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Reviews: Nintendo Wii

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Alarm! Brennpunkt City

Action

13.05.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Die Stadt der vielen Krisen!

 

In Crisis City ist das Chaos ausgebrochen. Doch zum Glück gibt es ja fleißige Videospieler, die gegen dieses Chaos ankämpfen wollen. Dazu schlüpfen sie in die Rollen der drei Rettungsdienste und helfen den Bürgern und der Stadt dabei, wieder Ruhe einkehren zu lassen. So muss man zum Beispiel als Polizist in Verfolgungsjagden Verbrecher stellen, defekte Ampeln reparieren, Bomben entschärfen und Gefangene transportieren. Als Feuerwehrmann gilt es, Brände zu löschen, offene Hydranten wieder zuzuschrauben und Ausrüstung an Brandorte zu fahren. Zuletzt muss man als Sanitäter Menschen wiederbeleben, Kranke transportieren und auf Notfälle reagieren. Erfüllt man die Aufgaben im jeweiligen Gebiet gut, dann wird man befördert und darf in einen anderen Bereich der Stadt.

 

Dabei sitzt einem stets die Uhr im Nacken, die gnadenlos tickt. Durch das Lösen von Aufgaben bekommt man zwar zusätzliche Zeit gutschrieben, aber wirklich genießen kann man die Fahrten durch die Stadt zu Beginn nicht. Hohes Tempo und Hektik machen das gesamte Spielprinzip aus. Man fährt also mit einem Auto des gerade gewählten Dienstes durch die Stadt und bekommt per Funk und Navigationshilfe auf dem Bildschirm Aufträge, die man erfüllen muss. Dabei werden viele Arten von Aufgaben unterschieden, von denen einige zusätzliche Zeit geben und andere nur dazu da sind, das Chaos in der Stadt zu reduzieren.

 

Neben der Zeitanzeige gibt es noch einen Chaos-Balken, der zu Beginn komplett rot ist. Durch das Lösen der Aufgaben und durch Einsammeln von bestimmten Symbolen, die in der Stadt verteilt sind, reduziert sich das Chaos und der Balken wird langsam grün. Erreicht man ein bestimmtes Niveau, dann darf man zur Beförderung zurück in die Einsatzzentrale fahren. Nun bekommt man mit dem gerade gewählten Rettungsdienst einen neuen Bereich der Stadt. Hat man alle vier Bezirke mit allen drei Diensten erfolgreich gemeistert, dann wird die ganze Stadt geöffnet und man kann ohne Zeitlimit und Begrenzungen das Chaos bekämpfen.

 

Die Aufgaben selbst sind, wie gesagt, sehr vielfältig. Entweder muss man mit dem Auto bestimmte Ziele – manchmal mit zusätzlichem Zeitlimit – anfahren oder in Minispielen kleinere Aufgaben erfüllen. Als Polizist entschärft man zum Beispiel per Infrarot Bomben, als Feuerwehrmann wird mit Pumpbewegungen ein Handpumpe zum Feuerlöschen betreiben und als Sanitäter leitet man beispielsweise eine verschluckte Fliege aus der Lunge eines Patienten. Die Minispiele sind clever gemacht, passen gut ins Geschehen und lassen sich durch die vielen verschiedenen traditionellen und bewegungsempfindlichen Steuerungsarten fast alle gut kontrollieren. Lediglich wenige wollen nicht so recht funktionieren, weshalb manchmal etwas Frust aufkommen kann. Größter Kritikpunkt ist aber die mangelnde Abwechslung an Aufgaben. Alles wiederholt sich einfach viel zu oft, was den Spielspaß deutlich trübt, oder wer will schon in einem Einsatzgebiet fünf Ampeln nacheinander reparieren.

 

Insgesamt ist das Chaos in der Stadt aber sehr gut gelungen und man braucht eine ganze Weile, bis man damit klar kommt und nicht mit dem eigenen Fahrzeug dauernd in Unfälle verwickelt wird. Man neigt bei Zeitdruck eben dazu, wie ein Berserker zu fahren, aber das ist in diesem Spiel nicht immer die geschickteste Variante, vor allem dann nicht, wenn man zerbrechliche Fracht an Bord hat.

 

 

Kontrolliere das Chaos!

 

Die Steuerung ist insgesamt sehr gut gelungen. Man steuert sein Auto per Joystick, beschleunigt mit B und bremst mit A. Ein Druck auf die C-Taste löst die Sirene aus, die vorfahrende und entgegenkommende Autos zum Ausweichen bewegt. Allerdings kann man sie nicht endlos einsetzen, sondern nur einige Sekunde, bevor sie erst wieder aufgeladen werden muss. Dazu kann man entweder eine Weile warten oder spezielle Gegenstände auf der Straße einsammeln.

 

Die drei verschiedenen Fahrzeuge steuern sich recht unterschiedlich, so dass man schon merkt, ob man mit einem flotten Polizeifahrzeug oder mit einem fetten Löschfahrzeug unterwegs ist. Lediglich punktgenaues Bremsen, was beim Halten an den Aufgabenpunkten wichtig ist, bedarf einiger Übung, so dass man zu Beginn etwas Zeit verliert, die Haltepunkte wirklich zu erwischen.

 

Diese Haltepunkte symbolisieren die Aufgaben. Man wird per Pfeil auf dem Bildschirm immer zur nächsten Aufgabe geleitet und an der Farbe erkennt man dann schon, welche Art von Aufgabe auf einen wartet. Allerdings ist die Farbe zu Beginn ziemlich irrelevant, da man eh die meisten Aufgaben lösen muss, um befördert zu werden. Später und in höheren Schwierigkeitsgraden kann die clevere Wahl aber schon entscheidend sein, vor allen Dingen für den Punktestand am Ende einer Mission.

 

Etwas nervig ist, dass man einen Bezirk komplett meistern muss und zwischendurch nicht speichern kann. Hat man also fast alle Aufgaben gelöst, findet aber die verflixte letzte nicht und die Zeit läuft ab, dann muss man ganz von vorne anfangen. Es gibt zwar insgesamt „nur“ 4 Bezirke, aber damit ist man etwa 6 Stunden beschäftigt, wenn alles glatt läuft. Danach kann man die Stadt noch ohne Zeitlimit komplett von Chaos befreien und zusätzlich die Minispiele einzeln spielen und auf Punktejagd gehen. Alles in allem bietet das Spiel also einiges an Umfang für Einzelspieler.

 

Auch gemeinsam kann man in Crisis City für Ordnung sorgen, allerdings nicht in dem eben ausführlich vorgestellten Modus. Im Party Modus dürfen sich zwei Spieler in den Minispielen gegeneinander messen. Viel mehr bietet das Spiel in dieser Hinsicht leider nicht, so dass man das Ganze nur als kleinen Bonus betrachten kann, der aber nicht wirklich für langen Spielspaß sorgt und viele Leute an die Konsole fesseln wird. Zu zweit ist es fast schon lustiger, den Controller nach jeder Aufgabe im normalen Modus einfach weiter zu geben und so das Chaos gemeinsam in den Griff zu kriegen.

 

 

Die andere Seite der Medaille!

 

Im Prinzip ist Alarm! Brennpunkt City ein bisschen wie GTA, denn man fährt durch eine offene Stadt und erfüllt die Aufgaben, auf die man gerade Lust hat. Allerdings ist das Spiel bei weitem nicht so tiefgründig und außerdem steht man ja hier eh auf der falschen Seite. ;-) Grafisch kann der Titel auch nicht wirklich überzeugen, denn alles wirkt irgendwie altbacken. Zwar ist das Chaos in der Stadt extrem und nicht zu übersehen, aber irgendwie ist es alles dennoch zu leblos.

 

Es fahren zwar jede Menge Autos auf den Straßen herum und Fußgänger gehen auf den Bürgersteigen, aber das war es dann auch schon mit dem Leben in der Stadt. Fährt man auf ein Auto zu, dann reagiert es immer gleich: Es bleibt stehen und feuert die Lichthupe ab. Wenn andere Autos tatsächlich ausweichen würden und man durch seinen eigenen Fahrstil das Chaos tatsächlich auch noch vergrößern könnte, in dem man Unfälle verursacht, dann hätten die Entwickler es richtig gemacht. So ist es nur der halbe Weg zum Ziel.

 

Die deutsche Sprachausgabe ist qualitativ in Ordnung, aber wie so oft mangelt es an Abwechslung. Auf Dauer nerven die Sprüche aus der Zentrale leider einfach zu sehr, da man alles schnell mehrfach gehört hat. Aber wenigstens ist es in Deutsch und sehr gut zu verstehen, also auch hier zumindest die halbe Miete. Die Musik ist sehr gut gelungen und die ausnahmslos schnellen Titel verleiten eindeutig zu einem Fahrstil, der nicht unbedingt im echten Leben nachgemacht werden wollte. Spaß macht das Geheize damit aber richtig viel.

 

 

Vielen Dank an Codemasters für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Alarm! Brennpunkt City ist ein in allen Belangen durchschnittliches Spiel. Die Technik ist ok, das Gameplay ist ok und der Umfang ist ok. Es fehlt eindeutig an Abwechslung bei den Aufgaben und mehr Reaktionen der anderen Verkehrsteilnehmer auf den Spieler wären wünschenswert gewesen. Dafür bekommt man ein schön hektisches Spiel und eine recht große Stadt, in der man später wie wild heizen darf. Ein bisschen mehr Liebe zum Detail und es hätte eine Empfehlung bekommen. So ist es nur für jüngere Spieler oder für Rettungsdienst verrückte wirklich geeignet.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

65%

Singleplayer

30%

Multiplayer

Release

16.04.2008

Developer

Codemasters

Publisher

Codemasters

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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