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DTM Race Driver: Create & Race

Rennspiel

03.12.2007

Autor: Gunnar Schreiber

 

Gute Rennspiele auf dem Nintendo DS sind rar gesät. Vor allem, wenn man mit authentischen Fahrzeugen auf die Piste will, gibt es bisher keinen komplett empfehlbaren Titel, da entweder die Steuerung verbockt wurde, der Umfang nicht stimmt oder der Multiplayer fehlt. Nun schickt Codemasters DTM Race Driver: Create & Race ins Rennen und versucht sich an die Pole Position zu setzen. Schon auf den ersten Blick überzeugt der Titel mit einer Vielzahl an auswählbaren Spielmodi, auf die ich nun im Einzelnen eingehen werde.

 

 

Am Anfang steht die „World Tour“ – Steuerung, Schadensmodell, Spielablauf

 

Mit diesem Modus startet ihr eure Fahrerkarriere. Es stehen 26 Cups zur Verfügung, die nach und nach frei geschaltet werden müssen. Die World Tour will euch erstmal an die Eigenschaften des Spiels gewöhnen, so dass die Optionen und der Umfang der Cups sehr beschränkt sind. Ihr fahrt also nur wenige Runde auf wenigen Strecken pro Meisterschaft, braucht selbst nicht zu schalten etc. Jeder Cup ist an eine andere Rennspielserie orientiert und bietet dementsprechend die jeweiligen Strecken und Wagen. Sehr positiv fällt gleich auf, dass Codemasters unzählige Pisten und Autos lizenziert hat, so dass ihr nur in originalgetreuen Boliden und auf authentisch aussehenden Strecken unterwegs seid. Weiterhin fällt gleich zu Anfang auf, dass das Spiel zwar DTM im Namen trägt, sich aber bei weitem nicht nur auf die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft beschränkt. So gibt es unter den 26 Cups gerade mal zwei, die sich an die DTM anlehnen. In denen seid ihr dann auch auf Strecken wie Hockenheimring oder Nürburgring mit Mercedes und Co. unterwegs. Die anderen Meisterschaften spielen überall auf der Welt: So fahrt ihr mit Supertrucks in den USA oder mit Hondas über japanische Pisten.

 

Da sich jedes Fahrzeug anders fahren lässt, bedarf es schon einer gewissen Eingewöhnungszeit, bis ihr die Strecken meistern könnt. Auch wenn das Fahrgefühl bei weitem nicht so realistisch anmutet wie bei den gleichnamigen Titeln für die Heimkonsolen, ist es den Entwicklern dennoch gelungen die Komplexität des Fahrverhaltens an die limitierten Möglichkeiten des Handhelds anzupassen. Das liegt im Wesentlichen an der gelungenen Steuerung, die leicht von der Hand geht, je nach Wagentyp aber dennoch sehr fordernd ist. Mit der A Taste beschleunigt ihr euer Fahrzeug, mit B wird gebremst, Y bedient die Handbremse und mit X könnt ihr kurz in den Rückspiegel schauen. Die L und R Taste dienen zum Zurück- und Hochschalten der Gänge, was ihr ja, wie berichtet, bei der World Tour noch nicht benötigt.

 

Nach jedem Rennen einer Meisterschaft bekommt ihr eine bestimmte Anzahl an Punkten, abhängig davon, wie ihr euch gegen eure sieben Mitkonkurrenten behauptet habt. Landet ihr am Ende des Cups auf den ersten drei Plätzen, dann schaltet ihr die nächst höheren Meisterschaften frei. Ein erfolgreiches Abschneiden wird schon im Laufe der World Tour immer schwieriger, was an dem steigenden fahrerischen Könnens eurer Mitstreiter liegt sowie an den immer kurvenreicheren und teilweise sehr engen Strecken. Besonders problematisch wird es, wenn euer Gefährt zu viel Schaden nimmt. Es gibt dabei fünf Kriterien, in denen das Auto durch Kollisionen mit Konkurrenten oder mit der Bande beschädigt werden kann: Gangschaltung, Lenkung, Aufhängung, Motor und Räder. Diese Kriterien werden in Form von Symbolen auf dem unteren Screen angezeigt und verfärben sich von einem entspannten Grün mit jeder Kollision mehr in Richtung eines bedrohlichen Rots. Ab einem gewissen Beschädigungsgrad lassen sich die Fahrzeuge schlechter steuern, werden langsamer oder bremsen schlechter. Bei extremen Schäden ist eine Weiterfahrt nicht möglich. Man kann zwar auch bei der World Tour schon in die Boxengasse fahren und alle Schäden reparieren lassen, da man aber nur wenige Runden pro Strecke absolvieren muss, sind danach meistens die Gegner schon beim Kaffee trinken, bevor man selbst das Ziel erreicht hat. Man muss also alles dran setzen, möglichst unbeschadet das Rennen zu überstehen, was aber nicht so einfach ist, wenn die Konkurrenten völlig rücksichtslos fahren.

 

 

Die Pro Tour

 

Habt ihr die Cups in der World Tour absolviert, dann schaltet ihr die Pro Tour frei. Wie der Name schon suggeriert, handelt es sich hierbei um die World Tour für Profis. Ihr müsst die gleichen 26 Cups erneut fahren. Diesmal könnt ihr aber optional eine Qualifikation vorab schieben, um eure Startposition im Rennen zu bestimmen. Außerdem müsst ihr in diesem Modus auf die manuelle Schaltung umsteigen und euch mit schwereren Gegnern auseinandersetzen. Auch wenn das alles schon realistischer anmutet, ist der Ablauf immer noch sehr beschränkt. So könnt ihr in diesem Modus ebenfalls nicht wählen, mit welchem Fahrzeug ihr antreten möchtet und werden pro Cup auch wieder nur ein Teil der offiziellen Strecken gespielt.

 

 

Die Simulation

 

Wem selbst die Pro Tour zu luschig ist, der kann sich an der Simulation versuchen. Jeder Cup, den man in der World Tour schafft, wird auch als Simulationsvariante frei geschaltet. Hier habt ihr dann alle Optionen zur Verfügung. Wählt bei DTM zum Beispiel, ob ihr nur bestimmte Strecken oder einen ganzen Rennkalender fahren wollt. Außerdem könnt ihr ein Training und eine Qualifikation voran schieben und auswählen, wie gut die Kontrahenten fahren oder wie viele Runden pro Piste absolviert werden sollen. Außerdem habt ihr nun die freie Fahrzeug- und Fahrerwahl. Bei der DTM könnt ihr zum Beispiel mit Mika Häkkinen in seinem AMG Mercedes C Klasse oder mit Heinz Harald Frentzens Opel Vectra GTS V8 über die Piste brettern. Hier wird sicherlich dem Fan der einzelnen Rennserien so ziemlich alles geboten, was das Herz begehrt und auf einem Handheld wie dem DS umsetzbar ist.

 

Aber der Simulationsmodus hat noch weitaus mehr zu bieten als die angesprochenen Meisterschaften. So könnt ihr im Zeitfahren auf sämtlichen Strecken des Spiels neue Rekorde aufstellen. Oder ihr wählt den Herausforderungs-Modus. In diesem Modus bekommt man satte 24 Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade gestellt. Mal müsst ihr Ringe durchfahren oder möglichst punktgenau bremsen oder einer Ideallinie folgen. Analog zu Mario Kart DS bekommt ihr dafür bis zu 3 Sterne, abhängig davon, wie gut ihr die Aufgaben erfüllt.

 

 

Der Streckeneditor

 

Ein weiteres geniales Feature und Namensgeber von DTM Race Driver: Create & Race ist der integrierte Karteneditor. Mit diesem könnt ihr eigene Strecken entwerfen, abspeichern und sowohl im Singleplayer- als auch im Multiplayer-Modus verwenden. Obwohl der Editor wirklich kinderleicht via Touchscreen zu bedienen ist, da ihr jede Menge Hilfestellungen bekommt und alles sehr intuitiv gestaltet wurde, bietet er dennoch genügend Komplexität, um ausgefallene Pisten zu entwerfen. Wer es schnell machen will, schafft es in lockeren 10 Sekunden eine eigene Strecke zu designen. Perfektionisten bekommen aber auch genügend Werkzeuge, um lange daran zu feilen. Zur Auswahl steht neben vorgefertigten Streckenteilen wie die unterschiedlichsten Geraden und Kurven, auch die Möglichkeit einfach via Touchpen Streckenelemente zu zeichnen. Malt also quasi  euren Streckenverlauf und das Spiel wird diesen akzeptieren und umsetzen. Genial einfach, einfach genial! Zusätzlich bekommt ihr angezeigt wie viel Meter einzelne Streckenteile lang sind, ob auch alles korrekt miteinander verbunden wurde und wie viel Platz noch für weitere Ausbauten zur Verfügung stehen. Auch eine Probefahrt oder alternativ eine Kamerafahrt über die Strecke ist jederzeit möglich. Natürlich könnte es ruhig noch ein paar mehr auswählbare Grafiksets und Randobjekte geben. Nichtsdestotrotz ist der Editor vorbildlich gelungen.

 

 

Jede Menge Boni

 

Drei Renntouren, plus Herausforderungen, plus Zeitfahren, plus Streckeneditor sind aber noch lange nicht alles, was das Spiel zu bieten hat. Neben einem ausführlichen Multiplayer-Modus, auf den ich im nächsten Abschnitt noch zu sprechen komme, gibt es noch jede Menge andere Boni, die man frei kaufen kann. Denn für jeden gemeisterten Cup bekommt man Punkte, abhängig von der Platzierung. Mit den Punkten kann man im Prämienshop ordentlich einkaufen gehen. Zur Auswahl stehen neue Cups für den Singleplayer-Modus, neue Herausforderungen, optische Tuningelemente für die Fahrzeuge und neue Einzelteile für den Streckeneditor. Darüber hinaus kann man sich noch Cheats kaufen, mit denen man zum Beispiel alle Strecken frei schaltet oder den Schaden ausstellen kann. Um sich die interessanten Prämien leisten zu können, muss man schon viele Stunden in die Absolvierung der einzelnen Cups stecken, um genügend Punkte zu sammeln. Da aber die kaufbaren Boni wirklich lohnenswert sind, erhält man so einen weiteren Motivationsschub.

 

 

Der Multiplayer

 

Umfang wird bei DTM für den DS groß geschrieben, so dass man auch hier fast alles geboten kriegt, was man sich wünschen kann. Es ist sowohl möglich mit nur einer Cartridge als auch im Multikartenmodus anzutreten. Ferner bietet das Spiel einen Onlinemodus.

 

Im Einzelkartenspiel stehen nur ein Cup und eine begrenzte Anzahl an Strecken zur Verfügung. Besitzen aber bis zu vier Spieler das Modul, bekommt ihr die volle Motorendröhnung. Wählt den Cup aus, den ihr spielen möchtet und definiert dann selbst, auf welchen Strecken gefahren werden soll. Natürlich können auch die Einstellungen modifiziert werden, so dass ihr einen Einfluss auf die Rundenzahl oder den Schwierigkeitsgrad habt. Neben den menschlichen Mitspielern werden die restlichen Startplätze von CPU Gegnern aufgefüllt. Nach jedem Rennen werden die Punkte summiert und am Ende der Meisterschaft ein Gewinner ermittelt. Sowohl der Single- als auch der Multicartridgemodus laufen sehr stabil und flüssig.

 

Wer keine Freunde zur Hand hat, der kann gegen Spieler aus der ganzen Welt via Nintendo Wi-Fi Connection antreten. Dabei stehen fünf verschiedene Suchkriterien nach potenziellen Gegnern zur Auswahl. So könnt ihr zum Beispiel nach Spielern suchen, die den gleichen Rang haben wie ihr selbst oder nur gegen Freunde antreten. Es ist auch möglich nach einem Match einen Gegner als Rivale zu speichern und dann im Menü nur Rivalen als Suchkriterium festzulegen.

 

Zur Auswahl stehen sämtliche frei gespielten Meisterschaften. Hat man bereits eigene Strecken mit dem Editor entworfen, das gilt übrigens auch für den Multikartenmodus, dann kann man auch eigene Meisterschaften aufstellen und spielen. Bei den Online-Meisterschaften werden immer drei Strecken mit je drei Runden gefahren. Lediglich euer Auto dürft ihr wählen. Weitere Einstellungsmöglichkeiten sind leider nicht möglich. Was auf der einen Seite etwas schade ist, sorgt auf der anderen Seite dafür, dass ein Rennen relativ zügig beginnt und kein stundenlanges Options-Hickhack vorausgeht. Die Punkte werden addiert, so dass nach den drei Strecken der Gewinner feststeht. Bei den individuellen Cups sieht der Ablauf etwas anders aus. Dort werden ein bis vier Strecken gefahren, je nach Anzahl der Spieler, wobei jeder Teilnehmer eine eigene Strecke zur Verfügung stellt. Eine klasse Idee, um zu verhindern, dass der Erbauer der Piste einen zu großen Vorteil hat.

 

Zusätzlich bietet das Spiel noch Online-Ranglisten, wo ihr die Fahrkünste der besten DTM Fahrer der Welt, aber auch eure eigenen begutachten könnt. Dort wird neben der Position und dem Namen auch aufgelistet, wie viele Rennen der jeweilige Fahrer bereits gewonnen und verloren und wie viele Punkte er erhalten hat. Allerdings scheint diese Liste zumindest momentan ziemlich fehlerhaft zu sein, da man manchmal nach Niederlagen Siege oder umgekehrt angerechnet bekommt.

 

Der Multiplayer-Modus ist wirklich sehr gelungen und lässt kaum Wünsche offen. Nur ein Voice Chat wäre noch eine tolle Ergänzung gewesen.

 

 

Audivisuelle Umsetzung

 

Auch an der technischen Umsetzung gibt es nicht viel zu meckern. Die Strecken und Autos sehen authentisch aus und sind sofort wieder erkennbar. Die Streckengrafik könnte zwar noch was detaillierter sein, aber dafür läuft das Spiel die ganze Zeit über extrem flüssig, was bei einem Rennspiel mit das wichtigste ist, um eine gute Steuerung und ein gutes Geschwindigkeitsgefühl zu garantieren.

 

Der Sound ist nur teilweise gelungen, da manche Fahrzeuge eher nach einem verstaubten Fön als nach einem Auto klingen. Andere wiederum bieten einen recht authentischen Sound. Problematisch ist auch, dass man das Schaltgeräusch der Gänge bei manchen Fahrzeugen nicht hört und dass manche Motoren selbst bei Bremsmanövern klingen als würden sie gerade Höchstleistungen auf einer Geraden vollbringen.

Musik gibt es nur im Menü. Das ist bei einem Titel, der versucht realistische Rennen zu simulieren, auch nicht weiter störend, da man sich während des Rennens eh auf die Fahrt konzentrieren muss und so nicht auf Hintergrundmusik achten würde.

 

 

Die Meckerecke

 

DTM Race Driver für DS bietet nur wenig Anlass zur Kritik. Die wichtigsten Punkte wie der manchmal unrealistische Motorensound habe ich bereits angesprochen. Ich möchte an dieser Stelle noch einen weiteren Kritikpunkt ergänzen, der nicht so sehr an dem Spiel, sondern viel mehr an den limitierten Möglichkeiten des Handheld liegen. So sind manche Kurven verdammt schwer einzusehen, vor allem, wenn der Hintergrund genauso grau wie die Fahrbahn ist. Das führt bei Streckenunkenntnis öfters dazu, dass man diese unfreiwillig in Richtung Kiesbett verlässt. Vielleicht hätten die Entwickler hierbei ein wenig von der möglichst originalgetreuen Darstellung der einzelnen Strecken abweichen und an den Rand bei besonders brenzligen Kurven Markierungspfeile, wie in anderen Rennspielen auch, aufstellen sollen. Wie gesagt, das entspricht dann zwar nicht mehr der Realität, hätte aber enorm zur Übersichtlichkeit und somit zur Spielbarkeit beigetragen. Außerdem wird vielfach moniert, dass der Titel keine wirklichen Tuningsmöglichkeiten bietet. Mich persönlich stört dies allerdings überhaupt nicht, da ich kein Fan von solchen Optionen bin. Mal ganz abgesehen davon: Wie realistisch ist es, dass man während einer Saison, trotz strenger Reglements, sein Wagen aufrüsten darf?

 

 

Vielen Dank an Codemasters für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

DTM Race Driver: Create & Race ist das bisher beste Rennspiel mit realistischen Fahrzeugen auf dem Nintendo DS. Der Umfang ist vorbildlich und bietet weitaus mehr als nur die Strecken und Fahrzeuge der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft. Der Multiplayer-Modus lässt ebenfalls kaum Wünsche offen, die technische Umsetzung ist solide und zusätzlich gibt es noch einen sehr guten Streckeneditor und jede Menge freischaltbare Boni. Auch bei der Steuerung und dem Fahrgefühl ist Codemasters der Spagat zwischen Realismus und an das System angepasste Erleichterungen nahezu perfekt gelungen, so dass wir den Titel uneingeschränkt jedem Rennspielfan empfehlen können.

Grafik

gut

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

super

87%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

12.10.2007

Developer

Codemasters

Publisher

Codemasters

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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