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Reviews: Nintendo DS

Award für Optionsvielfalt

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Tony Hawk's American Sk8land

Sport

28.02.2006

Autor: Mario Kablau

 

Auf die Bretter, fertig los!

 

Mit dem achten Spiel der erfolgreichen Reihe rund um den besten Skateboarder aller Zeiten gibt es erstmals auch eine Umsetzung in 3D für einen Nintendo Handheld. Dabei bietet das Spiel für den Nintendo DS nicht nur eine tolle Optik, sondern unterstützt außerdem die Wi-Fi Connection für Wettkämpfe gegen andere Skater aus der ganzen Welt. Aber auch sonst hat der Titel noch jede Menge zu bieten. Lest selbst:

 

Eine epische Geschichte?

Beginnt man ein neues Spiel, kann man sich nach der Namenswahl zunächst entscheiden, ob man sich selbst eher als Anfänger oder vielleicht doch schon als Profi sieht. Diese Option soll Neulingen den Einstieg erleichtern, indem die Fahrphysik deutlich vereinfacht wird und die Moves und Kombos leichter von der Hand gehen. Wer noch nie ein Spiel aus der Reihe gespielt hat, sollte sich auf jeden Fall als Anfänger outen, denn ansonsten wird man statt Spielspaß eher Frustration erleben.

 

Hat man sich entschieden, geht es nun darum den eigenen Charakter zu gestalten. Nach der obligatorischen Auswahl, ob man lieber Mann oder Frau und ob man eher ein heller oder dunkler Typ sein will, kann man Form und Farbe der Kopfbedeckung, des T-Shirts und der Hose festlegen.

 

Nun startet automatisch der Story-Modus, in dem man zunächst auf Tony Hawk persönlich trifft. Er rät dem Spieler dazu, an die Westküste zu reisen, denn nur dort könne man das Skateboarden wirklich perfektionieren. Sein Angebot, in seinem Bus mitgenommen zu werden, kann man natürlich nicht ablehnen! Kaum abgekommen, trifft man auf Mindy, die den Spieler fortan begleitet.

 

In einem kurzen Tutorial lernt man die Stadt und die verschiedenen anderen Orte kennen und sammelt erste Erfahrungen auf dem Brett. Danach erfährt man, worum es in dieser Geschichte eigentlich geht. Mindy kennt einen alten Skater-Park in Hollywood, der auch Tony Hawk ein Begriff ist. Im American Sk8land hat er seine ersten Tricks gelernt. Allerdings ist der Park mittlerweile total herunter gekommen und kein Mensch kann dort mehr Spaß haben. Also ist es nun die Aufgabe des Spielers, durch die verschiedenen Locations zu skaten und den Anwohnern das Geld aus der Tasche zu ziehen, um damit den Park wieder auf Vordermann zu bringen.

 

Fährt man durch eine Area, begegnen einem immer wieder Menschen, die Hilfe brauchen. Sei es, dass sie ein Foto von einem speziellen Trick haben wollen, etwas im Hotel vergessen haben oder andere Leute ärgern wollen. Ist man in der Lage ihnen zu helfen, gibt es dafür Kohle. An jedem Ort gibt es eine besonders schwere Aufgabe, die spielbar ist, sobald man eine gewisse Menge Geld erworben hat. Schafft man diese, so schaltet man damit das nächste Gebiet frei und kann außerdem Rampen und andere Teile für den Skater-Park kaufen.

 

Zu Beginn sind die Aufgaben noch recht einfach und man hat schnell den Dreh raus. Nach ein paar Stunden Spielzeit ändert sich das aber so abrupt, dass man ein ziemlich gutes Training braucht, um weiter zu kommen. Allerdings lernt man in diesem Modus am schnellsten das Board zu beherrschen, denn besonders Anfänger werden von Anwohnern immer wieder auf Tricks gebracht, von denen man nie zu träumen gewagt hätte.

 

 

Master of the Skateboard

 

Neben dem Story-Modus hat das Spiel natürlich noch eine Menge mehr zu bieten. Wählt man im Hauptmenü den Punkt Klassik an, findet man einen so genannten „Old-Skool-Modus“ in dem es darum geht, in einem Level innerhalb von 2 Minuten bestimmte Aufgaben zu knacken. Jede Area bietet dabei 10 Aufgaben, für die man jeweils die volle Zeit hat. Fünf dieser Aufgaben sind immer Punkte basierte Aufgaben nach der Art „Sammle 150.000 Punkte“ oder „Erreiche eine 10.000 Punkte Kombo“. Die anderen 5 Aufgaben sind je nach Gebiet unterschiedlich. Meistens muss man ein geheimes Tape finden, die Buchstaben S K A T E finden und die Buchstaben C O M B O in einer Kombo einsammeln. Die Aufgaben sind insgesamt sehr breit gefächert und sorgen für langen Spielspaß auch nachdem die Story beendet wurde, denn besonders in höheren Leveln braucht man entweder sehr viel Talent oder nicht ganz so viel Talent und ne große Portion Glück um erfolgreich zu sein.

 

Neben diesem klassischen Modus kann man im Hauptmenü auch den Punkt „Skate for fun“ anwählen. Dort kann man durch die einzelnen Location brettern, ohne von lästigen Aufgaben oder störenden Anwohnern belästigt zu werden. Dieser Modus eignet sich neben dem Training auch prima zum Verbessern des eigenen Skaters.

 

Im klassischen Modus und bei Skate for fun hat man neben seinem eigenen Spieler auch die Möglichkeit, einen von 12 Profi-Skatern auszuwählen. Da diese meist bessere Eigenschaften haben, kommt man mit ihnen eher schneller zum Ziel. Allerdings ist der eigene Charakter nicht dazu verdammt, auf Ewig eine Niete auf dem Brett zu bleiben. Die acht verschiedenen Eigenschaften kann man durch Erreichen gewisser Kombos oder Spezialtricks verbessern und so die Specs von Anfangs null Sternen auf bis zu 7 Sterne für jede Eigenschaft verbessern.

 

So kann man zum Beispiel das Verhalten des Skaters in der Luft (Air) steigern, je mehr Grab-Tricks man in einer Kombo schafft. Durch besonders hohe Kombos steigert man außerdem die Geschwindigkeit des Charakters. Während drei der acht Punkte relativ einfach zu füllen sind, gestaltet es sich bei den anderen fünf recht schwer und arbeitsaufwändig. Allerdings lohnt es sich spürbar, den eigenen Skater zu verbessern, denn das macht die im Spiel gestellten Aufgaben um einiges leichter.

 

Nun noch ein Wort zur Steuerung. Durch das sehr gute Tutorial haben auch Anfänger keine Probleme sich in die Spiel ein zu denken. Die benötigten Tasten merkt man sich schnell und ist somit nach kurzer Eingewöhnung gut in der Lage die ersten Aufgaben zu erfüllen. Ab einem gewissen Punkt ist es aber unabdingbar, große Kombos zu beherrschen. Und genau das ist das größte Problem des Spiels. Wer sich vorher nie mit der Reihe befasst hat, wird hier sehr schnell frustriert. Nur durch langes und ausgiebiges Training lernt man die benötigten Kombos und wird so arg im Spielfluss gestört. Man braucht ein sehr gutes Durchhaltevermögen, um hier nicht einfach abzubrechen. Denn einfacher und frustärmer ist dieser Weg auf jeden Fall.

 

Als besonders nervtötend hat sich eine gewisse Einstellung herausgestellt: Fährt man mit seinem Skateboard gegen eine Wand so dreht sich der Charakter einfach um und fährt in die andere Richtung weiter. Dies ist vor allem in engeren Räumen gefährlich, da man sehr schnell die Orientierung verliert, wenn man aus Versehen aneckt und nach der Kehrtwende direkt wieder hängen bleibt. Viel besser wäre es gewesen, wenn der Skater in einem solchen Fall einfach stehen bleibt, so dass man sich in Ruhe umdrehen kann.

 

 

Zeige der Welt was du drauf hast!

 

Da das Spiel Nintendos Wi-Fi Connection unterstützt, hat man natürlich auf den Multiplayer-Modus besonders viel Wert gelegt. Dabei kann man sowohl im lokalen Netzwerk über die W-LAN Fähigkeiten des Nintendo DS als auch über das Internet gegen andere Spieler antreten.

 

Die Einrichtung der Wi-Fi Connection ist kinderleicht, wie von Nintendo angekündigt. Ein paar Tasten und schon ist man registriert und hat seine Zugangsdaten für die Interseite des Spiels sowie seinen Freundescode. Dieser funktioniert wie bei Mario Kart DS: Teilt man ihm einem Bekannten oder Freund mit, kann man sich direkt zu einem Online-Match treffen. Auf der Internetseite gibt es die Profile von anderen Spielern zu begutachten.

 

Einmal online hat man viele Möglichkeiten (weit mehr als bei Mario Kart DS). Entweder man tritt gegen einen weiteren Spieler im direkten Duell an oder man geht alleine auf Punktejagd, um die Highscore-Listen im Internet mit dem eigenen Namen zu füllen. Allerdings dürften besonders Anfänger hier Probleme haben, auf einen grünen Zweig zu kommen, da man schnell an Menschen gerät, die schon seit Ewigkeiten virtuell auf dem Skateboard fahren können. Das führt natürlich dazu, dass man anfangs ziemlich tief in die Röhre guckt. Wenn man einmal den Dreh raus hat und auch im Story-Modus und im Klassik-Modus weiter fortgeschritten ist, sollte jedoch hin und wieder ein Sieg drin sein...

 

Das Spiel bietet darüber hinaus weitere coole Optionen, die die Wi-Fi Connection sinnvoll nutzen. Man kann zum Beispiel selbst erstellte Graffitis und Skateboard-Designs hoch laden, um sie der ganzen (Tony Hawk-)Welt zu zeigen.

 

Langweilig wird es online auf jeden Fall nicht so schnell. Hat man einmal Blut geleckt, wird einen das Spiel ziemlich lange fesseln können. Sehr löblich ist auch, dass ständig neue Herausforderungen online gestellt werden, die es zu meistern gilt. Somit lohnt es sich auch für Vollprofis, immer mal wieder vorbeizuschauen, ob es etwas Neues zu erforschen gibt.

 

Insgesamt überzeugt der Multiplayer-Modus und bietet sehr lang anhaltenden Spielspaß. Er sorgt dafür, dass man mit dem Spiel lange Spaß haben kann und auch nach dem Beenden der einzelnen Missionen das Modul nicht direkt in die Ecke legen muss. Allerdings bietet er nicht denselben Spielspaß wie allein und wirkt ab und zu ein wenig trocken.

 

 

Sehen, staunen, erleben...

 

Wie eingangs erwähnt, ist American Sk8land das erste 3D Tony Hawk-Spiel auf einem Nintendo Handheld. Trotzdem braucht es sich keineswegs zu verstecken. Die schicke Optik im Comic-Look passt sehr gut zum Stil des gesamten Spiels und bietet außerdem eine sehr gute Übersicht. Obwohl die Skater etwas trostlos wirken, da besonders Hände und Gesicht nur wenige Details zu bieten haben, kann man ohne weiteres sagen, dass es auf dem DS in 3 Dimensionen bisher nur wenig besseres gibt.

 

Ähnlich gestaltet es sich mit Sound und Musik. Das Spiel punktet durch eine recht große (13) Auswahl an knalligen Songs, die auch nach dem Spiel noch eine ganze Weile durch den Kopf des Spielers geistern werden. Unterstützt werden die Texte durch kurze Sprachsamples der einzelnen Figuren im Spiel. Besonders hervorzuheben sind dabei Mindy und Tony Hawk, da deren Texte fast vollständig und in sehr guter Qualität synchronisiert sind. Der Text ist dabei in deutscher Schrift und die dazugehörige Aussprache in Englisch.

Besonders gut gelungen sind auch die Zwischensequenzen, die wie ein Comic aufgebaut sind. Der Bus von Tony rast dabei durch verschiedene Stadtteile und wird nicht selten wie ein Skateboard eingesetzt. Die Bilder strotzen nur so vor Komik und Genialität, so dass man nach jedem Level ziemlich viel Sehenswertes geboten bekommt.

 

 

Jede Menge Einstellungen

 

Um das Spiel so persönlich wie möglich zu gestalten, kann man diverse Dinge frei nach belieben ändern. Im Options-Menü kann man die Songliste auf zufällig oder der Reihe nach einstellen. Darüber hinaus kann man einzelne Songs sperren, so dass man auch wirklich nur die Titel hört, die es wert sind. Die Steuerung kann man auch frei modifizieren und damit die unterschiedlichen Aktionen beliebig auf die sechs Tasten des DS verteilen. Für Liebhaber der GBA-Version von Tony Hawk haben sich die Entwickler etwas Interessantes ausgedacht. Wählt man die Nostalgie-Kamera aus, dann beobachtet man das Geschehen nicht mehr durch eine Kamera hinter dem Skater, sondern aus einen starren Ansicht von schräg oben. Da das Spiel aber auf drei Dimensionen ausgelegt ist, macht dieser Modus nicht wirklich viel Spaß. Das kann aber auch daran liegen, dass ich die GBA-Variante nicht gespielt habe, und somit mit dieser Ansicht nicht vertraut bin.

 

Im Skateshop kann man sein eigenes Board nach belieben gestalten, die Lagerhalle (Sk8land) besuchen und weitere Teile kaufen, das Outfit des eigenen Skaters ändern, sich die Filme der bereits erlebten Zwischensequenzen erneut ansehen, die persönliche Statistik kontrollieren und eigene Sounds festlegen.

 

Dabei ist besonders die letzte Option erwähnenswert. Man hat hier die Möglichkeit zwei kurze Sprachsamples per Mikrofon aufzunehmen, damit sie im Spiel eingebunden werden. Dabei ist ein Sample für positive (besonders tolle Kombo, etc.) und ein Sample für negative (schwerer Sturz, etc.) Dinge gedacht. Diese Idee lockert das Spiel unglaublich auf, da man während des Abenteuers immer wieder die eigene Kreativität erleben darf. Und nichts motiviert mehr als ein eigenes „Yeah! Yeah!“ nach einer genialen Kombo.


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Fazit

Die Tony Hawk-Reihe legt mit American Sk8land einen mehr als gelungenen Start auf dem Nintendo DS hin. Der tolle Story-Modus und der Einbau der klassischen Spielvariante sorgen für ausreichend Spielfutter für Einzelspieler. Anfänger werden durch das astreine Tutorial sehr gut unterstützt. Hat man alles erreicht kann man sich online der ultimativen Herausforderung stellen. Darüber hinaus hinterlassen sowohl Grafik als auch Soundtrack einen sehr soliden Eindruck. Lediglich die eher zwanghaft wirkende Einbindung des Touchscreens trübt den Spielspaß hin und wieder. Freunde der Reihe haben das Spiel vermutlich sowieso schon, alle anderen sollten zumindest mal reinschnuppern.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

76%

Multiplayer

Release

16.11.2005

Developer

Vicarious Visions

Publisher

Activision

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2

Anzahl Spieler (WLAN)

2


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