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Reviews: Nintendo Wii

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NiGHTS - Journey of Dreams

Adventure

04.03.2008

Author: Philipp Bress

 

Dieses Mal habe ich mich auf eine Reise in die Welt der Träume gewagt. Wahlweise als Helen oder William finde ich mich in der kunterbunten Traumwelt Nightopia wieder. Empfangen wurde ich von den putzigen Bewohnern dieses Traumlandes, den Nightopians, aber auch von den Schergen des dunklen Herscher Wizeman, der über die Nightmaren-Welt regiert. Prompt wurde ich auch von NiGHTS, dem guten Rebellen von Nightopia, darum gebeten, ihm im Kampf gegen die Eindringlinge aus der Nightmaren-Welt zu helfen.

 

 

In den Landen des Sandmännchens

 

So viel zur Story. Wie schon erwähnt, ist es möglich, entweder mit William oder mit Helen in die Traumwelt einzutauchen. In den beiden Träumen werden individuelle Storylines erzählt, allerdings hilft dies auch nicht, das Spiel weiter in die Länge zu ziehen. Denn für beide Storylines zusammen braucht ein routinierter Gamer nicht länger als 6 – 8 Stunden! Ist man nun in Nightopia, hat man die Wahl in eine der verschiedenen Traumwelten einzutreten und in jeder dieser Welten sind 5 Aufgaben zu bestreiten. Erinnert doch irgendwie an Mario 64 & Co. das Ganze! Die Aufgaben müssen nun mit Hilfe von NiGHTS bewältigt werden, indem man mit eben diesem violetten Draufgänger "verschmilzt". Nun ist man in der Lage, frei durch die Lüfte zu fliegen... Wobei, wirklich frei kann man doch nicht durch die Gegend jagen. So ist es nämlich nur möglich auf einer vorgegebenen Strecke seine Saltos und Drehungen zu vollführen. Die Aufgaben bestehen in der Regel darin, eine bestimmte Anzahl von Ringen zu durchfliegen, Gegner zu jagen und halt diverse Gegenstände einzusammeln, aber sie sind auf jeden Fall interessanter gestaltet, als es zunächst vermuten lässt! Dank diverser Masken, lässt sich NiGHTS u.a. auch in ein Boot oder gar eine Rakete verwandeln, somit ist auch für genügend Abwechslung gesorgt. Soweit man aber keine Aufgaben zu erledigen hat, kann man die Welten mit Helen bzw. William frei begehen. Eins kann ich aber noch an dieser Stelle sagen: die Bossfights sind kreativ und machen auf jeden Fall eine Menge Spaß!

 

Ein interessanter Bestandteil des Spieles ist das A-Life-System. So werden die im Spiel eingesammelten Nightopians und auch Gegner in das sogenannte My-Dream-Portal übertragen. Dieses Portal ist im Endeffekt ein eigener kleiner Traum, der zu Beginn des Spieles nur eine karge Ebene ist. Mit der Zeit nimmt diese Traumwelt immer mehr Form an, indem im Abenteuermodus, neben den Bewohnern, auch diverse Gegenstände freigeschaltet werden können. Soweit eine nette Spielerei, aber Sega hat dem ganzen noch eine Krone aufgesetzt, denn das My-Dream-Portal bedient sich an den Wettervorhersagen aus Nintendos Wetterkanal und so variiert auch das Wetter in der eigenen Traumwelt. Außerdem kann man mittels Wi-Fi Modus auch die Traumwelten seiner Freunde besuchen oder zu sich einladen. Selbst eine Chatfunktion ist intrigiert, aber diese kann man, auf gut Deutsch gesagt, getrost in die Tonne kloppen! Und zwar aus dem einfachen Grund, dass der gesamte Chat nur auf Symbolen beruht.

 

Wo ich gerade schon beim Wi-Fi Modus bin, möchte ich auch auf die restlichen Multiplayer-Aspekte eingehen. Es besteht die Möglichkeit sowohl offline als auch online zwei verschiedene Multiplayer-Varianten zu spielen. Die erste ist ein Renn-Modus, in dem man, wie man es anhand des Namens wahrscheinlich erraten kann, gegen seine Freunde ein Rennen bestreiten muss. In der anderen Variante tritt man in einem direkten Kampf gegeneinander an. Ein Spieler schlüpft in die Rolle von NiGHTS und der andere in die seines Gegenpartes Reala. Der Renn-Modus besticht durch seine Einödigkeit und verleitete meinem Kollegen Michael und mich eher zum Einschlafen. Nun beruhten unsere Hoffnungen auf dem Kampf-Modus, doch auch hier wurden wir maßlos enttäuscht. Ziel in dem Modus ist es, seinen Kontrahenten vom Himmel zu pusten, in dem man riesige Kugeln, die Pusteblumen ähneln, in seine Richtung befördert. Das Ganze artete jedoch mehr in ein Such-Spiel aus, als in ein Kampf-Spiel und wenn man sich mal gefunden hatte, war es eine Qual den Gegner zu treffen, da ein Zielen kaum möglich war. Nun ja, so viel dazu. Dieselben Modi sind auch für Online-Spiele vorhanden und auch dementsprechend öde. Dennoch weiß der Online-Modus zumindest durch seine gute technische Umsetzung zu überzeugen! Verbindungen können problemlos hergestellt werden und so kann man schnelle unkomplizierte Partien weltweit antreten, sofern einem die Spiel-Modi gefallen.

 

 

Zurück in die Vergangenheit

 

Hachja, die Grafik auf der Wii. Diese ist ja ein gern diskutiertes Thema in den unzähligen Foren des World Wide Web. NiGHTS: Journey of Dreams besticht durch eine bunte und liebevoll gestaltete Welt. Die Grafik wirkt aber, als sei sie aus dem letzten Jahrtausend (was ja auch irgendwie stimmt). Das könnte man ja noch verkraften, wenn sie durchgängig dieses Niveau halten würde. An vielen Stellen im Spiel komme ich mir aber vor, als ob ich technisch plötzlich um einige Jahre in der Zeit zurückgereist wäre. Ist die Grafik an der einen Stelle noch schön anzusehen, befindet sich hinter der nächsten Ecke Pixel-Matsch. Dasselbe gilt für die Animationen, mal flüssig und mal stockend. Ob es nun an der kurz bemessenen Entwicklungszeit lag, sei mal dahin gestellt, hier hätte auf jeden Fall mehr drin sein müssen! Was diese ganze Grafik-Misere vielleicht noch toppt, ist der Soundtrack, welcher ganze zwei Tracks aufweisen kann, aber immerhin sind diese beiden Stücke auch wirklich super!

 

Nächster Kritikpunkt auf der Tagesordnung ist die Steuerung. Hier gibt es sowohl Positives, als auch Negatives! Beginne ich mal mit dem Negativen, damit das Positive später besser dasteht. Die Steuerung, mit der Wiimote, ist der Horror! Mittels Pointer soll man NiGHTS durch die Welt fliegen lassen, was auch noch mehr schlecht als recht funktioniert. Kommt es dann aber zu komplizierten Flugmanövern, ist man mit der Wiimote gnadenlos aufgeschmissen und würd sie gern mal gegen die Wand schleudern. Aber zum Glück versorgte Sega das Spiel ja mit mehreren Steuerungsmöglichkeiten und dafür bin ich auch sehr dankbar! Zusätzlich zur Wiimote, kann man auch mit dem Gamecube-Pad und dem Classic-Controller zur Tat schreiten oder aber natürlich Wiimote mit Nunchuck verbinden und dann loslegen. Diese drei Steuerungsarten unterscheiden sich meiner Meinung nach kaum, liegt aber wohl daran, dass man auch nicht mehr als 2 Knöpfe und den Analogstick benötigt. Ok, ganz so schlimm ist es nicht, aber viele Aktionen führt man nun mal aus, indem man mit NiGHTS Loopings und dergleichen vollführt. Zudem sind einige Knöpfe mit denselben Funktionen belegt. Das Ganze ist nicht gerade von Innovation geprägt, aber es funktioniert auf seine klassische Art und Weise!

 

Vielen Dank an Sega für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

NiGHTS Journey of Dreams ist eine mehr oder weniger gelungene Fortsetzung zu einem Spiel aus dem Jahre 1996. Es wurde vieles richtig gemacht, aber auch nicht weniger falsch. Fans, die mit dem Spiel schon auf dem Sega Saturn ihren Spaß hatten, dürften auch auf der Wii gut bedient sein. In dem Mix aus Jump & Run, Adventure und Rennspiel kann man aber auch als Neuling seine Freude finden, da die Aufgaben kreativ gestaltet sind, die Bosskämpfe reizen und der Online-Modus tadellos funktioniert. Das Spielerlebnis wird aber durch die schwache Technik und kurze Spielzeit in meinen Augen stark beeinträchtigt, daher ist der Titel leider zu keinem Must-Have für die Wii geworden.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

70%

Singleplayer

65%

Multiplayer

Release

25.01.08

Developer

Sega Studio USA

Publisher

Sega

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-2


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