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Reviews: Nintendo DS

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Animal Crossing Wild World

Simulation

24.04.2006

 

Autor: Mario Kablau

 

 

Schaffe deine eigene Welt

 

Hat man das Spiel zum ersten Mal in den Nintendo DS eingelegt und seinen virtuellen Charakter geschaffen, wird man direkt ins kalte Wasser geworfen und muss sich ab sofort so gut wie allein in seinem Dorf zurecht finden. Als erstes muss man sich im Bürgerbüro anmelden, damit die Tiere dort auch wissen, dass man nun da ist und die Post richtig zugestellt werden kann. Dort bekommt man auch mitgeteilt, wo man von nun an leben darf und kann sich danach direkt in sein bescheidenes Heim begeben.

 

Und bescheiden ist dabei wörtlich gemeint, denn jede Studentenwohnung ist vermutlich größer, als dieses Zimmer, in dem auch noch jede Menge Müll herumliegt. Einige der herumliegenden Sachen lassen sich jedoch noch ganz gut verwenden und werten das Zimmer ein kleines bisschen auf, wenn man sie vernünftig platziert.

 

Gleich danach sollte man sich auf den Weg zu Tom Nook machen. Er ist der Händler und Geldgeber im Dorf und ihm hat man sein Haus zu verdanken. Natürlich ist er nicht die Wohlfahrt, sondern möchte, dass man seine Schulden bei ihm abbezahlt. Zu Beginn hilft er noch dabei, in dem er für Arbeit sorgt. Bei dieser Arbeit lernt man nicht nur das Dorf und die Bewohner kennen, sondern auch die ersten Funktionen, die im Spiel möglich sind, wie zum Beispiel Bäume pflanzen und Briefe schreiben. Kaum ist das erledigt, bekommt man 2.000 Sternis von ihm, die er jedoch direkt für den Kredit einbehält, der sogleich auf 17.800 Sternis reduziert wird.

 

Danach ist man allerdings wirklich auf sich alleine gestellt und fragt sich zum ersten Mal, was man eigentlich tun soll. Und an diesem Punkt beginnt man zu begreifen, was Animal Crossing für Möglichkeiten bietet: Es ist ein Spiel ohne Ende, in dem ihr ein virtuelles Leben führen könnt, Freundschaften pflegen müsst, euch um das Dorf kümmern müsst, Freunde auf der ganzen Welt besuchen könnt und viel mehr.

 

 

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

 

Nach ein paar Tagen Spielzeit wird immer vertrauter mit dem Prinzip von Animal Crossing und viele Prozesse laufen immer natürlicher ab. Es ist auf einmal nicht mehr komisch, einem virtuellen Charakter einen Brief zu schreiben und auf Antwort zu warten. Man kümmert sich sorgenvoll um seine Blumen und Bäume und unterhält sich mit anderen Dorfbewohnern.

 

Man wird von der Detailverliebtheit, die Nintendo bei diesem „Spiel“ zeigt förmlich mitgerissen und immer wieder von den Möglichkeiten überrascht. Nicht nur die in Echtzeit ablaufende Uhr und das wechselhafte Wetter sorgen für ein Gefühl von Echtheit. Die Beziehungen zu den Nachbarn entwickeln sich im Laufe der Zeit immer weiter und das Dorf wird stetig größer.

 

Wenn man sich das erste Mal verletzt und dann plötzlich feststellt, dass man sich eine Unfallversicherung kaufen kann, ist man noch verdutzt. Später wundert man sich jedoch nur noch selten über Dinge, denn nach einer gewissen Zeit steckt man so tief in der virtuellen Welt drin, dass man alles für möglich hält.

 

Außerdem hat Nintendo sich eine ganze Menge einfallen lassen, um dem Spieler Abwechslung zu bieten. So gibt es zum einen wöchentliche Routinen und zum anderen jährliche Besonderheiten. Fast jeder Tag in der Woche bietet etwas an, dass es nur an diesem Tag gibt. So kann man zum Beispiel Montags bei einem dubiosen Fuchs (gefälschte) Bilder kaufen und seltene Holzfiguren ausgraben und Sonntags Rüben kaufen, um sie mit Gewinn weiter zu verkaufen. Darüber hinaus zeigt der Titel im Laufe eines Jahres erst seinen vollen Umfang, denn je nach Jahreszeit ändert sich die Umgebung im Dorf, es schwimmen andere Fische im Meer und manche Insekten zeigen sich nur im Herbst. Um alles erlebt zu haben, ist man also mindestens ein volles Jahr mit dem Spiel beschäftigt.

 

 

Besuche Dörfer auf der ganzen Welt

 

Da einsames Spielen auf Dauer nur halb so viel Spaß macht, wie das tatsächliche Interagieren mit anderen Menschen, hat Nintendo das Spiel online-tauglich gemacht. Über die Wi-Fi Connection kann man sich jederzeit mit dem Internet verbinden und sowohl andere Dörfer besuchen, als auch Besucher zu sich nach Hause einladen. Wie wir es von Nintendo gewohnt sind, funktioniert das Ganze absolut kinderleicht.

 

Wer schon einmal Online gespielt hat, kann quasi direkt loslegen, ansonsten müssen vorher nur ganz kurz die Wi-Fi Einstellungen am DS angepasst werden. Jedes Dorf hat ein Haupttor, das die Verbindung zur weiten Welt repräsentiert. Wenn man raus will, oder Gäste zu sich einladen möchte, muss man das dem dortigen Türsteher mitteilen.

 

Will man mal raus, dauert es ein paar Sekunden, bis die Verbindung steht und schon kann man einen Freund aus seiner Freundesliste auswählen, den man Besuchen möchte. Fremde zu besuchen oder von Fremden Besuch zu bekommen, ist nicht möglich. Allerdings kann man die Einträge in dieser Liste sehr komfortabel verwalten, so dass nach dem Austausch der Freundescodes einem Besuch nichts mehr im Wege steht.

 

Wenn man Besuch bekommen möchte, muss man dem Hund am Tor Bescheid geben, dass er es öffnen soll. Auch dann wird eine Verbindung zur Wi-Fi Connection erstellt, die es Freunden ermöglicht, in euer Dorf zu kommen. Um den Besuchen einen tieferen Sinn zu geben, hat man allerhand Handelsmöglichkeiten mit dem Besuch. Zu Beginn gibt es in jedem Dorf nur eine Obstsorte an Bäumen zu pflücken. Für diese Früchte bekommt man nicht besonders viel Geld, so dass sich der Handel mit ihnen nicht wirklich lohnt. Man kann nun aus einem anderen Dorf einfach Früchte mitbringen und diese bei sich zu Hause anbauen oder seine eigenen Früchte im fremden Dorf zu einem höheren Preis verkaufen.

 

Damit kann man im Laufe der Zeit eine recht große Vielfalt an Pflanzen importieren. Doch was wäre ein Besuch, wenn man sich nicht unterhalten könnte? Über eine integrierte Bildschirmtastatur kann man sich mit den anderen menschlichen Spielern unterhalten. Zu Beginn ist diese Art noch etwas lästig, aber man gewöhnt sich recht schnell an das System und damit werden die Gespräche immer flüssiger.

 

Natürlich kann man im Ausland auch zum lokalen Tom Nook gehen und Dinge einkaufen, die es im eigenen Dorf vielleicht noch nicht gibt. So kann man sein Heim verschönern und Dinge bekommen, die es eigentlich erst später geben sollte. Der einzige Schwachpunkt am Online-Modus ist eine fehlende Sprachübertragung, denn damit würden Gespräche deutlich flüssiger ablaufen. Das Eintippen per Stylus auf einer kleinen Tatstatur sorgt mitunter für sehr zähe Unterhaltungen oder von Fehlern durchzogene Texte. Andererseits würde ein solches Feature viel vom Animal Crossing- Flair zerstören und daher rechne ich es dem Spiel nicht negativ an.

 

 

Knuddel-Optik inklusive

 

Wie bei Nintendo nicht unüblich verzichtet dieses Spiel auf realistische High-End Grafiken und wahnsinnige Special-Effects im Spielablauf. Und selbstverständlich ist das auch gut so, denn in dem Spiel geht es schließlich nicht um oberflächlichen Realismus, sondern um die Erschaffung einer Welt, in der man leicht versinken kann. Die Tiere sind sehr süß und absolut genial designed, auch wenn man nicht immer sofort erkennt, um was für eine Rasse es sich handelt. Die menschlichen Charaktere sind mit mindestens ebenso viel Liebe gestaltet worden und passen perfekt in die bunte Umgebung. Diese ist dabei wie ein kleine Weltkugel gestaltet, wie man auf den Screenshots (siehe rechts) sehr gut erkennen kann. Dadurch entsteht der Eindruck, dass man sich auf einer Welt befindet, die einem ganz alleine gehört.

 

Neben der tollen visuellen Präsentation hat das Spiel auch etwas für die Ohren zu bieten. Die Musikstücke halten sich zwar eher im Hintergrund, sorgen aber für eine entspannende Atmosphäre und machen das Leben in der wilden Welt angenehmer. Lediglich die Kaufhaus-Musik in Tom Nooks größeren Läden ist – wie die Echte – extrem nervtötend.

 

 

Fühle die virtuelle Welt

 

Durch die innovativen Feature des Nintendo DS ist das virtuelle Leben nun noch besser zu erleben, als noch auf dem GameCube, denn man kann alles selbst anfassen und erleben. Man steuert seine Figur mittels Stylus über die Weltkugel, in dem man einfach in die Richtung klickt, in die man gehen will. Dabei wird der Bildschirm nicht durch unnötige Informationen überladen, sondern alle zusätzlichen Informationen verstecken sich im Menü.

 

Klickt man auf den Knopf für das Menü, schiebt sich das Geschehen auf den oberen Bildschirm und man kann auf dem Touchscreen seine Figur einkleiden, Items verwalten, Ausrüstung (z.B. Schaufel oder Gießkanne) anlegen und Briefe schreiben. Eine Karte der Stadt, sowie eine Übersicht über die schon gefangenen Insekten und Fische befinden sich ebenso dort, wie die Liste mit den eingetragenen Freunden für die Nintendo Wi-Fi Connection.

 

Legt man einen Ausrüstungsgegenstand an und verlässt das Menü wieder, kann man ihn nun über den unteren Bildschirm bedienen. Um einen Baum zu fällen, einfach dreimal drauftippen. Zum Gießen einer Blume, einfach mit dem Stylus berühren. Zum Graben eines Loches im Boden, einfach den Boden antippen. Damit ist klar: Die Steuerung ist extrem vielseitig, aber gleichzeitig so simpel, dass man keinen Blick ins Handbuch werfen muss, um irgendetwas zu verstehen.

 

Lediglich die Funktion der Start-Taste wird erst recht spät im Spiel erklärt und auch dann nicht immer. Damit kann man nämlich das Speichermenü aufrufen und so das Spiel schneller abspeichern. Sonst muss man dafür in sein Haus gehen und sich in Bett legen, was manchmal etwas umständlich ist, besonders, wenn es mal schnell gehen muss.

 

Unterm Strich hat Animal Crossing für den DS die wohl beste Steuerung einer Lebens-Simulation zu bieten. Jeder kann völlig ohne Berührungsängste einfach den DS in die Hand nehmen und sein virtuelles Leben genießen. Typisch Nintendo!

 

Vielen Dank an Nintendo of Europe für die Bereitstellung des Testmusters


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Fazit


Animal Crossing Wild World ist ein weiterer Beweis für die Potentiale, die immer noch in Nintendo stecken. Das Spiel ist gut durchdacht, einfach zu erlernen, hat sehr viel zu bieten und ist für jede Altersklasse geschaffen. Der Online-Modus sorgt für unendlichen Spielspaß, da man nun ohne Probleme Freunde treffen kann, auch wenn sie sich ganz woanders auf Welt befinden. Schwächen gibt es so gut wie keine, weshalb der Titel ohne Einschränkungen zu empfehlen ist! Aber Vorsicht: Suchtgefahr...

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

super

90%

Singleplayer

93%

Multiplayer

Release

31.03.2006

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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