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Reviews: Nintendo DS

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Dementium II

Action Adventure

12.08.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Aus der Anstalt in ein Krankenhaus!

 

Horrorspiele sind auf einem Handheld so eine Sache. Während man zu Hause das Licht dimmen und sich auf einem großen Fernseher in perfekter Atmosphäre in das Spiel hinein ziehen lassen kann, fällt das auf dem kleinen Bildschirm ungleich schwerer. Dennoch haben die Entwickler bei Renegade Kid mit Dementium: Die Anstalt ein Spiel geliefert, dass nicht zu Unrecht von den meisten Kritikern und Spielern gelobt wurde.

 

Die Geschichte von William Redmoor, die im ersten Teil im Redmoor Hospital begann und darum ging, ob er seine Frau umgebracht hat oder nicht, wird nun fortgesetzt. Damals noch als Psychopath eingesperrt, wurde er nun am Gehirn operiert, um seine „Krankheit“ zu heilen. Er wacht auf, nachdem er fünf Wochen im Koma gelegen hat und sogleich übernimmt der Spieler die Kontrolle über ihn in der gewohnten Ego-Ansicht. Und der Horror lässt nicht lange auf sich warten:

 

Wie im Vorgänger gibt es auch wieder Alptraum-Sequenzen, in denen William von grausamen Kreaturen angegriffen wird. Damit beginnt das Spiel gleich sehr heftig. Eigentlich in seiner Zelle eingesperrt, kann er sich nach einer Weile doch befreien und irrt über fünf Kapitel durch die Heilanstalt Bright Dawn sowie einen frostigen Außenbereich und eine dunkle Mine. Mehr Abwechslung ist also schon mal gegeben. Neu ist jedoch, dass der Arzt, der William operiert hat, Höllenkreaturen befreit hat, so dass sie jetzt auch in der realen Welt ihr Unwesen treiben. William ist also nirgendwo sicher. Ein beklemmendes Gefühl, dass durch viele andere Elemente noch unterstützt wird.

 

 

In einem Alptraum gefangen!

 

Während man sich anfangs, weil nur mit einem Messer bewaffnet, noch recht nackt und hilflos vorkommt, wird dieses Gefühl im Laufe der Zeit nur wenig besser. Die Entwickler verstehen es sehr gekonnt, trotz vieler schlagkräftiger Waffen, dass man sich niemals sicher fühlt.

 

Man bewegt den „Helden“ per Steuerkreuz in alle vier Himmelsrichtungen und schaut sich per Touchpen auf dem unteren Bildschirm um. Die gewählte Waffe setzt man mit der linken Schultertaste ein. Zum Ducken und Springen gibt es extra Tasten auf dem Touchscreen, springen kann man jedoch einfach auch per Doppeltipp. Linkshänder können das Layout komplett umdrehen und dann auch komfortabel spielen.

 

Das Inventar wird auch ausschließlich per Stylus bedient. Man tippt einfach auf den Button auf dem Bildschirm und zieht den Zeiger dann an die gewünschte Stelle. So kann man zum Beispiel Gesundheitspillen oder Adrenalin aus dem Item-Bereich zu sich nehmen oder im Waffenbereich eine Waffe wählen, die auch per Button auf dem unteren Bildschirm nachgeladen wird. Hält man das Messer oder die Pistole in einer Hand, dann ist die andere noch frei, um die Umgebung sehr realistisch mit der Taschenlampe auszuleuchten. Das ist manchmal auch bitter nötig, denn nicht selten ist es absolut stockfinster. Hat man die Schrotflinte oder später die Kreissäge in beiden Händen, dann steht man gezwungenermaßen im Dunkeln.

 

Da die meisten Waffen Munition benötigen, muss man aufpassen, welche Waffe man wann einsetzt. Ich habe so oft wie möglich das Messer eingesetzt, um für die Endgegner genug Schüsse zur Verfügung zu haben. An der Stelle braucht man sie nämlich viel dringender. Auch schnelle, fliegende Gegner sind mit Schusswaffen aus sicherer Entfernung eine viel kleinere Gefahr. Und sagt später nicht, ich hätte euch nicht gewarnt: der letzte Boss ist, wenn man nur das ganz spät im Spiel gefundene Artefakt als Waffe einsetzen kann, kein wirklicher Spaß.

 

Aber zurück zur Taschenlampe: Dank der Ego-Ansicht und der extrem gut gelungenen Grafik fühlt man sich wirklich in der Haut von William, was das von mir schon erwähnte beklemmende Gefühl erzeugt. Die ständige Dunkelheit tut ihr Übriges. Doch mit der Taschenlampe kommt zumindest etwas Licht ins Dunkel, was auch sehr realistisch ist. Der in Echtzeit berechnete Lichtkegel macht das Spiel sehr stimmig und die dadurch nur eingeschränkte Sicht macht einen guten Überblick unerlässlich. Neu ist übrigens, dass die Gegner nun auch Schatten werfen.

 

Im Laufe des Spiels bewegt man sich auch in Außenbereichen, die dem Spiel eine ganz neue Dimension geben. Den dadurch entstandenen Eindruck von Freiheit nutzen die Entwickler schamlos aus, um den Spieler zu schocken. Sie verstehen es insgesamt auch viel besser als im ersten Teil, dort zu erschrecken, wo man schon nicht mehr drauf wartet, die Spannungskurve ist also deutlich höher. Am Ende erfährt man dann noch einige Dinge über Williams Frau und Tochter, die aber durchaus Raum für Interpretationen lassen. Ein dritter Teil kann also kommen.

 

Hin und wieder gibt es auch das eine oder andere Rätsel, nach dessen Lösung man ein wenig suchen muss. Teilweise sind da jedoch auch Dinge dabei, die man erst viel später im Spiel überhaupt lösen kann. Man sollte sich also nicht zu sehr festbeißen, sondern sich einfach führen lassen. Das macht das Spiel dank der Cutscenes sehr gut, so dass man eigentlich nicht herumirrt, außer auf der Suche nach der nächsten Speicherstation vielleicht... Jedenfalls sind die Rätsel an sich ganz gelungen und in Teilen auch sehr kreativ. Manchmal ist jedoch störend, dass man sich keine Notizen im Spiel machen kann und sich so zum Beispiel die Kombination von einem Zahlenschloss auf dem Weg vom Fundort zum Schloss irgendwie anders merken muss.

 

 

Technik und Umfang!

 

Grafisch sieht das Spiel einfach nur gut aus. Durch die neu hinzugekommene Abwechslung dank verschiedener Umgebungen gibt es an dieser Stelle kaum noch Grund zur Klage. Etwas blöd ist nur, dass die Zombies immer gleich aussehen, aber zum Glück gibt es daneben noch etwa ein Dutzend weitere Gegner-Typen und fünf echt fette Endgegner. Viel besser kann man das auf dem DS nicht machen.

 

Auch die Musik gibt nicht viel Grund zur Klage, die seltenen idyllischen sowie die häufigeren gruseligen Momente sind sehr gut untermalt. Allerdings wird es zum Ende hin doch etwas monoton, viele Stücke wiederholen sich leider zu oft. Dafür bekommen wir eine sehr gute deutsche Sprachausgabe geboten und tolle Zwischensequenzen. Technisch machen die Entwickler also quasi alles richtig.

 

Die Schattenseite ist jedoch, dass ein so aufwändiges Produkt meist nur wenig Inhalt zu bieten hat, was leider auch bei Dementium II der Fall ist. Im normalen Schwierigkeitsgrad habe ich keine fünf Stunden gebraucht, um die fünf Kapitel abzuschließen und dabei habe ich mir oft noch Zeit gelassen. Jedoch lohnt es sich durchaus auch, eine höhere Stufe später noch zu probieren und die eine oder andere Waffe zu finden, die man beim ersten Mal übersehen hatte. Zwar gibt es insgesamt nur acht, jedoch findet man die nicht alle auf dem direkten Weg zum Ziel.

 

Als zusätzlichen Inhalt gibt es nun auch einen Survival-Modus mit fünf verschiedenen Stufen, in dem es einfach nur darum geht, die ankommenden Gegner zu besiegen und so lange wie möglich zu überleben. Unterwegs findet man immer wieder Munition und hin und wieder auch Gesundheitspillen, so dass man nicht nur mit dem Messer wild Löcher in Luft und Feinde stechen muss.

 

 

Vielen Dank an Topware für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Mit Dementium II haben die Entwickler einen würdigen Nachfolger des viel gelobten Horror-Titels herausgebracht. Grafik und Sound wurden verbessert, es gibt mehr optische Abwechslung, die Steuerung wurde leicht optimiert und der Umfang etwas vergrößert. Wer den ersten Teil also mochte, macht hier absolut gar nichts falsch. Zu kritisieren ist lediglich der mit etwa fünf Stunden sehr geringe Umfang, der als Einziges deutlich höhere Wertungsregionen unmöglich macht. Für diese Zeit unterhält der Titel jedoch vorzüglich, so dass ich mich schon sehr auf Dementium 3D freue, was hoffentlich bald angekündigt wird.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

15.07.2010

Developer

Renegade Kid

Publisher

Topware

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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