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Reviews: Nintendo Wii

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Mario Kart Wii

Rennspiel

23.04.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Mario Kart wii immer?

 

Mario Kart: Ein Rennspiel für die ganze Familie, denn es kommt nicht nur auf das Können des Einzelnen an, sondern auch auf eine Glückskomponente. Selbst der beste Fahrer kann von einem viel schlechteren geschlagen werden, wenn man die richtigen Items hat und so den Gegner wirksam aufhalten kann. Mit dem Wii Wheel kommt eine weitere Casual Komponente dazu. Doch was hat sich wirklich verändert? Für wen ist das lustige Rennspiel geeignet? Und was sind die Schwächen?

 

Seit Jahren hat sich die Serie kaum verändert, zumindest kann man das ohne Zweifel von den Spielen auf Heimkonsolen behaupten. Mario Kart DS entwickelte die Serie dann erstmals wirklich weiter, indem Missionen aufgenommen wurden, in denen es auch Bosse zu bezwingen galt. Durch diese sollte das Spiel auch für Einzelspieler länger interessant gehalten werden. Zusätzlich gab es erstmals einen Online-Modus, der aber leider nicht wirklich gut ist, kein Wunder, handelt es sich doch um Nintendos erstes Online-Spiel auf dem DS. Mit Mario Kart Wii sollen jetzt auch Innovationen auf der Wii Einzug erhalten, man kann jedoch vorab sagen, dass dies nicht wirklich gelungen ist.

 

Die wohl größte Neuerung ist das Wii Wheel, das mit dem Spiel ausgeliefert wird. In dieses wird die Wiimote mit einem kurzen Handgriff quer eingelegt und dann kann man die Fahrzeuge mit dem Lenkrad mehr oder weniger genau steuern. Da es jedoch drei weitere Steuerungsmöglichkeiten, Wiimote & Nunchuk, Classic Controller und GameCube Pad gibt, hat Nintendo dafür vorgesorgt, dass sich die Lenkrad-Steuerung nicht als das Nonplusultra herausstellt. Auf die Details gehe ich später noch genauer ein. Als zweite Veränderung gibt es jetzt zusätzlich zu den Karts auch noch Motorräder für die Charaktere. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass man spezielle Stunts machen kann, die in einem Kart nicht möglich sind und für einen Geschwindigkeitsvorteil sorgen. Dafür sind sie eben auch leichter außer Kontrolle zu bringen. Dritte Neuerung ist das Sliden. Es gibt zwar nach wie vor die Möglichkeit, durch das kontrollierte Driften durch eine Kurve einen Miniturbo aufzuladen, allerdings ist der Ladevorgang jetzt automatisch und wird nicht länger durch hin und her wackeln mit dem Joystick erreicht. Das führt dazu, dass man auch durch Training nicht schneller werden kann und somit ist das von Profis bei Mario Kart DS bis zum Schwindelgefühl der Zuschauer eingesetzte Snaken in Mario Kart Wii nicht mehr möglich.

 

Verändert hat sich zu Mario Kart Double Dash auch, dass jetzt nicht mehr zwei Fahrer in einem Kart sitzen, sondern nur noch einer. Dies hat nicht nur zur Folge, dass man jetzt nicht mehr im Team zusammen in einem Kart fahren kann, sondern auch, dass Grand Prix nur noch mit einem Spieler möglich sind. Dafür hat das Spiel einen sehr umfangreichen Online-Modus und insgesamt 32 Strecken spendiert bekommen, die Einzelspieler am Bildschirm halten sollen. Die Missionen aus Mario Kart DS haben es leider auch nicht ins Spiel geschafft. Die wohl dreisteste Verschlimmbesserung ist jedoch die Tatsache, dass im Battle Modus nicht mehr jeder gegen jeden antreten kann. Es gibt nur noch zwei Teams, rot und blau, wobei sich jeder Spieler vor dem Match für eines entscheiden muss. Die Teams sammeln dann gemeinsam eine vordefinierte Zeit lang je nach Modus Punkte oder Münzen und das Team mit dem höheren Punkte-, bzw. Kontostand gewinnt die Runde. Sterben kann man auch nicht mehr. Wer beim Ballon-Wettkampf alle Ballons verliert, der wird einfach wieder neu ins Spiel gesetzt und erhält drei frische Ballons. Das wirft natürlich die Frage auf, warum es überhaupt noch Ballons gibt und wieso nicht einfach nur Treffer gezählt werden? Eine positive Neuerung sind die Team Grand Prix. Ähnlich wie im Battle-Modus bilden die teilnehmenden Fahrer zwei Teams, die für je ein gemeinsames Konto Punkte sammeln. Die Mannschaft mit den meisten Punkten gewinnt. Vor allem Online ist das gut, wenn man viele Fahrer beisammen hat, die sehr unterschiedlich stark sind.

 

Eine sinnvolle Neuerung im Spiel ist definitiv der Mario Kart Kanal. Dieser kann ganz einfach und schnell direkt auf der Wii installiert werden und dann gestartet werden, auch wenn das Spiel nicht eingelegt ist. Damit ist es möglich, jederzeit aktuelle Geistdaten herunterzuladen oder Freunde hinzuzufügen, ohne den Freundescode zu benötigen. Letzteres ist der wohl größte Fortschritt im Online-System von Nintendo überhaupt, denn nun kann man endlich und ganz einfach Freunde, die man bereits auf der Wii hinzugefügt hat, per Nachricht an die Pinnwand als Mario Kart Freunde hinzufügen. Ebenso ist es möglich, in einem eröffneten Raum, anwesende Leute, die noch nicht auf der Liste stehen, hinzuzufügen.

 

Natürlich gibt es auch wieder ein paar neue Items, die es in sich haben. So hat es der Kugelwilli aus der DS-Version erstmals auf eine Heimkonsole geschafft. Darüber hinaus ist der Maxi-Pilz aus New Super Mario Bros. auch dabei. Dieser macht den Fahrer schneller und nur noch für den Unbesiegbarkeitsstern verwundbar. Neu ist auch der Pow-Block aus Mario Bros., der beim Einsatz alle vor dem Einsetzer fahrenden Fahrer durcheinander wirbelt und dazu führt, dass alle ihre Items verlieren. Ebenso neu ist die Gewitterwolke, bei er sich um ein negatives Item handelt, das man auf keinen Fall haben will. Bekommt man es doch, dann schwebt eine dunkle Wolke über dem Fahrer. Diese muss dann möglichst durch Berührung an einen anderen Fahrer weitergegeben werden, denn nach einer gewissen Zeit feuert sie einen Blitz ab und macht den aktuellen Träger klein. Daneben sind die üblichen Items, wie Bananenschalen und Schildkrötenpanzer natürlich auch wieder dabei.

 

 

Mario Kart für Einzelspieler geeignet?

 

Wenn man nicht so oft die Chance hat, gemeinsam mit Freunden vor dem eigenen TV-Gerät zu zocken, dann wurde Mario Kart früher schnell langweilig. Bei Mario Kart Wii gibt es deshalb auch wieder 32 Strecken, wovon 16 komplett neu gestaltet sind und die anderen 16 aus den Vorgängern übernommen wurden. Die Retro-Strecken wurden jedoch teilweise leicht verändert, so dass sie besser für Stunts geeignet sind. Die Auswahl der alten Strecken ist dabei sehr gut gelungen. Es wurden größtenteils solche Strecken ausgewählt, die es von der Thematik bei den neuen Strecken nicht gibt, so dass die Abwechslung möglichst groß gehalten wird. Warum es jedoch gleich dreimal Bowsers Schloss und Marios Piste in verschiedenen Versionen geben muss, erschließt sich mir nicht ganz.

 

Die neuen Strecken sind auch ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind sie allesamt sehr gut durchdacht und machen meistens großen Spaß beim Fahren. Allerdings gibt es eindeutig zu wenig Neues und kaum Mut für Veränderungen bei Nintendo. Es gibt wieder die auf schon bekannten Elemente basierten Strecken und Rundkurse, die speziellen Charakteren gewidmet sind. Einige Strecken sind dabei so eng an bereits existierende angelegt, dass man sie glatt verwechseln könnte. Bestes Beispiel ist hier die Kuh-Muh Weide, die der N64 Kuh-Muh Farm ziemlich ähnlich ist.

 

Neben den Grand Prix, die es wieder in den bekannten Klassen 50, 100, 150 ccm und 150 ccm Spiegel gibt, kann man auch wieder Zeitfahren und sich erstmals eigene Grand Prix basteln, in dem man Klasse, Anzahl Strecken usw. festlegt und dann drauf los fährt. Beim Fahren schaltet man nach und nach neue Charaktere, Cups, Karts und Motorräder frei, so dass es sich wirklich lohnt, bis zum Ende durchzuhalten. Besonders cool finde ich, dass man auch sein Mii freischalten kann und dann damit im Rennen antritt. Die Fahrer unterscheiden sich wieder in drei Gewichtsklassen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Jeder Klasse stehen, wenn man alles freigeschaltet hat, acht Fahrzeuge zur Verfügung, die sich ebenso in ihren Attributen unterscheiden.

 

Alleine vor dem eigenen Fernseher wird natürlich auch der Online-Modus extrem wichtig, denn damit kann sichergestellt werden, dass das Spiel so schnell nicht langweilig wird. Hier hat Nintendo auch fast alles richtig gemacht, aber dazu später mehr. Unterm Strich bekommt man als Einzelspieler leider weniger geboten als in Mario Kart DS, wenn man den Online-Modus mal ausklammert. Warum es keine Missionen gibt, ist einfach unverständlich.

 

 

Für Mehrspieler die eierlegende Wollmilchsau?

 

Der Fun-Racer war schon immer darauf ausgelegt, dass viele Spieler gemeinsam ohne Ende Spaß haben können. Darauf legt es natürlich auch die Wii-Version an, allerdings nicht immer wirklich vorbildlich.

 

Als besonders positiv zu erwähnen, ist auf jeden Fall der Online-Modus. Hier können bis zu 12 Fahrer auf allen 32 Strecken des Spiels direkt gegeneinander antreten. Anders als noch bei Mario Kart DS werden jetzt jedoch keine festen Teams mehr gebildet, sondern man kann jederzeit zwischen den Rennen ein- und aussteigen, ohne dass das Spiel abbricht. Das sorgt dafür, dass die Suche nach Spielern bereits nach wenigen Sekunden abgeschlossen ist und es dann auch teilweise direkt los geht. Läuft in der gefundenen Gruppe gerade noch ein Rennen, dann kann man live zusehen und per Tastendruck an jeden Fahrer anheften. Nach dem Rennen steigt man dann selber mit ein und geht auf Punktejagd. Zu Beginn hat jeder Spieler 5.000 Punkte. Durch gute Ränge erhält man Punkte und bei schlechten Ergebnissen bekommt man Punkte abgezogen. Was ein guter und was ein schlechter Rang ist und wie viele Punkte es gibt, bzw. geklaut werden, hängt von der eigenen Punktzahl ab. Je mehr man gesammelt hat, desto höher muss man positioniert sein, um belohnt zu werden.

 

Bei dem normalen Online-Spiel kann man zwischen Global und Kontinental wählen. Dazu gibt es noch Freundesspiele, die etwas anders laufen. Hat man Freunde auf seiner Liste, dann kann man einen Raum eröffnen oder in bereits geöffnete Räume eintreten und sich dort zunächst über knapp 100 vordefinierte Texte unterhalten, um einen Modus abzustimmen. Möglich sind hier Grand Prix, Team Grand Prix und die beiden Wettkämpfe. Die Fahrstufe wird hingegen dummerweise immer durch den Zufall bestimmt, was für mich ein echter Schwachpunkt ist. Hat man sich geeinigt, dann geht es auch gleich los. Neue Freunde können dann erst wieder dazu kommen, wenn der gewählte Modus komplett gespielt wurde und man sich wieder im Raum versammelt hat.

 

Die Streckenwahl ist fast komplett zufällig. Jeder Spieler kann eine Stimme abgegeben und ein Roulette wählt dann eine der angegebenen Strecken aus. Man kann selbst auch Zufall angeben, wobei dann das Spiel die Strecke zufällig auswählt, sollte das Roulette auf dem eigenen Punkt stehen bleiben.

 

Vorbildlich am Online-Modus ist nicht nur die Tatsache, dass er fast immer absolut flüssig läuft, sondern auch, dass man am eigenen Bildschirm zu zweit antreten kann. Das tröstet zwar nicht komplett darüber hinweg, dass die normalen Grand Prix nur alleine spielbar sind, aber so hat man online zumindest die Möglichkeit, sich mit einem echten Menschen über Sieg und Niederlage gemeinsam zu freuen oder zu ärgern. Während der Rennen kann man sich nämlich nicht unterhalten, da es keinen Voice-Chat gibt und dort auch keine vordefinierte Sätze, was ich Nintendo nie verzeihen werde. Die zwischenmenschliche Interaktion während der Rennen ist es nämlich, was Mario Kart im Mehrspieler-Modus so grandios macht. Bei wohl keinem anderen Spiel liegen Freud und Leid so nah beieinander, was aber ohne Interaktion leider völlig untergeht.

 

Steuerung

 

Die insgesamt vier Steuerungsarten teilen sich im Prinzip in zwei Gruppen, nämlich die klassische Art und die per Bewegung. Mit dem Wii Wheel lenkt man sein Fahrzeug ganz einfach durch Bewegungen des Lenkrades. Die Tasten für Items, Gas und Bremsen sind gut erreichbar und Einsteiger sollten auf diese Art ganz schnell ins Spiel finden. Unterstützt werden Neulinge dabei von der Automatik Option, bei der Sliden und Stunts nicht, dafür aber engere Kurvenfahrten ganz einfach möglich sind.

 

Profis werden jedoch eher zu einer der klassischen Varianten greifen, die alle in etwa gleich gut funktionieren. Mit Wiimote und Nunchuk steuert man das Kart per Joystick und benutzt diverse Tasten für Beschleunigung, Sliden und Itemeinsatz. Ähnlich verhält es sich mit dem Classic Controller und dem GameCube Pad. Mir persönlich gefällt die Steuerung mit dem Classic Controller am besten, da dort das Steuerkreuz für die Stunts gut erreichbar ist und Sliden und Itemeinsatz per Schultertasten einfach am komfortabelsten ist. Ähnlich gut geht es mit der Wiimote und Nunchuk, wobei hier besonders die Stunts durch hochreißen der Wiimote leicht von der Hand gehen. Gar nicht anfreunden kann ich mich mit dem GameCube Pad, denn wir sind ja hier schließlich nicht bei Sony und benutzen denselben Controller seit 15 Jahren. Das Wheel ist für mich nur dann eine Option, wenn jeder damit fährt, da es dann besonders lustig wird. Das nervigste ist, dass man bei Stunts leicht die Lenkung verreist und dann abstürzt, was immer besonders viel Zeit kostet.

 

Ansonsten muss jeder selbst ausprobieren, was am besten geht. Das hängt sicherlich auch von der Größe der Hände und persönlichen Vorlieben ab. Ich kann nur appellieren: Schafft den Cube Controller ab! Bei Wii geht es um Innovation! ;-) (Anmerkung von Gunnar: Von wegen!! Ich sage, bringt den Wave Bird wieder auf den Markt! Ich fahre mit dem Cubecontroller am liebsten;))

 

 

Technik

 

Grafisch war Mario Kart noch nie das Highlight einer Konsole und das ändert sich auch mit der Wii-Version absolut nicht. Gerade im Vergleich zu Super Smash Bros. Brawl sehen die Charaktermodelle geradezu peinlich schlecht aus. Das Spiel selbst sieht in Bewegung jedoch ganz ok aus, gewinnt jedoch sicherlich keine Preise. Das Geschehen läuft jederzeit flüssig, die Umgebungen der Strecken sind schön und abwechslungsreich gestaltet und die Weitsicht hat sich deutlich verbessert. Etwas unverständlich ist jedoch, dass auf Shebert Island alles ein Spiegelbild im Eis hat nur die Fahrer selbst bloß einen Schatten werfen. Besonders lustig ist, dass sich die Fahrer bei nahenden Items manchmal panisch umsehen, was bei dem gehassten blauen Schildkrötenpanzer am meisten auffällt. Der Sound ist typisch für Mario-Spiele ganz okay und Sprachausgabe gibt es abseits von den typischen „Ausrufen“ der Charaktere keine. Die Soundeffekte sind passend gewählt.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitsstellung des Testmusters.


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Fazit

Mario Kart Wii ist eine in Teilen sehr gelungene Fortsetzung des Fun-Racers. Der Online-Modus ist grandios, es gibt viele Strecken und die meisten Neuerungen sind durchaus sinnvoll. Absolut nicht nachzuvollziehen ist, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, Grand Prix zu zweit zu fahren, dass der LAN-Modus ersatzlos gestrichen wurde und dass der Battle-Modus nur noch in Teams spielbar ist. Voice Chat ist sowas von überfällig, dass es viele Punkte kostet. Die Wii Wheel Steuerung ist eine interessante Alternative, die sich wohl jedoch bei Profis nicht durchsetzen wird, da sie einfach nicht genau genug ist. Für Einsteiger bietet sie jedoch eine sehr gute Möglichkeit, schnell in das Spiel einzusteigen. Wer Mario Kart schon immer mochte, der wird auch mit der Wii-Version Spaß haben, allerdings wird es langsam Zeit, dass Nintendo sich mal neue Dinge einfallen lässt, ohne direkt alte Optionen einfach zu streichen.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

super

75%

Singleplayer

91%

Multiplayer

Release

11.04.2008

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-4


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