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Reviews: Nintendo DS

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Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2

Action Adventure

13.07.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Einer geht noch, aber wirklich nur noch einer!

 

Letzten November war es endlich soweit: Nach fast einem Jahrzehnt kam der abschließende siebte Teil der Harry Potter Reihe in die Kinos. Nun können wir endlich auch gucken, wie der letzte Kampf zwischen Harry und Du-weißt-schon-wem ausgeht. Zumindest theoretisch, denn Warner kam auf die geniale Idee aus dem Film zwei Teile zu machen, Profit ist eben doch alles. Und so kam dabei ein erster Teil heraus, der mich nur wenig begeistern konnte, weil er eben genau die langweiligen Teile der Geschichte erzählt. Das das Spiel zum Film – zumindest auf dem DS – nicht mal ein schwacher Trost dafür war, freue ich mich nun umso mehr auf den wirklich allerletzten Film (hoffentlich), der nun endlich in die Kinos kommt. Vorab habe ich die Wartezeit schon mit dem hoffentlich auch letzten Harry Potter Spiel verbracht, was aber gelinde gesagt keine allzu gute Idee war.

 

Schon der Vorgänger hatte das Problem, dass man ohne Kenntnisse der Serie nur Bahnhof versteht, weil einfach die Hälfte der Geschichte weggelassen und elementare Teile mal eben so verändert wurde. Das ist vor allem deshalb blöd, weil die Magie der Serie ja gerade durch die spannende Geschichte entstanden ist, aber Schwamm drüber. Darüber hinaus hatte der Vorgänger auch noch nichts eigenes zu bieten, alles war schlecht von den Zelda-Spielen für denselben Handheld geklaut und es gab Elemente wie das Brauen von Zaubertränken, das einfach nur genervt hat. Es kann im Nachfolger also eigentlich nur besser werden, oder?!?

 

Nein! Obwohl man keine Tränke mehr brauen muss und man einige Fehler der Steuerung einfach dadurch behoben hat, dass es diese Elemente nun nicht mehr gibt, macht das Spiel sogar noch weniger Spaß als 7.1. Warum? Weil das Spiel langweilig, monoton, uninspiriert und technisch schlecht ist.

 

In zehn Kapitel unterteilt soll man die Geschichte des achten Films nachspielen können, bekommt aber den roten Faden nie zu fassen, weil einfach nichts erklärt wird. Die einzelnen Kapitel hängen nicht wirklich erkennbar zusammen und selbst innerhalb der Kapitel geht es stupide nur darum, sich von Raum zu Raum vorzuarbeiten. Auf dem oberen Bildschirm wird stets eine schön gezeichnete Karte im Stile der Karte des Rumtreibers angezeigt, auf der man auch Gegner und die eigene Position sieht. Da sich das Gameplay aber entweder darauf beschränkt, Schalter in der richtigen Reihenfolge zu betätigen oder alle Gegner zu besiegen, wird es schon nach etwa zehn Minuten langweilig.

 

Da helfen auch die Zauber und die verschiedenen Charaktere nicht wirklich, denn im Prinzip ist es immer dasselbe. Ob man nun mit Ron im Deluminator Licht von einer Fackel zur nächsten transportiert, mit Neville Ranken wachsen lässt oder mit Hermine Schlösser knackt, interessant wird es wirklich nie. Das liegt vor allem daran, dass alles so offensichtlich ist, dass man nie nachdenken muss. Man macht einfach eins nach dem anderen und arbeitet sich von Raum zu Raum vor. Mehr zu erleben gibt es nicht.

 

Außer vielleicht den einen oder anderen Endgegner, die sind aber auch nicht wirklich spannend. Besonders toll bei denen finde ich, dass sie unnötig schwer gemacht werden. So läuft Harry beim Kampf gegen einen Drachen nach jeder Phase automatisch an die ungünstigste Stelle zurück, so dass man sich wieder dahin vorkämpfen muss wo man zum Schlag ausholen kann. Okay, würde man da stehen bleibe, dann wäre der Kampf vermutlich nach 15 Sekunden vorbei, so dauert es doch eher 60.

 

Was auch noch nervt ist, dass man in Räume, sollte man mal alle Herzen verlieren, immer wieder ganz von vorne anfangen muss. Das schließt auch sämtliche Erklärungen neuer Features ein, die also jedes Mal komplett wiederholt werden, wenn man scheitert. Und wo ich gerade schon mal beim Meckern bin, hole ich mal so richtig aus. Wieso muss man per Zauber Leitern zusammen bauen, wenn der Charakter dann doch einfach so den Vorsprung hoch klettern kann? Wieso kann man in manchen Kämpfen den Schutzschild nicht einsetzen? Wieso wird man von einem Projektil getroffen, obwohl es auf dem Bildschirm deutlich am Charakter vorbei fliegt? Wieso können Gegenstände zwar zum Schweben gebracht werden, stürzen dann aber ab, wenn sie nicht mehr über festem Untergrund schweben? Wieso verlässt der Partner einen bereits aktivierten Team-Schalter, wenn die eigene Figur in einem Abgrund fällt? Auf diese Art könnte ich noch Stunden weiter machen, aber kommen wir doch lieber mal zu den technischen Aspekten.

 

 

Pixel, Matsche und Ohrenschmerz!

 

Dass der DS 3D-Grafiken gut darstellen kann ist bereits klar, seit Nintendo zum Launch Super Mario 64 neu veröffentlicht hat. Doch scheinbar haben einige Entwickler auch über ein halbes Jahrzehnt später das noch nicht verstanden. Oder es musste einfach schnell gehen. Jedenfalls sieht Harry Potter mal so richtig schlecht aus. Man kann zwar die Figuren einigermaßen erkennen, aber das war es dann auch schon. Die Texturen sind so verpixelt, das manche Pixel je nach Situation fast einen Zentimeter groß werden können. Ebenso haben die Figuren keine wirklich guten Animationen, sondern wirken stocksteif. Das schafft es sogar die romantische Szene zwischen Harrys besten Freunden absolut ins Lächerliche zu ziehen. Zuletzt muss ich auch noch über ein paar Effekte meckern. So ist Feuer zum Beispiel einfach nur ein rot und gelb eingefärbter Zylinder und Geister sind einfach nur grau und kein bisschen durchsichtig. Geht’s noch?

 

Gelernt haben die Macher wenigstens beim Thema Musik, hier ging es aber in der Tat nur besser, beim Vorgänger wurde sie nämlich einfach komplett vergessen. Ja, richtig gelesen, Harry Potter 7.1 für den DS hatte nur Geräusche zu bieten und keine Musik. Nun gibt es ein paar Stücke, die jedoch weder qualitativ noch quantitativ für ein besseres Spielerlebnis sorgen. Der Wiedererkennungseffekt fehlt total und die Stücke laufen nicht mal in einem Level unterbrechungsfrei durch sondern fangen bei jedem neuen Raum wieder von vorne an.

 

Zuletzt noch ein paar Worte zur Steuerung. Die war im Vorgänger schlecht und ist es auch hier. Oft wird nicht richtig erkannt, ob man sich nun bewegen oder einen Gegner angreifen will. Dazu passiert es laufend, dass man einen so genannten Flächenzauber einsetzt, wenn man sich eigentlich bewegen will. Das ist vor allem deshalb ärgerlich, weil man diese Flächenzauber nur begrenzt einsetzen kann. Auch die Erkennung bei den Spezialzaubern, wo man ein Symbol auf dem Touchscreen nachzeichnen muss, ist eher schlecht als recht. Manchmal kam es mir so vor, als sei es völlig egal, was ich auf den Bildschirm zeichne. Zuletzt ist auch die Richtung von Zaubern eher zufällig. Man steht zum Beispiel vor einem Schalter und tippt ihn an, damit Harry seinen Zauberstab schwingt und den Schalter per Energiekugel aktiviert. Doch auch wenn man den Schalter direkt antippt, passiert es häufiger, dass man ganz woanders hin schießt. Vor allem in hektischen Situationen und bei kleinen Gegnern, die wie im Vorgänger schon nur mit Glück überhaupt getroffen werden können, ist das nervig. Nun reicht es aber!

 

 

Vielen Dank an Elektronic Arts für das Testmuster.


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Fazit

Ich dachte, Harry Potter 7.2. könnte auf dem DS kaum schlechter werden als es 7.1 war. Falsch gedacht. Okay, einige Fehler wurden durch schlichtes weglassen behoben und es gibt auch ein paar interessante, neue Ansätze, zum Beispiel dass man stets zu zweit mit vielen verschiedenen Charakteren unterwegs ist. Da das jedoch quasi keine Auswirkungen auf das Gameplay hat und neben der schlechten Technik auch noch die miese Steuerung das Erlebnis verdirbt, gibt es wirklich absolut gar keinen Grund, dieses Spiel zu kaufen. Die Story wird ebenso vernachlässigt und der Mehrspieler-Modus ist eigentlich nicht mal eine Erwähnung wert. Von daher: lässt die Finger davon und verbringt eure Zeit daher besser mit Nase popeln, da hat man wenigstens noch was von.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

30%

Singleplayer

29%

Multiplayer

Release

14.07.2011

Developer

WB Games

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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