Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Transformers: Kampf um Cybertron - Decepticons

Action

31.10.2010

Autor: Martin Küpper

 

 

Du spielst keine Rolle!

 

Da dachte man, die beste Zeit der Transformers wäre längst vorbei, da zaubert Michael Bay ein paar Explosionen und die heiße Megan Fox auf die Kinoleinwand und macht das Spielzeug, das sich nicht entscheiden konnte, ob es nun Auto oder Roboter sein möchte, wieder populär. Und da der gute Bay zulange braucht, um neue Explosionen zu rendern und noch knappere Outfits für Megan Fox zu entwerfen, legt Activison mit dem neuen Spiel zu den Transformers schon mal vor. Irgendwoher muss das Geld ja kommen.

 

Aber Schluss mit Vorurteilen, denn - man mag es kaum glauben - Transformers: Kampf um Cybertron ist ein richtig gutes Spiel geworden – zumindest auf den HD Konsolen und der Wii. Doch um die geht es hier ja nicht. Leider Gottes geht es hier um die DS Version und die ist weniger gut. Eigentlich hat Transformers: Kampf um Cybertron Decepticons alles, um zumindest ein anständiges Spiel zu sein. Anfangs würde man dem Titel sogar ein gewisses Potential zusprechen, aber der Spielwitz ist schneller verflogen als Italiens Träume von der Titelverteidigung bei der WM.

 

Wie es der Name schon vermuten lässt, handelt das Spiel vom Kampf um Cybertron, die Heimatwelt der Transformers, auf der sich die rivalisierenden Autobots (gut) und Decepticons (böse) bekriegen. Es gibt zwei Episoden des Spiels, in einer kämpft ihr mit Optimus Prime und Co. für das Gute, in der anderen mit Megatron für das Böse. Überraschenderweise starten wir das Spiel als Autobot – merkwürdig, dabei steht auf der Verpackung doch Decepticons. Auch Augenwischen, kneifen und in den DS Schacht pusten ändert am Charakter nichts und so gehen wir etwas verdattert das Tutorial an. Hier bekommt man die Grundelemente des Spiels erklärt: Schießen, Schlagen, Springen, Verwandeln, Fahren. Das alles nützt dem armen Autobot aber herzlich wenig, als plötzlich Megatron um die Ecke kommt und den kleinen ausschaltet. „Wer sagt, du spielst hier eine Rolle?“ sagt er, bevor wir die Kontrolle über den Anführer der Decepticons übernehmen. Da ist man fast geneigt dem Spiel Humor zu attestieren und bekommt ein wenig Hoffnung, dass Transformers nicht der erwartete Lizenzmüll ist. Aber ich habe ja schon vorweg genommen, dass die keimende Hoffnung leider mit Füßen getreten wird.

 

 

Dezentes Gameplay

 

Das liegt daran, dass das Spiel all das, was es richtig macht durch unnötige Fehler wieder kaputt macht. Fangen wir mit dem Gameplay an: In den Leveln lauft ihr von einem Checkpoint zum nächsten (der euch durch einen Pfeil + Entfernungsangabe angezeigt wird) und kämpft euch durch Scharen von Autobots. Im Kampf hat jeder der 30 Decepticons, die ihr teils im Verlauf der Story, teils durch sammeln von Objekten freischaltet, eine Nahkampf- und eine Schussattacke. Ihr seid immer mit zwei Decepticons unterwegs, die ihr auf Knopfdruck jederzeit wechseln könnt. Überaus nützlich, da sich der Transformer auf der virtuellen Ersatzbank regeneriert. Selbst wenn er zu Schrott verarbeitet wurde, kehrt er nach einer Weile zurück. Außerdem haben alle Gegner eine gewisse Schwäche, die man mit dem entsprechenden Charakter ausnutzen kann, um mehr Schaden zu verursachen.

 

Die Transformers wären aber nicht die Transformers, wenn sich nicht auch verwandeln könnten. Im Spiel ist das aber nur selten nötig, meist nur um durch eine Wand zu brechen oder durch ein kleines Loch zu schlüpfen. Hier wurde definitiv sämtliches Potential der Verwandlung verschenkt. Aber dennoch, im Grunde wäre das Gameplay zwar Kost von der Stange, aber durchaus solide. Was alles, wirklich alles kaputt macht, ist eine folgenschwere Kombination: Die Jump ’n Run Passagen steuern sich sehr hakelig, daher fällt man schon des Öteren in einen Abgrund. Dazu kommt, dass das Spiel einfach zu dunkel ist und gerade unterwegs, selbst mit hoch geschalteter Beleuchtung, nur schwer zu erkennen ist, wo man denn hin springen muss. Das könnte man ja noch verkraften – es gibt nur ein Problem: Rücksetzpunkte gibt es nicht! Ihr werdet an den Anfang des Levels zurück gesetzt, oder – mit viel Glück – in die Mitte des 20 bis 30 Minuten langen Levels. Selbst wenn man viel Geduld mitbringt, spätestens da wird man frustriert und schmeißt das Spiel wütend in die Ecke. Memo an Activision: So macht man sich sein Spiel kaputt!

 

Wenigstens gibt es einen coolen Multiplayer-Modus, in dem man mit einem Freund das Abenteuer bestreiten kann – so macht es schon etwas mehr Spaß!

 

 

Präsentation und Steuerung

 

Die Grafik zu beurteilen fällt schwer, schließlich sieht man kaum etwas. Technisch ist es sauber und geht so absolut in Ordnung, doch die Level bieten wenig Variationen. Lobenswert ist die Sprachausgabe. Während im Intro noch englische Stimmen zu hören sind (wieso auch immer), bekommt ihr im Spiel deutsche Stimmen zu hören. Das Problem ist nur, dass die Story viel zu simpel erzählt wird, um wirklich von der Sprachausgabe zu profitieren. Ihr habt Bilder der sprechenden Transformers, das war es auch schon.

 

Die Transformers steuern sich, wie man das von großen, schweren Robotern erwarten würde, etwas träge. Das ist aber durchaus kein Kritikpunkt, denn es ist die richtige Dosierung, so dass man sich wirklich fühlt, als würde man einen Transformer steuern. Im Kampf ist man allerdings auf das Anvisieren der Gegner angewiesen, da manuelles Zielen nur schwer möglich ist und die Jump ’n Run Passagen sind – wie bereits erwähnt – sehr hakelig.

 

 

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Auch wenn das Missionsdesign ziemlich eintönig und uninspiriert ist, hätte Kampf um Cybertron auch auf dem DS zumindest ein solides Spiel werden können. Die schrecklichen Jump ’n Run Passagen, die ständige Dunkelheit und die fehlenden Rücksetzpunkte ziehen das Spiel aber tief in den Wertungskeller. Wenn ihr unbedingt ein neues Spiel mit den Transformers auf dem DS haben wollt und sehr, sehr frustresistent seid, könnte euch das Spiel aber vielleicht sogar gefallen. Vielleicht!

Grafik

schwach

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

39%

Singleplayer

45%

Multiplayer

Release

25.06.2010

Developer

Vicarious Visions

Publisher

Activision

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes