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Reviews: Nintendo DS

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Aliens Investation

Action

05.11.2011

Autor: Martin Küpper

 

 

Alien und Metroid – die perfekte Symbiose?

 

Dass sich Nintendo bei der Entwicklung der Metroid Reihe stark von den Alien Filmen inspirieren ließ, ist angesichts der vielen eindeutigen Anspielungen und Parallelen kein wirkliches Geheimnis. Welche Ironie also, dass sich die Entwickler von Aliens: Infestation ihre Inspiration wiederum bei Metroid geholt haben. Und da der letzte 2D Auftritt von Samus Aran nun schon eine halbe Ewigkeit her ist (Metroid Zero Mission erschien 2004) und ich als Metroid Fan entsprechend sehnsüchtig auf neues Futter warte, kam mir dieser Umstand gerade recht. Doch kann Aliens: Infestation tatsächlich die Lücke füllen, die Nintendo seit mehr als sieben Jahre nicht schließen will?

 

Auf die Gefahr hin, das ich die Luft aus der gerade aufgebauten Spannung direkt wieder rauslasse und euch den Anreiz zum Lesen nehme, möchte ich diese Frage direkt eingangs mit einem klaren nein beantworten. Aber halt, lasst mich das erklären. Denn dass dem nicht so ist, hängt tatsächlich nicht mit der Qualität des Spiels zusammen. Aliens: Infestation fühlt sich trotz aller Gemeinsamkeiten nicht nach einem Metroid Titel an. Zahlreiche eigene Ideen und Ansätze erzeugen eine ganz andere Grundstimmung – mehr noch eine gänzlich eigene Grundstimmung. Und das ist objektiv betrachtet die vielleicht größte Errungenschaft des Spiels.

 

 

Metroid Fusion in düster(er)

 

Auf den ersten Blick sieht das noch anders aus. Allein die Optik erinnert stark an das Vorbild, insbesondere Metroid: Fusion. Und da Fusion ein wirklich hübsches Spiel ist, kann man das durchaus als Lob auffassen. Die Sprites und Hintergrundgrafiken sind alle sehr liebevoll gestaltet und bringen doch die Kälte des Weltraums punktgenau auf den Bildschirm, denn besonders Farbenfroh ist das Spiel nicht. Hinzu kommen die gelungenen Animationen und Effekte, die den Charakteren und Gegnern Leiben einhauchen. Metroid: Fusion in düster(er) ist denke ich eine durchaus treffende Bezeichnung der optischen Präsentation.

 

Auch die grobe Beschreibung des Gameplays klingt noch stark nach Metroid. Ihr wandert als einsamer Marine durch große Spielwelten, in denen ihr mit neuen Items und Fähigkeiten immer neue Wege und Gebiete erforschen könnt. So findet ihr etwa relativ früh im Spiel einen Schweißbrenner, mit dem ihr Türen öffnen könnt, die euch bislang versperrt blieben. Bei der Orientierung hilft euch die Karte, die ihr euch allerdings erst in einem Kontrollraum laden müsst. Mindestens genauso wichtig sind die Speicherpunkte, die über die Level verstreut sind und euch im Kampf gegen die außerirdische Bedrohung als einziger Rückzugspunkt dienen.

 

 

19 kleine Jägermeister…

 

Im Detail werden die Unterschiede zwischen Aliens und Metroid aber dann doch schnell deutlich. Zum einen konzentriert sich das Spiel nicht auf einen Charakter, sondern gibt euch die Kontrolle über ein 4er-Squad. Ihr bewegt euch zwar tatsächlich allein durch die Level, könnt aber an Speicherpunkten jederzeit zwischen den Charakteren wechseln. Der wirklich interessante Ansatz ist aber, dass die Charaktere wahrhaftig sterben, wenn ihre Lebensenergie aufgebraucht ist. Kaum vorstellbar, aber ja, wer ein Mal ins Gras gebissen hat, den holt keine Phoenixfeder, kein 1up Pilz und keine Fee aus dem Jenseits zurück. Ihr werdet auch nicht an den letzten Speicherpunkt zurück gesetzt, nein – ihr wählt auf der Stelle einen anderen Marine und spielt weiter.

 

Damit dieses System nicht zu frustrierend wirkt, erhaltet ihr im Laufe des Spiels die Kontrolle über 19 Marines. Von der Funktion her dient jeder also quasi als ein Leben, doch da jedes Leben ein Gesicht hat, nimmt man den Verlust deutlich schmerzhafter wahr. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass bei so vielen Marines niemand einen wirklich tiefgründigen Charakter hat, der den Verlust noch intensiver gestaltet würde. Doch auch so schafft es Aliens: Infestation die Endgültigkeit des Todes in das Spielerlebnis mit einfließen zulassen. Wer einen Teil der Fire Emblem Reihe gespielt hat, weiß sicher wovon ich spreche.

 

 

Bedrohung liegt in der Luft

 

Auch aufgrund der Präsenz des Todes, gesellt sich zum aus Metroid vertrauten Gefühl der Einsamkeit eine Priese Angst. Auch wenn schon der Titel treffend AlienS lautet, man es folglich also mit mehreren der Viecher zu tun bekommt, erinnert die Atmosphäre eher an Alien, den ersten Teil der Filmreihe. Das Spiel setzt also deutlich intensiver auf Horror-Elemente. Die Musik ist sehr viel minimalistischer als in Metroid und schafft es so ein konstantes Unbehagen zu vermitteln. Selbst einige Schockmomente haben die Entwickler eingebaut.

 

Passend zur Atmosphäre ist auch das Spieltempo viel langsamer. Ihr könnt zwar auf Knopfdruck rennen, doch aufgrund der lauernden Gefahr wählt man meist ganz freiwillig eine langsamere Gangart. Gesprungen wird auch, aber deutlich weniger als in Metroid. Wirkliche Jump’n Run Abschnitte gibt es gar nicht. Das Gameplay beschränkt sich größtenteils auf der Mischung aus Erkunden und Action. Trotz unterschiedlicher Waffen oder Vehikel, wird das Spiel so leider hin und wieder etwas monoton.

 

An der Steuerung gibt es hingegen überhaupt nichts zu meckern. Mittels Tasten und Steuerkreuz bewegt ihr euren Charakter präzise durch die Level, weicht mit Rollen gegnerischen Angriffen aus und nimmt Feinde unter Beschuss. Auf dem Touchscreen könnt ihr währenddessen eure Waffe wechseln, oder einen Blick auf die Karte werfen, auf der ihr mittels Leuchtstab praktischerweise eure derzeitige Position markieren könnt.

 

 

Vielen Dank an SEGA für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Fazit

Aliens: Infestation ist ein wirklich gelungenes Spiel, das der Marke Aliens mehr als gerecht wird. Die Präsentation ist gelungen, die Atmosphäre dicht und die Endgültigkeit des Todes macht das Spiel zu einem einzigartigen Erlebnis. Auch das Gameplay weiß zu überzeugen, ein wenig mehr Abwechslung hätte dem Spiel aber gut getan. Ich persönlich bin aber fast traurig, dass Aliens ein ganz eigenes Spielerlebnis geworden ist. Nach so langer Zeit hätte ich gerne ein neues 2D Metroid erlebt… aber das ist natürlich ein subjektiver und irrationaler Gedanke, den ihr getrost ignorieren könnt. Wenn ihr ein Fan von Alien(s) und/oder 2D Metroids seit, kann ich euch den Kauf wirklich nur empfehlen. Auch wenn Aliens: Infestation den vielleicht größten Kritikpunkt der 2D Metroids leider übernimmt: Es ist recht kurz.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

83%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

30.09.2011

Developer

WayForward und Gearbox Software

Publisher

SEGA

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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