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Reviews: Nintendo DS

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Mario Party DS

Party

14.01.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Hilfe, Bowser hat die Helden geschrumpft!

 

Die Geschichte von Mario Party DS ist etwas anders, als die der bisherigen Mario Party Teile. Eines Nachts beobachtet Mario, wie fünf Dinge vom Himmel fallen. Er nimmt den Himmelskristall, der in seiner Nähe landet, an sich und erzählt am nächsten Morgen seinen Freunden (Luigi, Peach, Yoshi, Daisy, Wario, Waluigi und Toad) davon. In diesem Moment überfliegt Kamek das Geschehen und wirft Einladungskarten ab: „Hey! Ich schmeiße eine große Bowser-Party, damit ihr mir meine Übeltaten verzeiht! Für feinste Fressalien ist gesorgt! Kommt vorbei und macht euch ran! Euer Bowser!“ Die Truppe begibt sich also zu Bowsers Schloss und findet dort tatsächlich ein wahres Festmahl vor. Natürlich ist das eine Falle des Koopa-Königs, der die Helden einfängt, sie mit Hilfe seiner Mikromi-Rute in Hosentaschenformat schrumpft und den Himmelskristall an sich nimmt.

 

Doch auch klein haben die Helden keine Angst vor Bowser, als sie am anderen Ende des Pilzkönigreichs wieder zu sich kommen. Sie machen sich auf den Weg zurück zu Bowsers Schloss, um den Himmelskristall zurückzuholen. Auf dem Weg dahin wollen sie die anderen vier Kristalle finden. Direkt danach beginnt man auch schon auf dem ersten Spielbrett. Diese haben immer gemeinsam, dass ein Freund der Truppe von einem Bösewicht belagert wird. Der Held, der auf dem Spielbrett die meisten Sterne einsammelt, darf sich dem Feind stellen und so für Frieden auf dem Spielbrett sorgen.

 

Spielt man die Party alleine, dann würfelt man sich im Abenteuer durch die fünf Spielbretter, um am Ende Bowser gegenüber zu stehen. Hat man alle fünf Himmelskristalle gefunden, dann passiert etwas Wunderbares... Das Spielprinzip ist dabei nahezu unverändert zu den Vorgängern. Es treten immer vier Charaktere auf einem Spielbrett gegeneinander an. Zu Anfang würfelt jeder einmal, um die Spielreihenfolge festzulegen. Jeder bekommt 10 Münzen Startkapital und dann geht es auch schon los. Der Reihe nach würfeln alle Teilnehmer und ziehen so auf dem Spielbrett vor. Dort gibt es neben blauen und roten Standardfeldern, die dem Charakter drei Münzen geben oder wegnehmen auch noch allerhand Ereignisfelder mit den unterschiedlichsten Folgen.

 

So kann man zum Beispiel einen Shop betreten, um Items zu kaufen, die der eigenen Figur im Spiel helfen oder anderen Figuren schaden. Bezahlt werden die Items mit den Münzen, die man im Spiel sammelt. Des Weiteren gibt es zum Beispiel noch Bowser-Felder, die den Tyrannen herbeirufen und somit für Chaos auf dem Brett sorgen. Haben alle vier Figuren ihren Zug gemacht und ein Feld belegt, dann startet die Minispiel-Runde. Je nachdem auf welcher Farbe alle stehen, kämpft dann jeder gegen jeden, drei gegen einen oder zwei gegen zwei.

 

In den Minispielen geht es darum, sich direkt gegen die Gegner durchzusetzen, um das Spiel zu gewinnen und so Münzen zu erhalten, die extrem wichtig für den Verlauf sind. Im Regelfall bekommt der Sieger 10 Münzen. Es gibt jedoch auch Kampf-Minispiele, in denen jeder eine bestimmte Anzahl Münzen einsetzen muss und diese werden dann unter den ersten beiden verteilt. Auf den Brettern gibt es Sterne zu finden. Betritt man ein solches Feld und hat genug Münzen, dann kann man einen (oder mehrere) kaufen. Danach erscheint das Sternfeld woanders. Auf manchen Spielbrettern sind die Sterne jedoch nicht ganz so leicht zu finden. Wer am Ende der 10 Durchgänge die meisten Sterne hat, der gewinnt und darf gegen den Boss antreten. Gelingt das, dann bekommt man einen Himmelskristall.

 

Am meisten Spaß macht das natürlich mit menschlichen Mitspielern. Durch die W-LAN Fähigkeiten des Nintendo DS ist das auch ohne Probleme möglich. Alles, was man braucht, sind bis zu drei Freunde, die auch einen eigenen DS haben. Dabei ist das Spiel selbst nur einmal nötig, denn man kann alle Spielbretter mit allen Minispielen des Abenteuer-Modus im Single-Cartidge-Modus spielen. Vorbildlicher geht es nicht, vor allem auch deshalb, weil die Ladezeiten sehr geschickt verteilt sind und man nur selten länger als fünf Sekunden warten muss. Besser war dieser Modus noch bei keinem anderen Spiel umgesetzt. Hat man keine drei Freunde parat, dann werden die restlichen Figuren von der CPU gesteuert. Online kann man leider nicht zocken.

 

 

Ein halbes Gros neue Minispiele!

 

Die zwei Herzstücke von Mario Party sind die Spielbretter und die Minispiele. Während sich die Entwickler bei den Spielbrettern an sich zwar Mühe gegeben haben, aber es leider nur fünf Stück insgesamt gibt, sind die knapp 60 neuen Minispiele wirklich vorzüglich gelungen. Wichtigstes Element ist natürlich die Steuerung per Touchscreen und Mikrofon. Es gibt jedoch auch Minispiele, die sich komplett mit Steuerkreuz und Tasten bedienen lassen, so dass es wirklich abwechslungsreich ist. Einige Beispiele:

 

Beim Gumba-Gewimmel hat jeder Spieler eine Art Drehorgel vor sich stehen. Durch kreisende Bewegungen mit dem Stylus auf dem Touchscreen dreht man am Griff und spielt so Musik. Je genauer man sich an den Rhythmus der Vorlage hält, desto mehr Gumbas werden angelockt. Der Spieler mit den meisten Gumbas nach Ablauf der Zeit, gewinnt das Spiel.

 

Der Kerzen-Kettenlauf erfordert ein möglichst großes Lungenvolumen, denn vor jedem Spieler stehen etwa 20 brennende Kerzen. Man muss nun möglichst stark pusten, damit so viele Kerzen wie möglich ausgeblasen werden. Die eigene Figur hüpft dann selbstständig bis vor die nächste brennende Kerze, wo man dann erneut pusten muss. Wer zuerst am Ziel ankommt, hat gewonnen.

 

Das Aufzieh-Derby kombiniert alte und neue Steuerungsmethoden. Zunächst zieht man seinen Aufziehflitzer durch drehende Bewegungen mit dem Stylus auf und dann steuert man ihn mit dem Steuerkreuz über die Piste und muss dabei Hindernissen ausweichen. Irgendwann ist die Spannung verbraucht und man muss erneut aufziehen. Auch hier gewinnt derjenige, der zuerst die Ziellinie überfährt.

 

Bei Flusen auf der Flucht braucht man nur eine Taste und das Steuerkreuz. Die Mini-Helden werden von einem Staubsauger gejagt und sollten sich möglichst nicht aufsaugen lassen. Erschwerend gibt es einige Hindernisse auf dem Fluchtweg, die man aber zum Glück mit der A-Taste überspringen kann. Wer zuerst das Ziel erreicht oder zuletzt nicht aufgesaugt wird, der hat das Spiel gewonnen.

 

Von dieser Grundstruktur heben sich fünf Minispiele komplett ab, denn in diesen muss man den jeweiligen Boss des Spielbrettes bezwingen. Man tritt hierbei grundsätzlich alleine an und hat nur ein Ziel vor Augen. Beim ersten Endgegner zum Beispiel hängt man an einem Ballon und hält sich durch wiederholtes Drücken des A-Knopfes in der Luft. Der Gegner am unteren Ende des Touchscreens versucht den Helden einzusaugen. Dabei saugt er sich jedoch dummerweise auch Bomben ins Maul. Schafft man es, nicht eingesaugt zu werden, bevor die Bomben den Gegner erreichen, dann hört der Sog auf und die Bomben werden in die Luft gespuckt. Mit der B-Taste nimmt man sie auf und muss sie dann nur noch im richtigen Moment zurück ins Maul des Gegners befördern. Nach drei Treffern ist der Kampf vorbei. Um nicht zu viel zu verraten, gehe ich auf die anderen vier Bosse gar nicht ein. Es sei aber soviel gesagt, dass diese immer besser werden und dem Spiel eine interessante neue Facette geben.

 

 

Party for One?

 

Mario Party war noch nie ein Spiel, das alleine wirklich viel Spaß gemacht hat und daran hat sich auch auf dem DS grundsätzlich nicht allzu viel geändert. Der normale Modus, also die fünf Spielbretter im Abenteuer hat man schnell gespielt. Dazu kommt noch, dass die Minispiele gegen nicht-menschliche Gegner auf Dauer keinen Spaß machen und man immer noch allen anderen Figuren bei ihren Zügen komplett zusehen muss. Dauert ein Spiel also 30 Minuten, dann hat man davon höchstens 10 selbst etwas zu tun. Warum die Entwickler sich hier nicht mal etwas einfallen lassen, ist mir unerklärlich.

 

Langzeitmotivation gewinnt das Spielen alleine vor allem dadurch, dass man im Laufe der Zeit Punkte und Orden sammelt. Orden bekommt man zum Beispiel, wenn man das Abenteuer mit einer Figur komplett durchspielt. Das ändert jedoch nichts daran, dass man vermutlich schon nach zwei Durchgängen ohne menschliche Gegner so langsam die Lust verliert. Um dem Abhilfe zu schaffen, haben sich die Entwickler jedoch noch etwas anderes einfallen lassen.

 

Im Knobel-Modus gibt es allerhand Spiele, die man alleine (allerdings auch zu mehreren) spielen und in ein völlig anderes Genre einordnen kann, spielen sie sich doch eher wie Tetris oder Puzzle League. Bei Lagerhalter geht es zum Beispiel darum, Blöcke von einem Band zu nehmen und sie ins Lager so einzuräumen, dass am Ende kein Platz mehr frei ist. Im Sternstapler verschiebt man mit dem Stylus Blöcke so, dass mindestens fünf gleichfarbige nebeneinander liegen. Dann lösen sie sich auf. Diese Ideen sind wirklich vorbildlich, denn dieser Modus alleine hat schon den Umfang von so manch anderem kompletten Puzzle-Spiel auf dem DS. Wer allerdings keinen oder nur wenig Spaß an solchen Knobeleien hat, die ja generell eher nichts mit Mario Party zu tun haben, dem wird das Spiel alleine auf Dauer wirklich nur wenig Spaß bereiten.

 

Im Minispiel-Modus kann man darüber hinaus noch alleine auf Punktejagd gehen. Hier kann man zum Beispiel alle im Abenteuer bereits freigespielten Minispiele trainieren oder auch etwas andere Spielmodi ausprobieren. Bei der Boss-Parade geht es beispielsweise darum, die fünf Bosskämpfe in möglichst kurzer Zeit zu schaffen und bei der Raum-Randale befinden sich vier Figuren auf einer Raumbasis und der Weg zur Rakete, die nur einen nach Hause bringen kann, ist weg. In jeder Minispiel-Runde spielt man um ein spezielles Teil, das der Gewinner dann beliebig platzieren kann. Wer aus seiner Ecke zuerst zum Raumschiff in der Mitte kommt, der hat das Spiel gewonnen. Spielt man einen Wahl-Pokal, dann kann man sich eine eigene Sammlung von Minispielen zusammenstellen und diese dann nacheinander absolvieren. Außer der Boss-Parade kann man alle diese Sondermodi ebenfalls drahtlos mit nur einer Karte gemeinsam mit bis zu vier Spielern spielen.

 

 

Technik!

 

Zum Abschluss noch ein paar Worte zur Grafik und zum Sound. Bei Mario Party ging es ja noch nie darum, dass alles möglichst detailliert aussieht, sondern um Spielspaß. Hier macht auch Mario Party DS keine Ausnahme. Die Entwickler haben den Fokus ganz klar auf den Spielspaß und die Touchscreen-Steuerung gelegt, allerdings auch bei der Grafik sicherlich keine schlechte Leistung erbracht. Für die Leistungsfähigkeit der Konsole bekommt man ausreichend Gutes geboten. Am ehesten lässt sich die Grafik mit Mario Party 3 für das N64 vergleichen, auch wenn die DS-Version noch einen Tick besser aussieht. Die Charaktermodelle sind natürlich alle komplett in 3D animiert, doch in den Zwischensequenzen wird oft eine Dimension gestrichen, so dass die Figuren so aussehen, wie in den Mario & Luigi-Spielen.

 

Die Spielbretter sind an sich sehr abwechslungsreich und es gibt gewohnt viele spezielle Ereignisse, die sehr lustig in Szene gesetzt wurden. Meckern kann man lediglich darüber, dass es nur fünf davon gibt und man somit auch nicht gerade viele verschiedene Stilrichtungen geboten bekommt. In den Minispielen ist die Grafik ähnlich wie auf dem Spielbrett, da natürlich auf die gleichen Charaktermodelle zurückgegriffen wird. Die Umgebungen dort sind auch sehr farbenfroh und variantenreich, aber man sollte keine Augenöffner erwarten.

 

Die Musik ist im Spiel sehr unscheinbar. Alle Spielbretter haben eigene Melodien, die aber allesamt kaum auffallen. In den Minispielen ist es ähnlich, so dass man Ohrwürmer, abseits von der Titelmelodie, vergeblich sucht. Die Sprachausgabe der Figuren ist ganz gut gelungen, wobei sie natürlich Nintendo-typisch nur minimalistisch eingesetzt wurde. Jede Figur hat genau sechs Sätze und darüber hinaus gibt es noch das Gebrüll von Bowser und seinem Sohn.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Mario Party DS ist genau das geworden, was man erwartet hat: Ein grandioser Mehrspieler-Spaß mit tollen neuen Minispielen, die die Steuerungsmöglichkeiten des DS sehr gut nutzen. Das Abenteuer mit Bosskämpfen ist eine nette Idee, ebenso wie die neuen Ereignisfelder auf den abwechslungsreichen Spielbrettern. Vorbildlich ist die Tatsache, dass man alle Spielbretter und Minispiele mit nur einer Karte mit bis zu vier Spielern genießen kann und dabei sogar kaum Ladezeiten entstehen. Auch die Sonderspielmodi sind alle mit nur einer Karte spielbar. Etwas schade ist lediglich, dass es nur fünf Spielbretter gibt und man deshalb schnell nach mehr Abwechslung schreit. Alleine macht das Spiel wie gewohnt nur sehr kurz und nicht gerade viel Spaß. Die Knobel-Spiele sind eine willkommene Abwechslung, aber mehr auch nicht, da sie eher Puzzle-Spiele und damit nicht unbedingt für Mario Party-Fans geeignet sind. Wer daran Spaß hat, der wird sich jedoch auch alleine eine ganze Weile mit dem Spiel beschäftigen können. Der fehlende Online-Modus kostet ein paar Wertungspunkte, auch wenn es lokal vermutlich mehr Spaß macht. Als Ausweichmöglichkeit, wenn mal keine Freunde da sind, ist ein solcher Modus jedoch in der Reihe längst überfällig.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

64%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

23.11.2007

Developer

Hudson

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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