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Reviews: Nintendo Wii

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Ninja Reflex

Party

07.05.2008

Autor: René Schäfer

 

 

Meister, Lehre uns!

 

In einem virtuellen Dojo erwartet euch ein virtueller, alter Ninja-Lehrer Sensei und verlangt nach eurem Namen. Aber anstatt euren reellen Namen einzugeben, dürft ihr euch aus Vorlagen einen aussuchen. Spielstand fertig erstellt geht es ins Auswahlmenü eures neuen Sportstudios Ninja Reflex, welches sich zum Ziel gesetzt hat, eure Reflexe auf das Niveau eines japanischen Ninja zu trainieren.

 

Um dieses Ziel zu erreichen und euch somit zum Ninja zu machen, unterrichtet euch der Sensei in sechs verschiedenen Disziplinen, die Alles oder Nichts von euch fordern: die Wurfsterntechnik, der Kampf mit dem Nunchuk, das Fangen von Fischen, Fliegen und Glühwürmchen und der Kampf mit dem Kantana (dem „Schwert“ des Ninja).

Also wählt ihr im Menü mittels Pointerfunktion der Wii Fernbedienung eines der sechs Minispiele aus und versucht dann, die vorgegebene Punktzahl zu erreichen, um nach fünf erfolgreich absolvierten Minispielen zur Prüfung des Gürtels zugelassen zu werden.

 

Hinter dem Spiel mit dem passenden Namen „Shuriken“ findet ihr die Wurfsternübung (Shuriken ist das japanische Wort für die Wurfsterne der Ninja). Mit dem Pointer zeigt ihr auf die in der Klosterumgebung auftauchenden Pappaufsteller von feindlichen Ninja und visiert diese mit einem Druck auf den A-Knopf der Wiimote an, um sie dann mit einem kleinen Schüttler aus dem Handgelenk ab zu werfen und verschwinden zu lassen. Die Steuerung und Genauigkeit funktionieren bei diesem Spiel gut, auch wenn das Schütteln der Fernbedienung etwas leichter hätte sein können, um den Stern abzufeuern.

 

Genauso passend ist der Name des zweiten Spiels „Katana“. Hier müsst ihr aus dem Wald heran rasende Samurai niederschlagen, nachdem ihr mit einem Schwenk der Fernbedienung die Angriffe der Gegner abgewehrt habt, um nicht selbst getroffen zu werden. Leider ist bei diesem Spiel die Genauigkeit nicht sonderlich gelungen, denn oft muss man ziemlich stark in die entsprechende Richtung schwenken, um die Abwehraktion auszuführen. Nicht selten kommt es vor, dass die eigenen Bewegungen gar nicht erkannt werden, was vor allem dann frustrierend ist, wenn die Aufgabenstellung lautet, nicht verwundet zu werden.

 

Das dritte Spiel, in dem es um Kampftechniken der Ninja geht, trägt den, wiedermal passenden, Namen „Nunchaku“. Was ein Nunchuk ist, muss man den Wii Besitzern wohl nicht mehr erklären. So liegt auch die Vermutung ziemlich nahe, dass der Nunchuk der Wii mit in dieses Minispiel integriert wurde. Aber wie in allen Situationen in Ninja Reflex, ist dieser nicht von Nöten und muss leider ausgesteckt bleiben. Stattdessen spielt man dieses Minispiel indem man mit der WiiFB eine ständige Schleife in Form der Zahl Acht macht und anfliegende Objekte durch ein Schütteln zerstört. Eigentlich soll die Acht durchgängig und gleichmäßig gezogen werden um eine starke Kraft in die zerstörerischen Schläge zu legen. In Wirklichkeit kann man aber auch einfach nur ein klein wenig mit der Fernbedienung rumfuchteln und zum Zerschlagen einfach heftiger Schütteln. Schade, da doch gerade die Wii so viel bessere Möglichkeiten bietet, die Steuerung dieses Minispiels umzusetzen.

 

In dem Minispiel „Hashi“ müsst ihr kleine um den Essenstisch umherschwirrende Fliegen mit japanischen Essstäbchen einfangen. Auch hier wird der Pointer und die Tasten A und B genutzt um die Stäbchen über den Bildschirm zu bewegen und die Fliegen zu packen. Erfreulicher weise ist die Steuerung bei diesem Spiel sehr präzise und macht keine Probleme. Weiter geht es mit dem Spiel „Koi“, in dem ihr das gleiche macht wie in „Hashi“, nur das ihr hier eine Fliegen sondern Kois aus einem Teich fischen müsst. Da die Steuerung exakt die gleiche ist, fällt auch die Bewertung dieser gleich aus.

 

Kommen wir zu dem wohl lächerlichsten Minispiel der Minispielsammlung Ninja Reflex. Hinter „Hotaru“ verbirgt sich das Fangen kleiner aus Büschen auftauchenden Glühwürmchen. Währen die Steuerung auf dem Nintendo DS so gelöst ist, dass man mit dem Stylus auf die Stelle des Touchscreen der Konsole tippen muss, wo das Insekt sich gerade befindet, reicht es in der Wii Version des Spiels aus, einfach den A-Knopf auf der Wii Remote zu drücken. Der Pointer wird gar nicht genutzt. Egal wo das Würmchen sich gerade in der Kulisse des japanischen Gartens befindet, ein Druck auf den Knopf und ihr habt es gefangen.

 

 

Wer bis hier hin aufmerksam gelesen hat wird festgestellt haben, dass sich die Spiele in Ninja Reflex in zwei Gruppen einteilen lassen: die, in denen es ums Kämpfen geht und die, in denen es ums Fangen von kleinen Tieren geht. Die Steuerung lässt sich noch einfacher beschreiben: Zeigen, Drücken, Schütteln.

 

 

Eine Ninja Armee wird ausgebildet!

 

So kann man diesen Satz leider nicht nur auf Grund der wenig hilfreichen und innovativen Minispiele, sondern auch wegen den fehlenden Aufgabenstellungen im Multiplayermodus nicht unterschreiben. Der mit bis zu vier Spielern spielbare Mehrspielermodus des Spiels bietet zwar alle sechs Minispiele an, fügt diesen aber keine unterschiedlichen Aufgabenstellungen hinzu, wie es im Singleplayermodus der Fall ist. So jagen dann alle teilnehmenden Spieler nur nach Punkten und küren den mit den meisten zum Sieger.

 

Nach knapp 10 Minuten haben dann alle alles gesehen und der Spaß besteht nur noch darin, sich gegenseitig zu übertreffen. Beim Spielen zu Mehreren steht im Regelfall keiner dem anderen im Weg, was bei den Bewegungsabläufen die die Minispiele fordern aber auch eher eine Herausforderung wäre. Ob man das jetzt positiv oder negativ sieht, kann jeder für sich selbst entscheiden.

 

 

Willkommen in Japan!

 

Die technische Umsetzung von Ninja Reflex für Nintendo Wii ist nichts Besonderes. Die Umgebung setzt sich aus schön animierten aber simplen Grafiken in pseudo 3D zusammen, schafft auf Grund ihrer vielen kleinen dekorativen Elementen eine schöne Atmosphäre. Richtige 3D Modelle findet man nur bei größeren Objekten wie dem Sensei, den Angreifern in „Katana“ und den Fischen in „Koi“. Im Grunde kann man sagen, dass die Bilder zum Spiel fast genau das vermitteln, was auf dem TV Bildschirm rüberkommt. Egal ob man im gut unterstützten 16:9 Modus bei 480p oder auf einer kleinen, alten Röhre spielt.

 

Die musikalische Untermalung des Titels unterstreicht mit ihren nach japanischer Folklore klingenden Melodien die Atmosphäre der einzelnen Locations, ist aber auch nicht besonders hervorzuheben. Umso mehr aber die Sprachausgabe des Spiels. So begrüßt euch der Sensei zu Anfang jedes Minispiels mit eurem ausgewählten Namen und verliert einige Wörter über das jeweilige. Auch nach einer bestandenen Gürtelprüfung gratuliert euch der alte Mann mit weisen Worten und Tipps für die Zukunft (im Spiel). Schade, dass das gesamte Spiel nicht so positiv auffällt wie dieser kleine Aspekt.

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Alles in Allem ist Ninja Reflex kein Spiel, was man sich unbedingt zulegen sollte. Der viel zu geringe Umfang von sechs Minispielen liefern eine Spielzeit von knapp 90 Minuten und wenig Spaß, da sie sich auch nach bestanden Gürtelprüfungen und dem damit verbundenen Fortschritt kaum in ihren Aufgabenstellungen unterscheiden und so gut wie immer wiederholen. Der Mehrspielermodus ist auch kein leuchtender Stern am Videospielhimmel. Denn auch hier bietet das Spiel die gleichen sechs Spiele, streicht aber die Aufgabenstellungen ganz und lässt einen kleinen Punktezähler pro Spieler übrig. Das verkleinert die Zahl auf unserem Punktezähler erheblich. Die Steuerung ist größtenteils technisch nicht schlecht, besteht aber immer wieder aus den gleich drei (Bewegungs-) Abläufen. Kleine Ungenauigkeiten und nicht nachvollziehbare Steuerungsumsetzungen bringen auch hier keine dringend benötigten Punkte ein. Grafik und Sound schaffen zwar eine schöne Atmosphäre, passen aber nicht mehr unbedingt in diese Videospielgeneration und verhelfen dem Spiel auch nicht zum Superhit.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

30%

Singleplayer

45%

Multiplayer

Release

14.03.2008

Developer

Nunchuck Games

Publisher

EA

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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