Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Ghost Trick: Phantom Detective

Adventure

27.01.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein Geist auf der Suche nach seiner Identität!

 

Eines Nachts auf einem Schrottplatz stirbt jemand. Dieser Jemand wacht als Geist in der Nähe seiner Leiche auf und kann sich an nichts erinnern. Sein Gedächtnis verrät ihm nichts darüber, wer er ist und wie er gestorben ist. Auch sämtliches andere Wissen scheint verschollen zu sein, so dass er nicht sofort begreift, was sich gerade auf dem Schrottplatz abspielt: eine Frau wird von einem Attentäter bedroht. Auf einmal wendet sich eine Stimme in seinem Kopf an ihn und berichtet von seinen neuen Fähigkeiten. Er kann von der realen Welt jederzeit in die der Geister wechseln und dort seinen Geist bewegen. Doch seine Reichweite ist begrenzt und nicht von allen Gegenständen kann Besitz ergriffen werden. Zurück in der echten Welt lassen sich diese Gegenstände dann manipulieren.

 

Seine erste Aufgabe ist es, die Frau vor dem potentiellen Mörder zu retten. Dazu ergreift er Besitz von allerlei Dingen auf dem Schrottplatz, um sie dann gegen den Attentäter einzusetzen und so der Frau die Flucht zu ermöglichen. Doch die Zeit ist knapp, das Geschehen lässt sich zwar beeinflussen, aber am Ende ist der Geist doch erfolglos. Zum Glück hat er eine weitere Fähigkeit, die nicht so ganz ohne ist: er kann in die Zeit vier Minuten vor dem Tod eines Menschen zurückreisen und von dort an sein Schicksal verändern. Genau das macht er nun auch mit der Frau und schafft es so letztlich doch, sie zu retten und damit einen kleinen Stein ins Rollen zu bringen, der schnell zu einer Lawine wird.

 

Mit dem Wissen, dass sich sein Geist bei Sonnenaufgang endgültig verabschieden wird, macht sich der Held der Geschichte mit der Hilfe des Spielers daran, seine Vergangenheit zu beleuchten und legt dabei immer mehr dubiose Dinge frei. Dabei entfernt er sich Schritt für Schritt von der Antwort auf die Frage, die ihn am meisten quält, aber die Stimme in seinem Kopf treibt ihn weiter, denn angeblich hängt das alles zusammen. Woher die Stimme, die sich später in einer Schreibtischlampe manifestiert, kommt, steht natürlich auf demselben, unbeschriebenen Blatt.

 

 

Ghost und Trick!

 

Da es sich bei Ghost Trick im Prinzip um ein ganz klassisches Text-Adventure handelt, hat der Spieler ziemlich viel zu lesen. Doch natürlich gibt es neben der spannenden Geschichte, die mit vielen Überraschungen und unerwarteten Wendungen gespickt ist, auch noch den Spiel-Aspekt. Per Touchpen wechselt der Spieler mit dem Ghost-Button zwischen den beiden Welten beliebig hin und her und mit dem Trick-Button führt er in der realen Welt Aktionen mit Gegenständen durch. So muss man zum Beispiel von einer Kühlschranktür Besitz ergreifen und sie dann öffnen, um zum nächsten Gegenstand springen zu können.

 

Anfangs sind die Aufgaben in den insgesamt 18 Kapiteln noch relativ einfach gestrickt und leicht zu durchschauen, wohingegen es später immer komplexer wird. Stellt es euch wie eine Maschine vor, in der man bestimmte Dinge richtig einstellen muss, damit am Ende alles rund läuft. Will man zum Beispiel einen Ast abbrechen und dazu einen Ball nutzen, den man von unten gegen den Ast wirft, dann muss man vorher dran denken alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen und manchmal sogar genau den richtigen Zeitpunkt treffen. Die vier Minuten, die man hat, um ein Leben zu retten, gehen nämlich manchmal verdammt schnell rum, so dass man wirklich Gas geben muss, um das Schicksal abzuwenden. Doch zum Glück kann man jederzeit einen neuen Versuch starten. Man muss jedoch nicht jedes Mal ganz an den Anfang zurück, manchmal sorgen bestimmte Aktionen dafür, dass sich ein Schicksal leicht verändert. Hat man das erreicht, dann kann man auch an diesem Zwischenstand jederzeit wieder einsteigen.

 

Dieses System hat aber leider die Entwickler dazu verführt, es zum Ende hin etwas zu übertreiben. So gibt es einige Rätsel, die man beim ersten Versuch gar nicht durchschauen kann, weil man erst mal schauen muss, wie alles zusammenhängt. Danach startet man einen neuen Versuch und lernt immer weiter dazu. Das führt dazu, dass man manche Szenen ziemlich häufig zu sehen bekommen, bevor man die Lösung des Problems gefunden hat. Da man jedoch schnell durch bereits gehörte Dialoge springen kann, hält sich das dann doch in Grenzen, teilweise wäre mir jedoch einen „Zurück Button“ lieber gewesen, um nur einzelne Aktionen rückgängig zu machen.

 

Doch zum Glück ist das der einzige Mangel, den ich während des etwa 15 Stunden langen Abenteuers finden konnte. Dank später hinzukommenden weiteren Geistern mit anderen Fähigkeiten wird das Gameplay nie langweilig und auch wenn man mal einen Hänger hat, treibt einen die Neugier doch immer wieder an die Konsole. Die Geschichte ist der Kern des Spiels und sie ist glücklicherweise mehr als gut gelungen. Wer dazu noch ein paar Rätsel lösen will, der wird dieses Spiel lieben.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Grafisch ist Ghost Trick eines der besten Spiele auf dem Handheld. Die Figuren sind, wie auch schon bei Phoenix Wright, sehr markant und teilweise auch lustig gestaltet und sehen dazu auch noch gut aus. Ebenso sind die Animationen der Charaktere extrem gelungen, alles wirkt einfach wie aus einem Guss. Zuletzt sind auch die Hintergründe sowie die Animationen der Gegenstände gut gelungen, so dass es absolut keinen Grund zur Klage über die Grafik gibt. Außer vielleicht, dass es auf dem DSi XL bei näherer Betrachtung recht pixelig aussieht.

 

Ebenso gut gelungen ist die Musik. Nach den heute vermutlich jedem Spieler bekannten Songs bei Phoenix Wright haben die Entwickler auch in dieses Spiel jede Menge Stücke eingebaut, die Ohrwurm-Charakter haben und dazu perfekt zur jeweiligen Situation passen. Auch über mangelnde Abwechslung kann ich nicht klagen. Gestört hat mich nur, dass es so absolut gar keine Sprachausgabe gibt. Man hätte wenigstens die (seltenen) Zwischensequenzen vertonen können und sicher auch einige der Story-Abschnitte in Spielegrafik; bei Professor Layton geht das schließlich auch!

 

Die Steuerung funktioniert einwandfrei, zumindest die per Touchpen. Man zieht den Geist einfach durch seine Welt und interagiert so mit den diversen Objekten. Das geht super von der Hand und funktioniert auch stets einwandfrei. Lediglich in seltenen Fällen, bei sehr nah aneinander liegenden Gegenständen, kann es manchmal etwas frickelig werden. Die Steuerung über die Tasten und das Steuerkreuz ist dagegen gar nicht zu empfehlen, da das einfach viel zu digital für die zweidimensionale Welt ist.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Ghost Trick: Phantom Detective hat mich in den letzten beiden Wochen extrem gut unterhalten. Die Geschichte ist spannend und innovativ, die Idee mit der Geisterwelt ist eine der besten der letzten Jahre und dazu ist alles technisch auch noch super umgesetzt. Lediglich die zum Ende hin häufiger auftretenden Trial & Error Szenen können den Spielspaß etwas trüben. Insgesamt bleibt es aber dennoch ein sehr gutes Spiel, dass ich jedem nur wärmstens empfehlen kann, ich hatte jedenfalls lange nicht mehr so viel Spaß mit einem Videospiel und hoffe daher, dass es fortgesetzt wird. Bald!

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

87%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

14.01.2011

Developer

Capcom

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes