Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Phantasy Star Zero

RPG

09.08.2010

Autor: Daniel Nicolin

 

 

Mastermanie

 

Als treuer Anhänger der „Phantasy Star“-Reihe und Fan der ersten Stunde – der erste Teil auf dem Sega Master System war Ende der 1980er Jahre als frisch gebackener Grundschüler mein erstes RPG-Erlebnis überhaupt! - liegt es natürlich nahe, dass ich auch den ersten DS-Ableger auf Herz und Nieren überprüfe. Geändert hat sich seit den ersten Teilen, die damals noch allesamt auf Segas ureigenen Heimkonsolen und/oder Handhelds erschienen sind, einiges: Das Debüt auf der Dreamcast bedeutete nicht nur den Schritt in dreidimensionale Gefilde, sondern auch in die Online-Welt. Das Herzstück der Serie war ab sofort der Multiplayer-Modus. Eine Kehrtwende um 180°, denn die ersten vier Teile besaßen noch gar keine Mehrspieler-Option.

 

Wer die Dreamcast-Version oder die GameCube-Version sein Eigen nennt, dem kann ich hier kaum Neues berichten, denn die Veränderungen sind minimal. Wieder einmal gilt es, Mission für Mission zu bewältigen, um den Main-Plot voranzutreiben und sich gegebenenfalls noch in einigen Nebenschauplätzen zu tummeln, um Erfahrungspunkte, Meseta (die innerländische Währung) oder seltene Waffen und Items zu sammeln.

 

 

Sammelmanie

 

In Anlehnung an Diabloeske Sammelorgien können Komplettierungsfetischisten auch bei PSZ ein gefühltes halbes Leben damit verbringen, das gesamte Spektrum an existierenden Gegenständen (darunter auch zufällig verteilte, mega-rare Items) einzusammeln. Dies erfordert nämlich mitunter, einige Missionen mehrere Dutzend Mal zu spielen, bis heißbegehrte Seltenheiten dort – eventuell! - zu finden sind. Als Otto-Normal-Zocker gibt man sich damit zufrieden, sich von Mission zu Mission zu hangeln und in Echtzeit-Action in immer gleicher Manier auf die Gegner einzudreschen, bis diese ihr Leben aushauchen und bei vollständiger Säuberung eines Areals stets eine Truhe hinterlassen. Am Ende jeder Mission wartet dann noch ein überdimensionaler Bösewicht auf euch, der euch wirklich alles abverlangt, was vor allem daran liegt, dass es teilweise sehr chaotisch zugeht, wenn die Kameraperspektive mal wieder dazwischenfunkt oder ihr im Solo-Player-Modus auf die kaum vorhandene Intelligenz eurer NPCs vertraut.

 

 

Killomanie

 

Da auch die Story nicht allzu viel hergibt und eher im 0815-Bereich angesiedelt ist, empfiehlt es sich wirklich, das Game im Multiplayer-Modus zu zocken, denn ansonsten schleicht sich schnell Monotonie und Ernüchterung ein – nicht, dass das Spiel im Single-Player-Modus schlecht wäre, aber es passiert einfach zu wenig Neues und die einzelnen Missionen bieten zu wenig Abwechslung – mit der Methode, nur hin und wieder ein paar neue Gegnertypen einzustreuen und alle paar Missionen die Umgebung zu verändern (Wald, Sumpf, Eis … kennt man ja) kann man nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Prinzip alle Missionen nach dem gleichen Schema „Kill 'em all“ verlaufen.

 

Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab: Ihr feuert und metzelt, was die Waffen hergeben, schleudert zwischendurch einen Heilzauber in die Gruppe und weicht per Vorwärtsrolle heran eilenden Feinden aus. Immer und immer wieder. Genau genommen besteht das ganze Spiel nur diesen immer gleich ablaufenden Kämpfen in verschiedenen Arealen. Als Anlaufpunkt - um Items zu kaufen und verkaufen und sinnlose Schwätzereien zu führen - bietet sich die einzige Stadt des Spiels, Dairon City. Viel zu entdecken und zu erleben gibt es hier leider nicht: Schnell die Läden abgeklappert, ob es neue Waren gibt, dann noch ein paar Aufträge von der Gilde an Land gezogen und schon geht’s wieder auf ins Gemetzel.

 

 

Mittelmaßmanie

 

Die Grafik ist dabei ganz hübsch anzusehen, die Charaktere und Feinde sind nett animiert und einige Zaubereffekte ganz passabel gelungen – ingesamt also eine solide visuelle Umsetzung, die aber auch nicht vom Hocker reißt. Begeistern hingegen können die leider viel zu selten eingestreuten Anime-Sequenzen. Auch soundtechnisch kommt das Spiel so unscheinbar und solide daher, dass man es kaum kritisieren kann: Ja, einige Melodien sind ganz nett (hübsch, passabel …), die meisten Soundeffekte enttäuschen nicht, aber auch hier gibt es sowohl quantitativ als auch qualitativ keine überdurchschnittliche Leistung zu vermerken. Keine Ohrwürmer, keine orchestralen, dramaturgisch ausgefeilten Bombasthymnen, keine balladesken, zu Tränen reizenden Schmachtschnulzen, wie vergleichbare RPGs diese auch auf dem DS zaubern können.

 

 

Digitalmanie

 

Den Stylus werdet ihr das gesamte Game über nicht benötigen – alles wird ganz traditionell per digitalem Steuerkreuz bedient. Die Steuerung ist dabei mitunter leicht missglückt: Die Kamera ist meist einen Tick zu nah an euch dran, so dass es nicht selten zu unüberlegten und hektischen Aktionen kommt, weil euch der Blick auf eure Umgebung verwehrt wurde. Generell wirken eure Bewegungen nicht sonderlich flüssig, und auch der ein oder andere Ruckler ist auszumachen, wenn auf dem Schlachtfeld die Hölle los ist – und das ist relativ häufig der Fall.

 

 

Multimanie

 

Um noch ein paar Worte zum Herzstück des Games, dem Multiplayer-Modus zu verlieren: Ihr könnt wahlweise im lokalen Wireless-Modus mit Freunden zocken oder online - solltet ihr keine drei weiteren Zocker zur Hand haben, können euch zufällig Online-Zocker zugewiesen werden; mit denen könnt ihr dann allerdings nur per vorgefertigter messages kommunizieren (mit friend-code-Mitstreitern dürft ihr auch selber messages kreieren), ein Voice-Chat wird leider nicht unterstützt. Es gibt auch keine Lobby, in der ihr abhängen und chatten könnt, was aber auch nicht weiter schlimm ist, denn so geht es ohne großes Rumgeplänkel ins Gemetzel. Das alles funktioniert sehr gut und ohne Zwischen- oder gar Ausfälle, egal, bei welchem Wetter: die Wi-Fi-Connection ist stabil ;-) Im Mehrspieler-Modus werdet ihr also zweifelsfrei ungleich größeren Spaß haben, als allein, allerdings ist für eine langfristige Motivation auch hier hinderlich, dass das Spiel sich viel zu monoton gestaltet (die mitunter extrem langen, nicht unterbrechbaren 50-Minuten-Missionen tragen ihr Übriges dazu bei) und über einige technische Schwächen (s.o.) verfügt, die den Spielspaß irgendwann dann doch eintrüben. Schade, da wäre mehr drin gewesen. Vielleicht klappt's ja auf dem 3DS ...

 

 

Wir danken Sega für die Bereitstellung des Testmusters!

 


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Das Game ist eigentlich komplett auf den Multiplayer-Modus ausgelegt, denn alleine macht die doch relativ monoton und stumpfsinnig daherkommende Monster-Metzelei nur halb so viel Spaß – die Story hat nicht viel zu bieten. Einige technische Schwächen mindern den Spielspaß zudem deutlich und mit zunehmender Spieldauer und steigendem Schwierigkeitsgrad immer mehr. Grafisch und soundtechnisch bewegt man sich im soliden Mittelmaß. Positiv zu erwähnen sind neben den genialen aber raren Animé-Sequenzen die witzigen Dialoge. Insgesamt ein durschnittlicher Titel mit gefühlt mehr Schwächen als Stärken, und somit bei weitem nicht die erhoffte Perle: Enttäuschend.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

55%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

12.02.2010

Developer

Sega

Publisher

Sega

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes