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Reviews: Nintendo Wii

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Worms Odysee im Wurmraum

Strategie

06.05.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Worms go to Space!

 

Wieder einmal sind die aggressiven, kleinen Würmer im Krieg. Diesmal jedoch nicht auf der Erde, sondern im Welt... äh Wurmraum. Zu Beginn des Spiels verlassen drei Würmer die Erde und verfolgen eine fliegende Untertasse. In diesem Kampf verliert der Steuerwurm die Kontrolle über das Wurmschiff und sie fliegen ausversehen in ein Wurmloch. Wer jetzt noch nicht genug von Würmern hat, für den könnte es interessant werden.

 

Weit weg von zu Hause muss man den kleinen Viechern nun helfen, sich gegen böse Aliens zu Wehr zu setzen, Treibstoff für den Heimweg zu organisieren und letztlich zur Erde zurück zu finden. Die Missionen unterteilen sich in drei verschiedene Arten, von denen man jedoch nur zwei auch mit mehreren menschlichen Mitspielern zocken kann. Die Kampfmissionen sind direkte Duelle zwischen Würmern und Aliens, in denen man mit allen möglichen Waffen dafür sorgen muss, dass die Gegner alle unter der Erde sind, bevor das eigene Team komplett ausgelöscht ist. In den Taktik-Missionen geht es entweder darum, in begrenzter Zeit alle Item-Kisten in einem bestimmten Gebiet einzusammeln oder darum, einen Feind, der sich nicht wehrt, mit arg beschränkten Mitteln zu vernichten. Hierfür muss man die Umgebung so nutzen, dass der Gegner ins Gras beißt.

 

Zuletzt sind da noch die Minispiele, die im Story-Modus jeweils am Ende eines Kapitels bestanden werden müssen. Da es sechs Kapitel gibt, gibt es auch sechs Minispiele. So muss man zum Beispiel ein Raumschiff mit quer gehaltener Wiimote steuern und dabei Hindernissen und Gegnern ausweichen. Durch Kippen nach vorne beschleunigt das Raumschiff und durch seitliches Kippen lenkt es. In einem anderen Minispiel wird das Wurmschiff von Tentakeln angegriffen und der Spieler schützt das Schiff, in dem er per Infrarot auf die Tentakeln zeigt und ihnen dann eins über zieht.

 

 

Die Steuerung!

 

Die wohl wichtigste Neuerung des Spiels ist die an die Wiimote angepasste Steuerung. Dabei hält man die Wiimote wie eine Fernbedienung und setzt die diversen Waffen per Bewegungssteuerung ein. Hierzu hat sich das Team 17 einige interessante Dinge einfallen lassen, die jedoch erst auf den zweiten Blick überzeugen können.

 

Im Prinzip ist es wie immer: Man bewegt den Wurm, der gerade am Zug ist, per Steuerkreuz auf der Umgebung und setzt zum Abschluss eine Waffe oder ein Item ein. Gesprungen wird mit A und eine Waffe mit B eingesetzt. Zur Waffenauswahl kommt man mit der Minus-Taste und dort zeigt man dann einfach auf die gewünschte Waffe und bestätigt mit A.

 

Hier wird es dann knifflig, denn die Waffen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Wirkung, sondern auch in der Art und Weise, wie man sie einsetzt. Die Standardwaffe ist die Aufschlaggranate, die, wie der Name schon sagt, bei Aufschlag detoniert und maximal 45 Schadenspunkte verursacht. Man stellt seinen Wurm also entweder mit Blick nach links oder rechts hin und legt dann die Höhe des Schusses mit dem Steuerkreuz fest. Nun hebt man die Wiimote hoch, um die Härte des Abschusses festzulegen. Hat man den perfekten Punkt gefunden, dann wird dieser mit B fixiert und die Waffe dann mit einer Schleuderbewegung nach unten beim Loslassen der B-Taste abgefeuert. Hält man die B-Taste beim Schleudern weiter gedrückt, dann bekommt man, sofern aktiviert, angezeigt, wo die Waffe lang fliegen wird. Man kann jedoch nicht wirklich oft proben, denn die Zeit pro Runde ist begrenzt. Hat man die Waffe abgefeuert, dann hat man noch fünf Sekunden Zeit, um in Deckung zu gehen, bevor dann der nächste Wurm an der Reihe ist.

 

Eine weitere Waffe ist die Lenkrakete. Bei dieser zeigt man mit dem Pointer auf einem bestimmten Punkt und feuert sie dann per B-Knopf ab. Allerdings fliegt die Rakete immer geradeaus auf das Ziel zu, so dass man sie also wörtlich lenken muss, in dem man mit dem Pointer immer kurz vor hier her fährt, bis sie das Ziel erreicht hat. Als Hilfsitems gibt es zum Beispiel Schaufel und Jetpack. Erstere bedient man durch Schaufelbewegungen mit der Wii-Fernbedienung und letzteres durch Kippbewegungen der Wiimote.

 

Unterm Strich sind die Bewegungsgesteuerten Waffen ganz gut gemacht. Die Steuerung ist clever und geht nach ein paar Übungen sehr gut von der Hand. Allerdings sind die auf dem Bildschirm angezeigte Hilfe und das Handbuch nicht wirklich hilfreich, da man oft daran nicht erkennt, was man genau machen muss, um die Waffe erfolgreich einzusetzen. Vor allem das Handbuch ist eine bittere Enttäuschung, denn da gibt es keine Infos zur Steuerung außer der Tastenbelegung. Nach kurzer Übungszeit hat man jedoch alles perfekt drauf und wird immer mehr zum Zielprofi. Lediglich der Einfluss des Windes wird so manchen sicher in den Wahnsinn treiben, wenn man mal ein Ziel einfach nicht trifft. Insgesamt ist die Steuerung aber gut umgesetzt und macht durchaus Spaß! Ich finde es auf jeden Fall gut, dass es alternativ keine klassische Steuerung gibt, denn nur so entwickelt sich die Serie endlich mal weiter, sehr sinnvoll wie ich finde.

 

Der Story-Modus!

 

Anders als auf dem Nintendo DS ist der Story-Modus leider eine kleine Enttäuschung. Zwar sind die Missionen lustig und abwechslungsreich und die Worms typischen Videosequenzen lustig wie immer, aber es mangelt ganz klar an spielerischer Tiefe und Umfang. Durch die 30 Missionen und 6 Minispiele sollte man nach höchstens 3-4 Stunden Spielzeit durch sein und damit am Ende der Motivation für Einzelspieler.

 

Es lohnt sich aber jedoch auf jeden Fall, ihn komplett durchzuspielen und auch alle geheimnisvollen Kisten zu sammeln, von denen in jedem Level eine versteckt ist, denn damit erhöht man die Optionsmöglichkeiten im Mehrspieler-Modus. Etwas schade ist jedoch, dass man keine neuen Waffen freischalten kann und so das ganze Spiel mit dem knappen Dutzend an Waffen plus einiger Hilfsitems, wie Teleporter, Jetpack oder Schaufel auskommen muss. Hier haben andere Umsetzungen des Spiels schon deutlich gezeigt, dass mehr Waffen den Spielspaß deutlich erhöhen. Schade, denn hier wurde viel Potential verschenkt.

 

Hat man den Story-Modus beendet, dann braucht man auf jeden Fall Freunde, um sich weiter für das Spiel zu begeistern, da stupide Duelle gegen KI gesteuerte Gegner auf Dauer einfach zu langweilig sind, wenn man dadurch nichts freischalten kann und / oder keine Geschichte drum herum erzählt wird.

 

 

Der Mehrspieler-Modus!

 

Mit mehreren menschlichen Mitspielern hat man die Auswahl aus den normalen Kampfmissionen und den Minispielen. Letzte spielt man dann mit bis zu vier Leuten gegeneinander, um den Besten zu ermitteln. Als Abwechslung zu dem sonst wenig veränderten Erlebnis ist dieser Modus auf jeden Fall willkommen, allerdings hätten es ruhig auch ein paar Spiele mehr sein können. Die normalen Missionen sind das, was Worms ausmacht. Hier messen sich bis zu vier Spieler im direkten Kampf gegeneinander, wobei jedes Team aus vier Würmern besteht. Wer zuletzt noch einen oder mehrere Würmer übrig hat, der gewinnt die Runde.

 

Vor dem Spiel kann man dabei ziemlich viele Einstellungen vornehmen. So kann man nicht nur festlegen, wie viele Waffen von welchem Typ jeder Spieler haben soll, sondern auch die Schwerkraft und andere Attribute der Umgebung festlegen. Die Kampfarenen werden per Zufallsgenerator erstellt, man kann lediglich sagen, auf welchem der sechs Planeten das Duell stattfinden soll. Man kann in einem Editor auch selbst Arenen „malen“ und diese dann auf der Konsole speichern. Darüber hinaus lassen sich die Spielzeit einer Runde und die maximale Zeit, die ein Spieler für einen Zug zur Verfügung hat, festlegen. Die Möglichkeiten sind also sehr umfangreich, so dass man sich einige interessante Konstellationen einfallen lassen kann, damit es nicht so schnell langweilig wird.

 

Eine echte Frechheit ist jedoch, dass das Spiel nicht online spielbar ist. Obwohl die Macher dies angekündigt hatten, wurde dann kurz vor dem Launch gesagt, dass es leider doch keinen Wi-Fi Modus gibt. Das ist echt schade, denn dieser Modus hat sich bei der DS-Version als echter Spaßbringer herausgestellt, wenn man nicht so oft Freunde bei sich hat, die gerne zocken. Man kann nur hoffen, dass dieser Mangel mit dem Nachfolger behoben wird.

 

 

Die Technik!

 

Technisch konnte Worms noch nie wirklich umhauen. Die zweidimensionale Grafik ist zwar nett anzuschauen, aber aus der Nähe wirkt alles doch sehr unscharf und die Details der Umgebungen wissen auch nicht immer zu überzeugen. Dafür sind die Animationen der Würmer gut gelungen und auch die Explosionen haben ordentlich Wumms. Alles in allem hätte sich das Team hier jedoch mehr Mühe geben müssen, vor allen Dingen, um die gelegentlichen Ruckler zu beseitigen, denn die kann ich bei Worms auf der Wii beim besten Willen nicht nachvollziehen.

 

Der Sound und Musik sind abwechslungsreich und passen gut zur Wurmraum-Umgebung. Vor allem die Sprüche der Würmer, von denen es zahllose gibt, sorgen für einen Lacher nach dem anderen. Der trockene Humor der Serie ist eben auch heute noch gut.

 

 

Vielen Dank an THQ für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Worms Odyssee im Wurmraum ist ein teilweise gelungener Einstieg der Serie auf der Wii. Die Steuerung ist gut gelungen, die Minispiele sind eine nette Ergänzung und die Kämpfe mit Freunden machen großen Spaß. Dafür schmerzen der fehlende Online-Modus, die extrem kurze Geschichte und der Mangel an Waffen. Technisch geht es für Worms in Ordnung, aber es wäre durchaus mehr drin gewesen. Vor allem der hohe Preis (50-60 Euro) ist es aber, der das Spiel am Ende umhaut, denn bei einem Vollpreisspiel erwarte ich einfach deutlich mehr. Ich hoffe jedoch, dass ein Nachfolger kommt und dass der dann ähnlich überzeugt, wie Open Warfare 2 auf dem DS.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

49%

Singleplayer

79%

Multiplayer

Release

19.03.2008

Developer

Team 17

Publisher

THQ

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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