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Reviews: Nintendo DS

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Spider-Man: Edge of Time

Action

07.11.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Spider-Schwein oder Harry Propper?

 

Wenn es einen Superhelden gibt, der aktuell etwas überstrapaziert wird, dann ist das ganz sicher die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft. Peter Parker aka Spider-Man war vor gar nicht allzu langer Zeit in drei Filmen auf der großen Leinwand und nächstes Jahr folgt schon ein komplett neuer Ansatz. Dazu kommen immer mal wieder neue Videospiele, wie zum Beispiel Dimensions, Web of Shadows oder Friend or Foe, um nur einige zu nennen. Nun ist mit Edge of Time noch ein Titel dazu gekommen, der gleich für alle drei Nintendo-Konsolen erscheinen ist.

 

Auf dem DS unterscheidet sich das Spiel dabei deutlich von den anderen Versionen, denn es ist ein 2D Action Jump ’n Run, was allerdings nicht unbedingt eine schlechte Entscheidung war. Aber eins nach dem anderen. Zunächst ein paar Worte zur Geschichte, die in allen Spielen mehr oder weniger identisch ist.

 

Spider-Man ist auf der Spur eines Großindustriellen, der durch Zeitreisen sein Unternehmen vergrößern will. Er stammt ursprünglich aus 2099 und will das dort schon vorhandene Unternehmen durch Veränderungen in unserer Zeit noch größer und mächtiger machen. Um das zu verhindern müssen Spider-Man und Spider-Man 2099 zusammen arbeiten. Sie halten dabei über Portale Kontakt und können sich so austauschen, was auch bitter nötig ist, denn die beiden Zeitlinien sind stark voneinander abhängig. So kann es zum Beispiel sein, dass man in 2099 einen Türcode findet, den Spider-Man 2011 dann verwenden kann, um dieselbe Tür in seiner Zeit zu öffnen. Dass ein Code dafür fast 90 Jahre lang nicht geändert werden darf, lasse ich an dieser Stelle einfach mal außen vor.

 

Die Geschichte ist jedenfalls recht spannend und hat durchaus auch einige Überraschungen zu bieten. Da ich jedoch nicht der große Spider-Man Fan bin, kann ich nicht sagen, inwieweit das alles in die Welt des Spinnenmannes passt. Es hat sich jedoch „Marvel-Veteran und Miterfinder von Spider-Man 2099“ Peter David die Geschichte ausgedacht, daher gehe ich davon einfach mal aus.

 

 

Schwingen in Gegenwart und Zukunft!

 

Wie gesagt handelt es sich bei der DS-Version um ein 2D Action Jump ’n Run, wobei das Genre zweideutig eher Swing ’n Run heißen sollte. Dank seiner Spinnenseide schwingt man sich nämlich die meiste Zeit durch die Umgebung auf der Suche nach dem nächsten Ziel. Das ist auf der Karte stets genau angegeben, die dazugehörigen Räume werden aber erst angezeigt, wenn man sich im entsprechenden Abschnitt befindet, so dass es nicht zu einfach wird. Unterwegs trifft man natürlich auf verschiedene Gegner, die vermöbelt werden können.

 

Was Anfangs noch nur per Faust und Fuß möglich ist, wird im Laufe des Abenteuers immer umfangreicher. Später kann Spider-Man auch seine Spinnenseile im Kampf einsetzen, um Gegner zu fesseln oder zu werfen und weitere Dinge tun. Außerdem unterschieden sich die beiden Versionen des Helden natürlich auch, was im Laufe des Spiels immer deutlicher wird, da neue Fähigkeiten hinzu kommen. Insgesamt erinnert das Spiel ein wenig an die Castlevania-Serie bzw. die diversen 2D-Metroids, ohne ihre Sache jedoch wirklich gut zu machen.

 

Im Prinzip beschränkt sich das Spiel nämlich darauf, von A nach B zu schwingen, unterwegs ein paar Gegner zu besiegen oder sie einfach links liegen zu lassen und hin und wieder einen Boss zu bekämpfen. Rätsel gibt es natürlich auch, so muss man beispielsweise in der Gegenwart eine Tür öffnen, damit auch Spider-Man 2099 in den Bereich dahinter gelangen kann. Das auch das ein wenig unlogisch ist, lasse ich ein weiteres Mal unkommentiert. Die eher seltenen Rätsel bauen also auf dem Prinzip „Ursache-Wirkung“ auf, so dass die beiden Helden eng zusammen arbeiten müssen. Da man jederzeit per Select hin und her wechseln kann, funktioniert das auch ganz gut, bietet aber einfach nicht genug Abwechslung.

 

 

Technik und Steuerung

 

Optisch macht die DS-Version einen relativ guten Eindruck. Durch die Entscheidung, das Spiel in zwei Dimensionen – mal abgesehen von der Zeit – zu halten, hätten die Entwickler recht abwechslungsreiche Umgebungen, vielseitige Gegner und ein paar nette Effekte einbauen können, haben das aber weitestgehend nicht getan. Warum? Keine Ahnung! Somit eben nur Durchschnitt, ohne sich aus der Masse abzuheben. Es läuft aber jederzeit stabil, was schon mal viel wert ist.

 

Die Ohren bekommen eher Gutes geboten. Zu erwähnen ist die gelungene englische Sprachausgabe, die zwar nicht alle Dialoge unterstützt, aber zumindest die wichtigeren, was gerade die Story-Sequenzen deutlich aufwertet. Dazu kommt Musik, die ich am besten als „okay“ bezeichne, sich also auf ähnlichem Niveau wie die Grafik befindet.

 

Die Steuerung ist da schon eher ein zweischneidiges Schwert. Zwar geht an sich alles gut von der Hand und alles reagiert zuverlässig, es sind aber ein paar Dinge nicht ganz sauber gelöst worden. So muss man zum Beispiel beim Wandklettern an Kanten die Richtung sehr früh ändern, um einen Absturz der Spinne zu verhindern. Auch die Spinnenseilakte sind oft chaotisch, weil die Steuerung zu ungenau ist. Das kann in Teilen sogar zum echten Frustfaktor werden, weil es ein paar Stellen gibt, die man alleine aufgrund der dafür ungeeigneten Steuerung erst nach mehr oder weniger vielen Versuchen schaffen kann. Darauf gehe ich aber im folgenden Abschnitt noch genauer ein. In Kämpfen funktioniert leider auch nicht alles perfekt, spätestens wenn man viele Fähigkeiten hat, wird es irgendwann einfach zu kompliziert, die ganzen Moves zielsicher einzusetzen. Auch Kombos sind aufgrund der zu ungenauen Steuerung oft ein Ding der Unmöglichkeit.

 

 

Meckerecke

 

Das größte Problem von Edge of Time auf dem DS ist ohne Frage die Monotonie. Zwar ist das Gameplay ordentlich und die Geschichte gut erzählt, aber es wiederholen sich einfach zu viele Dinge. Da helfen auch unterschiedliche Areale nicht, wenn es im Prinzip nur darum geht, ständig zum nächsten Punkt auf der Karte zu rennen und unterwegs Gegner auf die immer gleiche Art zu besiegen. Einzig die Bosskämpfe sind meistens gelungen, wenn auch zu leicht, sobald man einmal eine Strategie hat, die auch nicht immer so schwer zu finden ist.

 

Dazu kommt, dass man oft alleine gelassen wird. Man weiß zwar, wo das nächste Ziel liegt, kennt den Weg dahin aber nicht. Normalerweise mag ich Erkundungen, hier nerven sie aber irgendwann nur noch, weil man jedes Mal mit beiden Helden denselben Weg zurücklegen muss. Gilt es zum Beispiel Spider-Man 2099 zum nächsten Punkt zu befördern und man kommt an Punkt X nicht weiter, dann muss man Spider-Man 2011 in seiner Zeit auch an diesen Punkt X bewegen, um zu schauen, ob er das Hindernis überwinden kann. Ist das nicht der Fall, muss man mit beiden einen anderen Weg suchen. Da man außerdem jeweils nur die Karte der Zeit sieht, in der man sich befindet, kann man nie sicher sein, dass man wirklich in beiden Zeiten an derselben Stelle steht. Das hätte auf jeden Fall besser gelöst werden müssen. Ach ja, es wäre auch besser gewesen, wenn Spider-Man 2099 auf der Karte an der richtigen Stelle angezeigt würde...

 

Zuletzt komme ich noch kurz zur Steuerung zurück. Diese ist zwar wie gesagt an sich gut und sauber programmiert, aber für manche Dinge zu träge oder schlicht ungeeignet. Gerade in hektischen Kämpfen dauert es teilweise einfach zu lange, bis der Held reagiert, was zu Aktionen führt, die man so nicht geplant hatte. Viel schlimmer noch sind aber die Spinnenfäden. Es gibt nämlich Wände, an denen zwar ein Faden hält, die Spinne selbst aber nicht. Da man jedoch Fäden nur ganz und schnell einziehen kann, muss man den Sprung perfekt timen, um den nächsten sicheren Stand zu erreichen, bevor die Spinne die Wand berührt. Besonders in Kombination mit der etwas zu trägen Reaktion hat das bei mir zu einigen Frustmomenten geführt. Warum man ein einmal gesponnenes Spinnenseil nicht auch langsam hochklettern kann, ist nämlich einfach (mal wieder) nicht logisch.

 

 

Vielen Dank an Activision für das Testmuster.


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Fazit

Unterm Strich ist Spider-Man: Edge of Time für den DS kein richtig schlechtes Spiel. Die Story ist spannend und gut erzählt, die Technik ist okay und die Steuerung an sich gut. Leider ist das Gameplay jedoch viel zu monoton und einige Dinge in der Steuerung sind für bestimmte Szenen einfach nicht geeignet. So ergeben sich nicht wenige Frustmomente. Dazu führen die zwei Zeiten nicht selten dazu, dass man sich tot sucht, um das nächste Ziel zu finden. In Kurzform also: Im Prinzip eine gute Idee, aber nicht ganz durchdacht und daher nur Mittelmaß.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

59%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

14.10.2011

Developer

Other Ocean Interactive

Publisher

Activision

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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