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Reviews: Nintendo DS

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DK Jungle Climber

Jump 'n Run

24.10.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Von Affen und grausame Echsen!

 

Jeder Held braucht einen Gegenspieler, sonst würde er schnell in Vergessenheit geraten. Was für Mario Bowser und für Link Ganondorf ist, das ist die Echse King K. Rool für Donkey Kong und seine Affenbande. Zwar war Donkey Kong Senior (heute bekannt als Cranky Kong) ursprünglich selbst mal der Bösewicht und machte dem Klempner Mario das Leben schwer, aber seinen Sohn kümmert das wenig, so dass er sich einfach auf die Seite der Gerechtigkeit geschlagen hat. Ein weiteres Mal hat der böse Echsenkönig einen diabolischen Plan, um die Weltherrschaft an sich zu reißen, diesmal nutzt er dabei sogar die Hilfe von Außerirdischen.

 

Besagte Wesen, die einer Banane zum verwechseln ähnlich sehen, haben Kristallbananen erschaffen, die eine unglaubliche Macht besitzen. Diese wurden von den Echsen geklaut und müssen nun nur noch in Sicherheit gebracht werden, damit ihr Plan in die Tat umgesetzt werden kann. Doch zum Glück sind Donkey, Diddy und Cranky Kong gerade in der Nähe als der Diebstahl stattfindet, also machen sie sich auf die Jagd nach K. Rool und seiner Bande, um dem lecker aussehenden Wesen zu helfen.

 

Bevor es jedoch losgehen kann, wird man vom Cranky in einem Level in die Steuerung des Titels eingewiesen, die grundlegend anders ist, als sonst üblich. Das wichtigste Element ist das Klettern und dazu steuert man die zwei Hände des Protagonisten mit den beiden Schultertasten des DS. Drückt man sie, dann greift er zu und lässt erst dann wieder los, wenn man die Taste loslässt. Solange DK nur mit einer Hand Halt gefunden hat, dreht er sich im Kreis um diesen Haltepunkt herum. Greift man auch mit der zweiten Hand zu, dann hängt er still. Auf diese Art klettert man durch einen Großteil der Level. Lässt man los, dann springt der Held automatisch in die Richtung ab, in die er gerade blickt.

 

Um sich durch den Dschungel zu schwingen, sind natürlich massig Haltepunkte verteilt. Anfangs stehen die noch still an einer Stelle, irgendwann stürzen sie dann auch schon mal ab, wenn man zu lange dran hängt und am Ende bewegen sie sich sogar mehr oder weniger schnell. Um diese Punkte zu treffen, springt man vom letzten Standort einfach ab. Die Flugrichtung von DK kann man dann in der Luft noch mit den Schultertasten beeinflussen.

 

Wenn man sich auf dem Boden befindet, dann lässt man DK mit der rechten Schultertaste nach rechts und mit der linken nach links gehen. Drückt man beide Tasten gleichzeitig, dann springt der Affe. Die Bewegungen sind daneben auch noch mit dem Steuerkreuz möglich. Ein Druck auf den A-Knopf lässt DK einen Angriff ausführen, der allerdings weder weit noch sonderlich sicher ist, aber dazu später mehr. Natürlich kann man nicht nur vom Boden aus angreifen, sondern auch hängend in die Richtung, in die man gerade blickt.

 

Grundsätzlich funktioniert die Steuerung ganz gut, aber sie ist extrem gewöhnungsbedürftig. Durch die ständigen Drehungen der eigenen Figur verliert man sehr schnell den Überblick und macht so oftmals Fehler. Zu Beginn fällt das jedoch nicht so sehr ins Gewicht, da es recht gemütlich beginnt, später wird es aber umso lästiger.

 

 

Mit der Bande durch Raum und Zeit!

 

Da die Außerirdischen ein Gerät haben, mit dem man durch verschiedene Dimensionen reisen kann, bleibt das Geschehen natürlich nicht immer auf der Inselgruppe, auf der die Affen Urlaub gemacht haben. Neben den typischen Tropen-, Höhlen-, Eis- und Geisterumgebungen gibt es also auch total abgedrehte Umgebungen, wie ein Spielzeugland, ein Spiegellabyrinth und vieles mehr. Eins bleibt jedoch immer gleich: Das Ziel jedes Levels ist es, das Ende zu erreichen, um so den Echsen zu folgen. Auf dem Weg sammelt man neben Bananen – von denen 100 je ein neues Leben spenden – noch diverse Münzen und andere Dinge ein, die man braucht, um zum Beispiel geheime Level zu finden, weitere Extraleben zu bekommen und nicht zuletzt um 100% erreichen zu können.

 

Zu Beginn ist es noch sehr einfach, die Levels zu beenden und dabei auch alle Gegenstände einzusammeln. Spätestens in der dritten Welt, wobei eine Welt aus fünf regulären Levels besteht, wird das aber immer schwerer und irgendwann dann nahezu unmöglich. Generell habe ich ja nichts gegen einen hohen Schwierigkeitsgrad, aber bei Jungle Climber ist es schon gegen Mitte des Spiels teilweise so schwer, dass man leicht frustriert aufgeben kann. Ein Beispiel: Für den Boss der dritten Welt habe ich 42 Leben gebraucht, bevor es endlich geklappt hat.

 

Aber warum ist das so? Das Problem ist, dass man einfach keine Fehler machen kann, denn sobald man von einem Gegner berührt wird oder in einen Abgrund stürzt, muss man wieder von vorne anfangen. Da hilft auch der Angriff nicht immer, denn der wirkt nur eine gewisse Distanz, bevor DK wieder verletzbar ist. Das ist vor allem deshalb blöd, weil er dennoch weiter in die Absprungrichtung fliegt und erst später wieder in Richtung Boden fällt. Setzt man einen Angriff also nur wenige Millimeter zu weit weg vom Gegner ein, dann stirbt man und muss es erneut versuchen. Zum Glück gibt es recht faire Rücksetzpunkte, so dass man nie allzu viel wiederholen muss, aber nach 20 erfolglosen Versuchen spielt das dann auch kaum mehr eine Rolle. Es gibt zwar die Möglichkeit, Diddy Kong als Begleitung zu finden und dann einmal getroffen zu werden, ohne gleich tot zu sein (dann ist Diddy natürlich wieder weg), aber das hilft leider nicht wirklich.

 

Später wird es sogar so schlimm, dass man zum Beispiel 5 Minuten einen schwierigen Weg zurücklegt und dann abstürzt oder getroffen wird und alles für die Katz war. Das liegt vor allem daran, dass es später immer hektischer wird, so dass jeder Sprung beim ersten Mal sitzen muss, um nicht zu sterben. Wenn man dann 20 perfekte Sprünge hintereinander schaffen muss, um ans Ziel zu kommen, dann kann von hoher Schwierigkeit kaum mehr die Rede sein. Da macht es sogar mehr Spaß, den zweiten Schmerz zu erleben, den ein zu scharfes Chili verursacht...

 

 

Ein Urlaub im Dschungel!

 

Abseits von den Unzulänglichkeiten der Steuerung gibt es an der Technik kaum etwas zu meckern. Die Umgebungen sehen sehr gut aus, vor allem durch die dreidimensionalen Hintergrundelemente. Die Charaktere sind gut gelungen und überzeugen vor allen Dingen in der Nahansicht, wofür zwar extra feinere Modelle programmiert wurden, aber dadurch kann das Geschehen eben auch ganz nah ran zoomen und es sieht trotzdem noch super aus. Die Musik ist typisch für die Affenbande: Durchgeknallt und abwechslungsreich. Es gibt einige Titel mit Ohrwurm-Charakter und jede Menge Abwechslung. Ebenso sind die Soundeffekte sehr gut gelungen.

 

Am Umfang gibt es nur wenig zu bemängeln. Neben den etwa zwei Dutzend regulären Leveln gibt es eine Handvoll geheimer Areale, die man nur finden kann, wenn man die regulären einer Welt komplett gelöst hat. Um das Spiel zu schaffen, muss man je nach Fähigkeiten und Ausdauer zwischen 5 und 15 Stunden einplanen, wie viel Zeit man für 100 % braucht, wage ich nicht mal zu schätzen. ;)

 

Jungle Climber wird durch diverse Minispiele aufgelockert, die im Laufe der Zeit freigeschaltet werden. Hier muss man zum Beispiel herabrollende Stämme überspringen, mit einem Fass möglichst viele Bananen einsammeln, Bananen mit den Händen einfangen oder um die Wette klettern. Einige der Minispiele kann man sogar mit bis zu vier Spielern gegeneinander spielen, was mit nur einer DS-Karte möglich ist. Dieser Modus ist zwar eine nette Beigabe, aber er ist weder vielseitig noch wirklich lange motivierend, da es nur zwei mehrspielertaugliche Minispiele gibt, was einfach viel zu wenig ist. Weder das mit den zwei Schultertasten gesteuerte Fassrennen auf nur vier verschiedenen Strecken noch das Wettklettern auf ebenso vielen Parcours können lange begeistern.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

DK Jungle Climber ist sicherlich kein schlechtes Spiel, denn sowohl die Technik als auch der Umfang sind okay. Allerdings ist die Steuerung teilweise einfach viel zu hektisch und daher kommt in späteren Leveln sehr schnell Frust auf. Wer sich davon nicht stören lässt und Lust auf ein etwas anderes Jump & Run hat, für den ist der Titel mit Sicherheit geeignet. Menschen, die schnell die Fassung verlieren, wenn mal etwas nicht klappt, sollten besser die Finger davon lassen. Der Mehrspieler-Modus bietet leider nur sehr wenig Abwechslung und ist daher kaum zu empfehlen. Für ein paar Minuten zwischendurch mit ein paar Freunden kann man aber durchaus Spaß damit haben.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

70%

Singleplayer

50%

Multiplayer

Release

12.10.2007

Developer

Paon

Publisher

Nintendo

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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