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Reviews: Nintendo Wii

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CSI: Eindeutige Beweise

Adventure

21.03.2008

Autor: Mario Kablau

 

Ermittlungen am Ort des Verbrechens

 

Wer eine der drei CSI Serien kennt (oder sogar liebt), dem werde ich hier kaum erzählen müssen, worum es in dem Spiel geht. Für alle, die die Serie gar nicht oder kaum kennen, hier eine kurze Einleitung: Die Beamten vom Crime Lab sind für die Ermittlungen am Ort des Verbrechens (CSI) zuständig. Sie schauen sich die Umgebung ganz genau an und finden so die entscheidenden Hinweise auf die Lösung des Verbrechens. Dabei greifen sie auf die modernsten Analyse-Instrumente zurück, die bei der Entschlüsselung der Rätsel helfen. Sobald also ein Verbrechen stattfindet, rücken die Ermittler aus und wühlen so lange, bis sie den Täter überführen können.

 

Die Handlung von CSI: Eindeutige Beweise spielt im Rahmen der ursprünglichen Serie, also in Las Vegas und greift auf die bekannten Szenerien und Figuren zurück. Man selbst schlüpft in die Rolle eines neuen Ermittlers, der das Team unterstützen soll und wird gleich zu Beginn mit der Klärung eines Kapitalverbrechens betraut: Jemand hat den Donut des Polizeichefs gegessen und zur Einführung in die Steuerung und Methodik des Spiels muss man herausfinden, welcher hungrige Polizeikollege für diese schamlose Tat verantwortlich ist.

 

Dazu durchsucht man zunächst den Ort des Verbrechens auf Hinweise und findet die Tüte, in der sich der Donut befand. Glücklicherweise befinden sich dort Spuren, die der Täter hinterlassen hat, so dass er überführt werden kann. Der Schuldige hatte einfach nur Hunger und der Chef hatte den Donut ja eh schon mehrere Stunden in seinem Auto liegen, wollte ihn also wohl nicht mehr essen. Dennoch: Diebstahl bleibt Diebstahl!

 

 

Mit Gummihandschuh und Pinzette

 

Nach der Auflösung des Tutorials wird man auf den ersten richtigen Fall losgelassen: Ein Taxifahrer wurde in einer dunkeln Gasse am Rande eines Industriegebietes in seinem Taxi gefunden! Tot! Verbrannt! Erste Analysen direkt am Tatort bringen einige Beweise zu Tage, wie zum Beispiel einen Fußabdruck und einen Jeansfetzen mit einer Hautschuppe an einem Zaun. Diese Beweise werden direkt vor Ort im mobilen Labor untersucht und so die Verbindungen zu mehreren Verdächtigen hergestellt.

 

Die Durchsuchung des Tatorts ist kinderleicht: In der dreidimensionalen Umgebung sieht man sich ganz einfach mit der Wiimote um (Nunchuk wird nicht benötigt) und klickt Dinge an, die verdächtig aussehen. Zur Vereinfachung können nur die Dinge, die von Relevanz sind, überhaupt angeklickt werden. Hat man einen Beweis gefunden, dann muss man das richtige Werkzeug auswählen, um ihn sicherzustellen. Dabei gibt das Spiel stets ein paar Hilfsmittel aus dem umfangreichen Werkzeugkasten vor, die zur Aufnahme geeignet sein könnten. Trifft man dennoch die falsche Wahl, dann ist das kein Beinbruch, weil man von seinem Partner davon abgehalten wird, einen solchen kapitalen Fehler zu begehen,

 

Ist der Beweis sichergestellt, dann gilt es, ihn genau zu untersuchen. Gibt es Fingerabdrücke? Sind DNS-Spuren feststellbar? Mit wem kann man den Beweis in Verbindung bringen? Hat man den Ort des Verbrechens genau untersucht, geht es darum, die Verdächtigen zu befragen. Dies geschieht zunächst meist an deren Wohnort, wo man sich teilweise auch schon umsehen darf und weitere Beweise findet. Schafft man es, die Verdächtigen klar mit dem Fall in Verbindung zu bringen, dann kann man sich vom Captain einen Durchsuchungsbefehl besorgen lassen oder die Verdächtigen auf das Revier vorladen, um sie intensiver zu befragen.

 

Zwischenzeitlich macht man sich immer wieder auf die Suche nach Beweisen, um so aus den vielen Verdächtigen den einen Täter eindeutig bestimmen zu können. Der Fokus des Spiels liegt dabei klar auf der Durchsuchung von verschiedenen Orten und der Analyse der gefundenen Beweise. Die Befragung von Personen machen zwar auch einen Großteil aus, allerdings sind die Fragen stets fest vorgegeben und man muss nichts machen, außer sie nach und nach anzuklicken, um sie zu stellen. Fehler in der Befragung kann man nicht machen, so wie zum Beispiel bei Phoenix Wright. Man wird also sehr stark durch diesen Teil geführt.

 

Hat man einen Fall gelöst, geht es gleich zur Bewertung. Vom Chef bekommt man mitgeteilt, wie man sich geschlagen hat. Er achtet dabei besonders darauf, ob man alle Beweise gefunden und richtig analysiert hat und wie viele Hilfestellungen man sich von den Kollegen hat geben lassen. Es gibt nämlich an jeder beliebigen Stelle die Möglichkeit, seinen Partner um Tipps zu bitten. Man erfährt dann, was man als nächstes tun muss, um der Lösung des Falls einen Schritt näher zu kommen. Je weniger Hinweise man gebraucht hat, desto besser ist das natürlich.

 

Von der Bewertung hängt dann ab, welches Bonusmaterial freigeschaltet wird. Nach der Lösung eines Falls bekommt man auf jeden Fall immer einen Trailer zum Spiel. Löst man den Fall komplett und ohne Hilfe, dann gibt es weitere Boni und noch mehr bekommt man für gefundene Insekten. An den Orten tummeln sich nämlich einige Krabbler, die der Chef sammelt und die man möglichst alle finden und einsammeln sollte. Die Boni sind insgesamt nicht wirklich eine Motivation, die Fälle perfekt zu lösen und alle Insekten zu finden, da man einfach viel zu wenig geboten bekommt. Außerdem hat wohl niemand Spaß daran, einen bereits gelösten Fall noch einmal zu spielen, nur um ein kurzes Video freizuschalten.

 

 

Eine gute Hand voll Fälle

 

Insgesamt gibt es im Spiel fünf verschiedene Fälle (die Einleitung mal außen vor gelassen), die insgesamt etwa 10-12 Stunden Spielzeit bedeuten. Auch wenn es im Laufe der Zeit immer komplexer wird, ist dennoch kein Fall wirklich schwer, wenn man sich daran hält, jeden Ort genau zu untersuchen und alle Beweise zu analysieren. Vereinfachend wird in einem Menü auch noch angezeigt, welche Beweise bereits fertig analysiert und welche Orte komplett untersucht wurden. Dann kann man sicher sein, dass man dorthin nicht mehr zurück muss und sich auf andere Dinge konzentrieren.

 

Die Navigation zwischen den Orten und die Grobanalyse der Beweise führt man per PDA durch. Ein Klick auf das Symbol an der linken unteren Bildschirmecke oder ein Druck auf die + Taste öffnen den kleinen Helfer. Darin hat man vier Menüpunkte: Fallakte, Beweise, Schauplätze und Optionen. Hinter dem ersten Punkt verbergen sich alle Infos, die man bereits gesammelt hat und es werden Verbindungen zwischen Verdächtigen, Opfer und Tatort dargestellt. Im Punkt Beweise sind alle gefundenen Beweise aufgelistet und dort können sie grob untersucht werden, um zum Beispiel Fingerabdrücke zu finden. Bei Schauplätze bekommt man alle möglichen Orte des aktuellen Falls angezeigt und fährt per Klick direkt überall hin. Der letzte Punkt ist zum Speichern des Fortschritts da.

 

Was schon beim Lösen des zweiten Falls schnell klar wird, ist, dass es sich hierbei nur bedingt um ein vollwertiges Spiel handelt, sondern es mehr eine Art interaktive Umsetzung der Serie sein soll. Man hat zwar Einfluss auf die Durchsuchung des Tatortes und muss selbst drauf kommen, wie man welches Fundstück am besten untersucht, um Zusammenhänge aufzudecken. Doch hat man das Prinzip einmal verstanden, ist jeder Fall leicht zu lösen, da man das bekannte Schema F einfach nur komplett durchspielen muss, egal ob es um versuchten Mord an einer werdenden Mutter oder um die auf der Bühne durch Stromschlag getötete Band geht. Ebenso ist sehr schade, dass man auf den Ablauf der Verhöre keinen Einfluss hat, sondern nur vorgegebene Fragen anklickt und der Rest dann von selbst passiert.

 

Allerdings sind die Fälle an sich sehr spannend und meist ist bis kurz vor dem Schluss überhaupt nicht klar, wer der Verdächtigen es gewesen ist. Natürlich wird man auch immer wieder in die Irre geführt. Man kann also sagen: Wer die Serie mag und gerne mal selbst zum Teil das Heft in der Hand haben will, für den ist das Spiel perfekt geeignet. Wer sich mehr Interaktion wünscht, der sollte lieber zu Phoenix Wright auf dem Ninteno DS greifen oder auf die Geheimakte Tunguska warten.

 

Die Steuerung funktioniert nach kurzer Eingewöhnungszeit sehr gut, allerdings sollte man sich nicht auf das Verlassen, was einem im Übungsfall gezeigt wird, denn darüber hinaus gibt es einige Funktionen, die man braucht, um überhaupt klarzukommen. Man kann sich also entweder ärgern (wie ich), dass nix klappt (weil man einfach zu blöd ist) oder einen Blick in die Anleitung werfen, um die einfache und sehr eingängige Steuerung direkt von Beginn an zu verstehen und zu beherrschen. Letztere Möglichkeit macht das Leben als Ermittler sehr viel einfacher. ;)

 

 

Technik

 

Mein erster Eindruck der Technik war sehr schlecht, denn zu Beginn bekommt man wenig Abwechslung geboten und in den eintönigen und völlig bewegungslosen Umgebungen geht die Framerate auch noch extrem in die Knie, wenn man sich nur umschaut. Das ist absolut nervig und vor allem völlig unverständlich, denn es gibt meistens keine beweglichen Objekte in der Umgebung.

 

Die bessert sich jedoch nach einiger Zeit. Das Spiel braucht anscheinend ein paar Sekunden, um die Umgebung vollständig zu laden und dann kann man sich ruckelfrei umsehen. Das ist mir allerdings ein wenig unverständlich, denn die Ladezeiten beim Ortswechsel sind ohnehin schon sehr lang und ziemlich nervend. Vermutlich wurde hier bei der Übertragung der PC Version nicht ausreichend berücksichtigt, dass die Wii nun mal nicht so viel Arbeitsspeicher hat, wie ein heutiger PC. Anders kann ich mir die Ruckler während der ersten 15 Sekunden nach Betreten eines Ortes nicht erklären. Besonders erschreckend ist das, wenn während dieser Zeit auch noch gesprochener Dialog stattfindet, denn der ruckelt dann ebenso und ich habe nicht selten gedacht, dass sich das Spiel aufgehängt hat. Passiert ist dies jedoch nie.

 

Die Grafik an sich wird später besser. Im ersten Fall ist alles irgendwie trist, aber später gibt es viel Abwechslung und immer schönere Umgebungen. Die Texturen sind recht schick und die wichtigen Objekte wirken plastisch. Allerdings bleiben die Umgebungen während aller fünf Fälle extrem statisch und leblos. Die Charaktere der Serie sind dagegen gut getroffen und ähneln ihren Vorlagen deutlich. Vor allem die Bewegungen der Augen und des Mundes beim Sprechen sind sehr gelungen. Teilweise gibt die Mimik sogar Hinweise darüber, ob einer Person gerade die Wahrheit sagt oder in eine Lüge flüchtet.

 

Sound und Musik sind gutes Mittelmaß. Während der Untersuchungen bekommt man kaum etwas für das Ohr geboten, aber die Effekte der Werkzeuge passen gut und auch die Musik in den leider zu stark komprimierten Videosequenzen aus der Serie ist gut gelungen. Zur Klarstellung: Die Videos bringen nicht die Geschichte weiter, sondern werden nur zwischen den Ortswechseln gezeigt, um das Geschehen etwas aufzulockern. Die Sprachausgabe ist extrem gut gelungen, denn sowohl die originalen Sprecher als auch die der Nicht-Mitglieder der Serie sind sehr gut ausgewählt und passen immer perfekt zu den Figuren. Leider ist die Sprachausgabe jedoch nur auf Englisch und in Deutsch untertitelt, aber auch die Untertitel sind gut gelungen, wenn auch manchmal etwas ungeschickt strukturiert, so dass manche Sequenzen nur so kurz zu sehen sind, dass man sie unmöglich lesen kann. Aber zuhören ist eh besser!

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

CSI: Eindeutige Beweise fängt schwach an, legt dann zu, um zum Ende hin dasselbe Schema immer wieder zu wiederholen. Abwechslung und knackige Aufgaben bekommt man nicht gestellt, so dass kein Fall ein echtes Problem darstellt. Dafür sind die fünf Verbrechen spannend erzählt und sehr abwechslungsreich und kaum vorhersehbar. Fans der Serie, die gerne ein Teil des CSI Teams wären, können mit dem Spiel absolut nichts falsch machen. Wer sich mehr Interaktion wünscht, wird kaum Spaß haben. Die Steuerung ist extrem einfach und perfekt für das Spiel geeignet. Die Grafik ist okay, aber alles wirkt zu leblos, abgesehen von der guten Mimik der Charaktere und die Musik auch nur Mittelmaß. Dafür kann die englische Sprachausgabe überzeugen.

Grafik

schwach

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

ok

65%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

20.03.2008

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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