellen Level kommt.

 

Zuletzt ist noch der Umfang negativ zu erwähnen, ich war nach drei Stunden durch hatte bereits so gut wie alles gefunden. Sonderlich motiviert, den Rest auch noch zu suchen, war ich nicht, wirkliche Belohnungen bekommt man dafür ja nicht.

 

 

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Der Test liest sich schlechter als das Spiel ist. Ja, es gibt eine ganze Menge zu meckern, aber die Steuerung funktioniert und das Spiel ist fast fehlerfrei umgesetzt. Die schwache Technik, der geringe Umfang und die langweilige Leveldesign kosten zwar Punkte, aber das jüngere Publikum dürfte dennoch seinen Spaß mit Shrek haben. Wenn man aber fordernde Aufgaben, knifflige Rätsel oder taktierende Gegner haben will, dann sucht man bei Shrek auf dem DS an der falschen Stelle.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

59%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

25.06.2010

Developer

Griptonite

Publisher

Activision

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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