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Reviews: Nintendo DS

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Drawn to Life

Jump 'n Run

02.12.2007

Autor: René Schäfer

 

Kreativität ist Alles

 

Ab dem Beginn der Schulzeit bekommt man diesen Satz immer wieder und wieder vor den Kopf geworfen. Das Attribut Kreativität wird auch immer häufiger in der Arbeitswelt zu einem großen Kriterium. Ob Tischler oder Modedesigner, geht es in Richtung Berufswahl, bekommt man fast schon traditioneller Weise eingebläut, dass man sich ja kreativ zeigen soll, um gute Chancen zu haben. Klar, dass sich dieser Trend auch in Videospielen wieder findet. So müssen heutzutage nicht mehr nur die Designer und Entwickler zeigen, was in ihren Köpfchen so vor sich geht und möglichst genau so auf das Papier bringen, auch der Spieler wird immer mehr zur kreativen Entfaltung gebeten. Klar, dass das völlig neue, kreative Ideen in Entwicklerköpfen weckt, welche diese dann zu Papier bringen und in die Tat umsetzen.

 

In Drawn to Life: Mal-Held sein findet ihr das Ergebnis dieses Prozesses. Der pfiffige Untertitel „Mal-Held“ sein, lässt schon erahnen, dass man in dem Spiel mehr oder weniger die eigenen gestalterischen Fähigkeiten einbringen kann. Im Falle von Drawn to Life ist es eher mehr. Denn ihr zeichnet und gestaltet vom Hauptcharakter des Spiels, über Plattformen und U-Booten bis hin zu Wärme spendenden Sonnen und essentiellen Früchten so gut wie alles selbst, was im Spiel wichtig ist.

 

Die Geschichte dahinter: Ihr als Spieler werdet von den putzigen Rapos, den Dorfbewohnern, direkt angesprochen. Ihr selbst seid ihr selbst und spielt erstmal keinen anderen Charakter, außer den des „Schöpfers“. Der Schöpfer ist eine Art Gott, der das ganze Leben, die Welt und alles was man in ihr findet gezeichnet und somit erschaffen hat. Ein durch die fiesen Bösewichter des Spiels verursachter Schatten in Form von schwarzen Wolken hat sich um das Dorf gelegt und einen tiefen Winter hervorgebracht. Immer mehr und mehr Dorfbewohner verlassen das Dorf. Kurz vor dem größten Tiefpunkt fragt das kleine Rapo Mädchen Mari euch als erste nach mehreren hundert Jahren um Hilfe. Und da man als großer und (fast) allmächtiger Gott den Träumen und Hilfeschreiben eines kleinen Mädchens nicht so einfach widerstehen kann, lasst ihr euch nicht dreimal bitten.

 

 

Viele viele bunte Farben

 

Und um dem Dorf und Mari zu helfen, müsst ihr zu aller erst mal einen Helden zeichnen, der das Land von den Bösewichtern und dem dunklen Schatten befreien muss. Hier beginnt die Zeichnerei.

 

Auf einem leeren virtuellen Blatt Papier findet ihr ein paar quadratförmige Flächen, die das Grundgerüst eures Helden bilden und ausgefüllt werden müssen. Dazu stehen euch zunächst ein paar Farben bereit, die ihr per einfachem Berühren mit dem Stylus auswählen könnt. Und da eure Mal- und Arbeitsfläche auf dem Touchscreen dargestellt ist, funktioniert das Schaffen dieses Helden super einfach. Der Stylus ersetzt den reellen Bleistift, verfügt in dem vorgegeben Rahmen aber genau über die gleichen Fähigkeiten. Zeichnet einfach drauf los. Eurer Kreativität sind dabei keinerlei Grenzen gesetzt, solange ihr in dem vorgeschriebenen Rahmen bleibt. Ihr könnt den Kopf deshalb genau so gut als Bein zeichnen und die Beine in Form von Bananen. Da es sich bei der Figur, und allen anderen selbst gezeichneten Gegenständen auch, um einfache Bitmaps handelt, die über den Rest des Spiels drübergelegt werden, spielt der Inhalt dieser zu bezeichnenden Flächen keine Rolle. Wenn ihr so die Flächen für die Beine beispielsweise nicht bis zum untersten Anschlag ausfüllt oder gar ganz frei lasst, sieht es im Spiel so aus, als würde euer Held schweben.

 

Unkreativeren Köpfen stehen aber auch eine große Auswahl frei kombinierbarer vorgefertigter Körperteile zur Verfügung. Diese könnt ihr sogar noch bearbeiten, dass es sich quasi immer einrichten lässt, egal mit wie viel Talent, seinen Charakter zumindest einen Hauch weit zu personalisieren. Sobald ihr eurem Held einen Namen gegeben habt, kann das eigentliche Abenteuer, welches ihr innerhalb der Level als Held und nicht weiter als Schöpfer spielt, los gehen.

 

Drawn to Life ist nicht nur ein reines Zeichenspiel, sondern erster Linie ein klassisches Jump & Run. Es gilt durch riesige Level zu hüpfen, tauchen, fahren oder zu fliegen. Von Schneewelten durch Wälder und über Mondlandschaften erstreckt sich die Vielfalt der verwendeten Locations der Level. Eure Aufgabe in jedem dieser Level ist aber gleich. Ihr müsst drei der verschwundenen Dorfbewohner finden und aus ihren Schattenkäfigen befreien, damit sie zurück nach Hause können. Außerdem könnt ihr ein Level nur beenden, wenn ihr vier Seiten aus dem Buch des Lebens findet. Dieses Buch des Lebens ist das Buch, in dem alle vom Schöpfer angefertigten Zeichnungen gesammelt waren, die das Leben und den Planeten beschreiben. Um euch jetzt nicht das spannendste zu spoilern, hör ich jetzt auf über die Story zu reden.

 

Innerhalb eines Levels gibt es auch einiges zu zeichnen. Plattformen, die je nach Eigenschaft bestenfalls unterschiedlich gestaltet werden, Schlitten oder auch Raketen wollen von euch erschaffen werden. Weil der „Editor“ durch das ganze Spiel derselbe ist, sind euch auch hier einfache geometrische Formen vorgegeben, die ihr zwar wie ihr wollt ausmalen könnt und auch sollt, aber nicht überschreiten dürft. So ist eure Kreativität doch nicht ganz entfaltbar und beschränkt sich eigentlich auf das Ausmalen von vorgegeben Formen. Schade, aber nachvollziehbar, denn eine Umsetzung außerhalb von einfachen Bitmaps ist für einen Nintendo DS vielleicht ein bisschen zu hoch gegriffen. Und damit auch alles das wird, was es im Spiel sein soll, um seinen Zweck zu erfüllen, sind die Formen schon ganz gut gemacht.

 

Habt ihr ein Level geschafft, ziehen die schwarzen Wolken ein Stück weiter ab, bis ihr zum Schluss des Spiels das große Dorf in voller Pracht, Freude und mit eurem eigenen Stil zurück habt. Denn auch im Dorf gibt es einiges an Gestaltungsarbeit. Nach jedem Level, also nach vier neuen Seiten des Buches, müsst ihr immer einen neuen Knotenpunkt oder eine wichtiges Element des Dorfes zeichnen. Dazu zählen neben einer Art Lagerfeuer, welches dauerhaft in der Mitte des Dorfes brennt, unter anderem ein Brunnen. Und auch bei diesen Elementen sind euch ein paar geometrische Flächen vorgegeben, die ihr ganz nach Belieben ausfüllen, aber nicht überschreiten könnt. Weil es eben auch nur einfache Bitmaps sind, die über den Rest des Spiels gelegt werden.

Gesteuert wird das ganze mit der üblichen Jump & Run Tastenbelegung. Gelaufen wird mit dem Steuerkreuz und gesprungen mit A. B dient weitestgehend als Aktionstaste und mit Y kann man kleinere Hindernisse zerschlagen. Keine Innovation, aber altbekannt und gut bewährt, ist immer noch die sicherste Methode und macht nach wie vor Spaß.

 

 

Der vorprogrammierte Rest

 

Natürlich besteht Drawn to Life: Mal-Held sein nicht nur aus selbst gekritzeltem Zeug, sondern auch aus einer „normalen“ grafischen Oberfläche und entsprechender musikalischer Untermalung. Letzteres ist auch ziemlich gut umgesetzt und passt so gut wie immer auf den Punkt. Das war es aber auch. Einfacher Durchschnitt, den man von so gut wie überall her kennt und leider schon gewohnt ist. Soundeffekte sind kaum vorhanden und wenn auch nicht besonders. Hierfür gibt es also weder Plus- noch Minuspunkte.

 

­Bei der Grafik sieht das ganze ähnlich aus, lässt aber doch einige Minuspunkte vergeben und zieht das Spiel und dessen Wertung ein bisschen runter. Wollte man es kurz und prägnant sagen, würde „schlechter/unterer Durchschnitt“ das Ganze sehr gut treffen. Die Hintergrundlandschaften sind weitestgehend statisch und bestehen aus einfachen Bitmaps, die man ganz einfach mit Paint gezeichnet haben könnte. Auch der Vordergrund, also die Spielebene, ist nicht das Gelbe vom Ei. Ziemlich verpixelt, lieblos und teilweise wenig abwechselungsreich.

 

 

Vielen Dank an THQ für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Drawn to Life ist keinesfalls ein schlechtes Spiel. Aber leider auch kein wirklich gutes. Kreative Köpfe, die gerne zeichnen und sich gestalterisch ausdrücken, werden durch viel selbstgestalterische Elemente und Aufgaben ihre Freude an dem Spiel haben, was für Spieler, die dies nicht so gerne tun, aber auch ins negative übertragbar ist. Ein solides Jump & Run, welches teilweise stark an alte Super Mario Teile erinnert, es aber nicht annährend schafft diese zu kopieren, ist der eigentliche Kern des Spiels. Was natürlich nicht schlecht ist, denn ordentliche Jump & Runs gibt es letzter Zeit nicht oft. Die Idee des Selbstzeichnen ist wahrscheinlich nur umgesetzt worden, weil man dann doch nicht in der grauen großen Masse der vielen DS Spiele untergehen wollte und wirkt für eben diese, die lieber Springen und Laufen an vielen Stellen aufgesetzt und übertrieben. Grafische und musikalische Umsetzung sind leider auch nur „okay“ und liefern weder Neues, noch Besonderes.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

68%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

18.09.2007

Developer

THQ

Publisher

THQ

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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