Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

James Bond Blood Stone

Action

22.12.2010

Autor: Daniel Nicolin

 

 

Bond, übernehmen Sie!

 

James Bond 007 – Blood Stone ist ein weiterer Teil der Wiederbelebungsmechanerie um den englischen Geheimagenten 007, nachdem es ab der Mitte des Jahres 2000 doch merklich ruhiger um ihn geworden war, was seine Präsenz in Computer- und Videospielen anbelangt. Die Frequenz, mit welcher Games veröffentlicht wurden, ging deutlich zurück: In den neun Jahren von 1997 bis 2005 waren es insgesamt zehn verschiedene Titel, während es in den fünf folgenden Jahren bis heute für gerade einmal drei Titel gereicht hat – wobei es sich bei einem (nämlich Goldeneye) auch noch um ein Remake des wahrscheinlich meistgeliebten (und mit millionenfachen Verkaufszahlen, die im Egoshooter-Genre sonst nur Halo 2 und Half-Life vorweisen können, belohnten) Bond-Games überhaupt handelt.

 

Mit James Bond 007 – Blood Stone schießt Activision in einer etwas seltsam anmutenden Release-Politik gleich den zweiten Teil ihrer vor einigen Jahren erworbenen Lienz heraus, fast zeitgleich mit besagtem Remake. Bei Blood Stone handelt es sich jedoch um einen reinrassigen Third-Person Shooter, gespickt mit den heutzutage obligatorischen Stealth-Elementen, entwickelt von N-Space.

 

 

Weltenbummler

 

Ihr schlüpft also in die Haut (oder genauer: hinter die Haut) des aktuellen Bond in Daniel Craig Version und habt die Aufgabe, irgendeine ominöse Organisation an ihren die gesamte Welt bedrohenden Tätigkeiten zu hindern. Alltag eben für Super-Agenten. Und so verwundert es auch nicht, dass ihr hierfür durch die ganze Welt tingeln (Monaco, Istanbul, Athen, Genf, Sibirien, Bangkok, Burma, Monte Carlo) müsst und die verschiedensten Schauplätze besucht, von feindlichen Kommandozentralen über dekadente Casino-Säle bis hin zu einer edlen Dinner-Party. Zwischendurch gibt es auch immer mal wieder die ganz große Bond-Action: „Raketenwerfer vs. Helikopter“-Schlachten, ausgetragen in luftigen Höhen auf einem Hochhausdach, daneben natürlich Verfolgungsjagden zu Wasser mit dem Speedboat und solche zu Lande mit schnittigen PS-Boliden, die leider etwas die nötige Geschwindigkeit vermissen lassen. Zum Ende des Games – welches sich schon nach ca. sechs Stunden Spielzeit einstellt und auch relativ abrupt daherkommt und viele Fragen offen lässt – treten diese Verfolgungsschleichereien zudem gehäuft auf und stehen kurz davor, an euren Nerven zu zehren.

 

Neben (oder auch während) den kampflastigen Missionen werden euch hin und wieder auch Stealth-Phasen abverlangt, bei denen ihr möglichst unentdeckt den Blicken und Ohren der Wachen entgehen und euch bis zum Ziel vorarbeiten müsst. Bis auf wenige Ausnahmen, wo es einige kniffligere Momenten zu bewältigen gilt, sind die Stealth-Phasen aber viel zu simpel und somit überflüssig – und das nicht nur, weil sich die heranstürmenden Gegner im Falles des Entdecktwerdens meistens relativ einfach erledigen lassen.

 

 

Licht und Schatten

 

Die technische Umsetzung ist akzeptabel, mutet generell vielleicht ein wenig verstaubt an: Grafisch ist der 3D-Shooter eigentlich respektabel gelungen, ohne auch nur ein einziges Mal die Grenzen des DS auszuloten oder dem Spieler ein wirkliches Staunen zu entlocken – alles wirkt ein wenig trist, lieblos wäre wohl zu negativ ausgedrückt. Auch die Animationen eurer Doppel-Null und der Gegner sind leider zu abgehackt und zu wenig flüssig, um in die oberen Regionen vorstoßen zu können.

 

Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Möglichkeit der Interaktion mit der Umgebung, mit dem Inventar und mit Gegenständen: Keine Türen können geöffnet werden, keine Leitern benutzt werden, nur ganz selten (drei Mal, wenn ich mich nicht irre) – nämlich, wenn das Spiel es erlaubt - ist es Bond gestattet, einen Tisch umzuwerfen und ihn als Deckung zu verwenden. Tausend andere Tische hingegen scheinen für diesen Zweck ungeeignet zu sein. Schade. Auch Glasflaschen zerbersten nicht im Kugelhagel, Einschusslöcher in Wänden und im Mobilar sind auch Fehlanzeige.

 

Die Steuerung ist recht solide: Manövrieren könnt ihr Bond mithilfe einer Kombination aus digitalem Steuerkreuz und Stylus, wie man es bereits aus anderen Shootern gewohnt ist. Dass bei allzu heftigem Kreuzfeuer und mehreren gleichzeitig auftretenden Gegnern mitunter unkontrollierte Bewegungen dabei herausspringen, ist auch der Tatsache geschuldet, dass unangenehme Ruckler den Spielfluss trüben. Sterben werdet ihr dennoch eher selten, denn eure Lebensenergie regeneriert sich automatisch und recht schnell wieder, sobald ihr ein paar Sekunden nicht getroffen wurdet.

 

Positiv auffallen tun hingegen die immer wieder eingestreuten Minispiele, sei es eine kurze Poker-Session, bei der ihr die Mimik und Gestik eures Gegenübers durchschauen müsst, um zu erkennen, ob er blufft, oder seien es Safe-Knackereien, bei denen ihr in einer vorgegebenen Zeit mittels Fingerspitzengefühl die richtige Kombination herausfinden müsst. Ebenfalls überzeugen kann die deutsche Sprachausgabe, die euch in den in Ingame-Grafik gehaltenen Zwischensequenzen verwöhnt. Die musikalische Untermalung kommt im typischen Bond-Flair daher, allzu viel Abwechslung dürft ihr aber nicht erwarten.

 

 

Multiplayer – Noneplayer?

 

Der Multiplayer-Modus ist leidlich zweckdienlich. Es existieren ein Offline-Multiplayer-Modus, bei dem allerdings eine DS-Card nicht ausreicht, und ein Online-Modus, welche beide auf maximal vier Spieler beschränkt sind. Macht aber auch nix, denn ich konnte während meiner Testphase in den webweiten Welten keine anderen Zocker auftreiben, mit denen ich mir ein hitziges Duell hätte liefern können. Die Anzahl der Maps und Modi ist ebenfalls relativ dürftig ausgestattet und bietet nicht allzu viel Abwechslung, denn lediglich die üblichen Verdächtigen wie „Capture the Flag“ und „Deathmatch“ sind vorhanden. Insofern sei an dieser Stelle allen Mehrspielersüchtigen dringend geraten, sich nach besseren Alternativen umzusehen. Die Referenz auf dem DS namens GoldenEye bräuchte ich wohl eigentlich nicht extra zu erwähnen, habe dies aber hiermit getan ;)

 


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Der Third-Person-Shooter um 007 ist eine nette Angelegenheit und alles in allem gut unterhalten. Das Game ist in allen Belangen grundsolide und es finden sich keine Aspekte, die als Totalausfälle zu bezeichnen wären. Sowohl soundtechnisch als auch grafisch ist es frei von Folterungen für eure Sinne, kann aber zu keinem Zeitpunkt der Mittelmäßigkeit entfliehen. Lediglich die mit knapp sechs Stunden äußerst kurze Spieldauer hinterlässt einen wirklich faden Beigeschmack, die auch den geneigten Bond-Fan von einem Kauf zum Vollpreis dann doch abschrecken könnte. Sechs Stunden - fürs Kino zu lang, fürs Zocken zu kurz.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

65%

Singleplayer

55%

Multiplayer

Release

05.11.2010

Developer

N-Space

Publisher

Activision

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes