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Reviews: Nintendo Wii

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Der Goldene Kompass

Adventure

08.05.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Eine ähnliche, aber dennoch andere Welt!

 

Lyra wohnt in Oxford im Jordan College. Sie ist zwar erst 11 Jahre alt, aber dennoch wird sie dort bereits unterrichtet. Ihre Eltern sind schon lange Zeit tot und ihr Onkel Lord Asriel ist ein Forscher in dem College. Während er auf Reisen ist, bleibt Lyra im College und genießt das jugendliche Leben. Doch eines Tages verschwinden Kinder und es werden von Tag zu Tag mehr. Gerüchte machen die Runde, aber keiner weiß etwas Genaues. Wer steckt dahinter? Wo werden die Kinder hin gebracht? Lyra wird spätestens dann aufmerksam, als ihr beste Freund Roger ebenfalls ein Opfer wird.

 

Doch auch vorher passieren schon einige wegweisenden Dinge in ihrem Leben. Als sie sich aus Neugier in ein Besprechungszimmer schleicht, kann sie so durch Zufall verhindern, dass ihr Onkel vergiftet wird. Das Magisterium (die Kirche in Lyras Welt) ist für diesen Anschlag verantwortlich, aber das ist zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Und so kommt eins zum anderen und auf einmal findet sich Lyra bei Mrs. Coulter wieder, die sie als ihre Assistentin mit auf Reisen nimmt. So verlässt Lyra Oxford und lernt London kennen. Doch vorher bekommt sie vom Rektor des Jordan Colleges noch einen geheimnisvollen Kompass übergeben, den sie auf keinen Fall Mrs. Coulter zeigen darf. Doch wozu er gut ist, erfährt sie erst später. Es ist alles Schicksal...

 

Was ihre Welt von unserer unterscheidet, sind Dæmonen, die jeden Menschen begleiten. Sie sind quasi die Seele der Menschen und begleiten sie überall hin. Stirbt einer von ihnen, dann kann auch der andere nicht weiter leben. Außerdem sind sie durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden, so dass sie sich immer recht nah beieinander aufhalten müssen. Lyras Dæmon heißt Pan.

 

Auf der Wii übernimmt der Spieler schon direkt zu Beginn der Geschichte die Kontrolle über Lyra und Pan (nachdem ein völlig sinnfreier Prolog gespielt wurde) und wird langsam an die Steuerung herangeführt. Im Laufe der Zeit kommen weitere Möglichkeiten dazu, so dass man über die gesamte Spieldauer immer neue Sachen dazu lernt. Wirklich abwechslungsreich ist es aber leider nicht und gut gelungen auch nicht wirklich. Doch dazu später mehr.

 

 

Eine Reise ans Ende der Welt!

 

Zu Beginn befindet sich Lyra ja noch in Oxford. Dort klettert man mit ihr über die Dächer des Colleges und stellt allerlei Dummheiten an, wie es Kinder nun mal machen. Man steuert sie per Joystick und setzt A und B für kontextsensitive Aktionen und Sprünge ein. Ebenso ist Pan in seinen unterschiedlichen Tiergestalten eine große Hilfe. Als Vogel hilft er Lyra, weite Strecken zu überfliegen und als Katze ist er in der Lage an bestimmten Wänden hoch zu klettern. So ackern sich die beiden durch die diversen Aufgaben und stoßen schon bald auf Menschen, die sie täuschen müssen.

 

Dazu haben sich die Entwickler Minispiele einfallen lassen. Je nach Intelligenz desjenigen, der getäuscht werden muss, muss man zwischen einem und fünf dieser simplen Spielchen lösen, damit Lyra die richtigen Antworten gibt, damit man das erfährt, was man erfahren will. In den Minispielen muss man per Tastendruck Bälle einsammeln, Bällen ausweichen oder bestimmte Formen finden. Auf den Einsatz der Bewegungssensoren wurde dabei komplett verzichtet.

 

Nach kurzer Zeit verlassen die beiden das College und fangen an, den Kompass benutzen zu müssen. Dieses Gerät ist in der Lage, sämtliche Fragen zu beantworten, die man ihm stellt. Doch leider ist das nicht so leicht. Er verfügt über insgesamt 36 Symbole, von denen jedes drei Bedeutungen hat. Mit drei beweglichen Nadeln stellt man ihm eine Frage, indem man die passenden Symbole auswählt. Nun muss man sich konzentrieren und das Schwingen der vierten Nadel beobachten, um die Antwort zu finden. Im Spiel ist das natürlich etwas leichter. Die Symbolbedeutungen findet man hier und da während des Abenteuers. Das Spiel stellt die drei Fragen-Nadeln dann automatisch ein und zum konzentrieren muss man einen leuchtenden Kreis dann möglich nah an der Mitte des Kompasses halten und wenn die Nadel stoppt, in die angezeigte Richtung auf das Steuerkreuz der Wiimote drücken. Schon hat man eine Antwort auf die Frage.

 

So erfährt Lyra, was Mrs. Coulter und ihr Dæmon wirklich vorhaben und dies ist so schockierend, dass sie sofort ausbricht und damit ihr Abenteuer dann erst recht beginnt. Da ich aber nicht zu viel verraten will, gehe ich nur noch kurz auf ein weiteres Element ein, das aber erst später zum Einsatz kommt. Lyra lernt im Norden den Panzerbären Iorek kennen, über den der Spieler dann auch ab und zu die Kontrolle übernimmt. Mit ihm geht es meistens darum, Gegner aus dem Weg zu räumen und weite Entfernungen zurückzulegen.

 

Insgesamt ist das Spiel also recht abwechslungsreich, allerdings hat man gleichzeitig kaum Freiheiten. Es gibt diverse Kapitel in denen man immer irgendwo abgesetzt wird und dann sehr linear von dort ans Ziel kommen muss. Wirklich entdecken kann man also nichts, sondern muss lediglich den Weg ans Ziel finden und dabei die genannten Elemente einsetzen.

 

 

Technik und Umfang

 

Grafisch ist der Titel für eine Filmumsetzung erstaunlich gut gelungen. Die Charaktermodelle treffen die Originale recht gut, die Umgebungen sind authentisch und die Bewegungen flüssig. Auch die Weitsicht und die recht guten Schatten machen Laune beim Zusehen. Ich bin auf jeden Fall positiv von der Qualität überrascht, würde mich aber noch über etwas mehr Mimik freuen. Obwohl das Spiel nur knapp 10 Stunden lang ist (was für eine Filmumsetzung wiederum recht ordentlich ist), gibt es viele verschiedene Orte, die grundverschieden aussehen und sehr gut gestaltet sind. Vor allem die Eishöhlen am Nordpol und das Schiff der Gypter haben mich überzeugt.

 

Die Musik ist direkt aus dem Film und dementsprechend qualitativ sehr hochwertig. Es mangelt lediglich ein wenig an Abwechslung, aber das ist noch zu verschmerzen. Gar nicht geht leider die Sprachausgabe, die nur teilweise von den Originalstimmen aus dem deutschen Film stammen. Das ist nicht nachvollziehbar und zerstört das Erlebnis für mich ein wenig, da ich mich sehr an die Stimmen gewöhnt habe und es im Spiel dann irgendwie seltsam klingt. Genauso seltsam ist es, dass Wort und Untertitel nur selten übereinstimmen. Zwar wird sinngemäß dasselbe gesagt wie geschrieben, aber im Wortlaut unterscheiden sich die Aussagen teilweise deutlich. Sehr merkwürdig!

 

Die Steuerung ist grenzwertig. Teilweise murkst man ganz schön rum, bevor es dann endlich mal klappt, mit Lyra von A nach B zu springen, weil man erstens wegen der starren Kamera nicht erkennt, wo man genau hin muss und zweitens wegen der sehr gewöhnungsbedürftigen Steuerung oft mehrere Versuche braucht, bevor man versteht, was das Spiel eigentlich von einem will. Mit Iorek wird es dann ganz grausam. Zwar ist ein Eisbär ja schon träge, aber man hätte in der Spielmechanik durchaus berücksichtigen müssen, dass er nur schwer gegen drei schnelle Hexen und drei Bogenschützen gleichzeitig ankommen kann. Man muss in solchen Situationen, die leider häufiger auftreten, einfach mal Glück haben, damit es klappt. Teilweise ist das wirklich frustrierend.

 

Der Umfang ist, wie bereits gesagt, ganz in Ordnung, aber es gibt leider keine Mehrspieler-Möglichkeiten, also ist dann nach 10 Stunden auch wirklich endgültig die Luft raus, was etwas schade ist, da viele Szenen des Films im Spiel gar nicht erst vorkommen. Ein wenig seltsam ist auch, dass das Spiel die Geschichte ein wenig weiter erzählt als der Film. Die DS-Version ging damals nicht so weit, aber auch die Wii-Version erzählt das erste Buch leider noch nicht ganz zu Ende. Allerdings gibt sie einen Tipp, der den völlig verhunzten Cliffhanger des Films etwas leichter verständlich macht.


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Fazit

Der Goldene Kompass ist auf der Wii auf jeden Fall abwechslungsreicher als auf dem DS. Außerdem ist die Technik erstaunlich gut. Wenn jetzt noch die Steuerung ok und die Sprachausgabe vernünftig wären, dann hätte es ein echt gutes Spiel werden können. So ist es leider nur Mittelmaß, das für Fans der Bücher aber dennoch zu empfehlen ist. Es macht einfach mächtig Spaß, mit Iorek Hexen zu vermöbeln, wenn es denn mal gelingt. ;) Ich hoffe, dass der Nachfolger im Kino bald endlich bestätigt wird, damit dann auch ein weiteres Spiel kommen kann, dass hoffentlich die Fehler nicht mehr hat.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

70%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

27.11.2007

Developer

Shiny Entertainment

Publisher

Sega

USK Freigabe

12+


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