Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Squinkies Überraschung

Sonstiges

08.07.2011

Autor: Martin Küpper

 

 

Kein Spiel für kleine Mädchen!

 

Grundsätzlich ist ja nichts dagegen einzuwenden, dass es auch Spiele gibt, die sich nicht (ausschließlich) an die Gruppe der Gamer richtet. Da allerdings viele Hersteller die so genannten Casual Spiele als Ausrede dazu benutzen, auch wirklich schlechte Titel zu rechtfertigen, habe ich teilweise doch etwas dagegen. Auch ein Titel, der sich an ein junges Publikum richtet, muss einfach gewissen Qualitätsstandards erfüllen, was leider viel zu selten der Fall ist.

 

Eines der Beispiele dafür ist Squinkies, das von Activision für den Nintendo DS herausgebracht wurde. Squinkies sind kleine Plastikfiguren, von denen es quasi unendlich viele verschiedene, darunter natürlich auch sehr seltene, gibt. Diese kleinen Viecher sollen bei Mädchen im Alter von 4 – 11 Jahren eine Sammelleidenschaft entfesseln, um mehr Umsatz zu generieren. Wirklich etwas anstellen kann man mit den Figuren nicht, außer eben sie zu sammeln. Und genau auf diesem Prinzip basiert das Videospiel, dem gleich vier angeblich seltene Squinkies beiliegen.

 

Nachdem ich also das Testmuster mehr oder weniger freiwillig übernommen habe, stürzte ich mich ins Getümmel. Zu Beginn hat man die Auswahl zwischen drei verschiedenen Prinzessinen, die jedoch alle gleich aussehen und nur ein anderes Outfit tragen. Mit der Gewählten läuft man dann auch dem unteren Bildschirm herum und kann stets nur einer der vier Türen betreten. Immer wenn "Berichte über velorene Squinkies" rein kommen, darf man durch eine der Türen in ein bestimmtes Gebiet und muss dort Kugeln einsammeln.

 

Das Gebiet ist wie ein Labyrinth aufgebaut, das jederzeit komplett auf dem oberen Bildschirm dargestellt wird. Darauf sieht man auch, wo die Kugeln versteckt sind. Die einzige Schwierigkeit stellen Schildkröten dar, die Wege blockieren. Hat man eine Kugel erreicht und sie angetippt, kommt man in eines von fünf (!) Minispiele. Schafft man dieses, bekommt man den Inhalt der Kugel: einen Squinkie. Ist man sogar schneller als eine bestimmte Zeit, dann erhält man eine magische Münze. Mit dieser kann man an einem Automat weitere Kugeln und damit Squinkies erhalten.

 

Die Minispiele sind nicht besonders vielseitig. In einem flitscht man Kugeln wie bei Billard zusammen, in einem anderen muss man Früchte einsammeln und ein noch anderes stellt eine sehr vereinfachte Form von Memory dar. Ach ja, ausmalen muss man hin und wieder auch... Darüber hinaus gibt es auch noch ein Bubble Bobble artiges Spiel, das von allen noch am wenigsten keinen Spaß macht.

 

Wobei das Spiel und die Minispiele an sich gar nicht mal so schlimm sind, wirklich nervig ist die Monotonie. Man rennt die ganze Zeit entweder nur durch vier immergleiche Labyrinthe und spielt eines der fünf Minispiele. Die werden zwar im Laufe der Zeit etwas schwerer, aber unterm Strich ist es immer wieder dasselbe. Immer wieder. Immer wieder. Immer wieder. Und dafür (inkl. vier kleiner Figuren) fast 50 Euro zu verlangen, ist einfach nur dreist. Wobei bei der Menge an Content selbst geschenkt noch zu teuer wäre... Aber es wird noch besser!

 

 

„Ich sehe eine Kugel“

 

Das Schlimmste am Spiel ist der Ton, aber zunächst zur Grafik, die ist nämlich einfach nur schwach. Fünf kleine 3D-Umgebungen, drei Outfits für dieselbe Prinzessin und fünf Minispiele sind alles, was man grafisch zu entdecken hat – total verpixelt mit schlechten Texturen und quasi ohne Animationen. Selbst die Schildkröten scheinen über den Boden zu schweben, da sie sich sonst unmöglich vom Fleck bewegen könnten. Okay, es gibt noch ein paar hundert Squinkies, aber da man mit denen nix machen kann, außer sie sich in der (Achtung, geniales Wortspiel) Kugelbank anzusehen. Juchei!

 

Aber zurück zum Ton. Es ist natürlich klar, dass ein Spiel für junge Mädchen keine Duke-mäßige Stimme bekommt, aber zumindest sollte man Kindern auch kein schlechtes Vorbild sein. Dieses unerträgliche Gequieke ist so absolut lächerlich, dass wir in der Redaktion aus dem Lachen gar nicht mehr heraus kamen. Ein paar Beispiele könnt ihr euch gerne im Video anhören, sofern ihr das noch nicht getan habt...

 

Abschließend noch ein paar Worte zur Steuerung: Die ist an sich gut gelungen und sogar per Touchpen und per Tasten möglich. Da man aber nicht viel machen muss, außer sich in der Umgebung zu bewegen und bei den Minispielen das eine oder anderen anzutippen, wäre das sonst auch echt noch peinlicher gewesen.

 

 

Vielen Dank an Activision für das Testmuster.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Auf den ersten Blick ist Squinkies gar nicht so schlecht wie man vermuten würde. Nach fünf Minuten zeigt sich aber, dass es weder dazu geeignet ist, der Zielgruppe etwas beizubringen, noch den Preis wert ist. Da man, abgesehen von den ganzen Squinkies, die im Spiel versteckt sind, nach fünf Minuten wirklich alles gesehen hat, sind die 50 Euro einfach eine Unverschämtheit. Selbst 30 oder gar 20 wären zu viel gewesen. Da steckt einfach Null Arbeit und noch weniger Liebe drin. Wenn es jedoch wenigstens pädagogisch sinnvoll wäre, hätte ich das ja noch akzeptiert. So kann ich Activision nur Geldmacherei vorwerfen. Schämt euch!

Grafik

schwach

Sound

sch...

Steuerung

ok

Spielspaß

sch...

10%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

24.06.2011

Developer

Human Soft

Publisher

Activision

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes