Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Dragon Quest Monster: Joker 2

RPG

06.12.2011

Autor: Daniel Nicolin

 

 

Besser spät als später

 

„Dragon Quest Monsters: Joker 2“ - ein Titel, der beinahe so griffig erscheint und schnell von der Zunge geht, wie der allseits bekannte längste Stadtname Europas (die spinnen, die Waliser!) - ist bereits der zweite Ableger der bekannten Mixtur aus „DQ meets Pokémon“ für den DS. Der Test zum Game erfolgt leicht verspätet, Asche auf mein Haupt – weitaus mehr Verspätung hat allerdings diese Lokalisierung aufzuweisen, denn die Ursprungsversion von DQM:J2 ist auf dem japanischen Markt schon vor gut 1 ½ Jahren erschienen! Insofern ist dieses verspätete Review nur recht und billig – umso mehr, als Square Enix uns lediglich die abgespeckte Version präsentiert, die in Japan bereits ein Update mit weiteren Features (DQM:J2 – Professional!) erfahren hat.

 

Unstory

 

Sei's drum – kommen wir lieber zur Story, die in einem Satz schnell erzählt ist: Junger Monstertrainer will zum großen Monsterscout-Turnier, schmuggelt sich auf ein Luftschiff, um die Reise dorthin anzutreten, um bei einem Absturz letztendlich aber auf einer unbekannten Insel voller Gefahren, Geheimnisse und Legenden zu landen. Mit einer ersten kleinen, schleimigen Kreatur an eurer Seite zieht ihr dann – nach einigen „tutorialen“ Minuten – los, um das kleine Wesen aufzuleveln und somit eure Chancen zu erhöhen, andere stärkere Kreaturen nicht nur zu besiegen, sondern zu werben und für eure Truppe aus maximal sechs Mitstreitern, von denen wiederum höchstens drei gleichzeitig ins Kampfgeschehen eingreifen dürfen, zu gewinnen. Bis zu 99 überzählige Monster könnt ihr problemlos in eurer „Kommandozentrale für alles“ – dem lädierten Luftschiff – zwischenlagern.

 

Fight now!

 

Das Kampfgeschehen läuft nach altbekanntem, rundenbasiertem Schema ab: Ihr weist euren Monstern Befehle zu (Verteidigung, Angriff, Fähigkeiteneinsatz etc.) und beobachtet gemütlich im nett animierten Battlescreen, wie die Wesen übereinander herfallen. Etwas unübersichtlich wirkt hierbei, dass ihr die verbleibende Lebensenergie der Feinde umständlicher Weise erst über einen Klick auf das Symbol des Gegners erfahrt. Die Kämpfe kommen übrigens nicht zufällig zustande, sondern nur, wenn ihr ein mitunter wild durch die Lande wuselndes Geschöpf berührt – das erspart euch einige lästige Begegnungen. Zusätzlich dürft ihr eure Monster auch mit Waffen ausstatten, um deren Angriffskraft zu erhöhen.

 

Sammelsucht

 

Der zentrale Punkt des Games ist natürlich – wie könnte es anders sein – die möglichst auf Vollständigkeit abzielende Sammelleidenschaft des Zockers. Es gibt unzählige Möglichkeiten, euer Sammelsurium an Geschöpfen zu komplettieren: So solltet ihr die verschiedenen Bereiche der Weltkarte nicht nur zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten besuchen, sondern auch bei unterschiedlichen Wetterbedingungen, denn es ist gut möglich, dass sich bestimmte Arten nur so finden lassen. Außerdem sollte ein regelmäßiger Anlaufpunkt die Monsterzuchtstätte sein: Nur durch das geschickte Verschmelzen zweier Monster lassen sich seltene bzw. stärkere Spezies mit zusätzlichen Eigenschaften züchten. Das funktioniert allerdings nur, wenn die zu vereinenden Monster mindestens Stufe 10 erreicht haben und die beiden eine unterschiedliche Ladung (jedes Monster ist entweder positiv oder negativ geladen; warum man hier nicht einfach männlich und weiblich als naheliegende Kategorien gewählt hat, bleibt ein Geheimnis der Entwickler; abgesehen davon, dass diese Einteilung ohnehin extrem nervig und umständlich ist) aufweisen – heraus springt allerdings ein neues Wesen in Stufe 1. Dass allein für das Erstellen einer halbwegs vollständigen Monsterbibliothek somit einige Dutzend Spielstunden einkalkuliert werden sollten, ist naheliegend.

 

Grafik und Sound

 

Technisch ist das Game leider weit entfernt von dem, was auch auf dem DS noch möglich gewesen wäre. Sicherlich haben wir es weder bei der grafischen Gestaltung noch bei der musikalischen Untermalung mit keinem Totalabsturz zu tun. Beides steht immer in der Tradition der DQ-Franchise, aber die wenigen – immerhin anfangs einigermaßen nett anzuhörenden – Melodien gehen irgendwann einfach auf den Wecker. Mehr Abwechslung hätte hier eindeutig gut getan. Ähnlich zwiespältig verhält es sich mit der Optik: Sind die Monster an sich relativ gelungen animiert und auch abwechslungsreich kreiert, so sind die Landschaften, die ihr bereist, äußerst karg und detailarm gestaltet.

 

Multiplayer

 

Hier habt ihr die Möglichkeit, via Wi-Fi und Drahtlosverbindung Duelle und Turniere gegen andere menschliche Spieler auszutragen mit euren herangezüchteten Truppen. Außerdem könnt ihr Daten und Monster tauschen und euch durch erfolgreiche Kämpfe in Online-Ranglisten nach oben befördern. Allzu schnell hat sich aber auch dieser zusätzliche Spaß abgenutzt, denn nach diversen Spielmodi oder freizuschaltenden Extras sucht man vergebens.

 

Meckerecke

 

Kritikpunkte gibt es – neben der durchschnittlichen technischen Aufmachung – noch einige: 1. Die Story ist dürftig – auch, wenn das Sammeln Kern des Spiels ist, darf man doch mehr erwarten als „Da Wald – Geh sammeln!“; 2. Die verlassene Insel ist wirklich verlassen – keine Stadt, kein Dorf, keine Siedlung, keine Bewohner; 3. Ein wenig schizophren wirkt, dass ihr jedem geworbenen Monster einen individuellen Namen verpassen müsst, obwohl das Game davon lebt, dass ihr eure Truppe oft radikal neu bestückt, so dass ihr ohnehin keine emotionale pokémoneske Beziehung zu ihnen aufbaut; 4. Die Kameraführung ist gruselig: Sie lässt sich weder individuell steuern, zoomen noch irgendwie verändern und lässt euch oft genug die Orientierung verlieren und auf umherhopsende Gegner auflaufen; 5. Rätsel gibt es genau so wenig, wie der Spieler Einfluss auf den Spielverlauf nehmen kann: Alles verläuft ganz brav und linear, so dass sich früher oder später Monotonie ausbreiten muss.

 

 

Wir danken Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters!


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Insgesamt ist „DQM:J2“ ein Spiel für alle diejenigen, die auf der Suche nach einer erwachseneren Pokémon-Variante sind und vom Sammeln, Kämpfen, Werben und Züchten nicht genug bekommen können. Dass die Pokétitel jedoch weitaus mehr Qualität besitzen, sei hier ausdrücklich erwähnt – und wer sich durch den Namensteil „Dragon Quest“ ein Qualitäts-RPG mit epischer Story und vielen Wendungen verspricht, wird auch eher enttäuscht sein. Macht die Sammelei anfänglich noch gehörigen Spaß, so verflüchtigt sich dieser dann doch recht schnell. Die durchschnittliche optische und akustische Präsentation, die dünne Story und die Monotonie der immergleichen Abläufe verhindern eine Wertung in höheren Regionen.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

64%

Singleplayer

55%

Multiplayer

Release

07.10.

Developer

Square Enix

Publisher

Square Enix

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes