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Reviews: Nintendo Wii

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Wii Fit

Sport

09.05.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Ohne Schweiß keinen Preis!

 

Wer zu viel isst und sich gleichzeitig zu wenig bewegt, der hat meistens ein Problem: Übergewicht. Wer wegen stressiger Büroarbeit zwar nicht zu viel um die Hüften, dafür aber zu wenig an der Pumpe hat, der dürfte früher oder später auch ein Problem bekommen. Generell ist also schnell klar: Wer fit sein will, der muss was dafür tun. Weniger essen reicht in den meisten Fällen nicht, um gegen die lästigen Pfunde anzukommen und daher muss auch mehr Bewegung her. Dafür gibt es zwar viele Möglichkeiten, aber die sind entweder mit viel Geld oder mit viel Zeit verbunden, nicht selten sogar mit beidem. Entweder man meldet sich in einem Fitnessstudio an und zahlt viel Geld pro Monat oder man macht eben alleine was, wie zum Beispiel Jogging oder geht Schwimmen. Doch all das kostet Überwindung und meistens ist der innere Schweinehund einfach zu stark. Deshalb gibt es nun Wii Fit, das diese Probleme recht komfortabel lösen kann.

 

Zwar ist es mit 90 Euro auch nicht gerade ein Schnäppchen, vor allem dann nicht, wenn man noch 250 Euro zusätzlich für die Konsole ausgeben muss, damit man es nutzen kann, aber in der Regel dauert es kein halbes Jahr, bis man diesen Betrag auch in einem Studio gelassen hätte. Aber lohnt sich die Investition überhaupt? Den Schweinehund beseitigen kann die Software nämlich sicherlich nicht, aber sie kann zumindest dafür sorgen, dass man weniger Ausreden hat, da das ultimative Trainingsgerät ja nun nur wenige Meter von der Couch aufbewahrt wird. Also: Ran an den Speck!

 

Wii Fit will das Training mit Spaß verbinden, weshalb es nicht nur Übungen gibt, die den Körper straffen oder die Muskeln aufbauen sollen, sondern auch ein paar Minispiele, die per Balance Board gesteuert werden. Aber mal langsam. Was ist das Balance Board eigentlich? Im Prinzip nichts anderes als eine besonders genau Waage, die neben dem Gewicht auch noch den Schwerpunkt messen kann. Damit ist es möglich, Übungen durch Gewichtsverlagerungen im Spiel zu beobachten. Man trainiert also nicht wild vor sich hin, wie bei einem Trainingsvideo, sondern bekommt tatsächlich Feedback zum eigenen Training und wird so davor bewahrt, durch Haltungsfehler oder Ähnliches Schaden anzurichten, weil die Haltung nicht stimmt.

 

Vor Beginn des ersten Trainings stellt man sich also auf das Board und macht einen Körpertest. Das Balance Board wiegt die Person und misst den Schwerpunkt, um dann sagen zu können, ob man gerade und ruhig steht und ob man Übergewicht hat oder gar Untergewicht. Letzteres wird über den BMI (Body Mass Index – Körpermassen-Index), der die Körpergröße in Relation zum Gewicht setzt, ermittelt. Ein BMI zwischen 20 und 25 ist ideal und sollte daher als Ziel angestrebt werden. Über weitere Tests wird dann das Wii Fit Alter des Trainierenden ermittelt, was im laufe der Zeit auch Feedback über den Trainingserfolg geben soll. Verbessert man die Haltung, dann wird man auch in Wii Fit immer jünger und weiß so, dass sich das Training lohnt. Nach der ersten Einstufung kann es dann endlich losgehen mit den Übungen!

 

 

Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit!

 

Die über 40 Übungen, die es in Wii Fit gibt, sind in vier Kategorien eingeteilt. Zum Aufwärmen gibt es die Aerobic, worin man zum Beispiel durch laufen, steppen oder Hula Hoop Reifen auf die richtige Temperatur kommen kann, bevor das Muskeltraining beginnt. Außerdem ist dieser Bereich wunderbar dazu geeignet, die Ausdauer zu trainieren. Zum Ausklingen gibt es Balancespiele, in denen man durch Gewichtsverlagerungen bestimmte Aufgaben erfüllen muss. Hier hinter verbirgt sich zum Beispiel eine Art Kororinpa Klon, in dem man den Mini Parcours mit dem eigenen Körpergewicht steuert, um Kugeln in ein Loch zu befördern. Ebenso gibt es hier den Skisprung, Ski-Slalom und Snowboard-Slalom. Diese Aufgaben haben es echt in sich, was man spätestens dann feststellt, wenn man beim Skifahren geschickt an allen Fahnen auf der falschen Seite vorbei fährt. ;-)

 

Zum Krafttraining und zur Straffung und zum Aufbau der Muskeln gibt es die letzten beiden Kategorien. Beim Yoga lernt man zunächst das richtige Atmen und dann Körperbeherrschung durch verschiedene Haltungsübungen. So muss man zum Beispiel bei „Baum“ ein Bein anwinkeln und an die Innenseite des anderen Oberschenkels legen. Danach streckt man beide Arme nach oben und dehnt so den ganzen Körper. In dieser Lage muss man dann einige Sekunden verharren und dabei ruhig weiter atmen. Doch als wäre das nicht schon genug, misst das Balance Board dabei auch noch den Körperschwerpunkt, den man in einem gewissen Bereich halten muss. Je besser das gelingt und je weniger man schwankt, desto höher ist die Bewertung. Nach dieser Art funktionieren alle Yoga Übungen, aber es gibt genug Abwechslung. Bestimmte Übungen trainieren dabei unterschiedliche Bereiche des Körpers.

 

Bei den Muskelübungen wird es dann richtig anstrengend. Hier geht es zwar „einfach“ nur darum, die Muskeln zu belasten, um sie damit zu stärken. Ein Beispiel: Bei Liegestütze und Seitstand legt man die Hände auf das Balance Board und macht immer zunächst eine Liegstütze. Danach geht es dann auf eine Hand und der Körper wird in die eine Richtung gedreht und diese Position gehalten. Danach kommt eine weitere Liegestütze und dann der Seitstand in die andere Richtung. Zu Beginn darf man hier 10 Wiederholungen trainieren, was Anfängern schon ganz schön in die Arme und den Bauch gehen wird. Wird man besser, dann sind später auch mehr Wiederholungen drin. Diese Übung ist beinhart und spätestens am Tag nach dem ersten Versuch wird man feststellen, dass das Training wirklich etwas bringt. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Trainings, die den Bauch, die Beine, die Schulter usw. trainieren. Auch bei allen anderen Übungen schaltet man später die Möglichkeit zu mehr Wiederholungen frei. Im Laufe des Trainings kommen dann auch noch Duell-Möglichkeiten hinzu, in denen man sich mit dem eigenen Trainer beim Klappmesser oder in Liegestützen messen kann. Wer mehr schafft, der gewinnt die Runde und so steigt auch hier langsam der Schwierigkeitsgrad.

 

Der Trainer ist es auch, der einen während des Trainings begleitet, die Übungen vorher vorstellt und dann Feedback gibt, ob man alles richtig macht und was man besser machen könnte. Es gibt ihn in einer männlichen und weiblichen Ausführung, wobei ersterer durchaus auch zu der zweiten Kategorie zugeordnet werden könnte… ;-) Die Trainer sind zwar in 3D animiert, haben aber außer der menschlichen Form und ihrer Bewegungen nur wenige Gemeinsamkeiten mit einer echten Person. Ihre Haut ist nämlich komplett weiß, was wohl dafür sorgen soll, dass sie nicht zuviel Persönlichkeit haben. Wenn man schon die Form nachbaut und vermutlich auch die ganzen Bewegungen per Motion Capturing ins Spiel übernimmt, dann hätte man durchaus auch eine echte Person draus machen können. Im Studio hat man ja schließlich auch einen Trainer mit Namen und Persönlichkeit.

 

Nach jedem Training wird dem Spieler angezeigt, wie viele Minuten er trainiert hat und diese Zeit landet in einem Sparschwein. Je mehr man trainiert, desto mehr Übungen werden freigeschaltet, so dass man zu Beginn allein dadurch genug Anreize gesetzt bekommt, um mit dem Training nicht sofort wieder aufzuhören. Ist man dann einmal gefesselt und sieht erste Ergebnisse, dann fällt das Aufhören hoffentlich nicht so leicht.

 

 

Erfolge leicht gemacht?

 

Wie schon gesagt, hilft Wii Fit vor allen Dingen dabei, den inneren Schweinehund leichter zu überwinden, da man auch mal eben 15 Minuten im Wohnzimmer trainieren kann, was klar besser ist, als es gar nicht zu tun. Dennoch ist auch das Abnehmen und fit werden mit der Software bei weitem kein Kinderspiel. Aber das ist ja auch nur logisch. Wer die Pfunde purzeln lassen will, der muss eben auch etwas dafür tun und dementsprechend anstrengen sind die Übungen.

 

Wenn man sich konsequent mit der Software auseinander setzt und regelmäßig trainiert, dann wird man schnell erste Erfolge feststellen. Übungen, die zu Beginn nur mit Mühe bewältigt werden können, werden immer leichter und auch im BMI werden sich schnell Erfolge zeigen, wenn man es richtig macht. Man darf natürlich nebenbei nicht die Ernährung vernachlässigen und auch genügend Schlaf ist sehr wichtig. Berücksichtigt man jedoch die Tipps, die man von der Software bekommt und trainiert regelmäßig, dann wird man schnell begeistert sein.

 

Ich mache zum Beispiel regelmäßig drei bis vier Mal die Woche ein volles Trainingsprogramm, was etwa 45 Minuten echter Trainingszeit bedeutet. Nach 10-15 Minuten aufwärmen mache ich 15 Minuten Krafttraining in etwa 10 Übungen, die ich jedoch regelmäßig variiere, damit es nicht langweilig und einseitig wird. Danach ein paar Yoga Übungen zum Entspannen und zum Abschluss noch ein paar Minispiele, um zu sehen, ob sich meine Balance tatsächlich verbessert. Bis jetzt habe ich damit nicht nur mein Gewicht 3 kg näher an mein Ziel gebracht, sondern ich merke auch schon, dass ich beim täglichen Gang zum Bahnhof immer weniger Puste brauche und mich generell einfach besser fühle. Ich werde daher das Training auf jeden Fall weiter machen und damit endlich meinen seit Jahren gehegten Vorsatz zu mehr Sport in die Tat umsetzen. Genug Abwechslung bietet Wii Fit dazu auf jeden Fall.

 

 

Meckerecke!

 

Bis jetzt hört sich das Ganze ja sehr positiv an, aber ein paar Schwachstellen gibt es leider auch. So ist zum Beispiel das Wii Fit Alter eher ein künstlich geschaffener Wert, der nicht wirklich aussagekräftig ist, wie man an meinem Verlauf sehr gut erkennen kann. Auch wenn man immer wieder dieselben Übungen macht, so unterscheidet sich bei mir das Ergebnis täglich sehr deutlich. War ich am ersten tag noch 25, kam ich am zweiten auf einmal auf 47. Danach ging es munter mit Werten zwischen diesen beiden für mich weiter. Die Sprünge sind dabei täglich so groß, dass man kaum von Entwicklung sprechen kann. Es ist einfach nicht nachvollziehbar, warum da jeden Tag so unterschiedliche Ergebnisse herauskommen. Viel besser ist dazu der BMI geeignet, der die Trainingserfolge in harten Zahlen aufzeigt. Warum dazu noch der künstliche Wert geschaffen werden musste, ist für mich nur schwer nachvollziehbar.

 

Daneben merkt man an manchen Stellen, dass das Balance Board ein wenig träge reagiert. Denkt man zu Anfang noch, dass es daran liegt, dass man einfach seine Haltung nicht im Griff hat, wird man sich irgendwann fragen, ob es nicht doch am Board selber liegt. Am besten merkt man das bei den Minispielen, wie Ski- oder Snowboard-Slalom, die man zwar mit einem Trick leicht beherrschen kann, aber wenn man es „richtig“ machen will, dann oft auf komische Ergebnisse stößt. Vielleicht liegt das aber bei mir auch noch daran, dass ich mehr Übung brauche und es dann irgendwann klappen wird. Da jedoch viele dieses Problem haben, ist die Schuld der Software daran zumindest nicht ganz von der Hand zu weisen.

 

Zuletzt ist es wieder mal typisch Nintendo nicht wirklich alles richtig zu machen. Oder warum ist es unbedingt nötig, dass das Balance Board mit Batterien betrieben wird? Es steht immer in der Nähe des Fernsehers, groß bewegen muss man es nicht und stören würde ein Kabel, das nach vorne läuft auch nicht. Warum muss man hier also wieder auf handelsübliche Batterien zurückgreifen? Zumindest ein Akku mit Ladegerät wäre angebracht gewesen, aber diese Art ist einfach von vorgestern.

 

 

Grafik und Sound!

 

Nicht wirklich wichtig, aber erwähnen möchte ich die technischen Aspekte dennoch. Die Grafik ist hier eher Mittel zum Zweck und genauso wird sie auch eingesetzt. Die Trainer sehen zwar durch die komische Haut nicht wirklich aus wie Menschen, aber dafür sind ihre Bewegungen sehr authentisch. Ebenso können die Trainingsumgebungen vor allem in den Minispielen durchaus überzeugen. Die Stadt, in der das Lauftraining durchgeführt wird, ist voller Mii Charaktere und wirkt fast wie eine echte Mii Stadt, in der einige trainieren und andere nur gerne zusehen.

 

Durch die gute deutsche Sprachausgabe, wird das Erlebnis auf jeden Fall verbessert, denn man muss die Tipps nicht ablesen. Vorteilhaft ist das auch deshalb, dass es je nach Lage des Fernsehers und dem Platz davor dazu kommen kann, dann man bei bestimmten Übungen nicht sehen kann, was man machen muss, bzw. ob man Fehler macht. Dazu ist das gesprochene Feedback optimal, denn so reicht es, einfach nur zuzuhören. Die Stimmen der beiden Trainer sind locker und verständlich gesprochen, manche Sprüche wiederholen sich jedoch ein wenig zu oft für meinen Geschmack.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Wii Fit ist eine feine Sache. Betrachtet man den Preis relativ zur Gebühr in einem Fitnessstudio oder zur Anschaffung eines anderen Trainingsgerätes, dann sind die 90 Euro kaum als zu teuer zu bezeichnen. Die über 40 Übungen sind sehr abwechslungsreich und wer regelmäßig trainiert und sich an die Tipps des Spiels hält, der wird schnell erste Erfolge feststellen und so schnell mit dem Training nicht mehr aufhören. Dazu macht es einfach großen Spaß. Außerdem kann man das Balance Board auch in Zukunft neben dem Training noch verwenden, denn es sind bereits 10 weitere Titel in Aussicht gestellt, die das Board einsetzen. Wer unzufrieden mit der eigenen Figur ist oder einfach nur seine Fitness auf Vordermann bringen will, der sollte nicht zweimal überlegen und schnell zugreifen.

Anmerkung: Auf eine Wertung wird bei Wii Fit verzichtet.

Release

25.04.2008

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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