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Reviews: Nintendo DS

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GoldenEye 007

Ego Shooter

02.12.2010

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Parallel zu GoldenEye für Wii hat Activision auch ein Spiel für den Nintendo DS veröffentlicht. Anders als die Version für die Heimkonsole wurde der Egoshooter aber nicht von Eurocom, sondern von N-Space entwickelt. Eine gute Entscheidung, schließlich ist das Team seit Jahren vor allem durch die Call of Duty Reihe Experte für das Genre auf dem Handheld.

 

Wie bereits in dem Test zu GoldenEye für Wii ausführlich thematisiert (hier nachzulesen) wurde die Geschichte an das Jahr 2010 angepasst. Im Wesentlichen sind die Änderungen der Heimkonsolenversion alle auch in GoldenEye für den Nintendo DS zu finden.

 

 

Das Gameplay

 

James Bonds neustes Abenteuer auf dem Handheld ist ein klassischer Egoshooter. Ihr lauft von Punkt A nach B und erledigt nebenher kleinere Aufgaben wie Datenbeschaffung oder das Fotografieren bestimmter Ziele. Die Vorgehensweise ist dabei zum Glück sehr ähnlich zu GoldenEye für Wii. Auch hier habt ihr nahezu immer die freie Entscheidung, ob ihr wild durch die Gegend ballert, was das Risiko erhöht, dass eure Widersacher den Alarm betätigen und ihre Kameraden zur Hilfe eilen oder, ob ihr lieber leise vorgeht. Entscheidet ihr euch für letztere Methode, lauft ihr am besten geduckt durch die Levels, schaut euch genau die Laufwege der Gegner an, um euch dann im richtigen Moment heranzuschleichen und mit einer Nahkampfattacke den Schergen auszuschalten. Ist euch der direkte Weg versperrt, könnt ihr natürlich auch jederzeit eure Pistole mit Schalldämpfer einsetzen, um die Bösewichte möglichst lautlos ins Jenseits zu befördern.

 

Auf diese Weise lassen sich zumindest einige Feinde aus dem Weg räumen, bevor man dann doch meistens irgendwann entdeckt wird, sei es durch ein zu lautes Vorgehen oder durch eine übersehene Überwachungskamera. Kommt es zu einem Schusswechsel, empfiehlt es sich in Deckung zu gehen und dann den Zielmodus zu aktivieren. Dabei schaut Bond über Kimme und Korn automatisch über das Objekt, hinter dem ihr euch gerade versteckt. Außerdem empfiehlt es sich in solchen Momenten die Pistole beiseite zu legen und lieber zu den diversen Schnellfeuerwaffen zu greifen. Dabei führt Bond immer bis zu drei Waffen mit sich herum: Standardmäßig ist eine Pistole dabei, hinzu kommen Slots für zwei weitere Waffen, die ihr frei bestücken könnt, beispielsweise indem ihr sie von besiegten Schergen aufnehmt.

 

Im Gegensatz zur Heimkonsolenversion wurden aber auch ein paar Geschicklichkeitspuzzles eingebaut, um zum Beispiel Schlösser zu knacken, die sich allesamt über den Touchscreen spielen lassen. Apropos Touchscreen: Auf diesem befinden sich mehrere Symbole, mit denen sich die Waffen wechseln und der Zielmodus aktivieren lassen. Außerdem gibt es ein Radar. Gesteuert wird GoldenEye DS primär wie man es von Egoshootern auf dem Handheld gewohnt ist. Man schaut sich mit dem Stylus auf dem Touchscreen um, feuert mit den Schultertasten und benutzt je nach Links- oder Rechtshänder die Tasten oder das Steuerkreuz zum gehen, rennen, seitwärts laufen und ducken. Das geht soweit gut von der Hand, auch wenn es immer auf Dauer doch sehr anstrengend und unkomfortabel wird, da man den DS nur schwer mit einer Hand in Position halten kann. Eine Unterlage ist eigentlich nach einiger Zeit Pflicht. Oder man wählt die Alternative Steuerung, bei der man nur die Tasten und das Steuerkreuz verwendet. Das funktioniert zwar und der DS liegt komfortabler in der Hand, geht aber auf Kosten der Zielgenauigkeit.

 

Die etwa sechs bis acht Stunden lange Kampagne macht auf jeden Fall eine Menge Spaß. Bond verschlägt es auch in der Handheld-Version an die bekannten Orte vom Damm bis nach Severnaya, vom Statuenpark bis hin zur Solaranlage in Nigeria. Sogar der Panzerlevel in St.Petersburgh ist dabei. Lediglich der Clublevel von Valentin Zukovsky wurde nicht übernommen. Natürlich sind die Level alle eigenständig und haben vom Aussehen her recht wenig mit den Varianten der Wii-Version zu tun. Dass ist auch gut so, damit der DS nicht unnötig überfordert wird. Das Missionsdesign ist meistens recht spannend, was auch an der guten Inszenierung samt Sprachausgabe und ausführlichen Missionsbriefings sowie an der brauchbaren künstlichen Intelligenz der Gegner liegt. Diese ist jedoch bei weitem nicht mit der der Heimkonsolenversion vergleichbar, was aber auch niemand erwarten darf.

 

Schade ist übrigens, dass die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade – anders als bei GoldenEye 64 und GoldenEye Wii - anscheinend keinen Einfluss auf die Missionsziele haben. Um den Wiederspielwert dennoch zu erhöhen, wurden aber Zeitprüfungen integriert, deren Absolvierung diverse Extras frei schalten.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Die Grafik ist durch die unterschiedlichen Topographien, in denen die Levels angesiedelt sind, recht abwechslungsreich und meistens auch wirklich sehenswert. Natürlich ist es alles bei weitem nicht so detailliert wie in GoldenEye für Wii. Aber verglichen mit GoldenEye 64 schlägt sich das Spiel einigermaßen tapfer. Was ich aber als störend empfinde sind die sehr klobigen Charaktere. Beispielsweise ist es kaum möglich Daniel Craig zu erkennen, was bei zugrunde liegender Lizenz natürlich sehr schade ist.

 

Am Sound gibt es kaum etwas zu meckern. Musik und sonstige Geräusche sind durchaus anhörbar. Toll ist, dass das Spiel jede Menge Sprachausgabe bietet, vor allem, da die Dialoge von den Original-Synchronsprechern eingesprochen wurden. Leider wurden manche Tonspuren zu stark komprimiert, so dass sie zu unsauber klingen.

 

 

Der Multiplayer

 

Natürlich spielt auch bei GoldenEye DS der Multiplayer eine große Rolle. Ihr könnt dabei entweder offline über ein drahtloses Multikartenspiel oder online über die Nintendo Wi-Fi Connection mit bis zu sechs Spielern antreten.

 

Schauen wir uns zunächst die Offline-Variante an. Hier stehen euch acht Karten zur Verfügung, die allesamt gut designt sind und je nach Spielmodus mehr oder weniger Spaß machen. Ganze sieben Spielmodi wurden integriert, mit dabei sind die ganzen klassischen Varianten wie Deathmatch, King of the Hill, Capture the Flag oder Der Goldene Colt. Damit es nicht langweilig wird, dürft ihr neben den normalen Limits wie Spieldauer etc. noch jede Menge so genannte „Modifier“ aktivieren: Zur Auswahl stehen so nette Sachen wie „Einzelschuss“, wo jeder Spieler durch einen Treffer das Zeitliche segnet, oder „Doppelte Geschwindigkeit“ – da kann sich wohl jeder denken, was es bewirkt.

 

Spielt man online gegen Freunde, was wie fast immer voraussetzt, dass man zuvor die Freundescodes ausgetauscht hat, stehen quasi dieselben Optionen wie im offline Multikartenspiel zur Verfügung. Sind keine Freunde online oder man hat keine eingetragen, darf man natürlich auch ein Match gegen andere Spieler auf der Welt austragen. Der Host nimmt die Einstellungen vor, mit denen sich die anderen Spieler dann abfinden müssen.

 

Perks, Erfahrungspunkte oder gar Killstreaks gibt es in der Handheld Version natürlich nicht. Leider wurde auch auf Voice Chat verzichtet. Dafür gibt es nach jedem Match Auszeichnungen, die auch motivierend sind. Denn man schaltet so beispielsweise Symbole frei, die man als Kennzeichnung im Multiplayermodus verwenden kann.

 

Auch wenn die Matches sehr viel Spaß machen, bleibt ein großes Problem: Je nach Uhrzeit, findet man mal mehr oder auch weniger Mitspieler. So muss man sich schon drauf einstellen, dass es mal einige Zeit dauern kann, bis ein Match gefunden wurde. Schade.

 

 

Die Meckerecke

 

Allzu viel zu meckern gibt es nicht. Wie gesagt, finde ich es sehr schade, dass das bekannte und beliebte Missionssystem, bei dem man je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad mehr Aufgaben gestellt bekommt, nicht übernommen wurde. Das Missionsdesign ist solide bis gut, macht immer Spaß, ist aber auch arm an wirklichen Höhepunkten. Hinzu kommen kleinere technische Probleme wie die klobigen Charaktere oder die zu hohe Soundkompression.

 

 

Wir danken Activision für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

GoldenEye ist auch auf Nintendos Handheld ein gutes Spiel geworden, was in der Kampagne kurzweilig ist und durch den ausführlichen Multiplayermodus für genügend Langzeitmotivation sorgt. Leider reicht es wegen einiger kleinerer Mängel nicht ganz für eine Topwertung. Wer aber auch unterwegs als James Bond die Welt retten möchte, kann bedenkenlos zugreifen.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

83%

Multiplayer

Release

04.11.2010

Developer

N-Space

Publisher

Activision

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-6

Anzahl Spieler (WLAN)

2-6


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