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Reviews: Nintendo Wii

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Dragon Blade Wrath of Fire

Action

27.03.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Die Drachenklinge aka Zorn des Feuers!

 

In einer lange vergangenen Zeit tobten wilde und grauenvolle Kriege auf der Welt, auf der dieses Abenteuer stattfindet. Die Menschen waren zerrüttet und an Frieden war nicht im Traum zu denken. Zumindest nicht ohne Hilfe von außen. Diese kam dann glücklicherweise auch in Form eines Drachens, der damit gegen das größte Gesetz der Drachenwelt verstoßen hatte: Sich nicht einzumischen! Doch der Erfolg kam recht schnell, denn der mächtige Drache schaffte es, die Menschen der Welt zu einen und ihr zu zeigen, dass sie friedlich zusammenleben können. Und so kam es tatsächlich zu dem nicht für möglich gehaltenen Frieden.

 

Wie üblich ist jedoch die von außen herbeigeführte Ruhe nicht von Dauer, denn schon bald fangen die ersten Menschen an, zu glauben, dass der Drache nur eine Vorhut ist, der die Menschen vom Krieg abwenden soll, damit sie bei einer Invasion keine Gegenwehr leisten können. Und so beginnt die Jagd auf das Fabelwesen, das sich nicht lange gegen die Vorwürfe wehren kann, denn finstere Gestalten nutzen die Gunst der Stunde und hetzen die Welt gegen den Drachen auf. Und so gelingt es den Menschen, ihn zu fangen und durch einen Fluch zu verbannen. Doch der Welt schadet dies nur, denn der Krieg entfacht aufs Neue. Die dunklen Gestalten toben sich in der Welt aus und bringen Chaos und Zerstörung.

 

Doch der Drache gibt nicht auf, denn sein Herz schlägt in einer mächtigen Drachenklinge weiter und es gibt nur einen Menschen, der dazu im Stande ist, diese Macht kontrolliert zu beherrschen. Und so besucht der Drache die Träume dieses tapferen Menschen, um ihn auf seine Aufgabe vorzubereiten. Natürlich kommt der Zeitpunkt, in dem er zur Waffe greifen muss viel zu früh, denn sein Dorf wird angegriffen. Auf die Stimme des Drachen hörend schickt er seine Verlobte in die Flucht und er selbst findet die kraftvolle Klinge und setzt sich zur Wehr.

 

Dies bleibt den Übeltätern natürlich nicht verborgen und so muss er sich schon bald dem Chef der Gruppe stellen, die das Dorf angegriffen hatte. Obwohl er die Macht noch nicht wirklich kontrollieren kann, gewinnt er den Kampf und findet kurz darauf seine Verlobte in ihren letzten Atemzügen zwischen den Trümmern des Krieges wieder. Als sie das Leben verlässt hält den jungen Helden nichts mehr an seiner alten und jetzt größtenteils zerstörten Heimat und so macht er sich mit der Feuerklinge auf den Weg, ihre volle Kraft zu entfesseln, um das Böse ein für alle mal aus der Welt zu vertreiben und ihr den Frieden zurück zu geben. Dafür muss er die bösen Hüter der Drachenkräfte finden und vernichten, um die vom Drachen gestohlenen Kräfte zu erhalten und so den Kampf zu gewinnen.

 

 

Die Macht in deinen Händen!

 

Nach der sehr düsteren und in tollen Videos erzählten vergangenen Geschichte übernimmt der Spieler die Kontrolle über den Helden erstmals in einem seiner Träume. Dort bekommt er die Gelegenheit, den Umgang mit der Klinge aus Feuer an einigen Gegenständen zu üben. Der Charakter selbst wird mit dem Joystick gesteuert, wobei ihm die Kamera sehr geschickt folgt. Ist der Blickwinkel dennoch einmal ungünstig, dann lässt sie sich einfach per C-Taste hinter ihm zentrieren. Um Gegner besser im Blick zu halten, kann man sie durch einen kurzen Druck auf den B-Knopf anvisieren und die Kamera blickt dann immer vom Helden aus in die Richtung des anvisierten Feindes. Um einen gegnerischen Angriff abzuwehren, muss man im richtigen Augenblick A drücken. Je genauer man den Angriffspunkt des Gegners trifft, desto besser ist man geschützt und bereitet einen guten Gegenangriff vor. Wehrt man einen Angriff nämlich perfekt ab, dann kann man leicht zum mächtigen Gegenschlag ausholen.

 

Die Angriffe werden komplett durch Bewegungen der Wiimote gesteuert. Eine Bewegung nach links und der Held schlägt nach links, eine Bewegung nach rechts und er holt nach rechts aus, usw. Mit Seitenhieben lassen sich große Horden von Gegner gleichzeitig angreifen, da der Schlag einen recht großen Umfang hat. Stößt man die Wiimote nach vorne, dann sticht der Held mit der Waffe zu. Mit diesem Angriff kann man Gegner zu Beginn eines Kampfes leicht aus der Bahn werfen, um dann schnell zum entscheidenden Schlag auszuholen. Und das ist auch bitter nötig, denn teilweise wird man von bis zu 10 Gegnern gleichzeitig belagert und dann muss es schnell gehen. Führt man drei Angriffe direkt hintereinander aus, dann ist der dritte Schlag ein mächtiger, der großen Schaden anrichten kann. Springen kann der Held natürlich auch und zwar durch die Z-Taste und im späteren Spielverlauf kommen auch noch die Richtungstasten des Steuerkreuzes dazu, aber dazu später mehr.

 

Nach dem Abschluss des ersten Levels, in dem der Held seine Verlobte und große Teile seines Heimatdorfes verloren hat, macht er sich auf seine große Reise. Direkt am Ende des zweiten Abschnittes trifft er auf eine der mächtigen Drachenkräfte in Form eines extrem starken Schwertkämpfers. Doch der ist, wenn man seine recht stupiden und abwechslungsreichen Angriffsmuster einmal durchschaut hat, sehr schnell Geschichte. Danach geht die erste Drachenkraft auf den Helden über, der Drachenarm. Drückt man nach rechts auf dem Steuerkreuz, dann verwandelt sich der Arm des Helden in eine mächtige Pranke aus Feuer, womit sich natürlich große Schäden anrichten lassen. Im Laufe des Abenteuers erhält er so immer mehr Drachenkräfte, die alle über das Steuerkreuz ausgelöst werden. Ist der Drachenarm aktiviert, dann steuert man mit der Wiimote nicht mehr das Schwert, sondern den kräftigen Arm nach links, rechts oder oben.

 

Damit die starke Waffe nicht am laufenden Band einsetzt wird, gibt es eine dazugehörige Leiste, die sich mit jedem Einsatz einer Drachenkraft leert. Durch das Besiegen von Gegnern, die mal mehr und mal weniger Drachenenergie hinterlassen, lässt sich die Leiste langsam wieder auffüllen. Man muss sich den Einsatz der Superkräfte jedoch sehr gut überlegen, denn zu Beginn hat man maximal vier Schläge, bevor die Leiste leer ist. Zum vollständigen Aufladen muss man aber in der Regel bis zu 30 Gegner besiegen. Taktik ist also von Nöten, vor allem weil man nie weiß, wann der nächste große Gegner kommen wird, bei dem man die Kräfte dringend braucht.

 

Neben der roten Leiste für die Drachenenergie gibt es noch eine blaue, die die Kraft des Helden symbolisiert. Mit jedem gegnerischen Treffer verliert er Lebensenergie und das Spiel ist vorbei, wenn die Leiste leer ist. Oder um es wie der Drache im Spiel zu formulieren: „Wenn deine Kraft aufgebraucht ist, dann verlierst du die Lust zu kämpfen und musst aufgeben.“ Aha, sterben für die Rettung der eigenen Welt war also gestern, heute geben Helden lieber auf, wenn sie zu viel Prügel einstecken mussten. ;-)

 

 

Erst gut, dann langweilig, dann nervend!

 

Mit dem gelungenen Intro des Spiels war ich gleich begeistert davon, denn die spannende Geschichte wird gut erzählt und durch gelungene Videos, tolle Sprachausgabe und passende epische Musik unterstützt. Es kommt direkt zu Beginn das Gefühl auf, dass man sich selbst in der Welt befindet. Die Epik der Geschichte steckt vor allem auch die meist eher langsam starteten Geschichten von anderen Abenteuern locker in die Tasche. So war ich anfangs richtig euphorisch und durchstöberte den ersten, sehr beschränkten Level mit akribischer Genauigkeit und ließ den Gegnern keine Chance. Leider geht ziemlich viel verloren, wenn die im Intro noch sprechenden Figuren im Spiel selbst und in den weiteren Zwischensequenzen auf einmal nur noch über Textboxen kommunizieren. Dadurch wird ein großes Stück der anfangs so gut geschaffenen Atmosphäre leider schnell wieder zerstört.

 

Im zweiten Level fällt dann schon auf, wie beschränkt das Spiel ist, denn man bewegt sich durch sehr enge Gassen, die von unsichtbaren Wänden begrenzt werden. Es geht also nur darum, stupide von A nach B zu laufen und dabei Gegner zu besiegen. Auch fällt hier schon auf, dass die Steuerung des Schwertes nicht immer so funktioniert, wie sie es sollte. Im Eifer des Gefechts klappt der geplante Angriff bei weitem nicht jedes Mal, wobei vor allem Stoßbewegungen schwer machbar sind. Nach einiger Eingewöhnung wird dies jedoch etwas besser, da man irgendwann besser weiß, wie man die Fernbedienung schwingen darf und wie nicht. Ruhe ist hier auf jeden Fall die Devise, denn stupides rumwackeln führt eher zufällig zum Ziel.

 

Wenn man die erste Drachenkraft hat, dann wird es noch etwas besser, denn in brenzligen Situationen gibt es einen Ausweg, der vor unnötigen Toden, äh... Aufgaben bewahren kann. Damit wäre ich dann auch schon bei der dritten Stufe, die ich während der ersten Spielstunden durchgemacht habe: Es wird nervig. In den Leveln, die zu Beginn etwa 15-20 Minuten Spielzeit benötigen, gibt es sporadische Rücksetzpunkte. Verliert man also die Lust zu kämpfen, dann fängt man am letzten Speicherpunkt wieder an. Generell ist das zwar gut, aber manchmal sind die Punkte einfach nur nervend gesetzt. Ein Beispiel: In einem der ersten Levels trifft man auf eine große Gegnerzahl auf einem großen Feld. Die zu besiegen dauert etwa 5-10 Minuten, wenn man taktisch so vorgeht, dass man möglichst wenig Energie verliert und die Drachenkraft voll zur Verfügung steht. Dieses Vorgehen ist bitter nötig, denn nach diesen Gegnerhorden wird man von einem mächtigen Gegner angegriffen, der den Helden mit zwei Schlägen locker besiegen kann. Hat man also nicht die volle Energie, dann kann schon nach einem Treffer Schicht im Schacht sein. Erschwerend kommt hinzu, dass das Bewegungsfeld während des Kampfes stark eingeschränkt wird (ein Kraftfeld schließt den Helden ein) und noch drei kleine Gegner dort herumlaufen. Der mächtige Feind lässt sich auch mit der Drachenkraft nur nach mehreren Treffern zu Boden strecken, so dass es in einem Angriff kaum gelingen kann, da die kleinen Gegner zwischenzeitlich von hinten zum Gegenangriff blasen. Kurz gesagt: die Stelle hat es in sich. Stirbt man, dann muss man wieder vor der Horde von Gegnern auf dem großen Feld anfangen. Einfach nervig! Und dass ist erst die erste der nervigen Stellen. Später kommen noch so einige dieser Sorte dazu, die mich manchmal an der Rand der Verzweiflung und auch darüber hinaus getrieben haben.

 

Situationen dieser Art gibt es zwar nicht allzu viele, aber es kommt dennoch mehrmals vor und jedes Mal kostet es eine ganze Menge Zeit und Kraft, sie hinter sich zu lassen. Spielspaß kommt dabei nicht wirklich auf, da man zwar leichte, aber zeitaufwendige Abschnitte wieder und wieder spielen muss. Dazu kommt noch die strikte Linearität aller Level, was der Abwechslung im Spiel auch nicht gerade gut tut. Gepaart mit ein paar echt unfairen Kämpfen, zum Beispiel Bosskämpfe, die man nur mit Glück schaffen kann und der dauernden und langweilige gemachten Wiederholungen vom Schema F (rumlaufen und Gegner umhauen), dürfte das Spiel nur für Fans des Genres erträglich sein.

 

Umfangreich ist das Spiel für ein Abenteuer auch nicht gerade. Die knapp zwei Dutzend Level dürfte man in etwa 10-15 Stunden geschafft haben, wenn man nicht vorher frustriert aufgegeben hat.

 

 

Technik

 

Nicht nur beim Gameplay schwankt das Erlebnis von ganz gut bis richtig schlecht, sondern auch bei der technischen Umsetzung. Während die Videos zu Beginn zum Beispiel sehr gut gelungen ist und die epische Musik und die sehr gute Sprachausgabe den Spieler schnell in den Bann zieht, ist es im Spiel selbst schnell vorbei mit der Freude. Die Umgebungen sind zwar groß und trotz Weitsicht bleibt man vom Popups verschont, aber dafür flackert das Bild sehr stark und wirklich gut ist die Grafik nicht. Die Texturen sind oft farblos, Objekte unschön gestaltet und animiert und die Umgebung wirkt trotz der Größe oft sehr leblos. Das wundert vor allem deshalb, weil die Bewegungsfreiheiten des Helden durch unsichtbare Wände oft stark eingeschränkt wurden. Durch geschicktere Kameraplazierungen, um die teilweise hohe Weitsicht überflüssig zu machen, hätten sich einige der Probleme sicher lösen lassen.

 

Besonders negativ fällt leider die Musik im Spiel auf, aber vielleicht auch nur, weil sie zu Beginn so atemberaubend ist. Beim Intro hat man sich wirklich sehr viel Mühe gegeben und das legt die Messlatte natürlich sehr noch. Das sie nachher nie wieder erreicht wird, hilft nicht unbedingt dabei, das Erlebnis genießen zu können, wo man doch weiß, was möglich gewesen wäre. Ähnliches gilt für die Sprachausgabe, die unverständlicherweise in den Dialogen im Spiel nicht mehr vorkommt. Und es ist nicht so, dass das Intro nur von einem Sprecher begleitet wird, sondern die Hauptfiguren haben durchaus auch eigene Stimmen. Sehr schade.

 

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Dragon Blade Wrath of Fire fängt sehr gut an, kann dieses Niveau aber leider nicht lange aufrecht erhalten. Die linearen und eintönigen Level, die eher mittelmäßige Grafik und manchmal nervtötend festgelegte Rücksetzpunkte zerstören leider einen Großteil des möglichen Spielspaßes. Dazu kommt, dass die Steuerung der Klinge manchmal nicht so will, wie man das geplant hatte, was auch nicht selten zur Aufgabe führt, vor allem, wenn schwere Endgegnerkämpfe zu Kämpfen mit der Technik werden. Der Umfang ist mit ca. 10-15 Stunden ganz ok. Wer nicht gerade hartgesottener Fans von Hack ´n Slay Spielen ist und darüber hinaus nichts gegen die zahlreichen Kritikpunkte hat, der sollte um Dragon Blade einen ganz weiten Bogen machen.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

39%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

01.02.2008

Developer

Land Ho!

Publisher

Koch Media

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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