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Reviews: Nintendo Wii

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Ben 10: Protector of Earth

Beat 'em Up

06.04.2008

Autor: René Schäfer

 

Wir retten die Welt

 

Wieder einmal. Auch in der Wii Version des ersten Ben10 Videospiels muss der zehnjährige Ben Tennyson, der durch die außerirdische Apparatur Omnitrix die Fähigkeit hat, sich in die verschiedensten Aliens zu verwandeln, die Welt vor einer Übernahme von feindlichen Oberaliens retten. Die wollen nämlich zuerst Ben‘s Omnitrix klauen und mit der dadurch erlangten Supermacht die Weltherrschaft an sich reißen.

 

Und um das zu verhindern, muss der junge Ben sich mächtig ins Zeug legen. Dazu verwandelt er sich in die aus der Cartoonserie bekannten Alienformen und kämpft sich durch das neue Abenteuer. Doch auf diesem Weg wird er nicht von allen 10 (bis 20) Aliens unterstützt, die es derzeit in der TV-Serie zu sehen gibt. Die Entwickler wollten anscheinend Kosten und Arbeit sparen und haben nur folgende fünf Mitstreiter in das Spiel gepackt: „Krake“, der Kräftige mit den vier Armen, den coolen „Flashlight“, der alles und jeden in Brand setzt, „XLR8“ (sprecht die Buchstaben und Zahlen englisch aus und ihr wisst worum es geht), der/die/das freundliche und niederwalzende „Kanonenkugel“ und die lebende Pflanze „Kletterrebe“.

 

Mit diesen fünf Freunden macht sich der angehende Teenager also auf den Weg wieder einmal die Welt zu retten.

 

 

Gib ihm Saures!

 

Ben10: Protector Of Earth ist ein mit kleinen RPG Elementen aufgefrischtes Beat `em Up, in dem es ganz klassisch grundlegend nur um das Eine geht: Schlag deine Gegner möglich effektiv und punktebringend zu Brei. Und hinter diesem Spielprinzip versteckt sich auch die Story des Spiels. Wie oben beschrieben ist diese 0815 und lässt Spieler, die die TV-Serie gar nicht kennen kalt im Regen stehen. Nicht ein einleitendes Wort zu Ben, der Omnitrix, den Aliens oder dem Hintergrund des Ganzen wird verloren. Das ist ganz klar ein großes Minus und trübt das Bild für Nichtkenner erheblich.

 

Fast genauso klassisch verhält es sich mit der Steuerung des Spiels. Mit Wiimote und Nunchuck bringt der Spieler den Jungen durch das Spiel. Gelaufen wird hier mit dem Analogstick des Nunchuck, geschlagen, getreten, gesprungen mit entsprechendem Tastendruck auf der Fernbedienung. Die große Besonderheit liegt in der Option, die Attacken wahlweise auch durch verschiedene Schüttler und Schüttelkombinationen auszuführen. Das wird zu 90% bestens erkannt und geschieht nicht spürbar zeitverzögert.

 

Habt ihr einen der vielen Gegner, die in großen Horden auf Ben zukommen, besiegt, verliert dieser gelb glühende Kugeln, die man aufsammeln sollte. Denn diese Erfahrungspunkte summieren sich und leveln euch Stück für Stück weiter auf. Natürlich lernt jedes der fünf Monster nach fast jedem Level-Up drei bis vier neue Attacken, die durch Kombinationen von Tasten drücken oder Schüttlern ausgelöst werden. Hier gilt selbstverständlich auch: Je komplizierter die Combo, desto höher ist der angerichtete Schaden und die daraus resultierende Anzahl an EP.

 

Eine weitere gut umgesetzte Funktion ist der Wechsel zwischen den verschiedenen Alienformen. Am linken oberen Rand des Bildschirms befindet sich eine Miniaturansicht der Omnitrix, die sich immer an Bens Handgelenk befindet. Mit dem Steuerkreuz der Wiimote lässt sich schnell und einfach zwischen den verschiedenen Monstern hin und her transformieren. Muss man in der ersten Hälfte des Spiels immer noch zurück zu Ben wechseln, bevor man sich in das nächste Alien verwandeln kann, ist es ab Hälfte Nummer zwei möglich, direkt zwischen Monster A und Monster B zu springen.

 

So kämpft sich der Spieler als Ben, Krake, XLR8, Kanonenkugel oder Kletterrebe durch eine beachtliche Anzahl an Level und Bonuslevel und kommt je nach Leistung und Können auf einen Spielzeit von maximal 15 Stunden.

 

Das Spielprinzip an sich ist aber leider sehr minimal und linear gehalten, was für großen Punktabzug sorgt. Schlagen, schlagen, springen, schlagen, schlagen, ducken, schlagen, laufen. Und diesen Ablauf macht man dann auch geschätzte 9 der 10 Spielstunden. Den Rest der Zeit verbringt man damit durch das Level auf die nächste Scharr von Gegnern zuzulaufen oder Zwischensequenzen anzusehen. Das alles ist nicht als besonders schlecht, aber leider auch nicht als besonders gut zu bewerten. Wie beim DS Spiel handelt es sich um ein durchschnittliches aber solides Beat `em Up, welches allem Anschein nach für die Fans der Serie produziert bzw. entwickelt wurde.

 

Ein weiterer Pluspunkt, den ich bis jetzt noch gar nicht erwähnt habe, ist der Multiplayermodus. Dieser besteht aber auch lediglich daraus, dass man mit einem zweiten Spieler durch die Level und die Aliens gemeinsam besiegen kann. Auch hier trifft ein Wort den Kern besonders: Durchschnitt.

 

 

 

Grafik und Sound

 

Grafisch ist Ben10: Protector Of Earth eine gelungene Mischung aus Cartoonserie und Celshading. Die Level und Zwischensequenzen sind im drittklassigen 3D-Stil animiert, machen aufgrund des Gesamtstils aber keinen allzu schlechten Eindruck. Kleinere grafische Fehler sind zwar hin und wieder anzutreffen (so kann Ben hier und da mal einen Meter über dem eigentlichen Ende des Bodens und so über dem tiefsten Abgrund stehen), stören aber nicht den Spielfluss und Spaß.

 

Die musikalische Untermalung des Spiels befindet sich, wie der Rest des Spiels, auf Durchschnittsniveau und bietet keine großartigen Besonderheiten. Die einzelnen Levels sind mit passenden und stimmungsvollenMusikstücken und Soundeffekten untermalt. Nerv- oder Nörgelfaktor dürfte sich bei keinem Spieler einstellen. Während dem Leveldurchlauf spielt die „normale“ Hintergrundmusik eines jeweiligen Levels und während den Kämpfen wird aufgedreht und schnelle, actionreiche Musik ausgeworfen.

 

Eine große Schwachstelle des Spiels ist die Sprachausgabe. Obwohl sich das Spiel ohne jede Zweifel an die jüngere Zielgruppe richtet, wird ausschließlich Englisch gesprochen. Schnell verschwindende Untertitel liefern die deutsche Übersetzung, zerstören aber Spielspaß und -fluss erheblich. Besonders schade ist, dass manche Dialoge ziemlich humorvoll sind, dann aber lediglich denen vorbehalten bleiben, die der englischen Sprache mächtig genug sind oder schnell genug lesen können.

 

Wir danken Koch Media für die Bereitsstellung des Testmusters!


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Fazit

Die Wii Version von Ben10: Protector Of Earth bietet an Levelanzahl, Spielzeit, Comboattacken und Gegnertypen zwar um einiges mehr als die DS Version des Spiels, macht die größten Fehler aber genauso. Die Story ist zu Anfang des Spiels völlig undurchsichtig und vermittelt das Gefühl, man hätte die Fortsetzung zu einem bereits vorhandenen Spiel gekauft. Die Anzahl der Aliens wurde auch in der Wii Version auf fünf reduziert, obwohl die Wii und ihre Speichermedien wesentlich mehr rausgeben. Positiv fallen daher vor allem Umfang und Bedienung des Spiels auf. Hier geht alles locker von der Hand, ob per Knopfdruck oder Schüttelkombination. Alles funktioniert tadellos sowie der nette Koop-Modus.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

65%

Singleplayer

45%

Multiplayer

Release

01.02.2008

Developer

1st Playable Productions

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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