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Reviews: Nintendo Wii

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The Legend of Zelda - Twilight Princess

Action Adventure

30.12.2006

Autor: Mario Kablau

 

Die Entstehung einer Legende

 

Als 1986 der erste Teil der Serie für das NES erschien, konnte keiner damit rechnen, dass es einmal eine der ganzen großen Serien werden würde. Im Laufe der Jahre sind 13 verschiedene Zelda-Spiele für alle Nintendo-Systeme erschienen, sowie einige, die besser unerwähnt bleiben sollten. Bereits ein Jahr nach dem Ursprung merkten die Spieler, dass Stillstand ein Fremdwort für Nintendo ist. Denn anders als Teil 1 sah man das Spielgeschehen nun nicht mehr von oben, sondern von der Seite.

 

Danach war es erstmal 4 Jahre ruhig um Link und Hyrule, bis 1991 das Spiel erschien, dass für viele Fans bis heute der beste Teil der Serie ist und gleichzeitig das letzte zweidimensionale Spiel auf einer Nintendo Heimkonsole: „A Link to the Past“. 1998 wagte Link dann den Sprung in die dritte Dimension und Nintendo erschuf mit „Ocarina of Time“ eines der schönsten Spiele aller Zeiten. Für damalige Verhältnisse war die Grafik atemberaubend und die Größe der Welt unglaublich.

 

Als Nintendo dann auf der Spaceworld 2000 den GameCube vorstellte und eine Szene zeigte, in der Link gegen seinen Erzfeind Ganondorf kämpfte, rieben sich viele schon ungeduldig die Hände, denn die Fans wollten unbedingt eine „Fortsetzung“ zum N64 Hit. Doch es kam ganz anders: Durch einen radikal geänderten Grafik-Stil spaltete „The Wind Waker“, das 2003 erschien, die Zelda-Fans in zwei Lager. Die einen liebten das Comic-artige Spiel und den anderen war es zu kindlich.

 

Deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis Nintendo die Wünsche der Fans erhören würde. Auf der E3 im Mai 2004 war es dann endlich soweit. Am Ende der Pressekonferenz zeigte Nintendo den ersten Trailer zum wohl letzten Highlight des GameCubes und die Anwesenden konnte es gar nicht fassen.

 

Trailer mit Reaktion / Trailer pur

 

Nach über zweieinhalb Jahren Wartezeit ist das Spiel am 8. Dezember 2006 endlich auch in Europa auf den Markt gekommen und zwar gleich doppelt: Für den GameCube und Nintendos neue Konsole Wii. Da die beiden Spiele inhaltsgleich sind (die Wii-Version wurde gespiegelt, damit Link das Schwert in der rechten Hand hält), konzentrieren wir uns auf das Wii-Spiel, gehen aber dennoch auf einige technische Unterschiede ein!

 

 

Schatten in der Welt des Lichts

 

Zu Beginn des Spiels ist unser zukünftiger Held ein ganz normaler Bewohner des Dorfes Ordon, das weit im Süden des Landes Hyrule liegt. Link ist ein dort eine Art Cowboy, bloß dass er sich um Ziegen statt um Kühe kümmert. Er ist ein talentierter Reiter und alle im Dorf mögen ihn. Besonders die jüngeren Kinder, mit denen er viel Zeit verbringt und ihnen auch zeigt, wie man mit dem Schwert umgeht.

 

Er ahnt noch nichts Böses, als er vom Bürgermeister dazu aufgefordert wird, nach Hyrule-Stadt zu reiten, um Prinzessin Zelda ein Geschenk zu übergeben. Doch als er sein Pferd für die lange Reise vorbereiten will, werden er und seine Begleitung Ilya angegriffen. Link wird zu Boden geworfen und seine Freundin mitgenommen. Als er wieder aufwacht, ist er ganz alleine und auch sein Pferd hat das Weite gesucht.

 

Doch war Link schon immer bekannt für seinen großen Mut und macht sich sogleich auf die Suche nach seiner Freundin. Da sie wohl kaum ins Dorf zurück gebracht worden sind, macht er sich auf den Weg nach Norden, um die Ebene von Hyrule zu erreichen. Doch so weit kommt er nicht, denn der Weg ist durch eine seltsame, schwarze Wand versperrt. Als er sich ihr vorsichtig nähert wird er plötzlich in den Schatten hinein gezogen.

 

Nach wenigen Sekunden kommt er wieder zu sich und spürt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Schmerz durchzieht seine Glieder, er fällt auf die Knie, er schreit und plötzlich verwandelt er sich in einen Wolf. Durch die Schmerzen und die Verwandlung völlig erschöpft, bricht er zusammen und wird von jemandem mitgenommen.

 

Als er wieder zu sich kommt, stellt er fest, dass er in einer Gefängniszelle eingesperrt und dazu auch noch an den Boden gekettet ist. Er hört ein seltsames Geräusch und plötzlich steht eine dunkle Kreatur vor ihm. Er knurrt sie an, doch sie will ihm nichts Böses, sondern ihm bei der Flucht helfen. Ein Knall und die Kette ist durchtrennt. Dank der Hilfe des Mädchens findet er auch schnell den Ausweg aus seiner Zelle, indem er sich unter den Gitterstäben durchwühlt.

 

Seine Retterin stellt sich als Midna vor und bitte den Helden um Hilfe. Er soll sie begleiten zu Prinzessin Zelda im Schloss Hyrule, denn nur sie könne im Kampf gegen den Schatten etwas bewirken. Also macht sich Link auf die Weg zum Schloss und wird von dort aus sein wohl größtes Abenteuer beginnen, in dem er viele alte Freunde und Feinde treffen wird, bekannte und unbekannte Orte besuchen wird und viele schwere Aufgaben meistern muss. Doch sein unglaublicher Mut wird ihn immer begleiten, genauso wie das Schattenwesen Midna, damit die Welt gerettet werden kann.

 

 

Die fabelhafte Welt von Hyrule

 

Was sich schon im Intro bemerkbar macht, zieht sich tatsächlich durch das ganze Spiel: Eine traumhafte Atmosphäre, tolle Grafik, genialer Stil, atemberaubende Musik und eine mitreißende Geschichte. Noch nie war die Welt von Hyrule so groß und so realistisch, wie in Twilight Princess. Es gibt riesige Felder, große Städte, tiefe Schluchten und einen gigantischen See. Obwohl man viele der Orte bereits in „Ocarina of Time“ besucht hat, hat man nie das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben, denn die meisten Orte wurden komplett umgestaltet und profitieren natürlich auch von der Grafikpower der beiden Konsolen.

 

Man kann quasi an jeder Stelle im Spiel spüren, mit wie viel Liebe zum Detail alles entstanden ist. Seien es die verschiedenen Häuser im Dorf Ordon, sei es die riesige Ebene von Hyrule, sei es der unglaublich große Hylia See oder seien es die zahlreichen Dungeons, die es zu erkunden gilt.

 

Am grundsätzlichen Spielprinzip hat sich gegenüber den Vorgängern nicht viel geändert. Man erkundet mit Link die Oberwelt, muss Dungeons aufsuchen, um bestimmt Gegenstände zu finden und einen Boss zu besiegen und sammelt jede Menge Dinge, die es sowohl auf dem „Hauptweg“ der Geschichte zu finden gibt, als auch abseits der eigentlichen Geschichte. Auch Links neustes Abenteuer zeichnet sich durch große Bewegungsfreiheit aus, die im Laufe des Spiels immer größer wird.

 

Nach der kurzen Einleitung im Dorf Ordon erkundet man die Welt fast selbständig und bekommt nur minimale Vorgaben, was man wann zu tun hat. Lediglich die Reihenfolge, in der man die 9 Dungeons besuchen muss, ist vorgegeben und daraus folgen natürlich gewisse Aufgaben auf der Oberwelt. Doch wann man die Dungeons besucht und was man davor, danach und sogar währenddessen macht, ist größtenteils dem Spieler selbst überlassen. So gibt es zum Beispiel 30 goldene Insekten zu fangen, 60 Geisterseelen zu finden, 45 Herzteile zu entdecken und Upgrades für Links Ausrüstung zu finden. Um das Spiel zu schaffen, muss man diese Aufgaben nicht erfüllen, aber ein wahrer Held ist nur derjenige, der alles finden kann!

 

Das Beste an Twilight Princess ist jedoch die unglaublich dichte Atmosphäre. Schon nach wenigen Minuten ist man vom Spiel total gefesselt und vergisst, dass die Grafik nicht wirklich auf dem aktuellen Niveau liegt (den GameCube reizt es allerdings voll aus), dass es keine HD-Unterstützung gibt und dass die Musik nicht immer von einem Orchester aufgenommen wurde. Die Welt von Hyrule ist einfach so traumhaft, dass man all diese objektiven Mängel sehr schnell ignoriert und das Spiel einfach nur genießt. Einen großen Teil dazu tragen auch die genialen Kamerafahrten und Zwischensequenzen bei, auf die Nintendo sehr großen Wert gelegt hat. Einige davon könnten direkt aus einem Hollywood-Film entnommen sein!

 

Das einzige, was wirklich ein bisschen stört, ist die fehlende Sprachausgabe. Klar ist, dass Link selber nicht spricht, denn das hat er noch nie getan. Warum aber die anderen Figuren nicht zumindest etwas sprachähnliches von sich geben ist unverständlich. Die einzige, die beim Sprechen tatsächlich Töne von sich gibt, ist Midna. Obwohl es keine echte Sprache ist, sondern nur unverständliches Gebrabbel, sorgt es dafür, dass die Figur noch mehr zum Leben erweckt wird. Das Fehlen der Sprachausgabe erklärt sich vermutlich dadurch, dass das Spiel für den GameCube gemacht wurde und auf den Mini DVDs wohl einfach nicht genug Platz vorhanden war.

 

Dass der GameCube deutlich schwächer ist als Wii, merkt man vor allen Dingen auf der Ebene von Hyrule. Während auf der neuen Konsole alles extrem stabil und flüssig läuft und man nur sehr selten ein Bauwerk, Berg oder Baum einfach aus dem Nichts erscheinen sieht, kommt das auf der alten Konsole schon sehr viel häufiger vor, was vor allem dann passiert, wenn man die Kamera weit herauszoomt, was allerdings auf der Wii auch gar nicht möglich ist. Es ist zwar nicht störend, aber daran sieht man sehr deutlich, dass das Spiel die Grenzen des GameCubes mehr als ausreizt, während auf Wii alles einwandfrei läuft.

 

 

Evolution > Revolution

 

Der größte Unterschied zwischen den zwei Versionen ist die Steuerung. Während man auf dem GameCube nach alter Manier Knöpfe drücken muss, um mit dem Schwert zu schlagen und der Control-Stick herhalten muss, damit man mit Waffen, wie Bogen oder Fanghaken, zielen kann, bedient sich die Wii-Version an den revolutionären Steuerung der Konsole.

 

Man steuert Link wie eh und je mit dem Control Stick des Nunchuk-Controllers und benutzt dessen zwei Tasten C und Z um die Kamera hinter Link zu zentrieren und um Gegner anzuvisieren. Die Fernbedienung erfüllt deutlich mehr Aufgaben. Der A-Knopf wird für multiple Aktionen gebraucht, wie zum Beispiel andere Figuren ansprechen oder Türen öffnen. Auf den Richtungen „links“, „oben“ und „rechts“ des Steuerkreuzes und auf der B-Taste kann man Items oder Waffen ablegen und mittels der Tasten + und – gelangt man in die verschiedenen Menüs. Die Taste 1 führt zum Kartenbildschirm und über die Taste 2 kann man die Übersichtskarte auf dem Hauptbildschirm ein- oder ausblenden.

 

Wirklich neu ist jedoch nur, dass man nun das Schwert schlägt, indem man die Wii-Fernbedienung bewegt. Dabei werden Bewegungen nicht 1:1 umgesetzt, sondern dieselbe Aktion ausgeführt, wie der Druck auf einen Knopf in der GameCube-Version. Diese Bewegung sorgt dafür, dass der Spieler noch mehr ins Geschehen eingebunden wird, denn man kann die Gegner nur wirklich schlagen. Die wohl größte Neuerung ist das Zielen über den Pointer der Wiimote. Benutzt man eine Fernwaffe, wie den Bogen oder Ähnliches, dann wechselt das Geschehen in eine Ego-Ansicht und man visiert sein Ziel an, indem man es direkt mit dem Pointer darauf zeigt. Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert diese Methode sehr intuitiv und ist viel genauer und vor allen Dingen schneller, als auf dem GameCube.

 

Außerdem unterstützt die Wii-Version den Lautsprecher auf der Fernbedienung. So hört man zum Beispiel den Abflug eines Pfeiles oder das Abbrennen der Lunte einer Bombe direkt aus seiner Hand, was den Spieler noch mehr ins Geschehen mit einbindet.

 

Da auch das Angeln zu einen Zelda-Spiel gehört, gibt es natürlich auch in Twilight Princess diese Möglichkeit. Link bekommt dazu am Anfang eine Angel, die er fortan in jeden Teich oder Fluss halten kann, um Fische zu fangen. Das wahre Paradies für Angler ist jedoch der Angelteich in der Nähe des Hylia-Sees. Dort kann man ein Boot mieten und mit einer professionellen Angel auf die Jagd nach den verschiedensten Fischen gehen. Diese Freizeitgestaltung, die Stunden wie Minuten verstreichen lassen kann, macht auf Wii deutlich mehr Spaß, da man dort die Fernbedienung und das Nunchuk nutzt, um wie ein echter Angler seinem Hobby nachzugehen.

 

Unterm Strich ist die Steuerung der Wii-Version der GameCube-Variante deutlich überlegen, auch wenn es eher als Evolution denn als Revolution bezeichnet werden sollte, denn es ist „nur“ eine Weiterentwicklung der bereits bekannten Steuerungsmethoden, allerdings eine sehr sinnvolle. Auf dem GameCube hat man lediglich den Vorteil, dass man die Kamera völlig frei drehen kann, während auf Wii nur die Zentrierung hinter Link möglich ist. Das Gerücht, dass man nur auf Wii mit dem Schwert schlagen kann, während man gleichzeitig läuft ist falsch, denn dies ist auch auf dem GameCube möglich.

 

 

Atmosphäre > Technik

 

Man könnte zwar kritisch anmerken, dass das Spiel technisch nicht auf den neusten Stand der Dinge ist, aber wie schon erwähnt, vergisst man diese Mängel beim Spielen sehr schnell. Das Spiel ist so geschickt aufgebaut, dass es den Spieler sehr schnell in seinen Bann zieht und so schnell nicht mehr los lässt. Wer es eilig hat, der kann nach ca. 40 Stunden den Abspann sehen, aber wenn man sich wirklich die Zeit nimmt, alles aufzusaugen und das Spiel zu genießen, dann ist eher mit der doppelten Menge an Zeit zu rechnen. Damit ist Twilight Princess das umfangreichste Zelda-Spiel bisher.

 

Die Grafik kann zwar nicht mit den Konkurrenz-Konsolen X-Box 360 und PS3 mithalten, aber das ist kein Grund dafür, das Spiel abzuwerten, denn technisch ist es einwandfrei umgesetzt. Die wenige Mängel, wie einige matschige Texturen, kommen daher, dass das Spiel für den GameCube programmiert wurde. Mit der Musik hält es sich ähnlich: Sie ist wirklich traumhaft und die Qualität der Stücke ist atemberaubend, aber ein solch episches Spiel sollte heutzutage einfach nicht mehr auf Midis zurückgreifen müssen. Da dies die Qualität und das Erlebnis aber nicht stört, kann man auch hierfür das Spiel nicht abwerten.

 

Man sollte lediglich im Auge behalten, dass das Spiel ein Launchtitel einer neuen Konsole ist und eigentlich für den Vorgänger hergestellt wurde. Da ist es ganz klar, dass es viel Luft nach oben gibt und dass man von einem Nachfolger sehr viel mehr erwartet muss. Dennoch ist Twilight Princess das bisher beste Zelda-Spiel und daran ändert auch die etwas veraltete Technik nichts.

 

Außerdem muss ich noch erwähnen, dass das Spiel leider einen recht dicken Bug hat, der aber nur sehr selten auftreten dürfte. Speichert man an einer ganz bestimmten Stelle und beendet das Spiel, dann ist es unmöglich, das Spiel fortzusetzen, da ein benötigter Charakter nach dem Laden dieses Spielstandes einfach verschwunden ist. Wer genauere Details dazu erfahren will, kann diese in Tag 7 meines Tagebuches nachlesen.

 

 

Gunnars Meinung:

 

Es ist immer schwer die Erwartungen zu erfüllen, wenn das Spiel einen so großen Namen hat und Nintendo selbst das Ziel formuliert, das beste Zelda aller Zeiten zu entwickeln. Dennoch ist es ihnen wirklich gelungen, was mehrere Gründe hat. Zum einen ist das Spiel revolutionärer als ich im Vorfeld gedacht habe. Einige der neuen Items in den späteren Dungeons sind so kreativ und genial eingesetzt, dass man sich kaum mehr ein kommendes Zelda-Abenteuer ohne diese vorstellen kann. Daraus resultieren natürlich auch einige neue Rätsel und toll inszenierte Bosskämpfe. Der Stil der Grafik ist brillant, die Kompositionen der Musiken wunderschön und die Freiheiten, die dem Spieler geboten werden, sind atemberaubend.

 

Dennoch habe ich noch einige Dinge mehr zu bemängeln als Mario, ohne dass ich deshalb das Spiel abwerten würde: Nintendos Versuch die Story mehr in den Vordergrund zu stellen und das Spiel cineastischer zu gestalten, ist ihnen meiner Meinung nach nur zum Teil gelungen. Sicherlich gibt es einige nette Sequenzen und Kamerafahrten und auch die Story ist einen Tick komplexer, aber nichts, was man nicht schon nach wenigen Stunden vorhersehen könnte. Ich würde mir wünschen, dass die Geschichte in einem Zelda-Spiel noch etwas emotionaler und ergreifender wird und der Spieler mehr geführt wird, ohne die Freiheiten des Spieldesigns aufzugeben. Ich war jedenfalls von der Geschichte zu keinem Zeitpunkt so mitgerissen, dass ich von Dungeon zu Dungeon hetzen wollte, um den Fortgang zu erfahren. Da ist in Zukunft noch deutlich mehr drin, vor allem hoffentlich unterstützt von einer guten Sprachausgabe.

 

Was mich ebenfalls etwas stört, ist der zu geringe Schwierigkeitsgrad. Jeder, der ein wenig Zelda-Erfahrung hat, wird das Spiel ohne Probleme durchspielen können. Damit meine ich allerdings nicht die Komplexität der Rätsel, die angemessen ist, sondern die zu schwachen und zu wenigen Gegner, die einen nur minimal herausfordern. Leider ist es immer noch so, dass Link durch neue Waffen, mehr Herzen und natürlich durch mehr Übung des Spielers im Laufe des Abenteuers immer stärker wird, die Gegner aber etwa ab der Mitte des Spiels auf ihrem Niveau verharren. Besucht man dann also frühere Bereiche erneut, stellen die Feinde keine Bedrohung mehr da und sind fast schon lästig. Aber auch in den späteren Dungeons wird fast ausschließlich Wert auf die Rätsel gelegt und das Kämpfen spielt nur eine untergeordnete Rolle. Hier wären spezielle Abschnitte mit mehreren starken Gegnern gleichzeitig wünschenswert gewesen.

 

Der größte Kritikpunkt aus meiner Sicht ist aber der mangelnde Nutzen der Rubine. Hier muss sich Nintendo wirklich mal was einfallen lassen. Wenn man gewillt ist, jede Schatztruhe zu finden, dann bekommt man um ein vielfaches mehr Rubine als man ausgeben kann. Selbst, wenn man sich alles kauft, was es gibt und man sämtliche kostspieligen Minispiele mehrmals macht, gibt es immer noch viel zu viele Rubine. Es ist schon ziemlich nervig, wenn man auf der Suche nach Herzteilen ist und die fünfte Schatztruhe hintereinander öffnet, in der sich 100 Rubine befinden. Vor allem dann nervig, wenn die eigene Geldbörse längst keine weiteren Rubine mehr zulässt und die Schatztruhe sich erneut verschließt. Dann passiert es nämlich manchmal, dass man Stunden später die gleiche Schatztruhe noch mal aufsucht, weil man sich nicht mehr sicher ist, ob man diese noch nicht gefunden hat oder doch nur Geld drin war.

Wenn Nintendo schon so viele Rubine verstecken möchte, dann muss es mehr Nutzen dafür geben. Wie wäre es zum Beispiel mit mehr Ausrüstungsgegenständen, die Link sich kaufen kann. So könnte Link unter seiner Kleidung ein besseres Kettenhemd tragen oder verstärkte Handschuhe. Man könnte seinen Waffen und Schilde gegen Rubine bei einem Schmied verstärken lassen usw.

 

Versteht mich jetzt bitte nicht falsch. Zelda Twilight Princess ist trotz meiner Kritikpunkte immer noch ein grandioses Abenteuer und ein Pflichttitel. Es ist aber auch bei weitem noch nicht perfekt. Zum Glück, denn so steht einer weiteren Steigerung auf der Wii nichts im Wege. Es sei denn, Nintendo ist nicht gewillt auch am Kerndesign der Serie kleinere Änderungen vorzunehmen.


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Fazit

The Legend of Zelda – Twilight Princess ist das bisher beste Spiel der Reihe. Grafik und Sound sind auf hohem Niveau, die Atmosphäre ist sehr dicht und packend und die neuartige Steuerung sorgt dafür, dass man sich noch mehr ins Geschehen hineinversetzt fühlt, als jemals zuvor. Die Geschichte ist wunderschön erzählt und man merkt dem Spiel an, dass es mit unglaublich viel Liebe zum Detail entwickelt wurde. Es gibt unzählige Dinge zu entdecken und zu erleben, so dass die durchschnittlich 50 Stunden bis zum Ende fast zu schnell vorbei sind. Lediglich die fehlende Sprachausgabe mindert das Erlebnis geringfügig. Die Wii-Version ist der GameCube-Version nicht nur wegen der besseren Steuerung überlegen und sollte vorgezogen werden. Wenn man Wii oder GameCube zu Hause stehen hat, dann darf man dieses Spiel nicht verpassen. Es lohnt sich sogar, extra für das Spiel eine neue Konsole zu kaufen, denn etwas besser findet man derzeit kaum.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

95%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.12.2006

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

12+


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