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Reviews: Nintendo DS

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Pokémon Schwarze Edition 2

RPG

08.11.2012

Autor: Lukas Strübig

 

 

Neu, Teil 2

 

Pokémon ist eine der Serien, der man grundlos lange Zeit vorwarf, sie hätte sich praktisch nicht weiter entwickelt. Die schwarze und weisse Edition machten daher 2011 ein paar Dinge anders und wurden völlig übertrieben als die Renaissance der Serie gefeiert, was vor allem an der sehr viel besser erzählten und selbstkritischen Geschichte um Team Plasma lag, die forderten, die Pokémon zu befreien, da sie angeblich in einer Knechtschaft unter ihren Trainern leben. Ein Jahr später erschien mit Schwarz und Weiss 2 anstatt der obligatorischen Zusatzedition die Fortsetzung zu dieser Geschichte.

 

 

Die Legende geht weiter!

 

Die Geschichte setzt zwei Jahre nach dem Ende von Schwarz und Weiss 1 an, N und der Trainer, der ihn besiegte, sind verschwunden, Team Plasma zerschlagen und die Population der Pokémon hat sich stark verändert. Um genau diese Veränderung zu untersuchen, wird der Spieler von Professor Esches Assistentin Bell auf seine Pokémon-Reise geschickt. Diese Reise bleibt allerdings nicht ganz ereignislos, denn das nun in zwei Fronten geteilte Team Plasma versucht nach wie vor die Kontrolle über die Einall Region zu erlangen und mit der Macht des legendären Kyurem die Pokébälle zu zerstören, um so die Pokémon vom Joch der Unterdrückung zu befreien; angeblich.

 

Die Handlung hält sich, anders als im Vorgänger, im Laufe des Spiels jedoch leider sehr zurück, ist fast nur andeutungsweise vorhanden und geht erst gegen Ende an die Substanz und lässt den Spieler nach einem enttäuschenden Finale unbefriedigt zurück. Große Wendungen oder starke Dramatik gibt es leider nicht, auch die emotionale Reise der Figuren, wie es sie noch mit Bell und Cheren im ersten Teil gab, bleibt hier aus. Dafür allerdings nimmt das Spiel das Motiv der Geschichte sehr viel ernster.

 

Wurden die Vorwürfe von Team Plasma im ersten Teil von den Trainern noch eisern abgewiesen und die Prämisse, dass Pokémon in der Interaktion mit Menschen über sich hinaus wachsen, nicht hinterfragt, wird hier von allen Charakteren der Pokémon-Welt die Existenz und Auswirkung der Pokébälle kritisch beäugt. Zwingen Pokébälle den Pokémon tatsächlich den Willen ihrer Trainer auf? Unterbinden sie den echten Kontakt zwischen den Menschen und Pokémon? Ist es gut, dass jeder Mensch, egal wie er sie behandelt, sich Pokémon halten kann?

 

Diese Fragen bleiben alleine dem Spieler überlassen, da das Spiel sich durch eindeutige Demonstration der von Team Plasma ausgeübten Doppelmoral um eine Beantwortung drückt.

 

Als Rivale fungiert dieses Mal ein Freund des Protagonisten, der Team Plasma mit allen Mitteln bekämpfen will. Sein Motiv dafür ist -Achtung!- das gestohlene Felilou seiner Schwester. Auf der einen Seite mag man die Entschlossenheit des Rivalen, auf der anderen Seite erwischt man sich irgendwann dabei wie man in den Bildschirm schreit: "Es ist nur ein verdammtes Felilou! Glaubst du wirklich, dass jeder in Team Plasma weiß, wovon du redest?!"

 

Tatsächlich zeigt meine Analyse an diesem Punkt, dass Schwarz und Weiss 1 die Messlatte für die Story in einem Pokémon-Spiel ein ganzes Stück höher gehängt haben, daher ist es sehr schade, dass nun der zweite Teil einen solchen Schritt rückwärts macht. Dabei sieht man vor allem in der besseren Inszenierung und den häufiger auftretenden Cutscenes die Ambitionen, die hinter dem Spiel stecken. Kommt schon, Game Freak, die meisten von euch haben noch an der Mother Serie gearbeitet, ihr seid besser als das!

 

Neu ist übrigens, dass man per "Mementolink" mittels eines zweiten DS oder über den Global Link seinen Spielstand von S/W 1 in den zweiten Teil einfügen kann, um so weitere Ereignisse freizuschalten. Unbedingt machen!

 

 

Schnapp sie dir alle? D:

 

Gameplay-Technisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger praktisch gar nichts getan, was man aber auch nicht wirklich erwarten konnte. Nach wie vor bereist man die Welt, sammelt Orden und wird am Ende Champ der Pokémon Liga, an dieser Struktur wurde nicht gerüttelt. Die Einall Karte wurde jedoch sinnvoll um einige neue Städte erweitert, die Anfangsstädte aus Schwarz und Weiss 1 lassen sich daher aber auch erst nach Abschluss der Hauptstory besuchen.

 

Neu ist, dass nun die Pokémon der ersten Generationen überall in der Einall Region fangbar sind. Eine weitere sinnvolle Neuerung ist die Habitatsliste des Pokédex, in der verzeichniet ist, welche Pokémon zu welcher Jahreszeit auf welcher Route angetroffen werden können. Der Viso-Caster wurde erweitert, damit der Spieler nun von sich aus andere Charaktere anrufen und von ihnen ale möglichen Informationen zu Pokémon, Orten oder seinem nächsten Ziel bekommen kann. Leider ist die Anzahl, anders als in Gold und Silber, recht begrenzt und von der Story vorgegeben, NPCs am Wegesrand werden den Spieler also nicht anrufen und erneut zu einem Kampf heraus fordern. Der Wechsel der Jahreszeiten findet nach wie vor monatlich statt, was ich etwas schade finde, da ich bei einem Tageszeitenwechsel in Echtzeit auch Jahreszeiten bevorzugen würde, die sich an den tatsächlichen, kalendarisch festgelegten Zeiten orientieren.

 

Was mich bei Schwarz und Weiss 1 jedoch am meisten gestört hat war, dass es abseits der Handlung nicht viel zu tun gab, außer sich der unrealistischen Aufgabe zu stellen, die alle zu schnappen. Dieses Manko wurde ausgebügelt. Recht früh bekommt man im Spiel die Möglichkeit, in dem Filmstudio Pokéwood als Schauspieler azuheuern und Filme zu drehen. Dafür muss man einen Kampf so gewinnen, wie es im Drehbuch vorgeschrieben ist. Die Herausforderung liegt darin, die Unprofessionalität seiner Kollegen auszugleichen, die gerne schon in der ersten Szene mit K.O. Attacken und Volltreffern um sich werfen.

 

Anders ist es in der Einklangspassage, dort haben die Verantwortlichen schon längst eingesehen, dass sie komplett inkopetent sind und die Leitung des Ladens daher an den Nächstbesten, daher gelaufenen Trainer abgegeben, der, wie es das Schicksal so will, eben der Spieler ist.

 

Hier kann man Läden aufbauen, in dem man wildfremde Leute anspricht und sie anheuert, oder ihnen einen Laden empfielt. Dadurch steigt die Beliebtheit des Ladens. Komischerweise sieht man bei beidem nie einen Cent von den Einnahmen... Darüber hinaus gibt es nun Minispiele, die man zu mehreren Spielern absolvieren kann, sowie, für alle, die sowas anspornt, Münzen, die praktisch das Äquivalent zu Achivments sind.

 

Wem das nicht episch genug ist, der kann sich am World Tournament versuchen und gegen alle möglichen bekannten Trainer, Arenaleiter und Champs anderer Regionen antreten. Fanservice vom feinsten!

 

Für 3DS Besitzer gibt es darüber hinaus auch den Traumradar, den man für drei Euro im eShop kaufen kann. Ein relativ ausführliches Review findet ihr hier.

 

 

Grafik

 

Auch grafisch hat sich nicht sonderlich viel getan. Ein paar schönere Texturen hier, ein paar Wettereffekte und Grasbüschel im Kampfbildschirm dort machen kaum einen Unterschied. Lediglich die sich nun bewegenden Sprites der gegnerischen Trainer fallen auf, sind aber auch nicht wirklich neu. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn Pokémon nutzt das volle Potenzial des DS aus bringt ihn wohl endgültig an seine Grenzen. Einzig und allein ist zu bemängeln, dass nach wie vor keine Lösung für das starke Verpixeln der Sprites gefunden wurde, da dies aber so konsequent durchgezogen wird und in jedem Kampf und jeder Kamerafahrt vorhanden ist, fällt es irgendwann kaum noch auf.

 

Musikalisch hat sich ähnlich wenig getan, der Soundtrack aus dem Vorgänger wurde 1:1 übernommen, mit einigen sehr schönen neuen Tracks, die in den neuen Städten eingesetzt werden. Die Musik ändert sich darüber hinaus während der Jahreszeiten, um jede schön zu unterstreichen, leider jedoch nicht bei den verschiedenen Tageszeiten, obwohl dies atmosphärisch eine Menge gebracht hätte.

 

 

Ich hasse Volltreffer!

 

Kurz vor Ende muss aber auch ich mal eine kleine Meckerecke eröffnen: Bekommt man nämlich am Anfang das Gefühl, das Spiel sei ungewohnt einfach, ist man gegen Ende fast fest davon überzeugt, dass die gegnerischen Pokémon künstlich verstärkt wurden. Es ist ja gut bekannt, dass NPCs gerne mal einen Volltreffer nach dem anderen landen, während eigene Pokémon ständig daneben schlagen. Hier jedoch kommt es vor, dass wilde Pokémon auf einem geringeren Level mit nicht sehr effektiven Attacken mehr Schaden verursachen, als selbst trainierte Pokémon mit sehr effektiven. Game Freak muss für dieses Problem in kommenden Spielen auf jeden Fall eine Lösung finden.


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Fazit

Leider hat man in Pokémon Schwarz und Weiss 2 nicht das Potential der Handlung des ersten Teils genutzt, sondern an dieser Stelle einen Schritt rückwärts gemacht. Dafür ist der Umfang sehr viel größer geworden mit vielen neuen Minispielen, Herausforderungen und Turnieren, die den Spieler für lange Zeit an den Bildschirm fesseln. Pokémon Schwarz und Weiss 2 ist zwar Story-technisch nicht auf demselben Niveau wie sein Vorgänger, in Gameplay und Umfang ist es jedoch das beste Pokémon-Spiel, das bisher auf den Markt gekommen ist.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

super

91%

Singleplayer

89%

Multiplayer

Release

12.10.2012

Developer

Game Freak

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-4

Anzahl Spieler (WLAN)

1-4


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