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Reviews: Nintendo Wii

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Monster 4x4 - World Circuit

Rennspiel

24.12.2006

Autor: Mario Kablau

 

Monster > Auto

 

Schon im Intro-Video wird klar, dass es sich hier nicht um ein Rennspiel im eigentlichen Sinne handelt, denn es geht nicht nur darum, der schnellste zu sein, sondern dabei auch noch möglichst elegant auszusehen und fette Stunts einzubauen. Außerdem steuert man seine Fahrzeuge nicht über den Joystick, sondern indem man die Wiimote quer hält und wie ein Lenkrad dreht. Um dieser Steuerung ein noch realistischeres Gefühl zu geben, hat Ubisoft dem Spiel einen Lenkrad-Einsatz für die Wii-Fernbedienung beigelegt. In diesen kann man die Wiimote einsetzen und hat dann noch eher das Gefühl, wirklich am Steuer eines Autos zu sitzen.

 

Wie schon erwähnt, geht es nicht nur darum, als Erster das Ziel zu erreichen, sondern dabei auch möglichst viele Stunts zu machen. Auf den 10 verschiedenen Strecken gibt es dafür eine unterschiedliche Anzahl an Rampen auf denen dies möglich ist. Im Rennen-Modus hat man die Möglichkeit, jede der Strecken einmal auszuprobieren. Dabei kann man die Rundenanzahl sowie die Anzahl der Gegner einstellen. Zu Anfang empfiehlt es sich, die Gegner komplett auszuschalten, damit man sich in aller Ruhe an die Steuerung gewöhnen kann. Es gibt zwar auch ein Tutorial, aber das erklärt nur die Lenkbewegungen und gibt einen Hinweis, wie Stunts funktionieren könnten, lässt aber weitergehende Möglichkeiten, wie den Rückspiegel, die Hupe und die Handbremse völlig außen vor.

 

Fährt man ein Rennen, dann sammelt man Erfahrungspunkte für jeden erfolgreich abgeschlossenen Stunt. Um einen auszuführen, muss man die Wiimote auf der Rampe drehen, schütteln, kippen oder bewegen. Dabei gibt es insgesamt 8 verschiedenen Arten von Stunts, z.B. Looping oder Schraube, die unterschiedlich viele Punkte bringen. Außerdem hat die Genauigkeit der Bewegung und damit die Perfektion der Landung eine große Auswirkung auf die Punkte. Hat man das Rennen beendet, dann werden die gesammelten Erfahrungspunkte in Upgrade-Punkte umgewandelt. Mit diesen kann man die Monstertrucks tunen, in dem man zum Beispiel die Geschwindigkeit, Zerstörungskraft oder das Handling verbessert.

 

Neben der Möglichkeit, alle Strecken einzeln zu fahren, gibt es auch noch das sogenannte Welt-Rennen in dem man alle Strecken (vorwärts und rückwärts) nacheinander fährt und je nach Platzierung Punkte bekommt. Derjenige Fahrer mit den meisten Punkten nach 20 Rennen gewinnt die Saison. Leider kann man hier nicht zu zweit oder gar zu viert antreten, sondern nur alleine. Außerdem ist es für mich unverständlich, warum man nicht nach jedem Rennen einen Punktestand angezeigt bekommt. Dazu muss man extra in das Menü wechseln und sich dort schlau machen, wo man gerade steht. Toll ist wiederum, dass das Spiel automatisch den Fortschritt speichert, so dass man nicht alle 20 Strecken am Stück fahren muss, sondern zwischenzeitlich Pausen einlegen kann.

 

 

Busse, Trucks & Oldtimer

 

Wie eben erwähnt, kann man die Fahrzeuge im Spiel tunen. Dafür kann man die gesammelten Upgrade-Punkte in eine der sechs Kategorien Tempo, Handling, Schild, Zerstörung, Stunt und Nitro investieren, und damit das Fahrzeug seiner Wahl verbessern. Doch es darüber hinaus ist noch eines mehr möglich, denn man kann alle 14 Fahrzeuge, die es im Spiel gibt, auf verschiedene Arten personalisieren. So kann man zum Beispiel die primäre, die sekundäre und die Felgenfarbe anpassen, sowie diverse Aufkleber auf dem Monstertruck verteilen.

 

Anfangs stehen sechs Fahrzeuge zur Verfügung, doch je mehr Rennen man fährt und umso mehr Erfahrung man sammelt, desto mehr Fahrzeuge stehen zur Auswahl. Hat man alles erreicht, dann hat man die Wahl zwischen 14 Monstertrucks. Diese Unterscheiden sich jedoch nicht nur im Aussehen – dabei sind Busse, Trucks, Sportwagen, und viele mehr – sondern auch in ihren Eigenschaften. Außerdem schaltet man durch mehr Erfahrungspunkte auch zusätzliche Farben, neue Aufkleber, Minispiele und die Möglichkeit, Strecken auch Rückwarts zu fahren, frei.

 

Den Entwicklern ist es dabei sehr gut gelungen, die verschiedenen Monster sehr unterschiedlich zu gestalten, denn man merkt sehr deutlich, ob man mit einem Bus oder einem Sportwagen auf Monsterrädern unterwegs ist. Durch die Möglichkeit der Personalisierungen kann man die Fahrzeuge sehr individuell gestalten und durch die große Auswahl an Farben und Aufklebern sollte für jeden etwas dabei sein.

 

 

Bezwinge deine Gegner

 

Nachdem man sich einigermaßen fit mit der Steuerung fühlt, kann man dazu übergehen, auch Gegner mit ins Rennen zu lassen. Damit beginnt ein ganz neuer Level an Spielspaß, denn nun muss man tatsächlich der schnellste sein, denn nur so hat man eine Chance auf die besten Power-Ups auf den Strecken.

 

Fährt man ein normales Rennen, dann hat man – wie bereits erwähnt – die Möglichkeit, die Anzahl an Gegnern und zu fahrenden Runden zu beeinflussen. Je mehr Gegner, desto schwerer wird das Ganze, denn man kann von seinen Gegnern nicht nur vor der Strecke geschoben, sondern auch auf anderen Wegen angegriffen werden. Auf jeder Strecke gibt es eine oder mehrere Stellen, an denen Ölfässer herumliegen. Trifft man eines davon, dann schleudert man es an das Fahrzeug, das direkt vor einem unterwegs ist.

 

Allerdings kann man auf diesem Wege auch selber angegriffen werden. Leider sind diese Angriffe sehr seltsam, denn es ist fast unmöglich, den Fässern auszuweichen, wenn sie einmal unterwegs sind. So kommt es nicht selten vor, dass man zwei oder drei Kurven fährt und einem das Fass auf sehr seltsam anmutende Weise hinterher rollt. Wird man getroffen, dann fängt das eigene Fahrzeug Feuer und man kann ein paar Sekunden nur sehr langsam fahren.

 

Darüber hinaus sind auf den Strecken einige Beschleuniger verteilt, mit denen man deutlich schneller fährt. Außerdem kann man seine Nitro-Ladung an speziellen Stellen etwas aufladen, so dass man selber die Möglichkeit hat, an der gewünschten Stelle schneller zu fahren. Auf einigen Strecken gibt es Flammenwerfer, die das Auto ebenfalls in Brand setzen. Kurz vor solchen Stellen liegt immer ein Schutzschild herum, dass man einsammeln muss, um gefahrlos durch die Flammen fahren zu können. Allerdings gibt es sechs Autos und nur ein Schutzschild. Der Führende hat hier als meistens eine zusätzlichen Vorteil, da er am ehesten den Schild einsammeln kann.

 

Die 10 Strecken sind leider nur wenig abwechslungsreich und laufen immer nach demselben Schema ab. Mehr als fahren, Stunts machen und die Gegner mit Ölfässern bewerfen ist nicht möglich. Man kann zwar auch noch Erfahrungspunkte sammeln, in dem man herumliegende Dinge, wie Kisten oder Sandsäcke überfährt, aber das ist weder spektakulär noch abwechslungsreich. Einen kleinen Bonus bietet das Spiel, da man alle Strecken auch Rückwärts fahren kann, sobald man genug Punkte gesammelt hat.

 

 

Rennen gegen Freunde

 

Neben dem im Umfang arg begrenzten Einzelspieler-Modus bietet das Spiel zum Glück auch noch die Möglichkeit, mit bis zu drei weiteren Mitspielern gegeneinander anzutreten. Dies kann man entweder in einem normalen Rennen oder über die drei Minispiele tun, von denen jedoch anfangs nur zwei freigeschaltet sind.

 

Die Rennen laufen dabei genau so ab, wie wenn man alleine spielt, allerdings ist es mit Freunden viel lustiger. Vor allen Dingen, weil man sie nicht nur auf der Strecke ärgern kann, sondern auch durch Eingriffe auf den Spieler selbst. So findet das Geschehen nicht nur im Fernseher, sondern auch davor statt. Vor allem zu viert machen die Rennen recht viel Spaß, aber der hält mangels Masse und Abwechslung der Strecken leider nicht lange an.

 

Darüber hinaus gibt es drei Minispiele, die es möglich machen, auch Abseits der Rennstrecke gegeneinander anzutreten. Beim Monsterfußball hat man drei Minuten Zeit, um mit seinem Monstertruck möglichst viele Tore zu schießen. Spielt man zu viert, dann tritt man in Zweierteams gegeneinander an. Die Monsterschlacht befasst sich mit dem Angriff auf gegnerische Fahrzeuge. In einer Arena liegen jede Menge Ölfässer herum, die man auf seine Gegner schleudern muss, um Punkte zu machen. Der Fahrer, der nach drei Minuten die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel. Zuletzt gibt es noch das Spiel Autoball, bei dem man sich mit seinem Fahrzeug in einem fest definierten Gebiet bewegen kann und dafür sorgen muss, dass sich möglichst wenige Bälle im Gebiet befinden. Wer nach Ablauf der Zeit am wenigstens Bälle in seinem Gebiet hat, der gewinnt das Spiel.

 

Die Minispiele sind zwar eine willkommene Abwechslung, aber sie funktionieren leider nicht besonders gut. Bei der Monsterschlacht ist es hauptsächlich Glückssache, da man vorher nur selten weiß, welchen Gegner man treffen wird, wenn man ein Fass abschießt. Monsterfußball kann viel Spaß machen, aber nur, wenn man zu viert spielt und wenn die Spieler recht gut mit der Wiimote umgehen können und die Steuerung des Spiels beherrschen. Ansonsten kommt es nicht selten vor, dass man wie wild durch das Stadion fährt und den Ball nur durch Zufall trifft. Ganz übel wird es beim Autoball. Die Grundidee ist zwar sehr gut, allerdings gibt es hier einen dicken Bug: Wenn man in einem bestimmten Winkel auf die Begrenzung seiner Fläche zufährt, dann befindet man sich auf einmal im Feld des Gegners und hat keinen Einfluss mehr auf das Spiel, da man nicht mehr zurück in sein Feld kommt. Dann bleibt einem nichts anderes übrig, als abzuwarten, bis das Spiel vorbei ist oder auf Glück zu hoffen, dass man den benötigten Winkel noch einmal genau trifft und wieder zurückfahren kann. Das ist mir bei drei Ausreißern jedoch nicht einmal gelungen.

 

Grundsätzlich gilt jedoch: Das Spielen mit menschlichen Gegner macht sehr viel mehr Spaß, als alleine, denn man kann die fehlende Abwechslung auf dem Bildschirm durch Action auf dem Sofa aufpeppen. Mehr Modi, mehr Strecken, weitere Einstellungsmöglichkeiten und andere Erweiterungen hätten dem Spiel allerdings sehr gut getan.

 

 

Spielspaß > Technik?

 

Okay, bei dem Spiel geht es hauptsächlich um die völlig neue Steuerungsart, die den Spielspaß um ein vielfaches erhöhen soll. Allerdings hätte es nicht geschadet, wenn es technisch ein wenig mehr poliert worden wäre. Mein größter Kritikpunkt ist hierbei die Musik. Selbst wenn man sie in den Optionen auf die höchste Lautstärke einstellt, ist sie kaum zu hören, bzw. nur so deutlich, dass man den Eindruck hat, die Musik ist auf jeder Strecke identisch. Das trägt auch nicht unbedingt dazu bei, dass das Spiel abwechslungsreicher wirkt. Die Soundeffekte sind dagegen nicht ganz so schlimm, wobei ich vor allen Dingen die dumpfen und echt klingenden Explosionen der Ölfässer lobend erwähnen muss.

 

Auch die Grafik ist nicht das Gelbe vom Ei. Die Autos sehr zwar ganz nett aus und die Weitsicht ist auch okay, aber da hört es dann auch schon auf. Die Umgebung wirkt irgendwie monoton und auf jeder Strecke gleich und die zerstörbaren Gegenstände halten sich auch sehr in Grenzen. Das Spiel verfügt über ein im Ansatz sehr gutes Schattenspiel, denn sie bewegen sich realistisch mit der Sonne und entfernen sich vom Auto, wenn es durch die Luft springt. Allerdings sind die Schatten immer zu sehen und immer gleich intensiv, egal ob man in der Sonne, durch Schatten oder gar durch einen Tunnel fährt. Das wirkt teilweise sehr seltsam.

 

Die Fahrzeuge an sich gefallen mir sehr gut und auch die Tatsache, dass man sie gut personalisieren kann, ist eine sehr gute Idee, die auch gut umgesetzt ist. Es gibt eine ausreichend große Anzahl an Fahrzeugen, die sich nicht nur durch ihr Aussehen, sondern auch durch ihr Handling deutlich voneinander unterscheiden.

 

Die Steuerung funktioniert nach einer etwa 15-30 minütigen Eingewöhnungsphase sehr gut und lediglich zum Beherrschen der acht verschiedenen Stunts braucht man eine ganze Weile länger. Dabei fällt auch auf, dass die Stunts nicht immer so klappen, wie man es gerne möchte, weil sich die Bewegungen, die man für einen Stunt mit der Wiimote ausführen muss, einfach zu sehr ähneln. Das schadet dem Spaß aber kaum, da es ja im Prinzip egal ist, welchen Stunt man durchführt, denn cool sehen sie alle aus.

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Obwohl die Steuerung sehr gut funktioniert und auch das mitgelieferte Lenkrad für die Wiimote den Spielspaß erweitert, schafft es das Spiel nicht zu überzeugen. Man hat schon nach zwei Strecken das Gefühl, alles gesehen zu haben und bekommt auch mit mehreren menschlichen Mitspielern viel zu wenig geboten. Auf den Strecken ist einfach zu wenig los und sie unterscheiden sich zu geringfügig voneinander. Außerdem überzeugt das Spiel technisch überhaupt nicht und leidet vor allen Dingen an eintöniger Musik. Mehr Strecken, mehr Optionen, mehr Action auf den Strecken und mehr Abwechslung und das Spiel hätte die Erwartung übertreffen können. So bietet es außer der neuen Steuerung nichts, wofür sich ein Kauf lohnen würde. Vor allen Dingen, weil man das Lenkrad auch ohne Spiel kaufen kann, wenn man es für andere Spiele haben will.

Grafik

schwach

Sound

sch...

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

49%

Singleplayer

54%

Multiplayer

Release

08.12.2006

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

6+


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