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Reviews: Nintendo DS

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Castlevania Dawn of Sorrow

Action Adventure

18.10.2007

 

Autor: Philipp Bress

 

 

Altbekannt und trotzdem neu

 

Seit der Sonnenfinsternis 2035 war mein Leben nie wieder dasselbe.

Damals wurde mir klar, dass ich, Soma Cruz, die Wiedergeburt Draculas bin...

In seinem Schloss erfuhr ich die ganze Wahrheit...

Ich besaß die Macht, mir die Seelen meiner Feinde anzueignen.

Fast wäre ich dem Bösen erlegen, doch meine Freunde bewahrten mich davor.

Seit dem ist knapp ein Jahr vergangen, und ich dachte alles wäre vorbei...

 

Mit dieser kurzen Einleitung beginnt der erste Ableger der Castlevania-Reihe für den Nintendo DS. Dawn of Sorrow (DoS) ist das erste Castlevania, in dem der Touchscreen zum Einsatz kommt und damit verbunden ein neuartiges Magic-Seal-System. Zusätzlich wird auf das RPG-ähnliche System aus Castlevania: Aria of Sorrow (AoS), dem 2003 erschienenen Vorgänger für den Gameboy Advance, zurückgegriffen. Sprich, unser Protagonist hat eine sattes Sortiment an Waffen und Zaubern, von dem man im Laufe des Spiels auch ordentlich Gebrauch machen kann, um gegen die Horden des Bösen zu bestehen. Wie gut oder schlecht der erste Auftritt der Castlevania-Reihe auf dem DS ist, werde ich euch in den folgenden Zeilen näher bringen.

 

DoS spielt ein Jahr nach den Ereignissen von Aria of Sorrow und passt somit ebenfalls nicht in die typische Castlevania Zeitlinie. Zum einen, weil es im Jahre 2036 spielt und natürlich weil man keinen Vertreter aus den Familien der Belmonts oder der Morris steuert.

 

Abermals schlüpfen wir in die Rolle des Soma Cruz, der Wiedergeburt Graf Draculas. Diesmal wird Soma von einem geheimnisvollen Kult attackiert, der ihn umbringen will, um den Fürsten der Dunkelheit erneut auferstehen zu lassen. Der von Celia Fortner angeführte Kult lebt in dem Glauben, dass das absolute Gute nur dann existieren kann, wenn es ein Äquivalent dazu gibt, nämlich das absolute Böse und dieses verkörpert Dracula höchstpersönlich. So geht es, wie auch schon in den unzähligen Vorgängern, abermals in ein Schloss, welches dem des dunklen Grafen stark ähnelt, um die Welt zu retten und die Wiederauferstehung Draculas zu verhindern. Unterstützt wird man hier von seinen Weggefährten Hammer, Yoko Belnandes, Julius Belmont und Genya Arikado, welche einen mit Information und Rüstzeug versorgen.

 

Da ich schon DoS vor AoS und einen großen Teil der anderen Ableger der Reihe spielte, war es für mich eine Überraschung, dass ich nicht wie gewohnt mit der Peitsche Vampirkiller in den Kampf zog. Zuerst hegte ich einige Zweifel, ob das richtige Feeling aufkommen wird ohne die klassischen Elemente wie die Peitsche, die Belmonts usw.. Meine größte Angst bestand allerdings darin, dass der Touchscreen mehr schlecht als recht eingesetzt wird und das ganze Spiel den Bach runter zieht. Allerdings wurde ich schon früh eines besseren belehrt. Die Story ist von Anfang an fesselnd, das Gameplay stimmig und der Soundtrack fantastisch!

 

Zu Beginn des Spiels, werden dem Spieler kurz und knackig die wichtigsten Moves und Taktiken beigebracht. Hier wird einem Somas Fähigkeit näher gebracht, die Seelen gefallener Monster zu beherrschen. Dieses Thema wird nur kurz angeschnitten, da Soma diese Gabe ja bereits vor einem Jahr entdeckte. Aber da viele von euch sich vielleicht nicht im Klaren sind, worum es sich bei dieser Fähigkeit handelt, werde ich diese kurz erläutern.

 

Soma ist aufgrund dessen, dass er die Wiedergeburt Draculas ist, in der Lage sich die Seelen seiner gefallen Feinde einzuverleiben. Soweit so gut. Tötet ihr nun ein Monster, z.B. ein  einfaches Skelett, wird die Seele freigesetzt und kommt automatisch zu euch. Was ihr nun von der Seele habt? Ganz einfach: die Seele steht stellvertretend für die besondere Fähigkeit des Feindes. So ist es z.B. bei dem Skelett die Fähigkeit Knochen zu werfen. Und dreimal dürft ihr raten, was ihr nun anstellen könnt! Natürlich, ihr könnt auch Knochen werfen! Da ihr von jedem Monster, das euch begegnet, die Seele erhalten könnt, bietet sich euch ein breites Spektrum der unterschiedlichsten Fähigkeiten an. Aber Achtung! Ihr bekommt nicht von jedem Monster auf Anhieb die Seele, denn es geht nach dem Motto umso stärker, umso seltener! Manche Monster muss man erst unzählige Male töten, bis man endlich den heiß begehrten Lohn erhält. Zusätzlich sind die Seelen in 4 verschiedene Kategorien aufgeteilt. Die erste davon ist die Kategorie Schuss. Diese verbraucht bei jeder Benutzung eine bestimmte Anzahl MP (Magiepunkte) wie z.B. beim werfen von Knochen. Schutz ist die zweite Kategorie. Bei diesen Seelen wird fortlaufend, während der Anwendung eines Zaubers (z.B. ein Schildzauber) permanent MP abgezogen. Hier ist wichtig, dass man auch darauf achtet, die Zauber auch wieder auszuschalten (per R-Taste), sonst steht man plötzlich ohne MP da. Die Seelen der Kategorie Zauber ziehen überhaupt keine MP ab, obwohl sie die Stats (Kraft, Ausdauer etc.) auf Dauer verbessern. Einfach die Seele anlegen und der Spaß kann losgehen! Als letztes komme ich zur Kategorie Fähigkeiten. Seelen dieser Art bekommt man primär von Bossen und Konsorten. Diese Seelen muss man nicht selber anlegen, sie verleihen einem Spezialfähigkeiten, indem man die Seelen einfach bei sich führt. Zu den Spezialfähigkeiten zählen unter anderem Dinge wie ein Doppelsprung, aber ich möchte euch hier ja nicht schon alles verraten. Außerdem, kann man auch noch andere Dinge mit den Seelen der Monster anstellen, dazu später mehr!

 

 

Nachdem das erledigt ist, landet man auch schon vor den Toren des Schlosses. Hier trifft man auf Hammer, der den Spieler mit Rüstzeug unterstützen will und es sich anschließend in einem kleinen Lädchen gemütlich macht. Direkt vor der Zugbrücke trifft man auf Yoko Belnandes und Julius Belmont. Julius verdonnert Yoko dazu, als Informantin außerhalb des Schlosses tätig zu sein. Jetzt macht Julius zusätzlich klar, dass er mit Soma kurzen Prozess machen wird, sollte Soma sich auf die dunkle Seite schlagen, darauf verschwindet er auch schon mit einem grazilen Sprung über den Burggraben in die Residenz des dunklen Herrschers. Wie sich direkt herausstellt, ist Yoko wirklich eine nützliche Hilfe, denn sie erklärt dir wohl die größte Neuerung im neuen Castlevania! Nämlich die magischen Zirkel. Zuerst wird man vielleicht geschockt sein, denn Yoko offenbart dem Spieler, dass die Bosse im Schloss gar unverwundbar sind und Türen mit dunkler Magie versperrt sind. Aber das ist natürlich kein Problem, denn man verfügt ja über magische Zirkel und hier kommt auch endlich der Touchscreen zum Einsatz! Den ersten Zirkel bringt Yoko dem Spieler auch direkt bei. Steht man z.B. vor einer versiegelten Tür, so erscheint ein Feld, in dem man ein Siegel einzeichnen muss. Im ersten Fall ist es ein großes \/. Diese Form zieht man einfach mit dem Stylus auf dem Touchscreen nach und schwups ist die dunkle Magie gebannt und der Weg ist frei. Selbiges gilt auch für die Boss-Kämpfe. Zunächst ist es die Aufgabe, den Boss quasi bewusstlos zu prügeln bis endlich das Feld erscheint, um die Siegel einzuzeichnen. Hast man dies nun erfolgreich gemacht, so wird der Boss verbannt und man erhält eine neue Fähigkeit. Eine durchaus innovative und interessante Neuerung, in der der Touchscreen zum Einsatz kommt.

 

Nun hat Yoko uns mit dem neuen System vertraut gemacht und man hat auch den ersten Erfolg über einen kleinen Zwischenboss zu verzeichnen. Folgt man weiter dem Weg, landet man nun in einem kleinen Dorf, welches am Fuß des Schlosses liegt. Monster sind hier eher weniger vertreten, da dieses Gebiet so etwas wie euer Headquater bildet. Hier hat sich Hammer mit seinem kleinen Laden einquartiert und Yoko hat auch ein Kämmerchen in Beschlag genommen. Stattet Yoko ruhig einen Besuch ab, denn hier erklärt sie euch noch eine Neuerung im Spiel! Ihr könnt nämlich mit Hilfe von Seelen eure Waffen verbessern. Das System ist ganz simpel. Yoko gibt euch vor, wie viele Seelen ihr sammeln müsst, um z.B. euer Kurzschwert zu verbessern. Nun sammelt ihr die angegeben Zahl von Seelen und bringt sie ihr zurück. Das war es auch schon. Nun könnt ihr eure Waffe verbessern und stärker in den Kampf ziehen. Der gute Hammer verkauft euch allerhand an nützlichen Dingen wie z.B. Tränke um euer TP (Trefferpunkte) aufzufüllen, Waffen jeglicher Art und Rüstungen.

 

Wie ihr den teilweise teuren Spaß bezahlt? Kloppt ihr ein Monster zu Brei, so ist es sehr bereitwillig euch die eine oder andere Münze zurück zu lassen. Natürlich könnt ihr Hammer auch eure Items verkaufen, die ihr auf den Raubzügen durchs Schloss erobert habt. Was? Ihr fragt euch, ob ihr den gesamten Weg durch die unheimlichen Gemäuer immer zurück rennen müsst? Natürlich nicht! Denn an den wichtigsten Stellen, wie vor den Türen zu Bossen sind so genannte Warp-Räume. Mit Hilfe dieser nützlichen Räume könnt ihr euch quer durch das Schloss teleportieren und so viele Wege verkürzen, aber natürlich müsstet ihr zuerst die Räume finden! Neben den Warp-Räumen gibt es selbstverständlich auch Speicher-Räume. Diese sind in der Regel in direkter Umgebung der Warp-Räume und leicht zu finden. Mehr möchte ich euch, was Story anbelangt, jetzt nicht verraten, da ich euch das Spiel nicht versauen möchte, indem ich euch die spannenden Details vorweg nehme.

 

Auf das RPG-ähnliche System, möchte ich jetzt nicht allzu detailliert eingehen, denn es unterscheidet sich kaum von dem gängigen Standard. Durch das umnieten der Monster sammelt ihr Erfahrung und sobald ihr genug davon gesammelt habt, steigt euer Level auf und eure Stats verbessern sich. Sprich mehr Kraft, mehr Intelligenz, mehr Kondition - das übliche halt.

 

Wie in nahezu jedem Castlevania ist der Soundtrack einfach das i-Tüpfelchen! Die stimmigen Kompositionen unterstützen und verstärken, in Kombination mit der genialen Sprite-Grafik, das klassische Castlevania-Feeling perfekt! Die Steuerung ist für diese Art von Adventure super umgesetzt und kaum besser zu machen! Über den normalen Spielmodus hinaus, kann man noch weitere freispielen, wie z.B. den Boss-Rush-Modus und einen, in dem man wahlweise als Julius, Yoko oder Arikado auf Vampirjagd gehen kann.

 

Auch Castlevania: Dawn of Sorrow ist ein mehr als würdiger Vertreter seiner Reihe. Allerdings hätte DoS ein kleiner Neuanstrich nicht schlecht getan. Denn Konami hat in meinen Augen leider ca. 50% der vorhandenen Monster einfach aus dem 10 Jahre alten Castlevania: Symphonie of the Nights (PSX) übernommen. Neben diesem Kritikpunkt habe ich leider noch zwei weitere. Der erste ist, dass der Touchscreen leider hauptsächlich nur für das Zirkel-System verwendet wird. An einer Stelle darf man zwar noch mit dem Touchpen ein paar Eisblöcke zertrümmern, aber dies wirkt mehr aufgesetzt als innovativ. Der letzte Kritikpunkt ist der Multiplayer-Modus. Wer sich auf einen genialen Ko-Op Modus gefreut hat, in dem man mit seinen Freunden gemeinsam durch die unzähligen Räume und Hallen des Schlosses streifen kann, wird leider arg enttäuscht. Man darf lediglich einen Boss-Rush durchführen, der nicht halb so viel Spaß bereitet.


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Fazit

Castlevania: Dawn of Sorrow kann sich zwischen seinen Vorgängern durchaus sehen lassen! Konami hat wieder einmal großartige Arbeit geleistet was Grafik, Sound und Spielspaß angeht. Einzige Mankos sind der lieblose Multiplayer, der wenig vorhandene Einsatz des Touchscreens und das leicht verstaubte Design der Monster, welche einfach aus einem alten Teil der Serie übernommen wurden. Trotzdem ist das Spiel einfach ein Muss für jeden Fan und Liebhaber der Serie!

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

65%

Multiplayer

Release

22.08.2005

Developer

Konami

Publisher

Konami

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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