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Reviews: Nintendo DS

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Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1

Action Adventure

08.12.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein Abschluss auf Raten!

 

Diesen November war es endlich soweit: Nach fast einem Jahrzehnt kam der abschließende siebte Teil der Harry Potter Reihe in die Kinos. Nun können wir endlich auch gucken, wie der letzte Kampf zwischen Harry und du weißt schon wem ausgeht. Zumindest theoretisch, denn Warner kam auf die geniale Idee aus dem Film zwei Teile zu machen, Profit ist eben doch alles. Und so kam dabei ein erster Teil heraus, der mich nur wenig begeistern konnte, weil er eben genau die langweiligen Teile der Geschichte erzählt. Ist das Spiel 7.1 für den DS wenigstens ein schwacher Trost?

 

Zumindest die erzählte Geschichte ist im Prinzip dieselbe, wenn auch nicht wirklich deckungsgleich. Es wird zwar erzählt, wie Harry mehr oder weniger sicher zum Fuchsbau gebracht wird, von dort flieht und sich auf die Suche nach den Horcruxen macht, das Schwert Gryfindors findet, die Geschichte der drei Brüder und den Heiligtümern des Todes hört und am Ende Voldemort den mächtigen Zauberstab findet, aber irgendetwas fehlt. Zum einen haben die Entwickler zwischendrin einige wichtige Szenen einfach weg gelassen und das Ganze insgesamt deutlich gestrafft. Wer weder das Buch gelesen noch den Film gesehen hat, wird vermutlich nur Bahnhof verstehen. Da das aber wohl niemals der Fall sein dürfte, sehe ich da zunächst einmal drüber weg. Zum anderen ist die Geschichte einfach nicht spannend erzählt, da die einzelnen Kapitel einfach nur lose zusammenhängen und so keine Spannung aufkommen will.

 

Spielerisch orientiert sich der neue Potter fleißig bei Zelda für den Handheld. Obwohl ich eigentlich immer der Meinung bin, dass gut geklaut besser ist als schlecht selbstgemacht, bedeutet das nicht, dass ich auch ein Freund davon bin, wenn etwas schlecht geklaut wird. Genau das ist hier nämlich passiert. Man lenkt Harry per Touchpen durch die Umgebung und tippt Gegner an, wenn er sie mit einer Zauberattacke angreifen soll. Blöderweise interpretiert das System einen solchen Angriff laufend so, als wollte man eine Rolle vorwärts machen. Warum man eine solche überhaupt machen wollen würde erschließt sich mir nicht wirklich...

 

Neben dem normalen Angriff gibt es noch sieben (im weiteren Sinne) andere Zauber. Warum auch der Tarnumhang ein Zauber sein soll, verstehe ich zwar nicht, aber was soll’s. Jedenfalls setzt man den gerade gewählten Zauber ein, indem man auf dem Steuerkreuz nach oben drückt und dann einen Gegner antippt, einkreist oder eine Linie in seine Richtung zieht. Auf diesem Wege wollten die Entwickler wohl Abwechslung ins Spiel bringen (oder noch mehr schlecht bei Zelda klauen), gebracht hat es jedoch nur Chaos. Zum einen braucht man sie eigentlich nie und zum anderen findet man nie den gerade gebrauchten Zauber, wenn es dann doch mal nötig ist, da die Symbolik und der Auswahlvorgang zumindest als seltsam zu bezeichnen sind.

 

Dazu gibt es auch noch Zaubertränke, die man entweder findet, wenn Gegner sie hinterlassen oder auch selber brauen kann. Mit dem mobilen Kessel und dem Touchpen zerhackt man Kräuter, zerdrückt Larven, schüttelt Tränke und rührt die ganze Brühe fleißig um. Das funktioniert gut und wäre an sich eine gelungene Abwechslung, wenn man denn mehr Möglichkeiten hätte. Ähnlich wie bei 'Malen nach Zahlen' muss man aber einfach nur das nachmachen, was einem das Spiel sagt und schon ist man fertig. Und die Tatsache, dass man nur so an Heiltränke kommt, aber relativ häufig welche braucht, macht das Brauen auch nicht interessanter.

 

Jedoch will ich nicht nur meckern, es gibt auch ein paar gute Dinge, wie zum Beispiel versteckte Extras. Über versteckte Zauberbuchseiten kann man seinen Angriff oder die Unterstützungszauber von Ron und Hermine verbessern und sich so das Leben leichter machen. Das ist ein guter Anreiz, um nicht blind durch die Umgebungen zu rennen, sondern die Augen offen zu halten, so dass sich die Reise nicht ganz so linear anfühlt. Das war es dann im Prinzip aber auch schon an guten Dingen. Nach etwa vier Stunden rollt dann der Abspann über den Bildschirm und man wird das Spiel wohl nie mehr anfassen, da man nicht zum Beispiel mit Extras belohnt wird, wenn man alles findet.

 

 

Einen Zauberkurs für die Techniker bitte!

 

Neben der schwachen spielerischen Leistung kommt auch noch eine eher unterdurchschnittliche Technik dem Spiel nicht gerade zu Gute. Die Grafik ist zwar ganz okay und sowohl Figuren als auch Umgebungen sehen nicht schlecht aus, jedoch wäre sicher mehr drin gewesen. Während man die drei Hauptfiguren und vielleicht noch die olle Umbridge aufgrund ihrer prägnanten Kleidung sofort erkennt, hört es danach auch schon auf. Nicht mal Bellatrix habe ich erkannt, bevor ihr Name gefallen war; was allerdings nicht an meinen schlechten Augen lag.

 

Richtig gruselig wird es aber, wenn ich von der Akustik berichten muss. Die Soundeffekte sind zwar noch ganz gut, auch wenn sie sehr monoton sind, den sprichwörtlichen Vogel hat aber die Musik abgeschossen. Man muss zwar sagen, dass sie auf keinen Fall schlecht ist, das liegt aber ausschließlich daran, dass es keine gibt. Ja, richtig gelesen, das ganze Spiel über hört man nicht ein bisschen Musik, nichts, null, nada. Die Levels und Zwischensequenzen glänzen durch absolute Stille und warum es im Optionsmenü einen Regler für die Lautstärke der Musik gibt, ist mir echt ein Rätsel. Es sei denn die Entwickler meinen, die paar Hintergrundgeräusche wären so stimmungsgeladen, dass man getrost auf Musik verzichten kann, was definitiv ein Trugschluss ist. Harry Potter 7.1 ist damit wohl das erste Stummspiel überhaupt.

 

Was eine gute Kollisionsabfrage ist, hat den Entwicklern wohl auch keiner beigebracht, was man gleich an zwei Dingen merkt. Zum einen wirken Hindernisse manchmal erst, wenn man optisch schon längst durch sie durch ist, was eher komisch aussieht. Zum anderen landen die Angriffszauber nur selten da, wo man sie hin haben wollte. Besonders negativ ist mir das bei den verhältnismäßig kleinen Spinnen aufgefallen. Manchmal gehen die Angriffe einfach durch sie durch ohne Schaden anzurichten. Auch bleiben Attacken nicht selten einfach irgendwo hängen, auch wenn kein Hindernis auf dem Weg zum Gegner zu sehen ist. Das alles sorgte bei mir dafür, dass ich oft einfach nur noch auf dem Touchscreen rumgehämmert habe, was aber irgendwann auch zum Ziel führen wird, schwer ist das Spiel nämlich nicht.

 

Und zuletzt: wenn man schon eine automatische Speicherfunktion einbaut, dann doch bitte so, dass man entweder zusätzlich auch manuell speichern kann oder die Abstände zwischen den Vorgängen nicht länger als 10 Minuten werden. Für ein mobiles Spiel ist es in meinen Augen immens wichtig, dass man jederzeit leicht ein- und auch wieder aussteigen kann.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für das Testmuster.


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Fazit

An sich ist Harry Potter 7.1 auf dem DS eigentlich kein schlechtes Spiel, denn die Grundfunktionen sind solide umgesetzt. Allerdings ist das monotone Gameplay auf die (kurze) Dauer sehr wenig Spaß bringend und die unterdurchschnittliche Technik gibt ihm dann den Rest. Auch wird die Story nicht so spannend erzählt, dass man nach Buch und Film nun unbedingt auch die DS-Version des Spiels noch gesehen haben muss. Somit kann ich den Titel nicht mal Fans der Serie empfehlen, alle anderen können eh nix damit anfangen, nicht zuletzt weil die Lücken der Geschichte ohne Vorkenntnisse einfach zu groß sind. Ich bin mal gespannt, wie sich Teil 2 spielen wird...

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

39%

Singleplayer

30%

Multiplayer

Release

18.11.2010

Developer

EA Bright Light

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

2


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