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Reviews: Nintendo DS

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Totally Spies 3 Secret Agents

Jump 'n Run

01.10.2007

Autor: Kablau, Mario Kablau

 

 

Eine Böse aus dem Bilderbuch!

 

Alex, Sam und Clover sind ganz normale Teenager, die in Beverly Hills die High School besuchen. Zumindest sind sie das meistens. Denn wann immer ein globales Chaos droht, werden sie vom Leiter der WOOHP (Jerry) unsanft aus dem Alltag gerissen, um den fiesen Jungs karatemäßig in den Hintern zu treten. Diese Ablenkungen sind natürlich Gift für ihr soziales Leben, denn sie kommen nicht mehr dazu, in Ruhe Jungs nachzuschwärmen, Klamotten zu kaufen oder ihrer Gegnerin Mandy die Show in der Schule zu stehlen.

 

Und so passiert es auch kurz vor dem Jahresabschlussball: Als sich die drei Mädels gerade darüber streiten, wer den süßesten Jungen der Schuld fragen darf, werden sie in einen Spind gezerrt, der natürlich per Tunnel mit dem Hauptquartier von WOOHP verbunden ist. Dort erhalten sie von Jerry den ersten Auftrag ihres dritten Abenteuers: Eine fürchterlich gekleidete Person versucht, der Welt ihr Modebewusstsein aufzuzwingen. Da können die drei Mädels natürlich nicht tatenlos zusehen, so dass sie sich gleich auf den Weg machen.

 

 

Karatemäßiges in den Hintern treten!

 

Der Spieler steuert wahlweise eine der drei Agentinnen über das Steuerkreuz (Linkshänder mit den 4 Aktionstasten) und den Touchscreen. Mit dem Steuerkreuz bewegt man die Figur nach links und rechts und lässt sie springen oder sich ducken. Der Touchscreen bietet Zugriff auf eine ganze Reihe anderer Funktionen, sowie die Angriffssteuerung im Kampf.

 

Im oberen Bereich sind die drei Mädels abgebildet. Tippt man eine Figur an, dann wechselt man die Spielfigur. Darunter befinden sich drei Knöpfe zum Betätigen von Schaltern sowie zum vorwärts und rückwärts blättern in Gesprächen. In der Mitte der unteren Hälfte des Bildschirms ist der Aktionsbutton mit dem man die Sonderausrüstung der Mädels einsetzt, die je nach Agentin und Level verschieden ist. Darunter sind zum Beispiel Stiefel, mit denen man höher springen kann, eine Fernbedienung zum Bedienen von weit entfernten Schaltern oder Rauchbomben, um ungesehen an Gegnern vorbei gehen zu können.

 

Links und rechts von diesem Button liegen die zwei Kostüme der Mädels. Entweder tragen sie ihre Spionage-Outfits oder ein Kostüm, das zur aktuellen Umgebung passt. Trägt man das Kostüm und tippt erneut den Button an, dann werden die Gegner durch ein Posing abgelenkt, um unentdeckt an ihnen vorbei zu kommen. Tippt man den anderen Button an, während man das Spionage-Outfit trägt, dann wird ein Gegner angegriffen und das Spiel wechselt in den Kampf-Modus.

 

Den Mädels steht dabei immer nur ein einzelner Gegner gegenüber, der dann ausführlich bearbeitet werden muss, bevor er KO geht. Gekämpft wird ausschließlich mit dem Touchpen, indem man Symbole auf dem Touchscreen in richtiger Art und zum richtigen Zeitpunkt berührt. Die Reihenfolge wird durch eine Zahl im kreisförmigen Symbol dargestellt, ähnlich wie bei Elite Beat Agents. Um den Button herum läuft eine Anzeige zurück, die angibt, wie viel Zeit man noch hat, um den Button zu berühren ohne Schaden zu nehmen.

 

Man muss die Symbole jedoch nicht einfach nur antippen, sondern je nach Farbe entweder auch mit dem Stylus so schnell wie möglich mehrfach drauf tippen, den Stylus durch das Symbol ziehen oder letzteres so schnell wie möglich mehrmals hintereinander tun. Schafft man es, die meisten Symbole der Anzeige richtig zu „bearbeiten“, dann trifft man den Gegner und er verliert ein bisschen Energie. Macht man jedoch zu viele Fehler, dann wird einem selbst etwas abgezogen. Die unterschiedlichen Arten werden im Spiel nach und nach eingeführt. Das geht jedoch nicht gut, denn eine der Farben wird leider falsch erklärt, was dazu führt, dass man immer wieder verliert und dann entweder genervt aufgibt, oder einen Blick in die Anleitung wirft, wo es dann korrekt drin steht.

 

Je weiter man im Spiel fortschreitet, desto länger werden die Angriffsketten und desto mehr Energie haben die Gegner. Vor allem bei den Endgegnern sind Kombos von 20 und mehr Symbolen keine Seltenheit, was eine ruhige Hand und hohe Genauigkeit erfordert, denn die Symbole werden natürlich auch immer kleiner.

 

Blöd ist nur, dass sich an dieser Kampfmethode im ganzen Spiel absolut nichts mehr ändert, was nicht unbedingt für Abwechslung sorgt. Schon bald nervt es einfach nur noch, pro Gegner 10 Kombinationen tippen zu müssen. Wenn dann auch noch vier Gegner hintereinander stehen, wird es richtig nervig...

 

 

Technik von einem anderen Stern...

 

Man ist auf dem DS ja schon so einiges gewöhnt, was grafische Tiefstleistungen angeht (zum Beispiel Tenchu DS), aber Totally Spies braucht sich auch davor nicht zu verstecken. Seit dem Spiel auf dem GBA hat sich so gut wie nichts getan. Zwar sind die Umgebungen recht nett anzuschauen, aber die Figuren und Animationen sind einfach ein Witz. Trotz kaum Action auf dem Bildschirm kann man die Heldinnen kaum erkennen, so unscharf sind sie dargestellt. Im Kampf mit den Gegnern machen sie auch keine gute Figur, denn die offensichtlich harten Treffer, die einen Feind umhauen, sehen eher aus, wie die eines Mädchens, das Angst hat, sich die Fingernägel abzubrechen. Ich erwarte hier zwei keine Blutspritzer oder ähnlich brutales, aber die eigenen Hände sollten den Schurken zumindest berühren...

 

Die Zwischensequenzen erzählen die Geschichte in gezeichneten Standbildern mit Text. Ganz davon abgesehen, dass es einige Rechtschreibfehler gibt, überzeugt diese Art der Darstellung absolut nicht. Vor allem, wenn schnelle Bewegungen gezeigt werden sollen, verwirren die vielen Standbilder in sehr kurzer Zeit den Zuschauer. Warum man hier nicht ein paar Videos in der Art der Zeichentrickserie verwendet hat, ist mir ein Rätsel.

 

Die Musik ist zwar nicht ganz so schlimm, aber wirklich gut nennen kann man sie auch nicht. Die Startmelodie ist fetzig und auch die fünf (!!!) verschiedenen Melodien im Spiel sind eigentlich ganz okay. Aber auch hier fehlt es extrem an Abwechslung, so dass man sich sehr schnell satt gehört hat und den Ton immer öfter einfach ganz runter dreht. Ähnlich peinlich sind die Geräusche, die die Mädels im Kampf von sich geben...

 

 

Mecker-Ecke

 

Ich hab zwar schon ziemlich viel gemeckert, aber ich bin noch immer nicht ganz am Ende. Da das Spiel schon nicht so viel Abwechslung bietet, haben sich die Entwickler vermutlich gedacht, dass man am besten auch auf allzu viele Level verzichtet, damit sich der Spieler nicht langweilen muss. So ist man nach gut 2-3 Stunden schon am Ende der fünf Missionen angekommen und wird das Spiel eher nicht noch mal anfassen, da es keine freischaltbaren Extras oder ähnliches zu finden gibt. Man bekommt lediglich einen Webcode am Ende jedes Levels, den man auf der TS Homepage eintragen kann, um eine „Überraschung“ zu bekommen.

 

Einen Mehrspieler-Modus gibt es auch nicht, so dass man nach dem ersten Durchspielen absolut keinen Anreiz hat, das Spiel noch mal in den DS zu legen. Natürlich bin ich als Tester nicht unbedingt die Hauptzielgruppe des Spiels, aber einen gewissen Standard kann man meiner Meinung nach immer erwarten und da bleibt Totally Spies 3 weit drunter. Dabei wäre gar nicht so viel Anstrengung nötig gewesen, um es deutlich zu verbessern. Warum gibt es keine freischaltbaren Extras? Warum sehen die Umgebungen gut aus, die Figuren aber überhaupt nicht? Wieso sind die Kämpfe so einfallslos? Fragen über Fragen, die ich leider auch nicht beantworten kann.

 

Etwas nervig ist, dass man immer über den Startbildschirm gehen muss, wenn man stirbt. Dann geht es vom letzten Speicherpunkt weiter, allerdings mit genau der gleichen Menge Energie wie zum Zeitpunkt des Speicherns, was dazu führt, dass man an manchen Stellen den Level von vorne anfangen muss, weil man zu wenig Energie hat, um zum Beispiel einen Endgegner zu besiegen.

 

Die größte Spaßbremse ist ganz klar die Häufigkeit, die das Spiel den DS zum Absturz bringt. Will man mal eine Pause einlegen und drückt den Startknopf oder klappt den DS zu, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass man danach die Konsole neu starten muss, bzw. dass sich der DS von selber abschaltet. Außerdem ist mir in jedem Level das Bild mindestens dreimal eingefroren, so dass ich auch hier die Konsole neu starten und den Level von vorne beginnen musste. Da frage ich mich echt, wie es dieses Spiel geschafft hat, durch die Qualitätskontrolle zu kommen, denn die Fehler sind so offensichtlich, dass man sie selbst mutwillig kaum übersehen kann.

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Mit diesem Spiel haben sich die Entwickler sicherlich keinen Gefallen getan. Wer nur halbwegs gute Qualität erwartet, der wird bitter enttäuscht sein und bei einem eventuellen vierten Teil eher nicht mehr zuschlagen, auch wenn sich dort dann einiges verbessert hätte. Es fehlt an Abwechslung, Spieldauer, erträglicher Grafik, freischaltbaren Extras und Motivation über mehr als 2-3 Stunden. Kurz gesagt: An allen Ecken und Enden! Die zahlreichen Abstürze tun ihr übriges, um das Spiel zu einem der schlechtesten Titel auf der Konsole zu machen!

Grafik

sch...

Sound

schwach

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

19%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

16.10.2007

Developer

Quad

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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