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Reviews: Nintendo Wii

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Star Trek: Conquest

Shoot 'em Up

19.05.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Scheiß auf Frieden, jetzt geht es um Alles!

 

Schwer vorstellbar, aber die Föderation und die anderen im Alpha-, Beta- und Gamma-Quadranten unserer schönen Milchstraße lebenden Galaxie haben sämtliche Allianzen hinter sich gelassen und nun geht es in einem großen Krieg zwischen den sechs größten Rassen und zahllosen kleineren um alles. Wer schafft es, die Feinde zu bezwingen und Herrscher über alle Planeten zu werden? Wird die Föderation sich gegen die alten klingonischen Rivalen durchsetzen können? Haben die Romulaner aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt? Gelingt der erneute Angriff der Gründer auf den Rest der Milchstraße? Und wie stehen eigentlich die Breen, Ferengi und Borg zu dem ganzen Getümmel?

 

Eines ist sicher: In Star Trek Conquest werden diese Fragen zwar gestellt, aber leider nicht beantwortet. Außer der Einleitung, die vom großen Krieg erzählt, hat der Titel nämlich weder einen Story-Modus noch irgendeine Form von Geschichte. Das liegt aber vermutlich daran, dass es den Machern irgendwann aufgefallen sein wird, wie schwachsinnig diese Idee ist, wie jedem Fan der Reihe klar sein sollte. Warum bitte sollte in einem recht stabilen Gleichgewicht zwischen den großen Rassen in Alpha-Quadranten plötzlich ein großer Krieg ausbrechen? Und wieso greifen die eigentlich schon bezwungenen Gründer wieder ein?

 

Man erkennt also schnell, dass die „Geschichte“ eher an den Haaren herbeigezogen ist und deshalb wird auch kein Fan traurig sein, dass die Einleitung nicht zu Ende erzählt wird. Im Spiel selbst gibt es zwar einen Kampagnen-Modus, allerdings ohne Geschichte und vom Spieler ziemlich stark beeinflussbar. So kann man im Hauptmodus eine der sechs Rassen wählen, die Anzahl Gegner und den Schwierigkeitsgrad festlegen und schon geht es los. Alles Weitere ist dann ein ganz typischer Titel in Form einer Kombination aus Taktik und 2D Shoot 'em Up, der zufällig auf aus Star Trek bekannte Schiffe zurückgreift.

 

 

Wer gewinnt den Krieg?

 

Je nach Anzahl der Feinde, gegen die man antreten will, hat die Spielkarte unterschiedliche Größen. Jede Rasse beginnt auf ihrem Heimatplanet und gewinnt dann, wenn alle anderen Rassen besiegt sind. Jedes System wird dabei durch ein Feld auf dem Spielbrett dargestellt und die einzelnen Rassen führen rundenweise ihre Züge durch. Dabei hat jede Partei maximal drei Flotten gleichzeitig im Einsatz und fliegt mit denen durch die Galaxie. Trifft man auf Gegner, dann wechselt das Geschehen in den Kampf-Modus. Hier kann man entweder das Ergebnis anhand einer Simulation berechnen lassen und nur grob beim Kampf selbst zusehen oder selbst Hand anlegen und dafür sorgen, dass man mit möglichst wenigen Verlusten gewinnt.

 

Im Kampfbildschirm steuert man dann eines der maximal sieben Schiffe selbst und gibt den anderen über das Steuerkreuz grobe Befehle, wie freier Angriff oder Defensives Verhalten. Das eigene Schiff steuert man, indem man den Joystick in eine bestimmte Richtung gedrückt hält, in die man dann fliegt. Mit den beiden Tasten B und A setzt man Primär- und Sekundärwaffe ein, im Falle der Föderation also Phaser und Photonentorpedos. Gezielt wird per Pointer der Wiimote.

 

Die eigenen und gegnerischen Schiffe haben unterschiedlich starke Schilder, die man zunächst mit den Waffen ausschalten muss. Erst dann ist es möglich, es zu zerstören. Wenn alle gegnerischen Einheiten besiegt sind, ist die Schlacht gewonnen und man kann mit seiner nächsten Flotte ziehen. Hat man alle Züge durchgeführt, dann ist es noch möglich, Raumstationen und Ähnliches zu bauen. In allen Gebieten, die man erobert hat, können maximal zwei „Gebäude“ gebaut werden. Eine Raumstation ist dazu da, neue Schiffe zu bauen und kaputte Schiffe schneller zu reparieren. Daneben gibt es noch Forschungszentren und Minenkolonien, die den Fortschritt beschleunigen und mehr Geld in die Kassen schaffen. Letzteres ist extrem wichtig, denn alles kostet. Da man anfangs mit nur einer Flotte und einem mittelgroßen Schiff startet, ist man wohl schnell am Ende, wenn man nicht flott aufstockt, was aber nur geht, wenn man genug Geld hat.

 

Und so verbinden sich die zwei Elemente Strategie und Shoot 'em Up zu einem an sich recht guten Titel, der allerdings an mangelnder Abwechslung und einer an den Haaren herbei gezogenen Geschichte krankt. Da es zusätzlich nur einen kleinen Gefechtsmodus gibt, in dem man nach eigenen Regeln gegen eine feindliche Flotte kämpft, ist die Luft recht schnell raus. Auf einen Mehrspieler-Modus haben die Entwickler leider auch verzichtet, was wirklich schade ist, denn lokal oder online hätte das dem Spiel eine ganze Menge zusätzlichen Spaß spendiert.

 

 

Technik und Umfang

 

Die Grafik ist recht solide, auch wenn man nicht gerade viel zu sehen und viel Abwechslung geboten bekommt. Es gibt etwa 40 verschiedene Schiffe und 20 Umgebungen, in denen die Schlachten stattfinden. Die Umgebungen sind jedoch nicht mehr als Hintergründe, da die Kämpfe ja in 2D ablaufen. Zusätzlich ist man recht weit vom Geschehen weg, was zwecks eines guten Überblicks auch nötig und fast sogar noch zu wenig ist, so dass man kaum Details erkennt.

 

Der Sound ist eher ein Witz. Zwar trifft die Musik ganz gut den Nerv von Star Trek, aber dafür ist die Sprachausgabe ein schlechter Witz. Jede Rasse hat eigentlich nur einen Satz, der in den Kämpfen dann immer wieder gerufen wird. Und spätestens nach dem fünften „For Earth“ hat man die Schnauze voll davon. Mangels einer Story ist die gute Sprachausgabe wohl leider als ebenso überflüssig angesehen worden. Echt schade.

 

Der Umfang ist sehr stark vom Nutzer abhängig. Im Prinzip kann man nach etwa 30 Minuten alles im Spiel gesehen haben, was einigermaßen interessant ist und dann die Lust verlieren. Wem aber das taktische Spielprinzip gefällt, der kann sicher länger und mehr Spaß mit dem Spiel haben. Schließlich wollen mit allen Rassen jeweils die anderen fünf gleichzeitig auf der höchsten Stufe besiegt werden. Erst dann hat man wirklich alles gesehen und sich vermutlich 20-30 Stunden mit dem Titel auseinandergesetzt. Da man aber kaum Belohnungen erhält (ein paar zusätzliche Umgebungen für die einfachen Gefechte), werden wohl nur die wenigsten genug Motivation haben, um bis zum Ende zu zocken.

 

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Star Trek:Conquest hat einen sehr guten Ansatz, aber bleibt leider auf halber Strecke einfach stehen. Das Spielprinzip ist sehr gut durchdacht, macht Spaß und hat einigermaßen Tiefe. Allerdings gibt es keinerlei Motivation durch den fehlenden Story-Modus und wenig Abwechslung mangels Mehrspieler-Modus. Die Technik ist ok, aber mehr als 480i bietet das Spiel nicht und der Sound, vor allem die Sprachausgabe, sind wenig empfehlenswert. Für Fans ist der Titel noch am ehesten geeignet, aber auch die sollten sich überlegen, ob ein Star Trek Spiel ohne Geschichte die knapp 30 Euro wirklich wert ist. Also Bethesda: Bitte nochmal machen, dann aber mit Story und Mehrspieler-Modus!

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

54%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

17.03.2008

Developer

Bethesda

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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