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Reviews: Nintendo DS

Award für Multiplayer

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Ferrari Challenge

Rennspiel

05.01.2008

Autor: René Schäfer

 

Heiße Autos, heiße Reifen, heißer Asphalt, heiße Daumen

Ferrari - Das italienische Autohaus Nummer Eins. Der wilde Hengst und die feuerrote Lackierung sind das Markenzeichen der Sportwagen erster Klasse. Genauso scheinbar unübertreffbare Tempolimits. Das schnellste Auto der Schöpfer aus Maranello hört auf den Namen Enzo und schafft es auf über sagenhafte 365 km/h.

 

Diesen puren Fahrspaß hat SYSTEM 3 jetzt mit „Ferrari Challenge“ auf den Nintendo DS gebracht. Schnelle Autos, Geschwindigkeit hoch drei und „lebensechte Wagenmodelle“ verspricht der Packungstext auf einer einzigen Cartridge zu vereinigen. Und hält es auch größtenteils ein. Mit einem flüssigen Spielaufbau, kurzen Ladezeiten, vielen Optionen und einem guten Mehrspielermodus fährt „Ferrari Challenge – European Series“ (wie der volle Name ist) ganz vorne bei den Autorennspielen mit. Wie das Spiel aber in den wichtigen Punkten im einzelnen abschneidet, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen dieses Tests.

 

 

Jeder fängt mal klein an

 

„Ferrari Challenge“ bietet so gut wie alles, was ein Rennspiel an Modi braucht. Einen Trainingsmodus, einen Schnellstart-Modus und natürlich einen Wettkampfmodus. Einzig und allein ein Karrieremodus ist nirgends zu finden. Diesen kleinen Wehrmutstropfen macht aber ein weiterer Modus, der auf den Namen „Challenge Cards“ hört, aber teilweise wieder wett. Was sich dahinter verbirgt, erfahrt ihr später.

 

Der Trainingsmodus unterteilt sich in vier Kategorien, die dann auch noch mal in jeweils vier Rennen aufgeteilt sind. Die Hauptkategorien sind die klassischen: Leicht, Mittel, Schwer und Profi. Und gleich hier muss man einen großen Pluspunkt vergeben. Denn die Einteilung hat nicht nur im Menü super funktioniert, sondern ist auch auf der Fahrbahn deutlich zu spüren. So schafft man die vier Rennen der „Leicht-Kategorie“ noch mit links (oder rechts, je nachdem) und muss dann bei „Mittel“ schon feststellen, dass es langsam ernst wird. Diese Kontinuität setzt sich dann auch durch die anderen beiden Schwierigkeitsgerade fort.

 

Weswegen ich dem Trainingsmodus hier aber eigentlich einen eigenen Absatz einräume, ist ein nicht so erfreulicher Punkt. „Punkte“ sind im Grunde genau das, was der Name vermuten lässt. So werden während der Rennen im Trainingsmodus Punkte für unter anderem genaues und sauberes Fahren vergeben. Und da wird es nervig. Denn da die Punkte für das erfolgreiche Abschließen einer Trainingseinheit zwingend erforderlich sind, vermutet man nicht, wie das (Ab)Rechnungssystem dieser Punkte funktioniert. Hierzu ein kleines Beispiel, welches ich in der Tat genau auf den Punkt, und vor allem die Zahl, so erleben musste.

 

Start des Rennens gut absolviert und satte 100 Punkte eingeheimst. Kurz darauf die erste Koalition mit einem anderen Auto und minus 50 Punkte. Macht nur noch 50 Punkte auf dem Konto. So weit so gut. Immerhin war es ja auch meine Schuld.  Weiter geht es eine ziemlich lange Strecke gerade aus. Streckenabschnitt gut absolviert und neue 100 Punkte für das Konto gesammelt. Ein kleines Rammen vom gegnerischen Auto hinter mir (minus 50 Punkte), ich komme von der Straße ab und überfahre die weiße Markierung am Straßenrand (minus 50 Punkte), ich fahre ein Stück im Aus, um auf die Straße zurück zu kommen (minus 100 Punkte) und überfahre beim Auffahren auf die Strecke erneut die weiße Grenzmarkierung (minus 50 Punkte). Alles in allem macht das 250 Minuspunkte, für die ich im Grunde nichts kann. Der Kontostand ist gleich Null und das Ziel schon in Sicht. Wut pur.

Wenn man durch solche Geschehnisse dann ein Rennen mehrmals wiederholen muss und es immer noch nicht ganz schafft zu bestehen, wird aus Spaß schnell Frust. Und das dämpft die Pluspunkte für die kontinuierliche Schwierigkeitssteigerung vom Anfang.

 

 

Laden … 3,2,1  LOS!

 

Ein richtiges Autorennspiel oder gar eine Rennsimulation, wie es „Ferrari Challenge“ ist, macht im Multiplayer natürlich am meisten Spaß. Das gilt natürlich auch oder fast schon besonders für schnelle Autos. Und so schnell wie die Autos im Spiel sind, so schnell habt ihr eure Freunde dazu gebracht, ein paar Runden mit euch zu drehen. Das Spiel ist sowohl mit nur einer als auch mit mehreren Cartridges. Dabei läuft der Singlekartenmodus schön flüssig. Das Laden und Senden funktioniert gewohnt einfach und problemlos.

Natürlich stehen Spielern mit jeweils einem eigenen Spiel ein paar mehr Funktionen zur Verfügung als denen, die nur ein Modul ihr eigen nennen. So kann man zwischen dem Zeitrennen, dem Wettkampfmodus und dem bereits angesprochenen Challenge-Modus sowie Optionen zur Wahl der Farbe des eigenen Autos wählen. Einzelkartenspieler können hingegen nichts weiter als zwischen zwei verschiedenen Rennstrecken wählen. Größtes Manko ist allerdings der fehlende Onlinemodus. Hier hat der direkte Konkurrent DTM Race Driver vorgemacht wie es sein sollte.

 

 

Auf in dem Kampf

 

Der Challenge-Modus ist nichts weiter als ein klassisches Autoquartett. Wählt man diesen Modus im Hauptmenü aus, wird man zu aller erst aufgefordert, den DS vertikal zu drehen und den Touchpen in die Hand zu nehmen. Hat man sich dann entschieden, ob man alleine gegen den Computer oder im Multikarten-Spiel gegen einen Freund antreten will, erscheint die erste eigene Karte auf dem rechten Bildschirm und es kann losgehen. Wie beim realen Quartettspiel wählt man eine Kategorie, die man für gut hält und tippt diese dann an. Die Karte des Gegners dreht sich auf dem anderen Bildschirm um und gibt preis, ob man gewonnen oder verloren hat. Gewinnt man, bekommt man die Karte des Gegners, verliert man, bekommt er dementsprechend die eure und darf fortan die Kategorien aussuchen. Ziel dieses Spiels ist es, alle Karten zu sammeln.

 

Habt ihr „Ferrari Challenge“ zum ersten mal an, stehen euch in diesem Modus, sofern ihr noch nichts anderes getan habt, 40 Karten zur Verfügung. Durch das Meistern von Trainingsrennen oder Wettkämpfen bekommt ihr im Laufe des Spiels aber immer mehr Karten, getreu dem Motto „Sammel sie alle!“, hinzu.

Ganz nett an diesen Karten ist übrigens, dass man alle Originaldaten und die originalen Werbefotos der Autos, die teilweise schon über 60 Jahre alt sind, bekommt.

 

 

Rennsimulation oder doch eher Arcadefahrspaß?

 

Ganz klar ist „Ferrari Challenge“ als eine Rennsimulation anzusehen. Richtiger müsste es noch heißen „als DIE Rennsimulation“, denn auf einem so hohen Niveau von Fahrgefühl, flüssigem Spielverlauf und netter Grafik hat es bis jetzt noch kaum ein Autorennspiel für den DS gegeben. Die grafische Umsetzung des Titels ist den Entwicklern und Designern sehr gut gelungen. Die Wagen sind ihren realen Vorbildern originalgetreu nachgebaut und sehen auch nicht allzu verpixelt aus. Natürlich gibt es hier und da an den Autos und an der Landschaft etwas zu meckern, doch muss man sagen, dass das Spiel super flüssig und ohne Einbrüche läuft und selbst in wirklich hektischen Momenten nicht zusammenbricht. Zwar sind die Umgebungen am Streckenrand nicht schon aus 100 Metern Entfernung zu sehen, sondern bauen sich langsam auf, vermitteln aber nicht das problematische und unschöne Pop-Up Feeling. Alles in allem könnte man das Spiel in diesem Punkt sehr gut mit einem frühen PlayStation One Spiel gleichsetzen.

 

So gut wie den Entwicklern die grafische Darstellung gelungen ist, ist ihnen auch die Sounduntermahlung des Spiels gelungen. Peppige und rockige Töne untermalen die Menüs des Spiels, während in Rennen auf pure Motorengeräusche gesetzt wird. Diese sind auch nicht nur einfaches Midi-Gedudel oder gleich bleibende Tonspuren, die sich immer wiederholen, sondern sie passen sich je nach Geschwindigkeit und Anzahl von Autos in direkter Umgebung an. Vom Spielgefühl her bietet „Ferrari Challenge“ auch  einiges, was man dem Spiel so nicht ansieht. Die Wagen brechen realistisch aus, lenken sich naturgetreu und beschleunigen rasant, wie es Ferraris tun.

 


Wir danken für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

„Ferrari Challenge“ ist für jeden DS Besitzer und Autorennfan eine gute Alternative. Audiovisuell überzeugt das Spiel auf ganzer Linie und fährt durch eine saubere Menüführung, einem ordentlichen Multiplayermodus und der netten Beigabe eines Quartetts mit den größten und bekanntesten Ferrari Autos direkt ins Ziel: die Herzen der Rennsimulationsliebhaber. Soweit ich das als (noch) nicht Autofahrer beurteilen kann, steuern sich die Wagen sehr gut und vermitteln ein nettes Fahrgefühl, welches man so auf dem DS wahrscheinlich nicht so oft geboten bekommt. Einzige Patzer macht das Spiel beim Punktesystem im Trainingsmodus und der Tatsache, dass man im Einzelkarten-Merhspielermodus nur zwei Rennstrecken fahren kann. Außerdem ist der fehlende Onlinemodus unverzeihlich.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

82%

Singleplayer

79%

Multiplayer

Release

23.11.2007

Developer

System 3

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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