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Reviews: Nintendo DS

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Rayman Raving Rabbids 2

Party

13.11.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Hasen sind dumm!

 

Vor etwa einem Jahr haben die Hasen versucht, Raymans Welt dem Erdboden gleich zu machen. Durch das beherzte Eingreifen des Helden ohne Gliedmaßen konnte dieser Angriff jedoch vereitelt werden. Doch das hat die Hasen nicht wirklich gestoppt, sondern nur noch wütender gemacht. Und deshalb greifen sie nun ihre wahren Bezwinger im ersten Teil (schließlich haben die Menschen ja Rayman geholfen) direkt auf der Erde an. Doch sie haben die Rechnung natürlich mal wieder ohne den Strahlenmann gemacht, denn sie sind ja bekanntermaßen nicht die schlausten Lebewesen des Universums. Er infiltriert ihre Angriffstruppen und beobachtet ihr Verhalten und dadurch zu lernen, wie sie bekämpft werden können.

 

Während ihrer Angriffswelle reisen die Hasen durch sechs Gebiete: USA, Südamerika, Europa, Asien, Japan und Ozeanien. In jedem dieser Gebiete gibt es sechs Minispiele, die sich mehr oder weniger stark unterscheiden. Beispielhaft werde ich ein paar der insgesamt nur 30 Aufgaben vorstellen.

 

Bocky VII: Hier geht es darum, einen Hasen KO zu schlagen. Dazu muss man ihn mit dem Stylus dort antippen, wo ein Kreis auftaucht. Für jeden Treffer zum richtigen Zeitpunkt bekommt man 20 Punkte und nach drei Gegentreffern ist man selbst KO und das Spiel ist vorbei.

 

Blasehase: Ein Hase stürzt einen Abgrund hinunter, doch zum Glück hat er einen Kaugummi im Mund, mit dem er seinen Fall bremsen kann. Allerdings ist die Schlucht sehr eng, so dass die Blase nicht zu groß werden darf, da sie sonst platzt. Je größer die Blase durch Pusten ins Mikrofon wird, desto mehr Punkte gibt es.

 

Hasen-Crash: Ein Hase posiert im Hintergrund und man selbst muss mit dem Stylus die Umrisse möglichst genau nachzeichnen. Je näher man an den tatsächlichen Umrissen ist, desto mehr Punkte gibt es.

 

Hasengas: Hier befinden wir uns im Magen eines Hasen, wo leichter Überdruck entsteht. Ziel des Spiels ist es, die kleinen Blasen mit dem Stylus zu sammeln und zusammenzufügen, um sie dann in Richtung Mund abzulassen. Es gibt noch andersfarbige Blasen, die man dabei nicht berühren darf, denn sonst lösen sich die bisher gesammelten Punkte in Luft auf.

 

Sehtest: Auf dem oberen Bildschirm erscheint eine Reihe von Symbolen, die man möglichst schnell auf dem unteren Bildschirm nachzeichnen muss. Doch es geht nicht nur um das richtige Symbol, sondern auch darum, es an der richtigen Stelle zu zeichnen, also in der Mitte des Feldes, rechts oben oder links unten, usw.

 

Hasenband: Hier schlüpft man in die Rolle einer vierköpfigen Band und muss Musik machen. Man hat vier Lautsprecher am unteren Bildschirmrand und von oben fallen Kugeln herunter. Befindet sich eine Kugel auf Höhe der Lautsprecher, dann muss sie berührt werden, um Punkte zu machen. In jedem Gebiet gibt es einen Song, so dass es insgesamt sechs Lieder zu meistern gilt.

 

Wer weitere Aufgaben kennen lernen will, dem sei mein Preview (LINK) ans Herz gelegt, denn dort gehe ich auf weitere Minispiele ein, während ich mir hier hauptsächlich auf die beschränkt habe, die in der Preview-Version noch nicht verfügbar waren.

 

Die Minispiele sind alle sehr witzig inszeniert und die meisten funktionieren über Stylus oder Mikrofon auch sehr gut. Es gibt lediglich ein paar Spiele, in denen man entweder schnell den Überblick verliert oder die einfach schlecht ausbalanciert sind, so dass es extrem schwer ist, hohe Punktzahlen zu erhalten. Auch bei zwei der Songs ist mir aufgefallen, dass sie nicht wirklich perfekt sind, denn man musste die Noten immer einen kleinen Augenblick vor dem eigentlichen Ton im Lied antippen, was es sehr schwer macht, da man sich die ganze Zeit außerhalb des Rhythmus bewegen muss.

 

Die Anzahl der Minispiele ist eine echte Frechheit. Nicht nur, dass es nur 30 verschiedene gibt, was für eine Minispiele-Sammlung einfach viel zu wenig ist, sondern darüber hinaus wiederholen sich einige sogar noch. Abgesehen von den sechs Runden Hasenband kommen einige Spiele in zwei oder gar drei Gebieten vor und sind dann nur etwas an die Umgebung angepasst. Darüber hinaus wurden sogar noch einige Spiele aus dem ersten Teil der Wii-Version recycelt.

 

Spielt man alleine, dann muss man alle 30 Minispiele perfekt abschließen, was eigentlich nie wirklich schwer ist. Darüber hinaus muss man in jedem Gebiet eine bestimmte Anzahl Punkte sammeln. Für ein perfekt gespieltes Minispiel bekommt man 15 Punkte, so dass man pro Gebiet 90 Punkte sammeln kann. Soviel erfordern jedoch nur die ersten beiden. Danach sind 180 und später sogar 270 nötig, was dazu führt, dass man einfach das kürzeste Minispiel 7 oder 13 Mal spielen muss, um das Gebiet abzuschließen. Schafft man ein Gebiet, dann kommt immer dieselbe Info (in der Art: Hasen sind doof, aber ich muss sie weiter beobachten). Nach dem letzten Gebiet gibt es einen etwas anderen Text, aber ansonsten bietet der Abenteuermodus fast nichts.

 

 

Hasen sind wandlungsfähig!

 

Etwas gibt es dann aber doch noch zu erhalten: Schafft man ein Minispiel perfekt, dann bekommt man ein neues Kleidungsstück für seinen persönlichen Hasen. Eingeteilt in den drei Kategorien Kopf, Körper und Accessoire sammelt man so im Laufe der Zeit knapp 60 Kleidungsstücke, mit denen man das Aussehen seines Hasen verändern kann. Daneben gibt es noch verschiedene Hintergründe, die man dann auch selbst per Stylus ausmalen kann. Ebenso kann man den Hasen selbst bemalen.

 

Während man 30 dieser Extras im Abenteuer freischaltet, gibt es die anderen 30 im Punktemodus, wo man die Minispiele dann alle nochmal spielen kann, diesmal aber nicht mit dem einfachen Ziel, sie nur wie vorgegeben zu schaffen, sondern möglichst viele Punkte zu sammeln, um einen goldenen Pokal zu bekommen (also geht es doch wieder nur darum ein vorgegebenes Ziel zu erreichen... ;-)). Für jeden dieser Pokale gibt es ein weiteres Extra.

 

Die zu knackenden Highscores sind dabei sehr unterschiedlich schwer. Manche knackt man beim ersten Versuch schon sehr deutlich und andere wollen einfach nicht gelingen. Das liegt nicht immer am eigenen Unvermögen, sondern oft auch an der mittelmäßigen Steuerung. Es gibt zum Beispiel Spiele, wo man den Stylus schnellstmöglich auf dem Bildschirm kreisen lassen muss. Egal wie schnell ich das tue, es reicht nie, um die maximale Punktzahl zu bekommen. Und bevor ich meinen Touchscreen komplett verkratze, habe ich dann irgendwann aufgegeben.

 

Der Punkte-Modus und die Extras sind zwar eine nette Dreingabe, aber wirklich abwechslungsreicher machen sie das Spiel für Einzelspieler nicht. Nach etwa 2 Stunden ist das Abenteuer bereits zu Ende und der Punktemodus sollte theoretisch genauso schnell Geschichte sein, allerdings wollen einige Highscores nicht so, wie die Spieler das gerne hätten.

 

Doch natürlich bietet das Spiel auch einen Mehrspieler-Modus, den man auch mit nur einer Karte, allerdings nicht online, spielen kann und der quasi das Herzstück des Titels sein soll. Deshalb werde ich im Folgenden näher darauf eingehen.

 

 

Hasen spielen nicht nur alleine!

 

Grundsätzlich habe ich nichts dagegen einzuwenden, dass der Fokus des Titels auf dem Mehrspieler-Modus liegt, aber dann hätte zumindest auch ein Online-Modus dabei sein müssen und auch der Umfang des lokalen Mehrspieler-Modus sollte stimmen.

 

Man kann das Spiel im Multiplayer mit einer Karte oder mit mehreren Karten spielen und es können jeweils maximal vier Leute teilnehmen. Spielt man mit einer Karte, dann gibt es nur drei Spiele zur Auswahl und das sind nicht einmal die besten, sondern scheinbar einfach nur die simpelsten, was nicht gerade zum Dauerspielspaß beiträgt. Mal ganz abgesehen von den ewig langen Ladezeiten vor jedem Durchgang. Mit mehreren Karten ist die Auswahl schon etwas größer, allerdings sind dann auch nicht alle Minispiele spielbar. Zu zweit gibt es 11, zu dritt nur noch 9 und zu viert sind sogar nur 4 auswählbar. Das ist einfach zu wenig für einen Titel, der den Fokus auf diesen Teil legen will. Die Spiele sorgen zwar eine gewisse Weile für Spielspaß, aber leider ist doch recht schnell die Luft raus, da man einfach zu wenige Auswahlmöglichkeiten hat.

 

Die Verbindung war bei den Tests die ganze Zeit stabil und auch Verzögerungen konnten keine festgestellt werden. An der Technik liegt es also definitiv nicht.

 

 

Sehen Hasen auch auf dem DS gut aus?

 

Die Grafik des Spiels ist für DS Verhältnisse ganz okay. Die Hasen sehen nett aus und auch die Umgebungen in den Minispielen sind abwechslungsreich. Dennoch gibt es ein paar gravierende Mängel und Dornen im Auge. So sind zum Beispiel die Schatten bei den Hasen der Hasenband keine Schatten, sondern Teil der Bodentextur, was einfach bescheuert aussieht, da die Schatten natürlich immer an der gleichen Stelle bleiben, auch wenn sich der Hase von seinem Platz weg bewegt. Da wären gar keine „Schatten“ auf jeden Fall die bessere Lösung gewesen.

 

Daneben gibt es bei den Verkleidungen ein paar heftige Clippingfehler. Bei manchen Mützen zum Beispiel scheinen Teile des Hasenkopfes durch oder die Augen durchdringen einfach den dicken Stoff eines Hutes. Das ist sehr unschön, vor allem, weil die Verkleidungen kaum beweglich sind und daher leicht besser an die Anatomie der Rabbids angepasst werden können. Sound und Musik sind in Ordnung, allerdings mangelt es auch hier an Abwechslung. Es gibt neben den sechs Hasenband-Stücken nur drei Hauptmotive, die man die ganze Zeit zu hören bekommt.

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Die Minispiele-Sammlung funktioniert auf der Wii dieses Jahr schon zum zweiten Mal wirklich gut, aber auf dem DS will der Funke nicht so recht überspringen. Die Technik ist durchschnittlich, der Umfang zu gering, der Story-Modus ein Witz und der Mehrspieler-Part zu sehr beschnitten. Außerdem ist es unbegreiflich, dass es keinen Online-Modus gibt. Der erste Teil der Reihe auf dem DS (ein Jump & Run) hat sehr viel besser auf die Konsole gepasst und hat sehr viel mehr geboten. Schade.

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

35%

Singleplayer

40%

Multiplayer

Release

15.11.2007

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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