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Reviews: Nintendo DS

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Freshly Picked - Tingles Rosy Rupeeland

Adventure

11.10.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Macht Geld glücklich?!?

 

Tingle ist ein armes Schwein, denn er hat absolut keine Rubine in seinen Taschen. Dabei gibt es für ihn nur ein Ziel und das lautet Reichtum. Daher kommt es dem 35-jährigen Junggesellen auch unglaublich entgegen, als er eines Tages von einer Stimme gerufen wird, die in zur Quelle westlich seines Hauses lockt. Dort angekommen trifft er auf den Rubin-Opa, der ihn vom Rubinland erzählt. Ein Land in dem Tingles Träume wahr werden. Es gibt nur ein Problem: Man braucht eine ganze Menge Geld, um dorthin zu gelangen.

 

Also macht sich Tingle auf den Weg seinen Geldbeutel zu füllen, damit er das traumhafte Land erreichen kann. Zunächst verschlägt ihn seine Reise in Richtung Osten, wo er auf die ersten hilfsbedürftigen Personen trifft, denen er seine Unterstützung gegen Geld anbieten kann. Doch dazu später mehr.

 

Rubine haben eine tragende Rolle in diesem Spiel und das ist sogar wörtlich zu verstehen, denn sobald Tingle keine Rubine mehr in der Tasche hat, ist das Spiel vorbei. Es gibt also keine Lebensleiste, wie man sie aus anderen Spielen kennt, sondern lediglich einen Kontostand, den man stets im Auge behalten muss.

 

Anfangs trägt diese Idee dazu bei, dass man das Rollenspiel als sehr innovativ wahrnimmt, da man zwar typische Elemente eines solchen Titels eingebaut hat, jedoch nichts, ohne es so zu verändern, dass es zu Tingles Welt passt. Nach einer Weile lernt man jedoch schnell die Schwachstellen der Rubin-Energie kennen, denn man braucht diese glänzenden Steine bekanntlich für viele Dinge. In dieser Welt geht es sogar so weit, dass Menschen nur mit Tingle reden, wenn er ihnen vorher Rubine für eine bestimmte Information oder Geschichte gibt. Man braucht also Geld, um mehr Geld zu verdienen.

 

An sich ist das ja sehr nah an der Realität, aber auf jeden Fall auch potentiell problematisch, da manche Dinge etwas zu weit gehen. So weiß man zum Beispiel niemals, wie viel jemand für eine bestimmte Information haben will. Deshalb muss man eine bestimmte Summe Geld anbieten und dann hoffen, dass der Gegenüber damit einverstanden ist. Zahlt man zuwenig, dann bekommt man zwar die Information nicht, aber das gebotene Geld ist trotzdem weg. Man muss also ziemlich gut darin sein, zu raten, wie wichtig die Dinge sind, die man gleich hören wird und dementsprechend einen niedrigen oder hohen Betrag bieten. Liegt man zu oft falsch, dann geht der eigene Bestand an Rubinen sehr schnell zur Neige, so dass man sich mühsam wieder um neues Kapital bemühen muss.

 

 

Geld wächst nicht im Boden!

 

Zumindest tut es das nicht direkt. Besiegt man einen Gegner oder schüttelt bestimmte Pflanzen, dann hinterlassen diese Zutaten. Mit diesen Zutaten ist Tingle in der Lage in seinem Haus – nach Rezept oder frei Schnauze – Suppen und Tränke zu kochen, die er dann an andere Leute verkaufen kann. Dabei bekommt man für fertig gekochte Dinge deutlich mehr Rubine als für die Summe der Zutaten.

 

Rezepte sammelt man im Laufe des Spiels immer mehr ein, so dass die Vielfalt immer größer wird. Alles was man gekocht hat, wird im großen Kessel in Tingles Haus aufbewahrt. Verkaufen kann man es nur, wenn man es in Flaschen abfüllt und bestimmten Leuten bringt. Deshalb ist es auch wichtig, so viele Flaschen wie nur möglich zu suchen und zu finden, damit man möglichst viel auf einmal ausliefern und verkaufen kann.

 

Wenn man sich auf diese Art und Weise ein gewisses Grundkapital erwirtschaftet hat, dann kann man sich an die richtigen Aufgaben wagen. Durch die Informationen, die man von den Bewohnern des Dorfes gegen Bezahlung erhält, erfährt man von der ersten Höhle, in der es einen großen Schatz geben soll. Um dort rein zu kommen, muss man jedoch ein paar Rätsel lösen, die natürlich wieder den Einsatz von Rubinen erfordern.

 

Sobald man sich Zutritt zur Höhle verschafft hat, bekommt man Hilfe bei einem weiteren Problem, das sich bisher als äußerst nervig herausgestellt hat: Das Kämpfen! Der Spieler selbst hat nämlich keinerlei Einfluss auf die Kämpfe zwischen Tingle und den herumlaufenden Monstern. Trifft man auf einen Gegner, dann stürzt sich der Protagonist auf ihn und die beiden verschwinden in einer comicartigen Staubwolke, aus der sich ab und an ein paar Fäuste blicken lassen.

 

Wie schon erwähnt, gibt es keine Energieleiste, sondern es zählen nur die Rubine in der Tasche. Beim Kämpfen verliert man also auch keine Energie, sondern Geld. Sobald der Gegner besiegt ist, löst sich die Wolke auf und die hinterlassenen Gegenstände erscheinen. Es ist auch möglich, mit mehreren Gegnern gleichzeitig zu kämpfen. Dann verliert man zwar auch mehr Rubine, aber zwei gleichzeitig erledigte Monster hinterlassen mehr Gegenstände, als dieselben zwei Monster, wenn man sie nacheinander unter die Erde bringt.

 

Da also bei zu vielen Kämpfen der Bestand an Rubinen sehr schnell verbraucht ist, kann man sich von Leibwächtern beschützen lassen. Im ersten Labyrinth findet man noch jemanden, der einen bereitwillig zur Seite steht, wenn er nachher einen Teil des Schatzes abbekommt. Später muss man sich diese Hilfe gegen Rubine vor dem Betreten eines gefährlichen Gebietes selbst organisieren.

 

Die Leibwächter haben ein bestimmte Anzahl Herzen, die sich im Laufe mehrerer Kämpfe natürlich reduzieren. Geht ihre Kraft zu Ende, dann kann man sie durch eine kleine Sonderzahlung wieder neu motivieren. Ist die Energie jedoch einmal komplett aufgebraucht, dann ist der Vertrag von ihrer Seite erfüllt und sie verlassen Tingle.

 

 

Der lange Weg zu unendlichem Reichtum!

 

Am Ende der ersten Höhle wartet ein Endgegner, in dem Tingle dann auch selbst handgreiflich werden muss. Bei diesen – sehr abwechslungsreichen und gut gemachten – Kämpfen gibt es keine Staubwolke und auch nur bedingt Unterstützung durch die Leibwächter. Sie sorgen lediglich dafür, dass Tingle nicht zu sehr davon abgehalten, dem Boss den Garaus zu machen.

 

Nachdem der Kampf erfolgreich beendet wurde, sammelt der Held den ersten Schatz ein und verabschiedet sich vom Leibwächter. Ein Großteil der Rubine landet in der Quelle, wodurch sich diese auf die erste Stufe in den Himmel erhebt. Von dieser Anhöhe ist man nun in der Lage, ein etwas weiter entferntes Gebiet zu erreichen, wo das gleiche Spiel wieder von vorne beginnt. Allerdings ist das Ziel nicht immer eine Höhle, in der man einen Schatz findet, sondern manchmal geht es auch bloß darum, den Bewohnern eines Bereiches auf eine bestimmte Weise zu helfen, um von ihnen belohnt zu werden.

 

Auf diese Art nimmt Tingles Guthaben immer mehr zu, wobei der Großteil davon allerdings immer direkt in die Quelle wandert. Der Blick auf den eigenen Kontostand bleibt also das gesamte Spiel hindurch wichtig. Da möchte man gar nicht so genau nachrechnen, wie viel Kohle man am Ende ausgegeben hat, um das Rubinland zu erreichen.

 

 

Es ist nicht alles Gold was glänzt!

 

Zur Technik des Titels braucht man nicht allzu viele Worte verlieren. Die Grafik ist sicherlich nett anzusehen und die Nutzung der beiden Bildschirme ist genauso vorbildlich, wie die Steuerung. Die Umgebungen sind zweidimensional dargestellt und überzeugen durch viel Abwechslung und einige schöne, manchmal auch sehr lustige Animationen. Besonders die Wolke bei den Kämpfen ist richtig gut gelungen. Unterm Strich ist die Grafik für einen DS-Titel zwar nicht herausragend, aber der perfekt auf Tingle abgestimmte Stil und die gut gelungenen Animationen sorgen für ein solides Gesamtbild. Sound und Musik sind auch okay, sofern man Tingles komische Geräusche mag. Die Schreie, die er während eines Kampfes von sich gibt, sind sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber auf ihre Art auf jeden Fall sehr lustig.

 

Die Steuerung funktioniert mit dem Steuerkreuz (Linkshänder steuern über die vier Aktionstasten), mit dem man Tingle über den Bildschirm bewegt. Zusätzliche Aktionen, Ansprechen von anderen Charakteren, usw. werden über den Touchscreen direkt auf dem Bildschirm ausgelöst.

 

Auf dem unteren Bildschirm ist die Umgebung dargestellt und oben sieht man – sofern vorher käuflich erworben – eine Karte des Gebietes. Etwas schade ist lediglich, dass der Ausschnitt der Karte recht klein ist, so dass man nicht immer genug Überblick bekommt, um die ganze Umgebung zu überblicken und richtige Wege auf Anhieb zu finden.

 

Trotz der soliden Technik, der guten Ideen und des perfekt passenden Stils ist das Spiel leider höchstens als mittelmäßig zu bezeichnen, denn es hat jede Menge nervtötende Schwächen, von denen ich hier mal nur die zwei schlimmsten aufzähle.

 

Die Abhängigkeit von Geld ist an sich keine schlechte Idee, aber man hat einfach konstant viel zu wenig und muss sich immer wieder auf die sehr mühsame Suche nach neuem Kapital machen. Vor allem, weil man bei Verhandlungen nie weiß, wie viel der andere haben will, was blöd ist, weil bei zu niedrigen Geboten das Geld trotzdem weg ist. Das ist einfach unverständlich und völlig daneben. Wenn man wenigstens einen Anhaltspunkt über den zu zahlenden Betrag bekommen würde, dann wäre es zumindest nicht ganz so frustrierend.

 

Wenn man zu lange kein Geld in die Quelle wirft, dann sinkt der Turm wieder in Richtung Boden zurück. Kurz bevor das passiert, bekommt man eine Info von Tingles Assistentin und muss dann die Beine in die Hand nehmen und schnellstmöglich Geld in die Quelle werfen, um das zu verhindern. Das ist ein weiterer Punkt, der den Spielfluss unnötig unterbricht und nach einer gewissen Zeit für viel Frust sorgen kann.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Wer Tingle mag, wird das Spiel noch lange nicht mögen, aber wer Tingle nicht mag, für den ist das Spiel garantiert nicht geeignet. Wenn man sich über den komischen Kauz schon in den Zelda-Spielen kaputt gelacht hat, dann kann man dieses Rollenspiel auf jeden Fall mal antesten. Man sollte sich jedoch nicht zu sehr von den ersten 1-2 Stunden blenden lassen, denn schon kurz danach offenbaren sich die Schwächen am Spielsystem. Wenn man damit klar kommt, dann wird man seinen Spaß damit haben, ansonsten sollte man die Finger davon lassen.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

65%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

14.09.2007

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+


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