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Reviews: Nintendo DS

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Spectral Force Genesis

Strategie

24.08.2010

Autor: Lukas Strübig

 

 

Das Real Time Strategy Genre ist besonders stark auf dem PC verbreitet und findet vor allem durch Titel wie Starcraft 2 zu alter Stärker zurück. Dass es auf dem Handheld eher selten vorkommt ist leicht erklärt: zu schwache Hardware und natürlich zu wenige Steuerungsoptionen schrecken Entwickler ab und lassen ein Erfolg des Genres unmöglich erscheinen. Spectral Force Genesis versucht es allerdings doch als eine Mischung aus Echtzeit Strateigie und Rollenspiel die Gefilden des portablen Gaming zu erobern.

 

 

Gameplay

 

Spectral Force Genesis stellt sich als Mix dreier Genres vor: Erstens ist da das Hauptspiel, die gewöhnliche Gesellschaftsstrategie. Als Anführer der Nation seiner Wahl hat man die Aufgabe, den Kontinent Neverland zu "vereinen", was hier sehr gut als Euphemismus für "Erobern" verstanden werden kann, wenn man will, kann man "Unterwerfen" auch noch dazu nehmen, das hängt vom eigenen Geschmack ab.

Zweitens ist da noch die Echtzeitstrategie, die natürlich nur in Kriegszeiten Anwendung findet und eng mit dem dritten Genre verbunden ist: Dem Rollenspiel, dass sich durch die einzelnen Werte seiner Generäle zeigt.

 

Es hört sich bereits so an und so ist es auch: Ein Kompromiss zwischen Total War und Fire Emblem, allerdings von Leuten geschlossen, denen beides zu kompliziert war. Der Aspekt der Gesellschaftsstrategie läuft nämlich rundenbasierend ab. Je nach Runde kann man entweder Alianzen schließen, neue Generäle anwerben, Handeln oder andere Nationen angreifen.

 

Das Problem ist, dass man nur eine dieser Aktionen pro Runde durchführen kann und die genaue Reihenfolge der Aktionen vorgegeben ist. Dadurch wird ein großer Teil der Handlungsfreiheit verschenkt. Auch das Geld ist keine Mangelware, man startet mit einer prall gefüllten Schatzkammer und da man kaum Geld ausgibt, aber durch das viel zu leichte Handelsystem (Kaufen und verkaufen) zu viel Geld verdient, hätte man es auch einfach heraus nehmen können, da man finanziell nie in Nöten ist.

 

Die Soldaten seiner Nation sind da schon eher gefragt, sie werden bei einer Schlacht schnell dezimiert und füllen sich über die Runden automatisch wieder auf, abhängig von Größe des Reiches und der Stimmung des Volkes (das sich erkaufen lässt) unterschiedlich viel.

 

Der RPG-Charakter ist noch einfacher. Als Herrscher einer Nation unterstehen einem verschiedene Generäle, alle haben verschiedene Eigenschaften und Attacken. Doch das nicht nur im Kampf. Auch in Sachen Diplomatie, Verteidigungsbau oder Rekrutierung unterscheiden sie sich, was aber aufgrund der geringen Entscheidungsfreiheit eher unwichtig ist. Level aufsteigen können sie auch nicht, lediglich findet man hin und wieder Items mit denen man ihre Werte erhöht, doch diese sind bei 10 auf dem Maximum, und da viele Generäle schon auf dem Maximum sind, ist das auch unwichtig.

 

Die Echtzeit-Strategie ist auch nicht wirklich eine Herausforderung. In jeder Schlacht nehmen für jede Seite bis zu drei Generäle teil. Diese sind aber nur eine Einheit, die man in Echtzeit über die Karte schickt. Die einzelnen Soldaten, die man ihnen zuteilt funktionieren als Kraftpunkte, sind sie alle tot, ist der General geschlagen. Da die Karte nur ein einziges Flachland ist, besteht die einzige Strategie daraus, die Bewegungen seiner Feinde voraus zu sehen und das typische Schere-Stein-Papier System auszunutzen.

 

Hat man die Schlacht gewonnen, beginnt man die Festung anzugreifen. Dabei zählen die Mauern, die der Verteidigende im Vorhinein gebaut hat. Man kann seine Soldaten drei mal los schicken um die Mauern zu zerstören. Schafft man es nicht, muss man einige Runden erneut angreifen. Man kann auch versuchen, das Schloss zu belagern und sofort zu gewinnen, das funktioniert aber nur selten.

 

Dieses System ergibt Sinn, da so ein Krieg auch eine längere, komplizierte Sache ist. Greift man einen überlegenen Gegner an, geht die Aktion schnell nach hinten los und hat man nicht genug Allianzen geschmiedet, kann es sein, dass man auch noch überraschend einen zwei Fronten Krieg führen muss. Leider wird auch dieses System durch die feste Vorgabe von Aktionen ausgebremst.

 

Trotzdem ist das Spiel nicht so schlecht, wie man hier meinen könnte. Es ist schon etwas Strategie dabei, es fühlt sich nur nicht so echt an, da man eigentlich nur einen vorgegebenen Weg abarbeitet.

 

 

Grafik und Sound

 

Grafisch steht Spectral Force Genesis nicht sehr hoch in der DS-Liga. Die meiste Zeit besteht das Spiel nur Sprites. Die Portraits der Charaktere sind zu klein und Polygone sieht man auch nur in der Schlacht, zum Beispiel, wenn man Mauern einreißt. Jedoch gibt es viele verschiedene, gut gestaltete Flaggen der Nationen und über 150 Charaktere, die alle ein eigenes, gutes Design haben und dazu noch einen eigenen Charakter in Form von zufälligen Sprüchen zeigen. Technisch ist SFG also nichts Besonderes, aber die Kreativität, die die Entwickler haben einfließen lassen muss gewürdigt werden.

 

Musikalisch ist das Spiel aber wirklich nichts Besonderes. Das Hintergrundgedudel ist das, was man aus den Menüs aus Fire Emblem kennt, es ist nichts wirklich Positives, aber das ist auch nicht schlimm.

 

 

Wir danken NBG für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Wäre Spectral Force Genesis auf einer Heimkonsole oder gar dem PC erschienen, hätte man ihn getrost vergessen können. Zu wenig Entscheidungsfreiheit und zu wenig Strategie. Auf einem Handheld allerdings zeigt das Spiel Stärken, die aus seinen Schwächen erwachsen. Ja, auch hier ist zu wenig Strategie im Strategie-Spiel. Es ist eben so wenig, dass man mal eben schnell ein wenig Spielen, und es dann wieder weglegen kann. Man findet sich wieder sofort in seine alte Strategie ein und das ist passend für ein Spiel, das man mal eben auf längeren Reisen immer wieder etwas spielen will.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

71%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.07.2010

Developer

Nobilis

Publisher

NBG

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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