Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

Award für Multiplayer Award für Optionsvielfalt

< zurück

Worms Open Warfare 2

Strategie

17.09.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Es war einmal...

 

...vor langer Zeit, genauer gesagt im Jahre 1994 als der Bürgerkrieg der Würmer den ersten Höhepunkt erreichte. Auf dem Amiga fingen sie an sich zu bekriegen, doch im Laufe der Zeit hat sich das Schlachtfeld unaufhörlich ausgebreitet und trifft nun bereits zum zweiten Mal auf dem Nintendo DS ein.

 

Das Spielprinzip ist schnell erklärt: In einer Schlacht treffen mehrere Fraktionen in Teams aus maximal je vier Soldaten aufeinander. Sie greifen dabei auf ein umfangreiches Arsenal an Waffen zurück, mit dem einzigen Ziel die gegnerischen Würmer unter die Erde (oder alternativ auch unter Wasser) zu bringen, bevor man selber dran glauben muss. Ein Wurm hat dabei anfangs in der Regel 100 Energiepunkte, wobei es durchaus auch stärkere und schwächere, bereits verletzte, Exemplare geben kann. Sobald die Energiepunkte aufgebraucht sind, sprengt sich der Wurm selbst in die Luft und nur noch ein Grabstein erinnert an seine Existenz.

 

Das Spiel läuft Runden basiert ab, was im Klartext bedeutet, dass die Würmer aller Teams der Reihe nach einen Angriff ausführen können. Für einen Zug hat man allerdings nur begrenzt Zeit, so dass man sich schnell entscheiden muss, was am besten zu tun ist. In dieser Zeit kann man seinen Wurm über das Schlachtfeld bewegen und abschließend eine Waffe einsetzen. Nach dem Abfeuern der Waffe hat man noch ein paar Sekunden Zeit, um sich in Deckung zu bringen. Das Schlachtfeld ist in einer 2D Ansicht von vorne dargestellt, um es möglichst einfach und übersichtlich zu halten. Bewegungen sind also nur nach rechts, links, oben und unten möglich. Mit dem Steuerkreuz bewegt sich der Wurm nach links und rechts, B lässt ihn springen, zweimal B einen höheren Rückwärtssprung durchführen und mit Y wählt man eine Waffe aus, um sie mit A einzusetzen.

 

Mit den diversen Waffen kann man jedoch nicht nur den gegnerischen Würmer zusetzen, sondern auch die Umgebung verändern, womit wir beim nächsten wichtigen Punkt sind. Je nach Schlachtfeld gibt es Orte, an denen sich ein Wurm verstecken kann und es sehr schwer ist ihn zu treffen. Um ihm härter auf die Pelle zu rücken, gibt es diverse Items, mit denen man sich zum Beispiel durch Gestein bohren, die Luft fliegen oder die Gegend schwingen kann.

 

Insgesamt gibt es 33 Waffen und Items, von denen ich hier einige kurz vorstellen werde, um einen besser Einblick in das Spiel zu geben zu:

 

Bazooka: Quasi die Grundwaffe der Würmer, mit der man nur in geraden Linien schießen kann. Allerdings kann die Weite des Schusses variiert werden und durch den Einfluss des Windes auf das Projektil sind auch Orte erreichbar, die nicht auf einer direkten Linie zum abfeuernden Wurm liegen. Die Bazooka richtet maximal 50 Schadenpunkte an.

 

Handgranate: Diese wird vom Wurm in eine beliebige Richtung geworfen und explodiert dann innerhalb eines festgelegten Zeitraumes nach Abwurf. Auch sie richtet maximal 50 Punkte Schaden an.

 

Cluster Bombe: Funktioniert ähnlich wie die Granate, allerdings explodiert diese Variante in mehrere kleinen Stücke, wodurch der Schaden über eine größere Fläche angerichtet wird. Die härtere Form nennt sich Bananen Bombe und richtet fast dreimal so viel Schaden an, wie die Cluster Bombe.

 

Luftangriff: Der Wurm legt ein Ziel fest und auf dieses wirft ein Flugzeug dann 5 Bomben ab. Man erreicht also damit Stellen, die für den eigenen Wurm zu weit entfernt sind, allerdings nur dann, wenn das Terrain von oben direkt erreichbar ist.

 

Stahlträger: Wie der Name schon sagt, ein Bauwerkzeug, dass beliebig gedreht werden kann, um es zum Beispiel über einem Abgrund zu plazieren, so dass der Wurms diesen überqueren kann.

 

Transporter: Funktioniert ähnlich wie der von Scotty in Star Trek. Der Wurm kann sich damit an jeden beliebigen Punkt auf dem Schlachtfeld teleportieren, um anzugreifen oder sich in Sicherheit zu bringen.

 

Jet Pack: Mit begrenztem Treibstoff kann der Wurm eine bestimmte Zeit durch die Luft fliegen, um schwer zugängliche Orte zu erreichen.

 

 

Es gibt viele Schlachten zu schlagen!

 

In diesem neusten Krieg gibt es eine ganze Menge zu tun, bevor die siegreichen Würmer in den verdienten Feierabend gehen können. Der Hauptbestandteil ist eine Kampagne, in der man eine der Fraktionen durch mehrere Schlachten zum Beispiel im Kalten Krieg oder in einem der beiden Weltkriege steuert und dabei feindliche Würmer beseitigt. Im Laufe der verschiedenen Gefechte erhält man immer mehr Waffen und die Umgebung wird immer abwechslungsreicher. Hat man ein Gebiet abgeschlossen, dann trifft man auf einen Boss-Wurm, der entweder unglaublich stark oder extrem schwer zu erreichen ist. Im nächsten Gebiet wartet dann schon die nächste Fraktion auf den Spieler.

 

Zusätzlich zu den 25 Aufgaben in dieser Kampagne gibt es noch fünf zusätzliche Aufgaben, die man jedoch erst freikaufen muss. Man bezahlt diese mit den Geldeinheiten, die man nach jedem Sieg bekommt. Freischaltbare Aufgaben gibt es auch in allen anderen Spielmodi. Zusätzlich kann man im Laden auch neue Farben, Sprüche, Sounds, Waffen und Karten kaufen und diese dann im Spiel einsetzen.

 

Neben der Kampagne gibt es noch drei weitere Spielmodi, die man nur alleine spielen kann: Rätsel, Labor und Training. Letzteres sollte von unerfahrenen Kriegern als allererstes gespielt werden, denn dort werden ihnen die wesentlichen Elemente des Spiels erklärt, ohne die man sich sehr schnell von der Vielfalt an Optionen erschlagen fühlt.

 

Im Rätsel-Modus geht es darum, einen Wurm an ein bestimmtes Ziel zu bringen. Während das am Anfang noch recht einfach ist, werden die Wege im Laufe der Zeit immer komplexer und auch die Umgebung immer schwerer zu überleben. Um ein Beispiel zu nennen: Es gibt Rätsel, die auf dem Mond stattfinden, so dass man nicht nur mit der Umgebung, sondern auch mit der geringeren Schwerkraft zu kämpfen hat. Diese sorgt dafür, dass Sprünge viel weiter und höher sind, als man es gewohnt ist.

 

Im Labor gibt es drei verschiedene „Experimente“: Pusten, Explosion und Zeichnen, die eigentlich selbsterklärend sind, wenn man an die Möglichkeiten denkt, die der Nintendo DS bietet. Man pustet die Würmer, die an einem Fallschirm hängen also entweder im Ziel, lässt sie durch Explosionen, die durch den Stylus an einer bestimmten Stelle ausgelöst werden, ins Ziel fliegen oder zeichnet einfach alles, was sie brauchen, um sicher anzukommen.

 

Daneben gibt es für Einzelspieler noch die zwei Modi „Schnelles Spiel“ und „Benutzerdefiniertes Spiel“, die nichts mit den Kampagnen zu tun haben, sondern lediglich eine Schlacht nach den üblichen (Schnelles Spiel) oder nach frei veränderbaren (Benutzerdefiniertes Spiel) Regeln zu schlagen. Bei der zweiten Möglichkeit hat man sehr viele Einstellungsmöglichkeiten. Man kann nicht nur die Umgebung, die Länge der Züge, die maximale Gesamtdauer der Spielrunde und die Anzahl Fraktionen und die Anzahl Würmer je Fraktion festlegen, sondern eine ganze Menge mehr. Es ist einstellbar, wie viel Munition jede einzelne Waffe hat oder wie oft jedes Item vorhanden ist, wie viel Energie jeder einzelne Wurm hat, welche Extras es auf dem Schlachtfeld zu finden gibt, ob die Umgebung zerstörbar ist, wie sie genau aussieht und vieles mehr. Diese Einstellungen kann man in 10 verschiedenen Schemata speichern, so dass man seine eigenen Spieleinstellungen auch sichern kann.

 

 

Kämpfe gegen Würmer von nebenan oder aus der ganzen Welt.

 

Natürlich bietet das Spiel auch einen extrem umfangreichen Mehrspieler-Modus, der wirklich aus den Vollen schöpft. Es gibt sowohl einen Einzelkarten- als auch einen Mehrkarten-Modus und dazu noch die Möglichkeit, online über die Wi-Fi Connection gegen Würmer aus der ganzen Welt anzutreten. Außerdem kann man eine Demo des Spiels an ein anderes System senden, damit Freunde das Spiel in aller Ruhe selbst ausprobieren können.

 

Die lokalen Mehrspieler-Modi funktionieren beide uneingeschränkt, so dass man auch mit nur einer Karte auf alle Optionsmöglichkeiten des Spiels zurückgreifen kann, allerdings dann nur mit zwei Spielern. Hat jeder eine eigenes Modul, dann ist es auch zu viert möglich. Am Spielprinzip ändert sich natürlich nichts, außer dass man nun gegen strategisch denkende Menschen antritt, die nicht unbedingt so leicht zu besiegen sind, wie manche der KI gesteuerten Würmer.

 

Allerdings gibt es auch ein paar Schattenseiten, so zum Beispiel die Tatsache, dass das Spiel nicht synchron auf den Konsolen abläuft. Der Spieler, der gerade seinen Zug macht, ist den anderen immer ein paar Sekunden voraus, so dass die anderen Spieler zwar Freud oder Leid schon hören, aber erst wenige Sekunden danach auch auf dem eigenen Bildschirm sehen können. Außerdem hatten wir beim Test ab und an mit Abstürzen zu kämpfen, wobei vor allen Dingen der Einzelkarten-Modus nicht immer einwandfrei funktioniert.

 

Die Ladezeiten halten sich bei beiden Varianten in Grenzen, wobei es natürlich klar ist, dass es eine Weile dauert, bis man die kompletten Daten auf das andere System übertragen hat, wenn man mit nur einem Modul spielt. Deshalb sind die Abstürze dort noch ein wenig ärgerlicher, weil man dann wieder komplett von vorne anfangen muss.

 

Über die Nintendo Wi-Fi Connection sind Schlachten gegen zufällige Gegner aus der ganzen Welt oder auch gegen Freunde (dann mit den üblichen Freundescodes) möglich. Die vorher festgelegten Team- und Würmernamen werden allerdings nur beim Spiel gegen Freunde benutzt, sonst gibt es zufällige Namen.

 

Nach dem Einloggen hat man die Möglichkeit aus den vier Optionen: Zufallsspiel, Ranglistenspiel, Freundesspiel und Rivalenspiel, die wohl alle selbsterklärend sind. Besonders erwähnenswert ist die Möglichkeit, nach einem gelungenen Spiel den Gegner als Rivalen zu speichern, um so später erneut gegen ihn antreten zu können, ohne dass man Freundescodes austauschen muss.

 

Hat man sich für einen Modus entschieden, dann kann man noch auswählen, aus welcher Region der Gegner kommen soll (weltweit oder regional), welchen Spieltyp (Deathmatch, Festung oder Rennen) man wählen möchte und beim Zufallsspiel auch noch die Anzahl Spieler zwischen 2 und 4 einstellen. Bei Rennen geht es darum, seinen Wurm möglichst schnell ans Ziel zu bringen, während sich hinter Festung ein klassisches Spiel verbirgt, bei dem man „einfach nur“ als letzter noch mit mindestens einem Wurm auf dem Schlachtfeld vertreten sein muss.

 

Der Rest funktioniert dann wie das normale Spiel auch, allerdings mit einer quasi unerschöpflichen Quelle an Gegnern, so dass man auch nach dem Abschließen aller Kampagnen in allen Modi das Modul eine ganze Weile nicht weglegen wird.

 

 

Optionen ohne Ende.

 

Neben den weiter oben schon beschriebenen Einstellungsmöglichkeiten bei den Spielmodi kann man natürlich auch eigene Teams erstellen. Auch hier gibt es 10 Speicherplätze, von denen zwar einige schon vorbelegt sind, jedoch sind diese komplett änderbar. Es ist möglich, den Namen des Teams und die der vier angehörigen Würmer zu ändern, die Hauptfestung und die Flagge festzulegen sowie Grabstein, Hauptfarbe und Siegestanz auszuwählen. Die Auswahl an den letzten drei Punkten ist im Laden durch Einkäufe erweiterbar.

 

Daneben gibt es noch einen Flaggeneditor in dem man, wie der Name schon sagt, die Möglichkeit hat, eigene Flaggen zu erstellen. Auch hier gibt es 10 Speicherplätze, von denen 5 schon belegt aber änderbar sind. Zum Zeichnen der Flaggen setzt man den Stylus ein und greift dabei auf mehrere Werkzeuge zurück. Es gibt verschieden dicke Punkte und 24 Farben. Außerdem bietet das Spiel 24 Vorlagen, die man dann beliebig weiter entwickeln kann.

 

Zu guter letzt bietet das Spiel noch einen Umgebungs-Editor mit dem man sich eigene Areale bauen kann. Auch hier malt man quasi die Umgebung mit dem Stylus, kann verschiedene Objekte plazieren, das Thema festlegen, den Wasserstand verändern und vieles mehr. Besonders praktisch ist es, dass man auch etwas zeichnen und dann invertieren kann, so dass man sehr leicht Höhlen errichten ohne sich die Finger wund zu malen. Ein paar Vorlagen bietet das Spiel auch und gibt dem Architekten die Möglichkeit, die Landschaft zu drehen, ganze Gebiete auf einmal zu füllen, usw.

 

 

Grafik und Sound

 

Auch wenn es bei Worms auf keinen Fall darum geht, absolut realistische Grafiken darzustellen und durch atemberaubende Animationen das Auge zu begeistern, so erwartet man aber doch ein gewisses Mindestmaß, welches das Spiel auf jeden Fall erfüllt. Die Umgebungen sehen schön aus, die Konturen sind klar und die dreidimensionalen Hintergründe sorgen für Abwechslung. Besonders gelungen sind die Animationen der Würmer, die nicht selten für Lacher sorgen. Sei es ein schmerzverzerrtes Gesicht nach einem Treffer oder Absturz oder die schadenfrohen Siegesanimationen.

 

Auch Musik und Sound sind gelungen, obwohl die Musik meistens sehr in den Hintergrund gerät. Dafür sind die Schmerz- und Freundensschreie umso gelungener und auch die Sounds der Waffen, Explosionen und Items passen gut.

 

Die Steuerung ist einfach und sehr schnell erlernbar und funktioniert sehr gut. Auf den Einsatz des Stylus wird im klassischen Spielmodus völlig verzichtet, was eine sehr gute Entscheidung der Entwickler war. Es ist einfach ein Teil der Serie, dass man mit Tasten seine Waffen bedient und immer ein gewisser Glücksfaktor dabei ist. Mit der Erfahrung lernt man natürlich immer besser mit den Waffen umzugehen, aber durch die vielen Einflüsse, wie Wind und Umgebung, wird man sie nur in den seltensten Fällen wirklich perfekt beherrschen können. Aber genau das macht den Charme der Serie aus. Die Touch- und Pust-Elemente in den anderen Spielmodi passen auch gut und sorgen für genug Abwechslung und dafür, dass auch Freunde der neuen Eingabemöglichkeiten voll auf ihre Kosten kommen. Der Spagat ist perfekt gelungen.

 

Ein paar technische Schwächen gibt es jedoch auch. So sind die zahlreichen Videos in den Kampagnen zwar grundsätzlich als positiv zu bewerten, aber leider wurde die Qualität – vermutlich wegen dem geringen Platz auf der Karte – so nach unten geschraubt, dass sie kaum noch zu genießen sind. Auch sind manche Erklärungstexte nur schwer zu entziffern, wenn zum Beispiel weiße Schrift auf gelbem Hintergrund zum Einsatz kommt. Zu guter letzt sind noch die Namenseingaben über den Touchscreen negativ zu erwähnen, denn die Tastatur ist einfach viel zu klein und damit nur sehr schwer bedienbar.

 

Zwar sind alle diese Punkte keine gravierenden Mängel, ein paar Wertungspunkte kosten sie aber auf jeden Fall.

 

Vielen Dank an THQ für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Mit dem Nachfolgen von Worms Open Warfare haben die Entwickler von Team 17 es geschafft, ein nahezu perfektes Spiel auf die Beine zu stellen. Der Einzelspieler-Modus bietet eine große Auswahl an Kampagnen und anderen Aufgaben und auch der Mehrspieler-Modus ist sehr gut durchdacht und macht massig Spaß. Lediglich einige technische Mängel, wie die schlechte Qualität der Videos, die manchmal schwer lesbare Schrift und die nicht ganz stabile Verbindung im Mehrspieler-Modus mit nur einer Karte kosten Wertungspunkte. Freunde von rundenbasierten Strategie-Spielen und Würmerlieblinge müssen dieses Spiel auf jeden Fall haben und auch alle anderen sollten einen Blick drauf werfen.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

90%

Multiplayer

Release

31.08.2007

Developer

Team 17

Publisher

THQ

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes