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Reviews: Nintendo DS

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Tetris DS

Puzzle

14.06.2006

Autor: Mario Kablau

 

 

Die Wiedergeburt eines Klassikers

 

Vor etwa 20 Jahren brachte Nintendo den GameBoy auf den Markt und sorgte damit für die mobile Invasion der Videospiele. Ab sofort konnte man seine Lieblingstitel einfach mitnehmen, wenn man das Haus verließ. Dabei war Tetris eine ganz große Nummer, denn der Puzzler fesselte trotz einfachem Spielprinzip Millionen Spieler an die (für damalige Verhältnisse) kleine Konsole.

 

Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte gab es unzählige Variationen des Spiels, aber keine hat je das Original erreicht. Es gab für das N64 sogar eine 3D-Variante mit dem Namen Tetrisphere – also Tetris auf einer Kugel, die aber von vielen unterschätzt und daher ignoriert wurde. Nun holt Nintendo zum Rundumschlag aus und präsentiert mit Tetris DS ein Spiel, das sogar den Klassiker übertreffen soll.

 

Um das zu erreichen hat man nicht nur den Einzelspieler-Modus mit 6 Spielvarianten ordentlich aufgebohrt, sondern auch perfekte Möglichkeiten für mehrere menschliche Spieler geschaffen:

 

 

Tetris & Langeweile? Unmöglich!

 

Schaltet man den Nintendo DS ein und tippt auf „Einzelspieler“ ohne auf das Ausmaß vorbereitet zu sein, kann man schon erstmal erschrecken. Stolze 6 Modi erwarten den Spieler und nicht wenige davon sind wirklich genial.

 

Zum Ersten wäre da der Standard-Modus. Hier geht es darum, die herabfallenden Tetriminos (so heißen die Steine) so zu sortieren, dass sie mindestens eine komplette Reihe bilden und sich dadurch auflösen. Schafft man mehrere Reihen gleichzeitig, gibt es mehr Punkte. Als erstes gilt es hier 200 Reihen abzubauen, um den Marathon unendlich ablaufen lassen zu können. Dabei erhöht sich die Geschwindigkeit, mit der die Steine auf den Boden zuschweben stetig, so dass man wirklich gutes Können braucht, um die Steine in höheren Levels gut zu sortieren. Das Spiel ist zu Ende, wenn man den oberen Rand überschreitet. Damals war dieser Modus so ziemlich das Einzige, was Tetris zu bieten hatte, aber heute gibt sich kaum einer damit zufrieden, auch wenn die Variante ist, die vielen am meisten Spaß macht.

 

Der Fang-Modus dreht das Spielprinzip herum. Man hat einen Block den man drehen und bewegen kann und die Tetriminos fallen von oben herab, ohne drehbar zu sein. Man muss nun den Block jeweils so drehen und ihn an einen ankommenden Stein heranlegen, dass dieser genau passt. Hat man ein Rechteck von mindestens 4x4 Feldern Größe erreicht, explodiert der Block und zerstört alles um ihn herum ebenfalls. Je größer das Rechteck, umso mehr Punkte bekommt man. Lässt man Steine nach unten fallen, oder wird man von den herumfliegenden Gegner getroffen, verliert man Energie. Ist die Leiste auf Null angekommen, ist das Spiel zu Ende.

 

Der dritte im Bunde ist der Missions-Modus. Hier geht es darum, möglichst schnell die vorgegebenen Aufgaben zu lösen. Dabei gibt es so simple Aufgaben, wie 5 Reihen aufzulösen, oder einen gewissen Stein zu benutzen, um eine oder zwei Reihen ins Jenseits zu schicken. Allerdings kommen auch so Sachen vor, wie zwei Reihen aufzulösen und dabei zwei eingeschlossene auszulassen. Für jede Aufgabe hat man nur eine knappe Zeitspanne, und wenn die abgelaufen ist, bekommt man ein paar Strafreihen aufgedrückt. Die Zeit wird immer kürzer, je mehr Aufgaben man gelöst hat und sobald der Bildschirm voll ist, ist Schluss mit lustig.

 

Im Puzzle-Modus hat man eine gewisse Anzahl an Steinen vorgegeben, mit denen man eine vorgegebene Anzahl an Reihen auflösen muss. Dabei kann man die Reihenfolge festlegen und die Richtung, in die der Stein fallen soll, aber nicht die Stelle im Puzzle. Schafft man es, alle Tetriminos zu zerstören, ist die Aufgabe gelöst und man kann sich an die nächste setzen. Da es 250 Stück davon gibt, gehen sie auch nicht wirklich schnell aus. Über einen zu leichten Schwierigkeitsgrad in diesem Modus kann man sich auch nicht beschweren und so hat man hier ziemlich lange dran zu knabbern.

 

Der Touch-Modus unterstützt zwar den Touchscreen und bietet damit eine viel versprechende Steuerungsmöglichkeit. Das ist aber auch das Einzige, was dieser Menüpunkt zu bieten hat. Man muss die Tetriminos mit dem Stylus drehen und verschieben – Drehungen sind in höheren Leveln dann nicht mehr möglich – um so Reihen aufzulösen. Die Steine fallen dabei allerdings nur nach unten sobald man sie über ein Loch schiebt und sind dann meistens Bewegungsunfähig. Trotz mehrerer Versuche ist es mir nicht gelungen, an diesem Modus Spaß zu finden.

 

Zu guter letzt bietet Tetris noch den Drück-Modus, der – wie Standard und Mission – auch online anwählbar ist. Der eigene Bildschirm ist dabei auf dem oberen Bildschirm abgebildet und den Gegner sieht man unten. Löst man zwei Reihen oder mehr auf einmal auf, schiebt sich das Spielfeld in Richtung Gegner und übt somit zusätzlichen Druck auf ihn aus. Der Spieler, der zuerst seine rote Markierungslinie berührt, verliert. Spielt man alleine, übernimmt die CPU die gegnerische Steuerung.

 

 

Mehrspieler = Mehr Spieler!

 

Hat man mehrere menschliche Spieler mit einem DS (mit oder ohne Tetris DS) um sich herum, kann man auch gegen sie antreten. Dabei hat man die Wahl zwischen dem Standard-, dem Missions- oder dem Drück-Modus, wobei der letztere maximal zwei Spieler zulässt, während die anderen beiden mit bis zu 10 Personen spielbar sind.

 

Auf dem oberen Bildschirm sieht man dabei haargenau, was die Gegner machen und wer alles dabei ist. Über diese Übersicht bewegt sich ein kleiner weißer Kreis, der anzeigt, wem man seine Reihen schickt, wenn man mindestens zwei auf einmal auflöst. So ist sichergestellt, dass man es einfach dem Zufall überlassen kann, wen man bestraft und gleichzeitig genau schauen kann, wen man dem Ende näher bringen will.

 

Besonders toll sind dabei die Einstellungsmöglichkeiten. Zum einen kann jeder Spieler den Schwierigkeitsgrad selbst wählen, so dass auch erfahrene Leute kein leichtes Spiel mit Anfängern haben. Zum anderen kann man Items einschalten, die das Spiel noch viel interessanter machen. Sind sie aktiviert, erscheinen manchmal Fragezeichen-Blöcke (siehe Super mario Bros.) in einem Stein, die ein Item freisetzen, wenn man ihn mit einer Reihe auflöst.

 

Die Gegenstände sorgen dann bei den Gegnern für Chaos, oder helfen einem selbst. Löst man einen Unbesiegbarkeitsstern aus, so ist man gegen gegnerische Attacken gefeit und bekommt selber nur die langen, dünnen Tetriminos. Eine Bananenschale würfelt die Steine der Gegner durcheinander und ein Blitz hindert die Gegner am Drehen der eigenen Steine. Mein Lieblings-Item ist jedoch der Turbo-Pilz, der die Steine der Mitspieler krass beschleunigt und eine gute Sortierung quasi unmöglich macht. Dies gekoppelt mit einem Blitz und das Spiel ist meistens vorbei. Da man allerdings nur ein Item gleichzeitig haben kann, kommt so was sehr selten vor.

 

Darüber hinaus hat man im klassischen Modus die Möglichkeit, einen Stein wegzulegen, wenn man ihn gebrauchen kann. Mit der linken Schultertaste verschwindet er in einer Box außerhalb des Spielfeldes und kommt dort erst dann wieder raus, wenn man ihn gegen einen anderen Stein austauscht. Damit kann man zum einen ungewünschte Tetriminos erstmal übergehen und andererseits sich zum Beispiel einen langen, dünnen beiseite legen, um ihn im passenden Moment zu aktiveren, um einen Tetris (= 4 Reihen gleichzeitig auflösen) zu schaffen.

 

Das Beste an Tetris DS ist jedoch ohne Frage, die Möglichkeit, mit bis zu 10 Spielern zu spielen, auch wenn nur einer ein Modul hat. Die anderen laden das Spiel dann auf ihren DS herunter und können so an dem Match teilnehmen. Blöd ist nur, dass man die einmal gewählte Spieleranzahl nicht nachträglich ändern kann. Will also einer aussteigen, muss man das Spiel komplett beenden und alle ohne Modul müssen erneut herunterladen.

 

Ich habe auf der NCON V bis zum Umfallen mit 10 Spielern die Zeit nur so davon rasen lassen, denn wenn man einmal dabei ist, kann man so schnell nicht mehr aufhören. Und es gilt auf jeden Fall: Je mehr Spieler, desto lustiger, obwohl man bei 9 Gegnern kaum noch mitbekommt, wen man gerade attackiert.

 

Wenn man selber ausgeschieden ist, kommt jedoch keine Langeweile auf, denn man kann weiterhin ins Spielgeschehen eingreifen. Drückt man den A-Knopf, dann beginnt ein Einzelspiel, in dem man Items sammeln kann. Diese kann man dann gegen die verbliebenen Spieler einsetzen. Hier bleiben wirklich keine Wünsche offen!

 

 

Das W-LAN ist nicht genug...

 

Obwohl ein Spiel im lokalen Netzwerk das höchste der Gefühle bei Tetris DS ist, hat man dem Titel noch mehr spendiert, denn man hat ja nicht immer 9 potentielle Gegner um sich herum sitzen. Sitzt man also alleine in seiner Wohnung und hat keine Lust drauf, allein zu spielen, wählt man sich einfach in die Nintendo WFC ein und genießt Duelle und Vierkämpfe.

 

Die Suche nach Gegnern ist dabei gewohnt einfach. Hat man sich eingewählt, muss man sich zwischen einen globalen Spiel oder einem Wettstreit gegen Freunde entscheiden. In allen Modi hat man die Wahl zwischen 2 Spielern ohne Items, 4 Spielern mit Items oder dem Drück-Modus zu zweit. Die Modi laufen dabei wie über W-LAN ab, allerdings hat man hier neben einer Sieg-Niederlage-Statistik auch ein Punktekonto, das sich füllt oder leert, wenn man gewinnt oder verliert. Anders als bei Mario Kart DS wird man hier fürs Abbrechen bestraft, denn ein Abbruch zählt als Niederlage und führt zu einem dementsprechenden Punktabzug.

 

Hat man Freunde auf der Freundesliste, kann man gezielt gegen sie antreten, in dem man einem Spiel beitritt, oder ein eigenes Spiel eröffnet, um Freunde einzuladen. Diese Wettstreite haben keinen Einfluss auf das Punktekonto! Somit bietet Tetris wirklich für Jedermann ein abwechslungsreiches Multiplayer-Erlebnis, auch wenn man nicht unzählige Freunde hat, die die eigene Leidenschaft teilen.

 

 

Tetris mit Nintendo-Flair

 

Natürlich hat Nintendo es sich nicht nehmen lassen und das Spiel extra für Nintendo-Fans gestaltet. Die verschiedenen Modi werden durch Super Mario, Link und Samus Aran optisch begleitet und durch die musikalischen Geniestreiche von damals und heute untermalt. Spielt man den Standard-Modus, läuft Super Mario durch einige Level der alten 2D-Spiele und tritt alle 10 Tetris-Level gegen Bowser an. Spielt man Missionen läuft die Zeit in Form von den Zelda-typischen Herzen ab und im Fang-Modus schwebt man durch Level aus den alten Metroid-Spielen.

 

Doch nicht nur die Optik ist gelungen, sondern vor allen Dingen auch die Musik. Die typischen Melodien von Mario und seinen Kollegen sind dabei und kreisen mir erneut im Ohr, seit ich das Spiel spiele. Es hätte einfach keinen besseren Weg gegeben, die alte Tetris-Musik zu ersetzen und für gute Stimmung während eines Matches zu sorgen.

 

Im Menü hat man die Möglichkeit, ein paar Dinge einzustellen, die das Spiel schneller und übersichtlicher machen. So kann man zum Beispiel den freien Fall aktivieren, der dann durch einen Druck auf dem Steuerkreuz nach oben dafür sorgt, dass der aktuelle Stein direkt auf den Boden fällt. Das beschleunigt das Spielgeschehen ungemein ist aber mit Vorsicht zu genießen, da damit ein kleine Fehldruck fatale Folgen haben kann.

 

Außerdem kann man sich einen Umriss anzeigen lassen, der darstellt, wie der fallende Stein genau liegen wird, wenn er unten angekommen ist. Das erhöht die Übersicht, da man sich mit dieser Hilfe nicht mehr vergucken kann und sicher ist, dass die Tetriminos da landen, wo man sie haben will. Im Musik-Menü kann man sich die 21 Titel des Spiels anhören, wenn man sie bereits frei geschaltet hat. Nicht wirklich sinnvoll, aber für Leute, die gerne Videospiel-Musik hören wird der DS damit fast zum iPod-Ersatz...

 

Als letzten Menüpunkt bietet das Spiel die erreichten Rekorde. Dort kann man sich sämtliche Highscores ansehen und sich dabei von der originalen Tetris-Musik besäuseln lassen. Einfach toll!

 

Vielen Dank an Nintendo of Europe für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Mit Tetris DS hat Nintendo es geschafft, eine Legende mehr als erfolgreich wieder zum Leben zu erwecken. Das Spielprinzip begeistert nach wie vor und wird vor allen Dingen durch die unzähligen Einzelspieler-Aufgaben und die grandiosen Mehrspieler-Modi deutlich aufgewertet. Es ist eindeutig gelungen, das Original zu übertreffen und ein Spiel zu kreieren, das jeder DS-Besitzer haben sollte!

Grafik

ok

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

88%

Multiplayer

Release

21.04.2006

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-10


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