Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon

RPG

04.12.2010

Autor: Philipp Breß

 

 

Bauer sucht Frau meets Monsterjagd

 

Mit Rune Factory 2 schicken uns die Entwickler nun zum zweiten Mal in diesen Mix aus Rollenspiel und klassischem Harvest Moon, knapp zwei Jahre nachdem unsere Freunde aus Japan und den Vereinigten Staaten bereits in den Genuss kommen durften. Ob sich diese Mischung (inkl. Bauer-sucht-Frau-Flair) bewährt, verrate ich euch in den folgenden Zeilen.

 

Amnesie scheint eine Volkskrankheit in der Welt von Harvest Moon zu sein, denn wie auch im Vorgänger und anderen Spielen der Serie hat der Hauptcharakter Gedächtnisverlust und weiß nicht so recht wer er ist, nachdem er natürlich ganz zufällig in der Nähe eines bescheidenen Dörfchens aufgewacht ist. Aber glücklicherweise sind die Dorfbewohner ja recht naiv und heißen den Fremden direkt in ihrer Gemeinschaft willkommen. Aber als ob das nicht schon der Freundlichkeit genug wäre, wird ihm gleich auch noch ein ganzer Bauernhof dazu geschenkt (ok, ok, er wurde nur verpachtet). So kommt es also, dass der Held sein Tagewerk als Bauer verrichten darf. Aber da dies kein normales Harves Moon ist, sondern ein Harvest Moon voller Fantasie, gibt es abseits der agrartechnischen Aufgaben auch die Möglichkeit sich nebenher als Abenteurer zu beweisen, indem man die umliegenden Dungeons von Monstern befreit.

 

Der Teil des Farmerlebens gestaltet sich so, wie man ihn von den Harvest Moon-Spielen gewohnt ist. Der Bauernhof ist verwildert und muss zunächst einmal gesäubert werden, damit man im Anschluss den Hof gut bewirten kann. Selbstverständlich ist die Ausdauer auch wieder begrenzt, so dass man an einem Tag im Spiel nur eine begrenzte Anzahl an Aktionen ausführen kann. Durch Tauschgeschäfte etc. mehrt man sein Vermögen bis man irgendwann der größte Dorf-Mogul ist. Kennen wir alles schon. Aufgepeppt wird das Leben als Landsknecht durch die Möglichkeit sich ein paar Groschen als Abenteurer dazu zu verdienen. Ausgestattet mit verschiedenen Waffen und Zaubern bekämpft man die Monster, die das Dorf belauern und erfüllt Aufträge von Dorfbewohnern, um ihnen unter die Arme zu greifen. Von diesen gibt es immerhin an die 200 im Spiel, auch wenn es eher simple Quests sind in Form von "Bringe Item X von Person A zu Person B und komme dann zurück zu Person A", oder man soll bestimmte Gegenstände aus den Dungeons holen.

 

 

Generationenkonflikt

 

Leider gestaltet es sich so, dass der Einstieg in Rune Factory 2 ein ziemlich zäher ist. Man startet das Spiel quasi in der ersten Generation. Sprich, man landet im Dorf und lebt dort sein Leben, heiratet irgendwann und bekommt Kinder. Und dann folgt der Generationenwechsel. Der Vater ist auf mysteriöse Art und Weise verschwunden, also spielt man als Kind des ersten Charakters weiter und hält so die Farm am leben und sucht nach dem alten Herrn. Warum der Einstieg nun so zäh ist? Ganz einfach, weil sich die komplette Pracht des Spiels erst in der zweiten Generation entfaltet. So verhält es sich nämlich, dass man in seiner ersten Zeit im Dorf nur sehr begrenzte Möglichkeiten hat. Etliche Wochen (im Spiel) verbringt man damit, das immer gleiche Tagewerk zu erledigen: Felder bestellen, Erze bearbeiten, angeln und Holz hacken.

 

Zwischendurch schwingt man dann noch sein Schwert auf der Jagd nach Monstern, hilft Dorfbewohnern, versucht sich im Zähmen von Monstern und baut ganz nebenbei noch Freundschaften auf. Klingt zwar an und für sich ganz spannend, kann aber schnell zur lästigen Routine werden. Immerhin hat man am Ende der 1. Generation die Möglichkeit, seine Fähigkeiten und die Habe an seinen Sprössling zu vererben. So war immerhin nicht alles umsonst. Die wirklich interessanten Dinge kommen dann, wenn man in der 2. Generation anfängt zu spielen. Denn jetzt kann man selber Ausrüstung schmieden, Tränke brauen und deliziöse Mahlzeiten zubereiten. Darüber hinaus werden die Dungeons schlagartig komplexer, nachdem sie zu Beginn noch klein und bescheiden waren.

 

Eine tiefere Story sucht man leider vergebens, was vor allem daran liegt, dass die Charaktere im Spiel alle ziemlich flach sind und man somit keine wirkliche Bindung zu ihnen aufbauen kann. Die Gespräche haben keinen nennenswerten Inhalt und man fühlt sich nie so wirklich in einer spannenden Geschichte. Selbst dann nicht, wenn der eigene Vater verschwindet. Wirklich schade, denn eine etwas ausgefeiltere Rahmenhandlung hätte dem Spiel doch noch etwas mehr „Charakter“ verliehen.

 

 

Die Technik

 

Rein von der Steuerung her gibt es nichts zu beanstanden. Keine Ungenauigkeiten, keine Aussetzer und endlich eine gescheite Karte. Dafür kann man grafisch schon etwas mehr Kritik an den Mann bringen. An vielen Stellen gibt es Slow-Downs und die Charakter-Modelle sehen selbst für DS-Verhältnisse extrem verpixelt aus. Dabei sind die handgemalten Leveldesigns eine echte Augenweide. Und es gibt sogar, Achtung Trommelwirbel, eine echte Sprachausgabe! Zwar nur stellenweise, aber immerhin. Und dafür ist sie sogar wirklich gut gelungen.

 

 

Unter Freunden

 

Zwar kann man auch bei Rune Factory 2 nicht mit mehreren Leuten zusammen die Felder bestellen und auf Monsterjagd gehen, aber immerhin kann man seine gezähmten Monster miteinander spielen lassen (sofern man Wert drauf legt) und Items untereinander tauschen, um zusätzliche Upgrades einzuheimsen. Darüber hinaus kann man mit bis zu drei weiteren Freunden ein Würfelspiel spielen, bei dem man seinen Reichtum mit etwas Glück noch vergrößern kann. Insgesamt also eine deutliche Verbesserung zum Vorgänger, was den Multiyplayerbereich angeht.

 

 

Vielen Dank an Koch Media für das Testmuster.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Rune Factory 2 ist insgesamt das, was man auch erwarten durfte: Ein typisches Harvest Moon inkl. der üblichen Schwächen und Stärken garniert mit einem RPG-Anteil, der aber gerne etwas ausgereifter hätte sein dürfen. Speziell die Geschichte des Spieles hätte etwas mehr in die Tiefe gehen können. Die Idee, mehrere Generationen spielen zu können, ist durchaus gut umgesetzt, auch wenn der Einstieg so sehr langatmig ist und das Spiel sich erst im späteren Lauf richtig entfaltet. Wer also Harvest-Moon-Fan ist, sich nicht von simplen Aufträgen und dem zähen Einstieg abschrecken lässt, der kann sich auf viele Stunden Spielspaß freuen.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

72%

Singleplayer

50%

Multiplayer

Release

08.10.2010

Developer

Neverland Co.

Publisher

Rising Star Games

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes