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Reviews: Nintendo DS

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X-Men Destiny

Action

01.11.2011

Autor: Lukas Strübig

 

 

Genismus?

 

Mutanten sind die neue Minderheit, zumindest wenn es um Comics geht. Da hat man nur einen Laserblick oder psychische Kräfte und schon haben die Menschen Angst vor einem. Dabei können Gene doch so viel. Man ist Herr über das Feuer, man kann Metall mit seinem Willen kontrollieren oder Blitze auf seine Feinde nieder regnen lassen. Oder?

 

Das hier ist X-Men Destiny für den Nintendo DS.

 

 

Mutation für Anfänger

 

Nach dem Tod von Professor Xavier sind die X-Men in alle Windrichtungen zerschlagen, die Bruderschaft unter Magneto verhält sich verdächtig ruhig und in den Schatten lauert Bastion, ein Zeitreisender aus der Zukunft, der für Xaviers Tod verantwortlich ist. Die Bewegung der Purifyer, einer Anti-Mutanten Schlägertruppe macht die Situation nicht unkomplizierter.

 

In diesem nicht uninteressanten Setup findet sich der Spieler wieder, dessen Entscheidungen das Schicksal der angespannten Beziehung zwischen Mutanten und dem Rest der Welt bestimmen soll. Kann eine Einigung, eine Koexistenz entstehen oder ist der einzige Ausweg der Krieg?

 

So schwer diese Frage auch in den Comics zu sein scheint, das Spiel hat sich bereits entschieden, die X-Men sind die Guten und die Bruderschaft die Bösen. Dass man als Spieler im Endeffekt also nur die Wahl hat, ob man Jesus oder Hitler sein will, ist schade, denn das Thema Rassismus, beziehungsweise Genismus wird hier hin und wieder gut aufgegriffen. So wird man im Laufe des Spiels von einem Polizisten gebeten, ein paar verschanzte Verbrecher zu erledigen, sein Kollege versucht uns daraufhin zu erklären, dass wir nur aufgrund unserer Kräfte darum gebeten werden und nicht, weil wir entbehrlich wären.

 

So stark das Skript hin und wieder aber sein kann, das Gameplay ist ein einziger Tiefpunkt. Das beginnt schon mit unserem Protagonisten. Anstatt einen der echten X-Men wie Wolverine, Cyclops oder Nightcrawler zu steuern, ist man einfach irgend ein Typ der gerade so durch Zufall seine Kräfte bekommen hat. Und was für Kräfte? Nun, Cyclops kann Laser aus seinen Augen schießen, Magneto Metall mit seinem Willen steuern und wir haben... eine magische Faust. Geil! Wir haben nicht mal ein eigenes Kostüm.

 

Nein, diese Magische Faust ist alles was wir haben. Denn das Gameplay ist Beat 'em Up in Reinform, was bedeutet, dass man nichts anderes macht. Mehr als eine dreifach Schlag Kombination hat man nämlich nicht drauf. Mit einer Kamera aus der Vogelperspektive kämpfen wir uns also durch uninspirierte Level und müssen einen Weg durch ein Labyrinth finden, das an jeder Ecke gleich aussieht. Die Minimap auf dem unteren Bildschirm, dessen Touch Funktion niemals genutzt wird, hilft uns auch nicht sonderlich weiter, genau so gut kann man auf kariertes Papier starren.

 

Hin und wieder treffen wir dann auf einen lahmen Endkampf und das wars. Wirklich viel wird hier nicht geboten, aber wenn man sich oft genug verläuft kann man schon ein bisschen Zeit tot schlagen. Es wird aber ein langsamer und schmerzvoller Tod.

 

 

Grafik

 

Eigentlich fängt das Spiel stark an, denn die Comic-Zwischensequenzen sind auf den ersten Blick schön gezeichnet, wenn auch auf den zweiten Blick schlecht umgesetzt. Wenn man beispielsweise in einem Bild eine Explosion sieht, hört man keine. So entsteht natürlich keine Spannung.

 

Die Grafik an sich ist dann wieder langweilig. Wie gesagt, jede Ecke in jedem Level sieht gleich aus, und selbst die Level untereinander bieten keine große Abwechslung. Das zweite Level beispielsweise sieht aus wie das erste, nur mit einer anderen Beleuchtung.

 

Die Gegner, die man zu bekämpfen hat, sehen vom Modell her aus wie man selbst, nur eben anders eingefärbt, die Effekte sind langweilig, die Umgebung kein bisschen interessant. Auch wenn man hin und wieder versucht, den Spieler mit einer explodierenden Wand hinterm Ofen her zu locken.

 

Die Musik ist langweilig, aber zumindest vergisst man sie wieder schnell. Sonstige Sound Effekte hören sie meist so an, wie sie sich anhören sollen, sind aber eben auch nichts Besonderes.

 

 

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

X-Men Destiny ist auf dem DS wohl eines der langweiligsten Spiele die es gibt. Das liegt vor allem am lahmen Gameplay und der Story, die nicht ansatzweise ihr Potenzial ausschöpft. Ein simpler Sidescroller wäre da weitaus unterhaltsamer gewesen, doch so endet X-Men Destiny wohl als eines der Spiele, die schneller vergessen werden als die letzte Fast-Pandemie.

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

sch...

27%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

30.09.2011

Developer

Other Ocean

Publisher

Activision

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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