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Reviews: Nintendo DS

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Runaway - The Dream of the Turtle

Adventure

31.01.2008

Autor: Nico Schoenfeldt

 

Another Code hat es vorgemacht, wie ein erfolgreiches Adventure auf dem Nintendo DS aussehen kann. Seit dem erlebt das fast schon für Tod erklärte Genre der sogenannten Point&Click Adventure (P&C A) eine Wiedergeburt auf Nintendos jüngstem Handheld. Darunter befinden sich hin und wieder einige Portierungen erfolgreicher PC-Titel, aber auch Maßanfertigungen für den Nintendo DS. Bei Runaway – The Dream of the Turtle handelt es sich bereits um den 2. Teil eines sehr erfolgreichen PC-Spiels, welches nun für den DS noch zugeschnitten worden ist. Ob den Jungs von Focus die Umsetzung gelungen ist?

 

 

Sommer, Sonne und das Militär

 

Nach ihrem ersten turbulenten Abenteuer, beschließen der Student Brian und seine Freundin, die Ex-Stripperin Gina, eine gemeinsame Auszeit zu nehmen. Und wo könnte man nicht besser entspannen, als auf einer der zahlreichen Inseln rund um Hawaii. Doch da Gina nicht nur relaxen möchte, sondern auch einige, in der Umgebung befindliche Wasserfälle besuchen will, stürzen sich die Beiden unwissend in ein neues Abenteuer. Das Naturschauspiel ist nämlich nur mit einem Flugzeug zu erreichen, doch aus irgendeinem Grund verweigern sämtliche Piloten einen Flug zu der bestimmten Insel. Schließlich erklärt sich ein alter schrulliger Pilot mit seiner sicherlich ebenso alten Maschine dazu bereit, den Transfer zu übernehmen. Doch kaum ist der Flieger in der Luft, erleidet der Captain einen Herzinfarkt und überlässt die beiden Passagiere ihrem Schicksal. Aber das alleine genügt noch nicht, denn an Bord befindet sich nur ein Fallschirm, den Brian kurzerhand seiner Freundin aufsetzt und sie aus dem sinkenden Flugzeug schubst. Was er allerdings nicht mehr mitbekommt, Gina wird noch während ihrer Landung von Unbekannten beobachtet und angeschossen. Brian selbst hat Glück im Unglück und überlebt die Bruchlandung in Mitten eines Dschungels. Ab jetzt seit ihr an der Reihe, die Geheimnisse der Insel zu ergründen und eure Freundin wieder zu finden. Ihr schlagt euch nebenbei noch mit einer mysteriösen Militäreinheit herum, die sich auf der Insel niedergelassen hat.

 

 

Erkunden im großen Stil

 

Dass dieses Spiel nicht für den kurzen Zeitvertreib zwischendurch gedacht ist, dürfte Kennern von P&C A klar sein.  Eure Reise führt euch durch den Dschungel, an paradiesische Strände bis hin zu Alaska. Egal ob ihr euch in luftigen Höhen bewegt, unter oder auf dem Wasser, an Bord einer Luxusjacht, stets werden eure grauen Zellen gefordert. Sinn solcher Spiele ist es nämlich, Gegenstände zu finden und geschickt miteinander zu kombinieren. Dadurch eröffnet ihr euch neue Wege, regt Charaktere im Spiel zum informativen Gespräch an und rückt somit in der Story immer einen Schritt voran.

Insgesamt gibt es in dem Spiel mehr als 30 abgedrehte Charaktere, die stets für einige Lacher gut sind. Für Fans der Serie gibt es auch das ein oder andere Wiedersehen.

Den Anfängern wird der Einstieg erleichtert, indem man der Anleitung noch eine stattliche Anzahl an Seiten spendiert hat, um die ersten Lösungsschritte zu erläutern. Damit sollte dann auch Laien das Spielkonzept schnell verständlich sein.

 

 

Vom PC zum DS

 

Die wohl wichtigste Frage: Ist die Portierung eines so großen PC-Adventures auf den kleinen DS überhaupt möglich?

Die Antwort dazu lautet schlicht: Ja!

Und das ist den Entwicklern von Focus richtig klasse geglückt. Im Gegensatz zu einigen Genrekollegen wie dem Titel „CSI: Dark Motives“ aus dem Hause Ubisoft, haben sich die Jungs hier sinnvolle Gedanken dazu gemacht, wie man einen großen 19 Zoll Monitor auf die beiden LCD-Bildschirme des DS bringen kann und darüber hinaus noch die über 1 Stunde an Zwischensequenzen.

 

Ein Zauberwort hierbei heißt „VX2-Codec“. Dieses extra für das Spiel programmierte Tool erlaubte es den Entwicklern, die Filmsequenzen nahezu 1:1 zu übernehmen. Dadurch wird die Story stets aufgelockert und erreicht spannende Unterhaltung auf Filmniveau. In Zukunft lassen sich mit dieser Technik sicherlich noch bessere Ergebnisse erzielen, doch schon jetzt ist diese Entwicklung phänomenal.

 

Ein weiterer Pluspunkt ist die integrierte Zoom-Funktion. Will man einen Ort genauer unter die Lupe nehmen, verweilt man mit dem Stylus einfach auf dem Touchscreen und automatisch wird der Bildausschnitt vergrößert. Bewegt man nun den Stift hin und her, verschiebt sich ebenfalls der Bildschirm in die gewünschte Richtung. Kleinere Gegenstände lassen sich dadurch besser erkennen und Objekte zielgenauer einsetzen. Tippt man hingegen nur kurz auf den Touchscreen, bewegt sich Brian zum gewünschten Punkt hin.

 

Euer Inventar befindet sich auf dem Topscreen. Über ein Symbol auf dem Touchscreen holt ihr die Objekte auf den unteren Bildschirm und ihr könnt direkt in eurer Tasche herum wühlen. Außerdem werden euch Erklärungen zu einzelnen Gegenständen gegeben. Wem das zu lange dauert, der betätigt einfach die Schultertasten und verwandelt den Cursor so in den gewünschten Gegenstand.

 

Neben diesem Symbol stehen euch noch ein kleiner DS zur Verfügung, der euch ins Menü zum Speichern und Laden führt, sowie eine Miniatur-Karte. Habt ihr diese angewählt, färbt sich die Umgebung in farbliche Abschnitte. Der Spieler sieht nun, welche Objekte untersucht werden können oder wo vielleicht noch ein versteckter Pfad zu erkunden ist. Eine gelungene Option meiner Meinung nach, die die Navigation auf den kleinen Bildschirmen weiter erleichtert und Anfängern geschickt unter die Arme greift.

 

 

Für die Augen, für die Ohren

 

Optisch wird dem Spieler ausgefeilte Zeichentrickoptik geboten. Tolle Animationen der Protagonisten und die unterschiedlichen Ortschaften, die mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden sind, verwöhnen das Auge zu jeder Zeit.

 

Der Sound präsentiert sich ebenfalls in guter Qualität. Zwar schnarrt der Maintitel-Song im Intro etwas, das liegt aber an den technischen Voraussetzungen des Handhelds selbst. Auch fallen die Synchronstimmen technischbedingt weg und der Spieler ist darauf angewiesen, die zum Teil sehr schnellen Sätze zu lesen. Durch unterschiedliche Farben und den jeweiligen Charakterkopf lassen sich die Personen in den Dialogen aber stets gut auseinander halten. Ansonsten wurde je nach Ort eine passende Musik ausgewählt, die nie zu aufdringlich wirkt aber auch nicht langweilt. Die Geräusche knacken, knistern, poltern und summen ebenfalls passend zum Geschehen.

 

 

Gibt es da was zu meckern?

 

Einer der wenigen Mankos, die mir während des Spielens aufgefallen sind, ist die zum Teil zu schnelle Wiedergabe der Sätze in den Dialogen. Ein schnelles Auge ist gefragt, wenn man einen Textabschnitt nicht verpassen möchte. Zumal in einigen Fällen bestimmte Sätze auch nur ein einziges Mal gesagt werden. Hat man diese dann verpasst, kann es zu Unklarheiten kommen. Das 2. Defizit wäre die Anwendung des Stylus. In der Zoom-Funktion lassen sich aus dem Inventar gewählte Objekte nicht immer einwandfrei benutzen, da der Stift stets auf den Bildschirm gedrückt werden muss. Auch bei Dialogen kommt es manches Mal vor, dass das Spiel die falsche Antwort/Frage auswählt. So wählte ich beispielsweise die fünfte Möglichkeit, das Spiel registrierte jedoch die zweite.

 

Wir danken Nintendo of Europe für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Spiele gibt es derzeit wie Sand am Meer für den DS. Wer allerdings eine wirkliche Perle in seiner Sammlung haben möchte, der muss hier einfach zugreifen. Die Entwickler haben sich viel Mühe bei der Portierung des Spiels gegeben. Runaway selbst verspricht viele Stunden Spielspaß mit knackigen Kopfnüssen, die aber stets logisch bleiben, mit jeder Menge Humor und einer spannenden Geschichte. Abgerundet wird das alles noch durch einen optischen und audiophilen Hochgenuss. Für alle Fans von Point & Click Adventuren eh ein Muss und für diejenigen, die es noch werden wollen. Wer Zack & Wiki also schon durch hat und es nicht mehr aushält, bis das nächste Abenteuer von Phoenix Wright startet, hier ist hochwertiger Nachschub.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

super

91%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

30.11.2007

Developer

Focus

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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