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Reviews: Nintendo Wii

Award für Innovation

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Wii Sports

Sport

22.12.2006

Autor: Gunnar Schreiber

 

Die Kaufentscheidung für Wii Sports hat Nintendo allen Spielern abgenommen, da die Software jeder Konsole beiliegt. Deshalb soll dieser Test auch nicht als Kaufhilfe für das Spiel, sondern vielmehr als weiterer Grund zur Anschaffung eines Wii verstanden werden. Denn Wii Sports lehrt Hardcore- und Neuspielern gleichermaßen perfekt den Umgang mit den revolutionären Funktionen im Wiimote und Nunchuk und räumt gleichzeitig mit dem Vorurteil auf, dass
Gamer alles faule Bewegungsmuffel sind.

 

 

Die Sportarten und der Einsatz der Controller:

 

Wii Sports ist tatsächlich Sport! Durch recht authentische Bewegungen, die das Spiel voraussetzt, um die Sportarten erfolgreich und vor allem Spaß bringend zu bestreiten, wird jeder gezwungen im Stehen zu zocken. Also weg mit dem Wohnzimmertisch und Platz gemacht für schweißtreibende Action.

 

Das erste Spiel im Bunde ist Tennis. Die Optionsvielfalt ist dabei, wie bei allen anderen im Spiel integrierten Sportarten auch, sehr bescheiden. Wählt einfach euren Charakter aus und noch die Position, wo dieser auf dem Platz stehen soll und fertig. Es gibt nur einen Rasenplatz, auf dem immer gespielt wird. Außerdem finden alle Matches im Doppel statt, wobei der Spieler die Kontroller über beide Teammitglieder übernimmt. Die einzige Wahlmöglichkeit, die sich dem Spieler bietet, ist, ob das Match nach einem, zwei oder drei gewonnen Spielen beendet sein soll.

 

 

Auf dem Platz laufen alle Figuren von alleine. Der Spieler kann lediglich durch eine entsprechende Bewegung den Ball schlagen. Was auf den ersten Blick simpel erscheint, offenbart nach einiger Zeit doch erstaunlich viel Spieltiefe, da man tatsächlich Rück- und Vorhandschläge in verschiedensten Variationen ausführen kann. Um diese Techniken zu beherrschen, empfiehlt es sich vorher mal den Trainingsplatz zu besuchen. Besonders mit mehreren menschlichen Mitspielern macht Tennis sehr viel Spaß.

 

Das zweite Spiel in der Sammlung ist Baseball, was dezent langweilig ist. Ohne irgendwelche Einstellungsmöglichkeiten, startet das Match sofort, nachdem man „Baseball“ ausgewählt hat. Zuerst wird der Schläger in die Hand genommen und der Gegner, entweder menschlich oder vom Computer gesteuert, schleudert dem Spieler die Bälle entgegen. Mit dem richtigen Timing, was leichter gesagt ist als getan, katapultiert ihr den Ball im besten Fall aus dem Stadion und macht somit einen Home Run. Solange der Ball nicht von einem gegnerischen Fänger aufgenommen wurde, können nun die eigenen Teammitglieder eine Runde laufen und somit Punkte machen. Alle Bewegungen abseits des Schlagens und Werfens übernimmt aber das Spiel selbst, so dass nicht allzu viel zu tun bleibt. Haben alle Teammitglieder ihre Schläge absolviert, wird gewechselt und man darf werfen. Dabei stellt sich leider heraus, dass eine kurze Bewegung aus dem Handgelenk oft zu besseren Ergebnissen führt als eine authentische Wurfimitation. Wenigstens kann man durch das Drücken der A oder der B Taste ein wenig Effet in die Würfe bringen, was die Spieltiefe geringfügig erhöht.

 

 

Ebenfalls zur Auswahl steht Bowling, was meiner Meinung das beste Spiel der Sammlung ist. Ich war von vorneherein verblüfft, wie realistisch das Spiel die Wurfbewegungen umsetzt. Jeder, der schon mal gebowlt oder gekegelt hat, wird seine Fähigkeiten sofort ins Spiel umsetzen können. Vom Effet geben der Kugel bis hin zum „Bauern kegeln“ ist alles möglich. Gespielt werden übrigens 10 Runden. Pro Versuch hat man 2 Würfe, um alle Pins abzuräumen. Die Punkte werden addiert und am Ende gewinnt derjenige mit den meisten Punkten. Ein kleiner Tipp von uns: Einfach mal einen Abend den Film „The Big Lebowsky“ auf DVD gucken, ein paar Burger holen und dann eine „bekackte Runde“ bowlen und der Abend ist was ganz besonderes ;).

 

 

Natürlich darf auch Golf in Wii Sports nicht fehlen. Überraschenderweise ist dies auch die Sportart, die am komplexesten umgesetzt wurde. Zunächst einmal hat man 4 unterschiedlich schwere Kurse zur Auswahl. Während man bei „Neuling“ noch relativ leicht zum Ziel kommt, müssen zum Beispiel bei „Profi“ ganze Flüsse und Wälder überschlagen werden. Beim Abschlag kann der Spieler zwischen 3 verschiedenen Schlägern wählen, wobei man immer schon das Eisen in der Hand hat, was sich für die jeweilige Situation am besten eignet. Ebenfalls beachten sollte man die Windrichtung und Stärke, damit der Ball nicht einen überraschenden Bogen in den nächsten Sandbunker fliegt.

 

 

Auch dabei ist Boxen, die einzige Sportart bei der auch die Nunchuks zwingend benötigt werden. Auch hier gibt es keine Einstellungsmöglichkeiten. Nichtmals die Anzahl der Runden kann definiert werden. Im Ring seht ihr das Geschehen von hinter eurem Charakter, der zur besseren Übersicht transparent dargestellt wird. Mit entsprechenden Bewegungen lassen sich theoretisch Schläge wie Uppercuts etc. durchführen. Außerdem kann man blocken, indem man den Nunchuk und den Wiimote vor das eigene Gesicht hält und Schlägen ausweichen durch einen Druck nach links oder rechts mit dem Analogstick. In der Praxis funktioniert das leider nicht so gut, wie es sich vielleicht liest. Oftmals führt der Kämpfer nicht die geforderten Bewegungen aus und so verkommt Boxen etwas zu einem Glücksspiel. Trotzdem macht Boxen, vor allem aufgrund der tatsächlich physisch anstrengenden Runden, eine Menge Spaß.

 

 

Singleplayer oder Multiplayer?

 

Alle Sportarten sind sowohl im Single- als auch im Multiplayer-Modus spielbar. Spielt man alleine, werden die Gegner vom Computer gesteuert. Das funktioniert zwar einwandfrei, macht aber deutlich weniger Spaß als gegen Freunde anzutreten. Immerhin hat Nintendo für Solospieler einen netten Trainings- und einen Fitnessmodus implementiert. Im Trainingsmodus kann man seine Fähigkeiten sukzessive verbessern, was tatsächlich zu beachtlichen Ergebnissen führen kann. Wollt ihr also lernen den Ball beim Tennis perfekt zu platzieren, dann kann ein wenig hartes Training, bei dem man zum Beispiel Zielscheiben mit gekonnten Treffern zerstören muss, nicht schaden. Außerdem enthält das Training auch ein paar wirklich witzige Übungen. Wer wollte nicht schon mal beim Bowlen einen Strike bei über 90 aufgestellten Pins werfen?

 

Im Fitness-Modus bekommt der Spieler nacheinander Aufgaben gestellt wie z.B, eine bestimmte Anzahl Bälle übers Netz schlagen usw. Das Spiel notiert dabei den täglichen Trainingsaufwand und errechnet irgendwie das Fitness-Alter der jeweiligen Person aus den Variablen Schnelligkeit, Ausdauer und Kraft. Sicherlich kein Ersatz für das Fitness-Studio und auch keine volle Trainingshilfe, aber eine nette Ergänzung.

 

 

Je mehr Leute sich allerdings vor dem Wii versammeln, desto spaßiger wird die Angelegenheit. Ein Tennismatch zu viert ist einfach nur großartig. Beim Bowling kann man gerne sich auch mit anderen einen Controller teilen, so dass locker 8 Leute zusammen zocken können. Das tolle an Wii Sports ist aber, dass dabei selbst die Leute Spaß haben, die nur den anderen beim Zocken zuschauen können. Denn das Spiel motiviert ungemein zum vollen Körpereinsatz und die Trockenübungen sind mitunter schon sehr lustig anzusehen. Allerdings muss man auch erwähnen, dass man sehr viel Platz braucht, damit sich die Spieler nicht im Weg stehen und gar eine andere Person mit einer gezielten Ausholbewegung mit der Wiimote K.O. schlagen.

 

 

Mii and You

 

Wohl das beste Feature in Wii Sports, neben der sehr guten Umsetzung der Steuerung, sind die Miis. Für alle diejenigen unter euch, die sich darunter nichts vorstellen können, hier eine kurze Erklärung: Im Wii Hauptmenü findet man den Mii Kanal, was letztendlich nichts anderes als ein Programm zur Erstellung eines karikativen Abbilds von einem selbst ist. Dort kann man verschiedene Gesichtsmerkmale von Augen bis Münder etc. auswählen und seine Spielfigur kreieren, die gleichzeitig auch zur Personalisierung der Konsole usw. dient. Startet man nun Wii Sports, dann kann jeder Spieler sein Abbild als Figur wählen. Das erhöht den Spielspaß tatsächlich enorm, da es sehr motivierend ist zum Beispiel bei einem Boxkampf die fiese Visage seines Mitspielers zu vermöbeln ;).

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung:

 

Analog zum Umfang des Spiels fällt auch die audiovisuelle Umsetzung eher mager aus. Damit meine ich nicht die Miis, die zwar wenig polygoniert sind, deren Konzept ich aber für genial halte. Auch die Texturen können sich meistens sehen lassen. Das Problem sämtlicher Umgebungen vom Golfplatz bis zur Baseball-Arena sind aber deren Sterilität und Leblosigkeit. Warum gibt es keine Tiere, die Areale durchwandern? Warum sind die Zuschauer in den Stadien nicht animiert? Warum sehen alle Bäume gleich aus?

 

Da hätte man sehr leicht mehr rausholen können, ohne das Konzept der Einfachheit über Bord zu werfen. Auch in Sachen Musik und Soundgeräusche bietet Wii Sports allenfalls Standardware. Nicht sonderlich negativ, aber auch kaum Aspekte, die erwähnenswert wären.

 

 

Meckerecke

 

Obwohl es natürlich verständlich ist, dass Nintendo den Umfang des Spiels künstlich begrenzt hat, damit auch andere Entwickler die Chance haben vollwertige Softwares zu jeder Sportart zu entwickeln, wäre dennoch ein wenig mehr Komplexität schön gewesen. Auch auf der audiovisuellen Seite hätte man noch was tun können, was ich im vorherigen Abschnitt versucht habe zu verdeutlichen.

 

Besonders ärgerlich finde allerdings, dass Nintendo wieder einmal die Chance verpasst hat einen potenziellen Onlinetitel auch tatsächlich mit diesen Features auszustatten. Wie cool wäre es gewesen, wenn man im LAN oder Online hätte ganze Bowling-Turniere veranstalten können, an denen 16 Leute gleichzeitig, jeder auf seiner eigenen Bahn, teilnehmen würden? Da besonders Wii Sports vom Multiplayer lebt und nicht jeder ständig drei weitere Personen mit einem Wiimote und am besten noch Nunchuk zur Verfügung hat, wäre eine online Unterstützung die perfekte Alternative gewesen.


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Fazit

Wii Sports ist das perfekte Spiel, um die Fähigkeiten der neuen Controller zu demonstrieren und somit auch die bestmögliche Beilage zum Wii. Auch wenn die Komplexität und die audiovisuelle Darstellung viele Wünsche offen lassen, macht das Spiel gerade mit mehreren menschlichen Zockern eine Menge Spaß und eignet sich auch perfekt dazu, auch mal die Omi, den Papi oder die skeptische Freundin vor den Fernseher zu locken.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

69%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

08.12.2006

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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