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Reviews: Nintendo DS

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Call of Duty: Black Ops

Ego Shooter

03.01.2011

Autor: Lukas Strübig

 

 

Es mutet schon etwas komisch an, dass Activision allen Ernstes eine DS-Version für Black Ops auf den Markt wirft, immerhin steh CoD für eine bombastische Inszinierung verbunden mit realistischer Grafik. Und ja, jeder, dem ich von diesem Spiel erzählt habe reagierte entweder mit "Haha!" oder "Das will ich sehen!", wenn nicht sogar mit "Was soll denn der Scheiß?" Also, gerade wenn man sich so ansieht, wie die CoD-Fanboys so drauf sind, kommt einem diese Entscheidung komisch vor.

 

Kann das Call of Duty Prinzip wirklich auf einem Handheld umgesetzt werden?

 

 

Gameplay

 

 

Natürlich hat Entwickler N-Space nicht versucht, das tatsächliche Black Ops auf dem DS umzusetzen, zu viel hätte aus der original Geschichte heraus genommen müssen, so dass am Ende gar nichts mehr Sinn ergeben hätte. Die Grundstruktur blieb jedoch erhalten: Die Geschichte spielt im Kalten Krieg und wird in Rückblenden erzählt, anders als jedoch im Original, spielt man hier keinen Elite-Soldaten in Gefangenschaft, sondern irgendsoeinen Typen in seiner Nachbesprechung der Mission. Das Original wird nur angekratzt, so wird Captain Mason nur hin und wieder erwähnt, wobei man auch nicht wirklich weiß, ob er derselbe Mason ist.

 

Dabei wurde sich bei den Geschehnissen jedoch manchmal sehr stark am Original bedient, so fliegt man hin und wieder einen Helikopter, fährt auf einem Boot oder kriecht durch unterirdische Tunnel der Vietcong. Dabei werden, CoD-typisch, die beiden Erzfeinde Amerikas bekämpft, Araber und Kommunisten. Am Ende fliegt natürlich alles in die Luft, wo wir wieder bei der Inszenierung wären: Wie ist diese denn so gelungen?

 

Nun, der DS kann natürlich nicht sehr viele Gegner auf einmal darstellen, geschweige denn von Explosionen im Sekundentakt, doch auch die DS-Version hat ihre starken Momente. Eigentlich hat sie sogar eher starke Momente als das Original, da hier eben nicht jede Minute etwas explodiert.

 

So besteht eine Mission daraus, Lager der Vietcong mit Napalm zu bewerfen, danach erlebt man genau diese Mission erneut am Boden, und ja, das Napalm sieht man einschlagen und es sieht gut aus. Darüber hinaus gibt es weitere CoD-Konventionen, Gegner schreien sich die ganze Zeit Befehle zu, in einem Ton, der einem das Gefühl gibt, man würde beleidigt, während einem die eigenen Leute nicht weniger Anweisungen geben.

 

Tatsächlich abwechslungsreich sind die Missionen jedoch nie, meistens besteht das Ziel nur daraus, von A nach B zu gelangen. Hin und wieder muss man jedoch seine Stellung vor Gegnern verteidigen, hier gibt der Vorgesetzte gerne mal seine Verantwortung ab und lässt den Spieler entscheiden, wo sich das Squad positionieren soll. In diesen Passagen fällt einem besonders gut die starke KI auf, die nicht nur die der Wii, sondern auch die der HD-Version bei weitem übertrifft. Gegner suchen Deckung, werfen Granaten da hin wo sie Sinn ergeben und die eigenen Leute schießen nicht nur, sondern treffen auch etwas.

 

Jedoch mussten natürlich Kompromisse eingegangen werden. Zum einen fehlt es dem Spiel an Gadgets, Claymore Mienen oder Blendgranaten sucht man hier vergebens, Messer und Splittergranaten müssen vor der Nutzung extra ausgewählt werden und die Waffenfielfalt ist vielleicht ein nur ein Viertel von dem, was Call of Duty so im Heimsystembereich zu bieten hat. Auch gibt es keine richtigen Sniper-Missionen, durch die geringen Auflösung und Sichtweite des DS beschränkt sich der gesamte Kampf natürlich auch auf "Closed Quarters Combat".

 

Für einen portablen Ego Shooter ist die Soloplayer-Kampagnie aber dennoch sehr gelungen, krankt jedoch an wenig Abwechslung und einer uninteressanten Story.

 

Wer vom KI-Geballer noch nicht genug hat, kann darüber hinaus in einem LAN-Modus gegen maximal fünf andere Spieler lokal antreten, oder das Online-Schlachtfelt betreten, um sich dort neue Waffen freizuschalten. Dabei hat das Spiel ein ähnliches Level und Perk System wie die Heimkonsolen Version, natürlich nicht so groß und vielseitig, aber im Gegensatz zum Vorgänger eine deutliche Verbesserung.

 

 

Steuerung

 

Gesteuert wird im Wesentlichen mit zwei Varianten. Einmal gibt es die Steuerung per Steuerkreuz und ABXY, diese funktioniert ungefähr so wie eine Dual Stick Steuerung. Und zweitens haben wir die Steuerung via Touchscreen, die wie eine Maussteuerung funktioniert. Letzteres ist schneller und präziser, da es jedoch etwas umständlich ist, mit dieser Steuerung anzuvisieren (der Knopf dafür befindet sich auf dem Touchscreen) habe ich mich für erstere entschieden, da es schwer ist, etwas ohne anzuvisieren zu treffen. Welche Steuerung nun also besser ist muss man für sich selbst entscheiden.

 

 

Grafik

 

Den größten Sprung hat CoD auf dem DS wohl in Hinsicht Grafik gemacht. Klar, die Figuren sind eckig, die Texturen flackern ein wenig und großartige Effekte darf man vom DS auch nicht erwarten. Jedoch übertrifft er die Erwartungen, die an ihn gestellt werden, bei weitem.

 

Die Auflösung ist überraschend hoch, Polygone sind reichlich vorhanden und die Effekte sind zwar kein technisches Wunder, sehen aber dennoch gut aus. Dazu kommen die flüssigen Animationen beim Nachladen und überraschend viele Gegner auf einmal. Diese sehen zwar in jedem Level immer gleich aus, da ihre Gesichter jedoch kaum zu sehen sind, stört das kaum. Und immerhin ist Krieg, da tragen Soldaten Uniformen. Das alles stämmt der DS mit immer flüssiger Framerate. Es kommt so richtig stimmige Militäratmosphäre auf, in einer Form, wie ich es dem DS nie zugetraut hätte.

 

 

Vielen Dank an Activision für das Testmuster.


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Fazit

Auch auf dem DS schafft es Black Ops, sein hohes Niveau zu halten. Die Kampagnie ist zwar nicht sehr abwechslungsreich, dafür stimmt das Gameplay, auch wenn das Spiel einige Konventionen gekonnt ignoriert. Der Online-Modus funktioniert darüber hinaus einwandfrei. Dazu kommt eine großartige Grafik. Alles das macht die DS Version von Black Ops zu einem guten Spiel, wenn man sich auf den Kompromiss eines Handheld Ego Shooters einlässt.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

81%

Singleplayer

84%

Multiplayer

Release

09.11.2010

Developer

N-Space

Publisher

Activision

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-6

Anzahl Spieler (WLAN)

2-6


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