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Reviews: Nintendo DS

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Naruto Ninja Council

Beat 'em Up

08.11.2007

Autor: Arne Schreiber

 

Die Anime-Serie Naruto erfreut sich mittlerweile auch in unseren Landen einer immer größer werdenden Beliebtheit. Das Naruto in Deutschland seine Freunde gefunden hat, zeigen vor allem die Videospielversoftungen, die aus Fernost auf den hiesigen Markt kommen. Eines dieser Spiele ist Naruto: Ninja Council, das von Nintendo in Deutschland vertrieben wird.

 

 

Die Welt des Ninjas

 

Naruto, der kleine blonde Junge mit dem temperamentvollen Gemüt, lebt in dem Dorf Konoha, das durch seine Ninja-Kampfkünste weltweit bekannt ist. Seine Ambition ist es, eines Tages der Hokage (Oberster Ninja; Leiter des Dorfes) seiner Heimat zu werden. Um das zu erreichen, muss er sich zunächst durch verschiedene Prüfungen kämpfen, um jeweils in die nächste Stufe eines Ninjas aufzusteigen. Was an dem Spiel gleich auffällt, ist, dass es für Kenner der Serie ausgelegt ist. Es gibt weder eine einleitende Story, die die Welt und die wichtigsten Charaktere vorstellt, noch existiert überhaupt eine Hintergrundgeschichte.

 

Um den Beweis anzutreten, wird hier nun der “Storytext“ der Anleitung zitiert. Keine Angst, der ist nicht sonderlich lang: „Versuche der/die Beste zu sein, indem du mehr als 40 verschiedene Missionen erfüllst! Bis zu 20 Charaktere stehen zur Auswahl, um in das spannende Spielgeschehen einzugreifen und sich durch die unermesslichen Karten zu kämpfen!“

 

Wie man sehen kann, bietet die “Story“ nun wirklich keinen Einblick in die eigentlich recht umfassende Welt von Naruto. Nebenbei werden während des Spielens weder das „spannende Spielgeschehen“, noch die „unermesslichen Karten“ entdeckt. Doch bevor ich die Kritikpunkte genauer nenne, sollen zuerst mal die positiven Aspekte von Naruto Ninja Council herausgestellt werden.

 


Grundlegender Spielablauf

 

Hauptbestandteil des Spieles ist der Missionsmodus. Dort gibt es eine recht große Anzahl von Aufgaben, die es nacheinander abzuarbeiten gilt, wenn man in dem Spiel voranschreiten möchte. Ist man erfolgreich, schaltet man neue Missionen mit einem höheren Schwierigkeitsgrad frei und bekommt nach und nach neue Charaktere, die nun auch genutzt werden können. Wie läuft nun eine Mission ab? Im Grunde immer im Schema F. Entweder müssen eine bestimmte Anzahl von Utensilien wie Schriftrollen oder gar Narutos Leibgericht, Nudelsuppen, eingesammelt werden. Oder man bekämpft mit oder ohne Zeitlimit einen bestimmten Gegner oder gleich eine Horde von verschiedenen Feinden. Bevor die Mission gestartet wird, wählt man sich seinen Lieblingscharakter aus. Neben Naruto stehen natürlich auch z.B. Sasuke, Sakura oder Shikamaru zur Verfügung. Ausgestattet sind die Charaktere mit ihren ganz eigenen Kampfkünsten (Jutsus). Was aber ziemlich unlogisch daherkommt, ist, dass man fremde Jutsus von anderen Charakteren einfach nutzen kann. So kann Naruto z.B. Sasukes Chidori einsetzen, was nicht ganz dem Gesetz der Serie entspricht. Insgesamt stehen einem vier unterschiedliche Jutsus im Kampf zur Verfügung. Der Einsatz der Spezialattacken benötigt immer eine bestimmte Anzahl „Chakra“. Die Chakra-Leiste befindet sich gleich unter der Lebensenergie und baut sich von alleine langsam auf. Durch Schläge auf den Gegner und herumstehen Dingen wie Kisten, füllt sich die Leiste jedoch schneller auf. Hat man eine erforderliche Leiste an Chakra, tippt man in eine der vier Ecken des Touchscreens und wählt dort sein Jutsu aus. Nun muss man auf dem Touchscreen eine bestimmte Vorgabe erfüllen wie z.B. den Stylus in eine Richtung rotieren lassen, um so Energie aufzubauen oder man pustet ins Mikrofon, um so Sasukes Feuerattacke auszulösen. Das geht soweit ganz gut von der Hand. Bei den meisten muss man die Jutsus in einer bestimmten Zeit auslösen, wenn das Fingerzeichen drankommt, ist die Zeit aber recht knapp bemessen. Das Fingerzeichen wird durch drei Kanji (chinesische Zeichen) gebildet, die in der Mitte des Bildschirms angezeigt werden. In der Mitte sieht man also die drei Zeichen, die benötigt würden und in einem Kreis drum herum, der sich manchmal sogar dreht, befinden insgesamt 15 verschiedene Zeichen, die zu allen Übel relativ leicht verwechselt werden können. So kann es vorkommen, dass man auf den Bildschirm starrt, und partout kein Zeichen gefunden werden will und schon ist das Zeitlimit abgelaufen.

 

 

Macken im Spielablauf

 

So gut 20 verschiedene auswählbare Charaktere klingen mag, verschieden sind sie nicht wirklich. Das Repertoire der Basisbewegungen (laufen, springen, blocken etc.) ist bei jedem Charakter gleich. Einzig merkbarer Unterschied ist, dass der eine oder andere schneller ist. Dafür gibt es wiederum welche, die etwas mehr Kraft zu Verfügung machen. Ansonsten spielen sie sich alle gleich. Wenn wenigstens die Jutsus den sichtbaren Unterschied ausmachen würden, aber nein, dadurch, dass man sich aus fremden Kampfkünsten bedienen kann, fällt auch dieser Punkt flach. Abgesehen davon, dass einige Jutus falsch benannt wurden. So heißt nun Narutos Schattendoppelgänger „Naruto Rendan“.

Eigenartig mutet auch an, dass es Jutsu gibt, die gleich den ganzen Bildschirm betreffen. Stehen 10 Feinde an unterschiedlichen Stellen der Karte, werden diese auch getroffen und besiegt. Wenn man also eine bestimmte Anzahl von Feinden elimieren muss, und das kommt sehr häufig vor, braucht man legendlich diese universelle Attacke stupide einzusetzen und die Mission wird gemeistert.

 

Darüber hinaus spielen sich alle Missionen alle irgendwie gleich. Merkbaren Unterschied existiert nur zwischen den Sammel- und Kampfmissionen. Die Kampfarenen sprühen auch nicht grade vor Abwechslung, zumindest vom Aufbau her. So bekommt man irgendwie ein Déja Vú nach dem anderen. Total nervig ist, dass es des Öfteren vorkommt, dass man in einen plötzlich auftauchenden Gegner springt oder gar läuft. Jedes Mal und egal bei welcher Attacke, wenn man vom Gegner getroffen wird oder diesen berührt, wird man zu Boden geworfen.

 

Ein weiterer negativer Aspekt ist, dass es im Schlagrepertoire keine Tiefschläge oder Tritte gibt. Steht man zusammen mit einem Gegner auf einer schrägen und ist dieser auch noch besonders klein, ist es nahezu unmöglich diesen vernünftig mit ein paar Schlägen einzudecken. Stattdessen wird man wieder mal wegen der Berührung zu Boden geworfen, steht auf und die Prozedur wiederholt sich. Um den ganzen die Krone aufzusetzen, verkommt das Einsammeln der Schriftrollen in manchen Missionen zur reinen Glückssache. Die Rollen werden entweder von Gegnern hinterlassen oder verbergen sich in Kisten. Es ist reiner Zufall, in welcher Kiste nun eine Schriftrolle steckt oder welcher Gegner eine fallen lässt. Besonders auf die Palme bringend ist, dass die Schriftrollen direkt verschwinden. Es ist fast schon erforderlich diese einzusammeln, solange sie noch in der Luft schwirren. Äußerst “witzig“ ist es zudem, wenn man einen Gegner in die Ecke gedrängt hat und die Schriftrolle nach dem Ableben des Feindes einfach so aus dem Bildschirm fliegt. Selten so gelacht.

 



Grafik und Sound

 

Die grafische Umsetzung geht soweit in Ordnung. In den Missionen gibt es viele unterschiedliche Landschaften. Die Charaktere selbst, sehen ihren Vorbildern sehr ähnlich. Gestik und Animationen entsprechen der Vorlage. Die Jutsus werden zum Teil gut in Szene gesetzt und versprüht wenigstens etwas Charme.

 

Die Musik dagegen mag da weniger zu gefallen. Während im Hauptmenü typische fetzige Klänge gespielt werden, sind die Musikstücke in den Kampfarenen nicht weiter erwähnenswert und belanglos. Die Soundeffekte sind ok.

 

 

Multiplayer

 

Einen Mehrspielermodus bis zu vier Spielern hat das Spiel ebenfalls zu bieten. Leider wird diesen wohl niemand ernsthaft nutzen, da sich wohl nur wenige das Spiel nach diesem Testbericht kaufen werden, noch die grundlegende Spielmechanik wirklich Spaß macht. Denn mit mehreren Spielern wird der kränkelnde Spielablauf auch nicht spaßiger, sondern bleibt im negativen Bereich. Schließlich ist das Ergebnis, wenn man eine Zahl mit Null multipliziert, auch immer noch nichts. Es gibt drei auswählbare Spielmodi. Dabei sind zwei durch das Einsammeln eines Schatzes oder Schriftrollen eigentlich identisch und im dritten geht es nur darum sich die Rübe einzuschlagen. Auch ein Onlinemodus oder ein Singlecartridge-Modus fehlen leider.


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Fazit

Die Beurteilung des Spieles fällt im Großen und Ganzen sehr negativ aus. Selbst hartnäckigste Narutofans sollten es sich überlegen, dem Spiel überhaupt eine Chance zu geben. Spielablauf und Mechanik sind einfach zu monoton und machen folglich zu wenig Spaß. Da kann auch nicht die recht ordentliche Grafik darüber hinwegtäuschen.
Bei der großen Auswahl an Narutogames auf dem Markt sind die Alternativen zumindest da und viel schlechter als dieses Machwerk geht es eigentlich auch nicht. Wenn beim nächsten Mal das Naruto Council zusammenkommt, sollten sie sich grundlegend erst einmal über die Bedeutung von Spielspaß beraten.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

49%

Singleplayer

55%

Multiplayer

Release

04.10.2007

Developer

Tomy

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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