Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Hot Wheels: Beat That!

Rennspiel

28.01.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Per Spielzeugauto durch die Wohnung

 

Das Grundprinzip dieses Fun-Racers ist schnell erklärt. Man steuert ein Spielzeugauto über eine Rennstrecke, die in einer Wohnung verlegt wurde und die auch über Tische, unter Stühlen und zwischen Möbeln entlang führt. Verbunden sind die einzelnen Möbelstücke durch diverse Rennstreckenelemente, die neben Kurven und Geraden auch gerne mal einen Looping oder Sprungschanzen formen.

 

Man lenkt sein Fahrzeug mit dem Steuerkreuz und bremst und beschleunigt mit B und A. Die beiden Schultertasten werden für Extras benötigt, die man auf der Strecke einsammeln kann. Es gibt zum Beispiel Raketen, Turbolader, Schutzschilde oder EMPs. Eingesetzt werden diese mit der rechten Schultertaste. Die linke ist dazu da, Waffen zu überladen, aber dazu muss ich ein wenig ausholen:

 

Führt man Stunts auf der Strecke durch, wie zum Beispiel Sprünge oder Drifts, dann sammelt man Punkte. Je länger ein Stunt anhält, desto mehr Punkte gibt es. Ein Nebeneffekt dieser Punkte ist der Hot Wheels Bonus, der sich beim Sammeln nach und nach füllt. Ist er voll, dann überlädt ein Druck auf die linke Schultertaste die aktuelle Waffe. Dadurch werden zum Beispiel aus einem Turbolader drei oder aus normalen Raketen zielsuchende. Damit lässt sich dann natürlich ein größerer Einfluss auf die Umgebung und auf die Gegner erzielen.

 

Jedenfalls funktioniert die Steuerung sehr gut, so dass man stets die volle Kontrolle über sein Fahrzeug hat.

 

 

Viel und wenig Variation

 

Im Spiel gibt es insgesamt 12 verschiedene Strecken, die in drei Kategorien eingeordnet sind: Schlafzimmer, Minigolf und Dachboden. Die Kategorie ist also quasi das Zimmer, in dem die Rennstrecken aufgebaut sind. Jedes Zimmer hat dabei genau vier Rundkurse. Man beginnt im Schwierigkeitsgrad „Turbo“ im Schlafzimmer und muss auf jeder Strecke drei verschiedene Events bestehen: Schnellrennen, Eliminierung und Randale. Ersteres ist ein einfaches Rennen über drei Runden, das man möglichst als Erster beenden sollte. Eliminierung ist ein KO-Rennen, in dem alle 30 Sekunden der aktuell letzte aus dem Rennen fällt. Wer am Ende übrig bleibt, gewinnt das Rennen. Bei Randale hat der Spieler als Hauptziel vorgegeben, eine bestimmte Anzahl gegnerische Autos in einer vorgegeben Zeit zu treffen.

 

Wo es Hauptziele gibt, da gibt es natürlich auch Nebenziele. Der Rang im Rennen, bzw. der Eliminierung oder die Anzahl getroffener Gegner bei Randale bestimmt über die Anzahl Flammen (Spielerpunkte), die man nach dem Rennen erhält. Auf diese Art sind jedoch nur drei von fünf Flammen zu holen. Die anderen Beiden bekommt man, wenn man Nebenaufgaben erfüllt, also zum Beispiel 20.000 Hot Wheels Punkte sammelt, durch einen Abkürzungsbereich fährt oder einen Gegner mit einer bestimmten Waffe oder an einer bestimmten Stelle der Strecke trifft. Mit diesen zwei Zusatzflammen kommt man auf maximal fünf pro Event.

 

Nur wenn man genug dieser Ziele erfüllt, werden die nächsten Events frei geschaltet. Daher empfiehlt es sich, möglichst direkt alle Flammen zu holen, was in den ersten beiden Stufen fast nie ein Problem ist. Hat man alle 12 Events einer Kategorie in einer Schwierigkeitsstufe geschafft, dann folgt zum Abschluss ein Turnier. Hierbei fährt man Rennen auf allen vier Strecken und bekommt Punkte je nach Platzierung. Außerdem gibt es auch hier wieder Nebenziele, allerdings bezogen auf alle vier Strecken zusammen. Hat man das Turnier gewonnen, dann wird die nächste Kategorie verfügbar und man bekommt neue Fahrzeuge.

 

Insgesamt gibt es 30 Fahrzeuge im Spiel, die sich in den Kategorien Tempo, Schub, Haftung und Landung auf einer 10stufigen Skala voneinander unterscheiden. Zu Beginn stehen 15 Fahrzeuge zur Verfügung, die alle recht schlechte Werte haben. Mit jeder abgeschlossenen Kategorie kommt jedoch mindestens ein weiteres Fahrzeug dazu und die Werte werden dabei kontinuierlich immer besser. Am Ende winkt sogar ein perfektes Auto.

 

Das Blöde an diesen ansteigenden Werten ist jedoch, dass man selbst immer bessere Autos hat und damit kaum einen Unterschied zwischen den drei Schwierigkeitsstufen Turbo, Nitro und Inferno bemerkt. Zwar wird es in der letzten Stufe teilweise schon recht knackig, aber man wird kaum ein Event mehrmals machen müssen, um alle Flammen zu erhalten.

 

Insgesamt wirkt das Spiel damit sehr wenig abwechslungsreich, denn man muss jede der 12 Strecken mindestens 12 Mal fahren, wenn man das Spiel komplett abschließen will. Zwar ändert sich die Herangehensweise, durch die unterschiedlichen Aufgaben etwas, aber im Prinzip sind es eben doch nur 12 Kurse, was einfach viel zu wenig ist.

 

Darüber hinaus ist dieser Modus auch der einzige, den der Titel zu bieten hat. Einen Zeitfahr-Modus oder gar einen Mehrspieler-Modus, womöglich sogar über Wi-Fi, sucht man vergeblich. Und das ist einfach nicht nachzuvollziehen, denn die Steuerung ist klasse und das Spielprinzip würde sich extrem gut für Wettrennen mit anderen menschlichen Spielern eignen. Die KI ist zwar auch nett als Gegner, aber auf Dauer macht es einfach keinen Spaß. Daher wird man das Spiel wohl spätestens dann weglegen, wenn man alle Schwierigkeitsgrade geschafft hat, was etwa 10 Stunden in Anspruch nimmt. Wer sich die Mühe macht, alle Flammen zu sammeln, der braucht einige Stunden mehr. Wirklich umfangreich ist das Spiel jedoch auf keinen Fall.

 

 

Technik

 

Technisch ist Hot Wheels recht solide. Die Grafik haut zwar keinen vom Hocker, aber die Strecken sind sehr gut gemacht und auch die Umgebungen sind gut getroffen. Die Vorstellungen der Entwickler, die man sich in der Mediengalerie in Form von Artworks ansehen kann, wurden auf jeden Fall gut umgesetzt. Das Geschehen läuft jederzeit flüssig und es gibt kaum nervige Pop-Ups. Mit ein paar Grafikfehlern hat man ab und an jedoch leider auch zu kämpfen. So verschwinden gegnerische Fahrzeuge einfach mal kurz vom Bildschirm, obwohl sie eigentlich noch da sein, was man spätestens dann merkt, wenn man dagegen knallt. Nach kurzer Zeit tauchen sie dann aber meistens wieder auf. Kleine Löcher in den Strecken sind auch keine Seltenheit.

 

Die Physik ist zwar generell gut, hat jedoch auch ihre Schwächen. Bleibt man zum Beispiel am höchsten Punkt eines Loopings einfach stehen, dann fällt man nur extrem langsam und irgendwie unwirklich wirkend herunter, die Kamera spielt verrückt und man landet irgendwo anders. Das kostet extrem viel Zeit. Noch blöder: Es gibt Waffen, die dazu führen, dass das eigene Auto stehen bleibt. Passiert das auf einem Looping, dann stürzt man immer ab, egal, ob man noch gar nicht richtig drin oder schon fast wieder am Boden war. Das ist zumindest als seltsam zu bezeichnen. ;-)

 

Beim Sound gibt es dagegen gar nichts zu meckern. Die fetzigen Rockstücke passen sehr gut zum Fahrgefühl und auch die Soundeffekte sind gut gelungen. Wenn man zum Beispiel an ein gegnerisches Fahrzeug stößt, dann klingt das so, wie wenn man zwei Spielzeugautos gegeneinander krachen lässt.

 

 

Meckerecke

 

Neben den schon erwähnten Mängeln gibt es leider noch ein paar weitere. So ist zum Beispiel die Anleitung eine absolute Frechheit. Auf gerade einmal vier Seiten wird nur grob die Steuerung erklärt und der Spielbildschirm vorgestellt und das war es. Was die einzelnen Modi bedeuten, wird dort völlig verschwiegen. So hat es bei mir eine ganze Weile gedauert, bis ich verstanden hatte, was es mit dem Modus Eliminierung auf sich hatte, war ich doch anfangs davon ausgegangen, dass man darin die anderen Autos mit Waffen zerstören muss.

 

Die große Anzahl an Fahrzeugen ist zwar ein Vorteil, aber gleichzeitig auch recht nervig. Das Spiel merkt sich nämlich nicht, mit welchem Fahrzeug man zuletzt gefahren ist, so dass man sich immer wieder vom ersten an durchklicken muss. Vor allem später, wenn man eher nur noch Autos oberhalb der Nummer 20 fährt, kostet das vor jedem Rennen etwa 15 Sekunden, da das Scrollen sehr träge ist.

 

Ein ziemlich peinlicher Fauxpas ist der Rechtschreibfehler im Spiel. Der Übersetzer hat nämlich Mediengalerie mit zwei „l“ geschrieben. So etwas kann zwar passieren, sollte es aber nicht. Schon gar nicht, wenn das Wort groß in der Mitte des Bildschirmes im Hauptmenü steht. Wird im späteren Spiel etwas in der Galerie frei geschaltet, dann ist das Wort auch immer falsch geschrieben. Inkonsequent ist es also wenigstens nicht. ;-)

 

Der letzte Fehler, den ich gerne ansprechen würde, ist der, dass die Konsole manchmal mitten im Rennen einfach ausgeht. Zuerst dachte ich, dass ich vielleicht an den Schalter der Konsole gekommen bin, aber nach dem zweiten Mal wurde ich skeptisch. Der Fehler ist zwar nicht reproduzierbar, aber es ist mir etwa fünf Mal passiert, dass das Spiel einfach die Konsole ausschaltet. Das ist besonders bei den Turnieren ärgerlich, die jeweils etwa 15 Minuten in Anspruch nehmen.

 

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Hot Wheels für den Nintendo DS ist sicherlich kein schlechtes Spiel, denn die Steuerung funktioniert sehr gut und das Streckendesign ist gut gelungen. Es hat lediglich mit einigen Fehlern und dem sehr geringen Umfang sowie mangelnder Abwechslung zu kämpfen. Warum es keinen Mehrspieler-Modus gibt und wie sich der peinliche Rechtschreibfehler im Hauptmenü eingeschlichen hat, ist für mich unerklärlich. Hier haben die Entwickler jede Menge Potential verschenkt. Schade!

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

60%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

19.12.2007

Developer

Mattel Games

Publisher

Activision

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes