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Reviews: Nintendo DS

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Professor Layton und die verlorene Zukunft

Adventure

25.10.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Professor Layton ist wieder da!

 

Zwei Jahre hat es gedauert, um den ersten Auftritt von Professor Layton auf dem Nintendo DS von Japan nach Europa zu bringen, nur zwei Jahre später ist bereits der dritte Teil bei uns auf dem Markt. Dieses Mal werden der schlaue Professor und sein Assistent Luke vor ihre bisher schwerste Aufgabe gestellt.

 

Der Anfang der Geschichte liegt bereits zehn Jahre in der Vergangenheit, ein schreckliches Ereignis, das damals nicht nur für den Professor ein traumatisches Erlebnis zur Folge hatte, löst eine Lawine aus, die nicht nur in der Gegenwart für Chaos sorgt. Auf den negativen Lauf der Dinge werden die beiden Rätsel-Löser von einem ominösen Brief aus der Zukunft aufmerksam gemacht. Der zehn Jahre ältere Luke bittet den Professor der Gegenwart um Hilfe, da das London der Zukunft von schrecklichen Ereignissen bedroht ist.

 

Nach anfänglicher Skepsis über den Ursprung des Briefes gehen die beiden den Hinweisen nach und finden sich plötzlich 10 Jahre in der Zukunft wieder. London ist nicht mehr das, was es einmal war, kaum etwas erkennen die beiden wieder. Und die Wurzel des Übels ist der wohl härteste Gegenspieler auf den der Professor jemals treffen kann. Wie immer mischt die Geschichte also eine gehörige Portion Mystery mit dem Realismus. Wobei wie immer nicht alles das ist, was es anfangs zu sein scheint...

 

 

Rätsel ohne Ende!

 

Auch wenn die Geschichte das ist, was an den Handheld fesselt, sind natürlich die zahllosen Rätsel der wahre Kern des Spiels. Während man sich mit dem Touchpen durch die Umgebung klickt, um von einem Punkt zum nächsten zu gelangen, bekommt man dabei immer wieder Aufgaben gestellt. Nur wenn man diese lösen kann, kommt man weiter. Jedoch sind nicht alle der über 165 Rätsel Pflichtübungen, einige sind gut versteckt, andere kann man sogar erst nach dem Abschluss der Geschichte spielen. Selbst bei der Minimallösung wird man jedoch etwa 100 Mal erfolgreich den Kopf einsetzen müssen.

 

Auch wenn die Qualität der Rätsel nicht mehr an die des ersten Teils herankommt, vor allem, da Innovationen immer seltener werden, machen sie nach wie vor Spaß. Manchmal muss man logisches Verständnis einsetzen, um hinter die Lösung zu kommen, an anderen Stellen ist ein gutes Auge verlangt und hin und wieder muss man einfach nur herumprobieren. Auch Rechenaufgaben werden gestellt, jedoch keine klassischen, die eine einfache Lösung haben. Ein Beispiel: welche vier Ziffern kann man so addieren und multiplizieren, dass das Produkt der ersten beiden gleich der Summe der anderen beiden ist, so dass diese Gleichung auch gilt, wenn man die beiden Rechenzeichen vertauscht.

 

Lösung (versteckt – zum Anzeigen, Text markieren):

2 x 3 = 1 + 5 gilt ebenso wie 2 + 3 = 1 x 5

 

Bei den Rätseln kommt es sicher das eine oder andere Mal vor, dass man selbst nicht auf die Lösung kommt. Um dann trotzdem weiter zu kommen, gibt es wieder Tipps, die man sich einfach kaufen kann. Dazu benötigt man Hinweismünzen, die man überall im Spiel findet. Wie bisher gibt es drei Hinweise, die jeweils eine Münze kosten und mehr oder weniger gute Denkanstöße geben. Neu ist der Super-Tipp, den man sich für zwei Münzen kaufen kann, wenn man auch mit den drei Tipps keine Ahnung hat. Dieser ist sehr explizit, so dass man absolut keine Probleme mehr haben sollte, die Lösung zu finden. Für manche mag sich das wie cheaten anhören, ich finde es jedoch eine gute Idee, da es bei so vielen Aufgaben schon mal vorkommen kann, dass man die Frage einfach nicht richtig versteht oder partout etwas nicht erkennt.

 

Ich muss jedoch leider sagen, dass dies im dritten Teil häufiger vorkommt. Manchmal ist eine Aufgabenstellung genau so formuliert, dass man direkt weiß, dass man um die Ecke denken soll. Andere sind dagegen nicht so klar zu erkennen, so dass man erstmal herausfinden muss, ob eine logische Lösung oder eine „um die Ecke“ erforderlich ist. Ganz schlimm fand ich das bei einer Stempelaufgabe. Während man das gesamte Spiel darauf trainiert wird, dass man eine 2 ja einfach auf den Kopf stellen kann, um eine 5 zu haben, hilft das an einer Stelle dann auf einmal nicht mehr. So etwas kann einen schon zur Verzweiflung bringen, doch zum Glück gibt es nun ja den Super-Tipp.

 

Ich weiß, das klingt nicht gerade positiv, jedoch sind nach wie vor die meisten Rätsel logisch gut lösbar, für meinen Geschmack jedoch insgesamt etwas zu leicht und offensichtlich. Was leider fast komplett verloren gegangen ist, ist das Gefühl der späten Erkenntnis. Während man beim ersten Teil noch oft das Gefühl hatte, es sei gar keine Lösung möglich, bis man plötzlich einen Geistesblitz hat und alles ganz logisch und einfach erscheint, kam das hier höchstens noch fünf Mal vor. Das ist echt schade. Vielleicht bin ich allerdings mittlerweile einfach ein absoluter Rätsel-Profi geworden. ;-)

 

Dennoch machen die Rätsel unterm Strich viel Spaß, es ginge jedoch sicher auch besser und innovativer. Okay, nach über 500 gestellten Rätseln würde es mir so langsam auch schwer fallen, noch neue zu finden, aber ich würde auch niemals so ein Spiel auf die Beine stellen können...

 

 

Minispiele

 

Was im zweiten Teil der fette Hamster war, den es abzutrainieren galt, ist hier ein Papagei. Damit man auch abseits der Geschichte und den ständigen Rätseln etwas zu tun hat – sei es um sich abzulenken – haben die Entwickler wieder Minispiele mit eingebaut. Das erste dreht sich um einen Papagei, der Leuten im Spiel durch Lieferungen helfen soll. Da das zu transportierende Gut jedoch ziemlich schwer ist, kann der Vogel nur kurz in der Luft bleiben. Die Aufgabe des Spielers ist es nun, eine fest vorgegebene Anzahl an Seilen zwischen verschiedenen Fixpunkten zu spannen, um den Vogel sicher von A nach B zu bringen. Dabei muss man auch noch auf die Zeit achten, die ist pro Lieferung nämlich auch noch begrenzt.

 

Daneben hat Luke ein Spielzeugauto, mit dem er sich zwischendurch gerne die Zeit vertreibt. Man blickt von oben auf eine Karte und muss das Layton-Mobil nun vom Start ans Ziel manövrieren und auf dem Weg sämtliche herumliegenden Gegenstände einsammeln. Man fährt jedoch nicht selber, sondern legt die Route über Karten fest, die man auf dem Spielfeld ablegt. Sie sorgen dafür, dass das Auto abbiegt oder springt, um so sicher zum Ziel zu kommen. Natürlich ist die Anzahl Karten beschränkt, es gibt jedoch nicht selten mehr als eine Lösung.

 

Zu guter letzt gibt es noch drei Bilderbuch-Geschichten. Nach dem Lösen bestimmter Rätsel bekommt man Aufkleber für die Bücher, die man an der jeweils richtigen Stelle einkleben muss, so dass sich am Ende eine sinnvolle Geschichte ergibt. Im Prinzip ist es also ein Lückentext, der mit bestimmten Worten gefüllt werden muss, die in Bilderform dargestellt werden. Schafft man bei einem der drei Minispiele sämtliche Aufgaben, dann schaltet man im Bonus-Bereich etwas frei.

 

Ich finde, diese drei Aufgaben sind eine gelungene Abwechslung, vor allem die Lieferungen des Papageis strengen die grauen Zellen gewaltig an. An einigen Aufgaben habe ich locker 30 Minuten verbracht, was hin und wieder sehr frustrierend war. Mit der nötigen Portion Ehrgeiz ist aber alles machbar. Bei dem Auto-Minispiel muss man vor allem um die Ecke denken können, um erfolgreich zu sein.

 

 

Technik, Umfang und Steuerung!

 

Grafisch bleibt der Titel dem Stil der Serie treu. Im Spielgeschehen sind die Charaktere und Umgebungen durch 2D-Grafiken dargestellt und hin und wieder gibt es Zwischensequenzen, die fließend animiert sind. Die Charaktere sind dabei absolut durchgeknallt, wie das bei Layton üblich ist. Grafisch macht der Titel eigentlich alles richtig, außer dass es auf dem DSi XL teilweise ziemlich grob aussieht. Das ist aber natürlich eine logische Folge der größeren Pixel. Man muss jedoch leider sagen, dass die Serie an dieser Stelle seit Teil 1 keine Fortschritte gemacht hat, was dazu führt, dass ich nun keine vier Punkte mehr für die Grafik geben kann.

 

Bei der Musik hat die Qualität ein wenig nachgelassen, finde ich. Hauptsächlich stört mich das sehr langweilige Rätsel-Thema, hier waren die beiden Vorgänger deutlich besser. Und da es das Stück ist, was man mit Abstand am meisten hört, stört es mich natürlich besonders. Erst am Ende ertönt eine veränderte Melodie, die mir wesentlich besser gefallen hat. Dafür ist die Sprachausgabe nach wie vor klasse. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen und vor allem besser als im Vorgänger, da die Figuren nun wieder gleich klingen. Nach Teil 1 hatte mich das zweite Spiel hier ein wenig enttäuscht, da ich den grandiosen britischen Akzent vermisst habe. Eine deutsche Sprachausgabe muss aber definitiv belohnt werden, mehr als vier Punkte kann ich hier jedoch auch nicht geben, da es bei der Musik deutlich besser ginge.

 

An der Steuerung habe ich dagegen absolut nichts auszusetzen, weshalb ich natürlich die volle Punktzahl gebe. Sowohl in der Umgebung als auch in den Rätseln lässt sich alles mit dem Touchpen super bedienen. Der einzige Mini-Kritikpunkt ist, dass man neben dem Stylus nur den A-Knopf zum Weiterblättern einsetzen kann. Als Rechtshänder würde ich das gerne auch mit dem Steuerkreuz können, um in langen Unterhaltungen nicht immer den Stift weglegen zu müssen.

 

 

Wir danken Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Professor Layton und die verlorene Zukunft ist trotz allem das für mich bisher beste Spiel der Reihe. Zwar haben die Rätsel im Vergleich zum ersten Teil immer noch etwas nachgelassen, dafür ist die Geschichte die mit Abstand spannendste und beste, auch wenn sich das Ende Layton-typisch eine gefühlte Ewigkeit hinzieht. Dafür ist es extrem emotional und man erhält außerdem spannende Einblicke in die Vergangenheit des Professors. Dazu gibt es mehr Rätsel als je zuvor und eine wirklich gelungene deutsche Sprachausgabe. Okay, die Technik wurde seit Teil 1 nicht verbessert, aber darüber sehe ich bei der Bewertung einfach mal hinweg. Nicht nur dank der erneuten Wi-Fi Unterstützung kann man sich auch nach dem Abschluss der Geschichte nach etwa 15-20 Stunden noch lange mit dem Spiel beschäftigen. Was will man mehr? Okay, den fünften Teil für den 3DS vielleicht...

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

90%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

22.10.2010

Developer

Level 5

Publisher

Nintendo

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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